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ProWein 2013 Messesplitter

Dienstag, 2. April 2013

ProWein 2013 MessesplitterDie ProWein war auch in diesem Jahr wieder einmal eine Messe der Superlative. Die Messe Düsseldorf schafft es beständig die Veranstaltung auszubauen: Größere Fläche, mehr Aussteller, neues Hallenkonzept und noch mehr Besucher. Während bei den deutschen Messebesuchern die Zahlen bei ca. 26.000 dauerhaft stabil zu blieben scheint, gab es erneut einen stärkeren Andrang an Besuchern aus aller Welt. Bei einem Zuwachs von insgesamt 6% unterstreicht die ProWein 2013 mit einem Anteil von 40% an internationalen Besuchern noch deutlicher als zuvor ihre Rolle als weltweite Leitmesse. Entsprechend gut gefüllt waren die Messehallen am Rhein drei Tage lang. Zwar war es etwas schwierig sich erstmal neu zu orientieren – vor allem die vom Licht durchflutete Halle 6 war neu aufgestellt (kein Übersee und Spanien, sondern deutsche Aussteller) – das Hallenkonzept ist jedoch schlüssig.

ProWein 2013 MessesplitterDoch die ProWein beginnt seit einiger Zeit inoffiziell schon einen Tag vorher. Neben vielen anderen Veranstaltungen scheint sich besonders die Präsentation der deutschsprachigen Ausgabe des Gambero Rosso zu etablieren. Weinmesse und Weinführer bekräftigten, dass sie beidseitig von diesem Event profitieren und dies so auch fortsetzen wollen. Für den Messebesucher ergibt sich der Vorteil, dass er schon am Vortag einige der besten Weine Italiens probieren kann. 140 Weingüter aus 20 Regionen waren aus Italien angereist um ihre Weine mit den begehrten drei Gläsern im Gambero Rosso 2013 anzubieten. Für uns war dies eine gute Gelegenheit mal die kleineren und in Deutschland unbekannteren Regionen Italiens zu erkunden.

ProWein 2013 MessesplitterUnd auch an den einzelnen Ständen auf der ProWein gab es reichlich erfreuliche Dinge. Wir begannen den ersten Tag mit einem Schulbesuch in der „Ecole du Vin“ von Bordeaux. Sandra Junker zeigte hier eine Auswahl aus den „100 Bordeaux für jeden Anlass“. Dabei handelt es sich um Weine im Preissegment zwischen 5 und 20 Euro, die von Verkostern um Markus Del Monego MW ausgesucht werden. Besonders dieses Preissegment in Bordeaux verdient wesentlich mehr Beachtung. Über die Grand Crus spricht man wesentlich häufiger. Bei ca. 60% des Umsatzes von Bordeaux machen sie jedoch nur eine Menge von 3% aus. Frau Junker präsentierte in der Weinschule jedoch Weine, die auch angesichts des Preises Spaß machen können.

ProWein 2013 MessesplitterDer Messeauftritt von Brasilien stand ganz im Zeichen der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft. So konnte man hier mit einem kleinen Heft von Stand zu Stand gehen und die Weine verkosten. An jedem Stand gab es einen Stempel. Für alle, die diesen „Passport to Brasil“ ausgefüllt hatten, gab es jeden Messetag die Möglichkeit eine Reise zur WM nach Brasilien zu gewinnen. Doch die Brasilianer können nicht nur Fußball, sondern auch Wein: So haben wir den Schaumwein von Casa Valduga zuvor schon mal in einer Exotenprobe eingebaut. Derzeit ist Deutschland mit 13% einer der wichtigsten Exportmärkte für Brasilien. Das sportliche Ziel ist mit einer Verdopplung bis 2016 vorgegeben.

ProWein 2013 MessesplitterWenig später finden wir uns in der Champagne wieder. Hier gab es beim jüngsten Champagnerhaus Bruno Paillard wunderbare Tropfen aus drei Jahrzehnten. Das waren 2002, 1999, 1995 und 1989. Alles vier sind noch recht frisch da. Bei dem ältesten Champagner aus 1989 sollte man erwähnen, dass er 12 Jahre auf der Hefe lag, was sein Alter zur einen Hälfte erklärt. Die andere Hälfte ist die hohe Qualität bei Bruno Paillard. Und eine dritte Hälfte, die den Charme dieses Champagnerhauses ausmacht, sind die Künstleretiketten. Mit diesen wunderbaren Bildern mit Titeln wie „Seerose“ oder „Liebe und Seide“ gerät man ins schwärmen über die Kunstwerke in den Flaschen. Und das jenseits der bekannten Weinsprache.

ProWein 2013 MessesplitterWeiter geht es nach Neuseeland. Diese recht junge Weinnation ist besonders mit ihren Sauvignon Blancs auf dem deutschen Markt beliebt. Die Region Marlborough ist hierzulande sehr bekannt. Das ist nicht verwunderlich, so handelt es sich um die flächenmäßig größte Weinregion in Neuseeland. Zudem ist dort der Anteil von Sauvignon Blanc am höchsten. Resultierend findet man in Deutschland Konsumweine um 6 Euro pro Flasche bis zu Kultweinen wie den Cloudy Bay. Doch wir interessierten und für Pinot Noir aus Neuseeland. Diese machen zwar nur 9% an der Erzeugung aus, es handelt sich jedoch um die wichtigste rote Rebsorte des Landes, die zudem in den vergangenen Jahren eine immer stärkere Nachfrage weltweit erfahren hat. Dominik Trick und Patrick Johner (Foto) moderierten eine Verkostung von 7 Weinen aus verschiedenen Regionen/Subregionen von Neuseeland.

ProWein 2013 MessesplitterDabei war nicht nur beeindruckend, wie jung und dynamisch die Weinerzeugung hier noch ist. Auch die geschmackliche Vielfalt überraschte. Zwei Pinot Noirs gefielen uns besonders gut. Da ist zum einen der 2009er von Palliser Estate in Wairarapa (Martinborough). Dieser zeigt sich mit runder Frucht von Pflaume bis Kirsche in der Nase. Frische Säure umspült den Gaumen. Der Pinot aus Martinborough präsentiert sich mit kräftigen Tanninen. Die zweite Entdeckung war der 2010er „Road Ridge“ von Auntsfield. Dieser Pinot Noir kommt aus dem Southern Valley von Marlborough. Dieser ist mit reifer roter Johannisbeere schön rund in der Nase. Eine lebendige Säure zeigt sich am Gaumen.

ProWein 2013 MessesplitterWieder zurück in Europa geht es nach Apulien. Hier versteht man sich zunehmend darauf gute und erschwingliche Alltagsweine in die Flasche zu bekommen. Die hinlänglich bekannten roten Klassiker Negroamaro und Primitivo bekommen eine inzwischen eine umfangreichere Erweiterung in den Farben Weiß und Rose. Bei ein einer kleinen Verkostung gefielen uns hier vor allem der Bianco Biologico Salento aus 2012 von Amastuola. Die Cantine Ferri präsentierte schmackhaften den Rubeo Puglia Rosato ebenfalls aus 2012. Alt werden diese Weine jedenfalls nicht.

ProWein 2013 MessesplitterWeiter ging es dann im Sauseschritt nach Spanien. Die Bodegas Roda blickte hier auf 25 Jahre zurück. Man erzeugt in Rioja unter dem Namen Roda recht volle und fruchtige Rotweine. In Ribera del Duero wird der Name Corimbo verwendet. Selten gibt es eine so reiche Frucht in den Weinen dieses Gebiets. Die Verkostung – geleitet vom Chefönologen Augustin Santolaya – reichte zurück bis ins Jahr 1994. Es ist sicherlich kein wirkliches Geheimnis, dass Tempranillo (Widersinn des Namens) wirklich auch alt werden kann. Uns gefiel in der gesamten Präsentation besonders der Roda I aus 2004. Hier war die Mischung aus einem Alterungsbeginn und der jugendlich fruchtigen Fülle hervorragend stimmig.

ProWein 2013 MessesplitterDen Höhepunkt auf der ProWein gab es am Stand der „Primum Familiae Vini“. Hier gab es ein wahres Feuerwerk an hervorragenden Weinen. Es mag nicht wenigen anwesenden so gegangen sein, dass man sich hier keine Notizen mehr macht. Da gilt es nur den Mund vor Erstaunen nicht offen stehen zu lassen (denn das sieht nicht gut aus) und den köstlichen Augenblick zu genießen. Die ganze Veranstaltung startete gebührlich mit dem 2000er Sir Winston Churchill von Pol Roger.

ProWein 2013 MessesplitterDann gab es von Hugel Reisling Jubilee 2007, von Drouhin Montrachet 2010. Weiter mit den Rotweinen Mas la Plana 2007 von Torres, Solaia 2009, Le Petit Mouton 2009, Chateau de Beaucastel 2009, Vega Sicilia Unico 2003 und Sassicaia 1996. Die Auslese Goldkapsel von Egon Müller aus kam aus der Magnumflasche und wurde dann wirklich auch getrunken. Sicherlich ist es ein Frevel, jedoch ließen wir die Verkostung des 1969 Grahams Single Harvest Tawny aus und besorgten uns lieber einen weiteren Schluck vom Scharzhofberger.

Nicht nur bezüglich der hohen Qualität der Weine: Bei all den Superlativen war die ProWein für die Größe der Messe und die Anzahl der Stände viel zu kurz. Von Jahr zu Jahr wird das Tempo der Besuche bei Weingütern, Anbauregionen und Vermarktern beständig erhöht. Es ist genauso erstaunlich und erfreulich wie viele bekannte Gesichter man immer wieder gerne zufällig auf der ProWein trifft. Und noch überraschender ist es, wenn man einigen Weinfreunden trotz ihrer Anwesenheit auf der Messe leider nicht begegnet ist. Nächstes Jahr sehen wir uns bestimmt (wieder).

Weitere Fotoeindrücke gibt es in unserem Bilderbuch hier auf facebook.

Jahrgang Bordeaux 2009

Donnerstag, 15. März 2012

Jahrgang Bordeaux 2009 Wie jedes Jahr werden die aktuellen Weine aus Bordeaux 2009 geballt präsentiert. Der Jahrgang erhielt extrem gute Nach-Bewertungen der Weinpäpste. Robert Parker schüttete gleich 19 mal das eigentlich unmögliche Urteil 100 von 100 Punkten aus. Das ist verkaufsfördernd und aus unserer Sicht zugleich genauso unglaubwürdig. Denn was sind 100 Punkte? Ein Traum. Anzubeten. Aber Parker scheint sich selbst viel wichtiger zu halten als die Weine. Das klingt als Widerspruch: Jedoch gerade deswegen sind diese 100 Punkte so häufig gefallen.

Jahrgang Bordeaux 2009 Der Jahrgang 2009 zeigte gerade zu eine magnetische Wirkungen auf die Besucher. So war die sehr gut organisierte Verkostung der Union des Grands Crus de Bordeaux am Rande der ProWein in Düsseldorf gerammelt voll. Der Wechsel von den sicherlich sehr schönen Rheinterrassen zur Stadthalle im Congeress-Centrum auf dem Messegelände war jedenfalls ein historischer Fortschritt (so sah es 2008 aus). Ca. 2 Stunden Messezeit sind dadurch gewonnen. Und die Stadthalle war vor der Präsentation des Jahrgangs 2009 der Union des Grands Crus de Bordeaux zuvor bei dieser Veranstaltung noch nie so gut besucht. Leider waren auch einige Chateaux noch nie so früh leer getrunken. Aber kann man mehr als 12 Flaschen erwarten?

Jahrgang Bordeaux 2009 Wir probierten quer durch die Gebiete um eine Übersicht über den Jahrgang 2009 in Bordeaux zu bekommen. Der 100-Punkte-Clinet aus der Parker Nachbewertung begeisterte viel Besucher der Veranstaltung. Leider waren die Flaschen aber schon leer, als ich zum Stand kam. Nun wollen wir uns nicht länger mit leeren Flaschen aufhalten, sondern gleich in die Verkostung des Jahrgangs 2009 aus Bordeaux einsteigen. In diesem Verkostungsprogramm ist recht wenig aus den 100 oder 99 Parker-Punkten vorhanden. Das hängt damit zusammen, dass so einige Dieser Chateaus es gar nicht nötig haben sich einem breiteren Publikum zu stellen. Außerdem geht es in dieser Verkostung des Jahrgangs 2009 nicht um die wirklichen Qualitätsspitzen. Daran kann man eigentlich keinen Jahrgang messen.

Bewertungen einiger Weine aus Bordeaux 2009

Jahrgang Bordeaux 2009
Chateau Latour-Martillac 2009

Chateau Latour-Martillac 2009 (Pessac-Leognan)
Konzentrierte dunkle Frucht in der Nase, rote Früchte und Flieder mit Leder in der 2. Nase, sehr ausgewogen am Gaumen, eingebundene Säure, in der sehr schönen Länge taucht etwas unruhig Schwarze Johannisbeere auf.
92 Punkte (90-93 Wine Spectator)

Chateau La Tour Figeac 2009 (Saint-Emilion)
Reife Brombeere in der Nase, Schwarze Johannisbeeren im Hintergrund, florale Intensität, etwas grün am Gaumen, für Saint-Emilion eher untypisch.
87 Punkte (93 Parker)

Jahrgang Bordeaux 2009
Chateau Troplong Mondot 2009

Chateau Troplong Mondot 2009 (Saint-Emilion)
Sehr dunkel im Glas, extrem duftig bis marmeladig mit dunklen reifen Kirschen in der Nase, Säure schwillt am Gaumen an und harmonisiert sich dann wieder etwas. Mal auf die Flasche geschaut: 15,5% Alkohol. Riecht man nicht. Man versteht nach der Verkostung dieses Weins, wieso er von Parker so gut bewertet wurde.
92 Punkte (94-97 Parker mit Nachbewertung 99 Parker-Punkte, 94-97 Wine Spectator)

Chateau Belgrave 2009 (Haut-Medoc)
Noch recht verschlossen in der Nase, Waldbeeren in der zweiten Nase, leicht, aber gleichgewichtig am Gaumen. Sollte man evtl. noch mal in Ruhe nachverkosten.
85 Punkte

Jahrgang Bordeaux 2009
Chateau Camensac 2009

Chateau Camensac 2009 (Haut-Medoc)
Helleres und leicht transparentes Rubinrot, schlank in der Nase, dezente Brombeere mit Vanille in der zweiten Nase, entwickelt mit mehr Luft zunehmend an Intensität, packend mit trockenem Eindruck am Gaumen.
86 Punkte (87-90 Wine Spectator)

Chateau Cantemerle 2009 (Haut-Medoc)
Dunkle Frucht mit Würze in Richtung Nelken und Muskatnuss in der Nase, rote Früchte in der zweiten Nase, rund am Gaumen mit Hagebutte.
88 Punkte (92-94 Parker, 88-91 Wine Spectator)

Chateau Citran 2009 (Haut-Medoc)
Helleres transparente Rubinrot, süßliche Frucht in der Nase mit Vanille im Hintergrund, wenig Frucht am Gaumen, schönes Taningerüst.
89 Punkte

Chateau Desmirail 2009 (Margaux)
Dunkle Waldbeeren in der Nase, Casisduftig mit ein wenig grüner Paprika in der zweiten Nase, etwas schlanker am Gaumen, Staub in der Länge.
89 Punkte

Chateau du Tertre 2009 (Margaux)
Transparentes Rubin im Glas, etwas hölzerner Duft öffnet sich mit dunklen Beeren, Pflaumen in der zweiten Nase, fest und stoffig am Gaumen, gut eingebundene Säure.
93 Punkte (90-92 Parker)

Jahrgang Bordeaux 2009
Chateau Beychevelle 2009

Chateau Beychevelle 2009 (Saint-Julien)
Dunkle Brombeeren, Würzigkeit am Gaumen unterstützt von schöner Säure, Muskatnuss in der Länge.
92 Punkte (93 Parker, 90-93 Wine Spectator)

Jahrgang Bordeaux 2009
Chateau Branaire-Ducru 2009

Chateau Branaire-Ducru 2009 (Saint-Julien)
Duftige Nase mit Brombeeren und Hagebutte, Schwarze Johannisbeeen mit Caramel in der zweiten Nase, intensive Säure, die diesem Bordeaux aber gut steht.
91 Punkte (92-95 Parker, 92-95 Wine Spectator)

Jahrgang Bordeaux 2009
Chateau Leoville Barton 2009

Chateau Leoville Barton 2009 (Saint-Julien)
Duftig rotfruchtig in der Nase, dezente Brombeeren in der zweiten Nase, eher schmale Säure, ausgewogene Länge.
90 Punkte (93-95+ Parker, 92-95 Wine Spectator)

Jahrgang Bordeaux 2009
Chateau Talbot 2009

Chateau Talbot 2009 (Saint-Julien)
Duftige Nase mit schöner Frucht, Grüne Paprika in der zweiten Nase, packende Intensität am Gaumen mit frischer Säure. Potenziel.
92 Punkte (92-94 Parker, 92-95 Wine Spectator)

Chateau Clerc Milon 2009 (Pauillac)
Duftige Nase, zweite Nase besticht durch in Frucht gut eingebundene Würze, kurz wuchtig am Gaumen, trocken, später kommt er noch mal.
88 Punkte (92 Parker, 93-96 Wine Spectator)

Jahrgang Bordeaux 2009
Chateau Lynch-Moussas 2009

Chateau Lynch-Moussas 2009 (Pauillac)
Runde Nase, Paprika und Pfeffer in der zweiten Nase, Paprika auch am Gaumen, später saftig frische Frucht.
89 Punkte (88-90 Parker, 88-91 Wine Spectator)

Was bedeutet das für den Jahrgang 2009 aus Bordeaux?

2009 ist ganz sicher einer der besten Jahrgänge in Bordeaux in der jüngeren Geschichte. Er ist frühzeitig nicht einhellig als großartig bewertet worden (wir berichteten), später wurde er zum Spitzenjahrgang. Gleichzeitig bleibt Bordeaux 2009 bezahlbar. Es sind im Schnitt sehr gute Rotweine zu einem vernünftigen Preis derzeit auf dem Markt. Manchmal sollte man – wie wir in der Verkostung – etwas abseits von großen Namen schauen. Aus meiner Sicht bringt vor allem das rechte Ufer mit seinen in der Regel jünger zu konsumierenden Weinen erschwingliche Spitzenweine hervor. Das linke Ufer der Gironde präsentiert sich fabelhaft, wird jedoch meiner Meinung nach in der eigentlichen Stärke dieser Weine aus Bordeaux – nämliche der Reife nach Lagerung – mit den Jahrgang 2009 langfristig nicht wirklich punkten können.

Jahrgang Bordeaux 2009
Unsere Punktbewertungen stehen in einem Gleichgewicht mit allen unseren anderen Bewertungen von z.B. Großen Gewächsen aus Deutschland, dem Brunello oder Vino Nobile aus der Toskana. Da wir bei weinverkostungen.de nicht wie Robert Parker und Konsorten dem Zitationszwang bei Punkten unterliegen, verständigen wir uns hier mit realistischen Bewertungen. Diese sind ehrlich und dadurch in Schnitt etwas geringer aus bei den Päpsten. Wir sind von dieser Vergabe der Punkte überzeugt und hoffen auch, dass sie glaubwürdiger ist. Da der Markt jedoch durch die großen Namen entschieden wird, haben wir uns erlaubt diese Punktbewertungen – soweit verfügbar – hinzuzufügen.

Vormittags Prosecco – Abends Champagner

Montag, 5. März 2012

Vormittags Prosecco und Abends Champagner [ProWein 2012 #4] Die Internationale Fachmesse ProWein ist in diesem Jahr extrem anstrengend. Ständig müssen neue Dinge probiert werden. Andauernd laufen einem Freunde über den Weg. Und dann gibt es vormittags schon hervorragenden Prosecco. Abends stellt sich die herausvorderungsvolle Aufgabe viel Spaß mit Champagner zu haben. Wie anstrengend. Viele Berichte werden deswegen bei uns in diesem Jahr etwas zeitverzögert nach der Messe erscheinen. Wir bitten um Verständnis.

Prosecco mit Frizzante und Spumante auf Qualitätskurs

Sonntag, 4. März 2012

Prosecco mit Frizzante und Spumante auf Qualitätskurs [ProWein 2012 #3] „Ab 11 Uhr knallen im Veneto die Korken“, sagt Veronika Crecelius in der Verkostung von Prosecco auf der ProWein in Düsseldorf. Es ist genau 11 Uhr und wir beginnen mit einem Frizzante. Er trägt die Bezeichnung Brut, ist jedoch durch die Ausnahme von der Schaumweinsteuer häufig etwas günstiger als der Spumante. Der Perlwein aus dem Veneto trägt – was selten ist – ebenso die Bezeichnung Brut. Das helle Strohgelb im Glas lässt einen floralen bis fruchtigen Apfel- und Birnenduft aufsteigen. An den Gaumen bringt dieser Prosecco eine Pfirsich- bis Aprikosenfrucht.

Weiter geht es in der Verkostung mit einem Prosecco Spumante. Sehr schöne Nase, die Frucht ist voller. Sumante gilt häufig als hochwertiger. Genauso wie der Prosecco Frizzante wird er im Edelstahltank ausgebaut. Der Druck in der Flaschen ist höher, weswegen ein Metalkörbchen den Korken davor schützt zu früh in die Luft zu gehen. „Aber letztendlich kommt es auf die verwendeten Trauben an“, so Veronika Crecelius. Ein weiterer Unterschied dieser beiden Typen des Prosecco ist ihre Verwendung. Während der Spumante gerne als Aperitif gereicht wird, eignet sich der Frizzante aufgrund seines geringeren Drucks besser zum Begleiten des Essens.

Prosecco mit Frizzante und Spumante auf QualitätskursEs ist in den vergangenen Jahren viel in der Region Prosecco passiert. Man hat die Herkunft schützen lassen. Dazu war es notwendig die Bezeichnung der Rebsorte in Glera zu ändern (wir berichteten). Dies erhöht die Wertigkeit des Prosecco. Besonders auf dem umkämpften Exportmarkt Nummer 1 – nämlich Deutschland – ist dies besonders wichtig. Hier versucht man den Prosecco in den beiden Varianten Frizzante und Spumante weiter aufzuwerten. Sicherlich sieht man auch die Wachstumsmärkte wie China.

Zwei weitere Schaumweine stehen zur Verkostung bereit. Gar nicht so häufig sind die Varianten „Extra Dry“ und „Dry“ auf dem deutschen Markt zu finden. Der Prosecco Spumante ist hier in der Regel „Brut“. In Deutschland mag man beim Schaumwein leider immer noch zu sehr die besonders trockenen Versionen. Beim Prosecco „Extra Dry“ haben wir es hingegen mit einem Restzucker von 12 bis 18 g/Liter zu tun. Der Verkostete Vertreter ist zwar etwas hellduftiger in der Nase, am Gaumen unterstützt der höhere Restzucker die Fruchtigkeit.

Prosecco mit Frizzante und Spumante auf QualitätskursDer Prosecco „Dry“ kann bis zu 30 g/Liter Restzucker enthalten. Das ist dann zwar nicht mehr wirklich trocken, kann aber sehr gut schmecken. Besonders zu Kuchen oder Nachspeisen ist dieser Prosecco im Veneto beliebt. Der verkostete Vertreter bringt fast schon exotische Früchte mit Lychie in die Nase. Die höhere Restsüße ist kaum zu schmecken. Auch diese Flasche trägt die Staatsbanderole, mit der jeder Prosecco ab der Ernte 2011 seine Herkunft zeigt. Dies ist Teil der Qualitätsoffensive, mit der sich jeder Betrieb einer Vielzahl an staatlichen Prüfungen unterziehen muss. Es scheint sich in der Qualität der verkosteten Prosecco wiederzuspiegeln.

Gambero Rosso: Vorstellung des Vini d’Italia 2012

Samstag, 3. März 2012

Gambero Rosso: Vorstellung des Vini d’Italia 2012 [ProWein 2012 #2] Im Vorfeld der internationalen Weinfachmesse ProWein wurde heute der deutschpsprachige Gambero Rosso 2012 erstmals vorgestellt. Die 25. Auflage des wichtigsten italienischen Weinführes erscheint hier erstmals im Eigenverlag. Das knallige Rot ist identisch mit der Erstausgabe. Viele Newcomer tauchen das erste Mal in der Liste der Drei-Gläserweine im Gambero Rosso auf. Mit 924 Seiten ist der Weinführer noch dicker geworden. Dafür ist das Format der neuen Ausgabe des Gambero Rosso etwas kleiner. Ein Taschenbuch für große Taschen.

Der Vini d’Italia 2012 führt 2350 Weingüter auf. Von den 30 – 35.000 ursprünglich blind verkosteten Weinen, finden mehr als 20.000 Weine in dieser Bibel der italienischen Weinwelt Berücksichtigung. 375 dieser Weine werden mit den begehrten Drei Gläsern ausgezeichnet. Die neue Dynamik in Italien zeigt sich darin, dass 17% der Weingüter mit diesen Drei Gläsern zum ersten Mal diese Auszeichnung im Gambero Rosso erhalten.

Gambero Rosso: Vorstellung des Vini d’Italia 2012Zwei weitere Listen sind beachtlich. Erstmals wurden Drei Gläser unter 15 Euro im Gambero Rosso zusammengestellt. In dieser Spitzenklasse finden sich 52 preisgünstige Weine aus Italien. Das klingt zwar sehr trendy wie 90-plus-Punkte-Weine von Parker unter 10 Euro, ist aber wesentlich glaubwürdiger. Zum zweiten Mal wird zudem im Gambero Rosso ist eine Liste der „Tre Bicchieri Verdi“ veröffentlicht. Diese Liste umfasst 95 „grüne Drei-Gläser-Weine“. Bei der Premiere dieser Kategorie wurden im Vorjahr nur 83 Weine ausgezeichnet.

Die Vorstellung des Gambero Rosso im Rahmenprogramm der ProWein in Düsseldorf ist der Auftakt einer Welttour dieses Weinführers. Der Gang nach Deutschland erstaunt nur wenig. So ist hier einer der wichtigsten Absatzmärkte für Wein aus Italien. Ganze 38% der deutschen Weinimporte stammen aus dem Mutterland des Gambero Rosso. Zudem ist die ProWein eine internationale Leitmesse für Wein. Die meisten italienischen Weingüter mit Drei-Gläsern im Gambero Rosso stellen ohnehin in der Landeshauptstadt am Rhein aus.

Gambero Rosso: Vorstellung des Vini d’Italia 2012Der Gambero Rosso wird in deutscher Sprache zukünftig früher erscheinen. Man plant zukünftig eine Veröffentlichung zu Anfang Januar. Dieser Zeitvorsprung entsteht durch eine effizientere Übersetzung. Damit unterstreicht der Vini d’Italia nochmals die wichtige Stellung des deutschen Absatzmarktes. Im Anschluss an die Buchvorstellung konnten die Drei-Gläser-Weine des Gambero Rosso an den Ständen der Weingüter verkostet werden.

Gambero Rosso – Vini d’Italia 2012, für 30 Euro im Buchhandel

Foto oben: Pressekonferenz mit den Redaktionsleitern Marco Sabellico und Gianni Fabrizio Links im Bild

Messe Düsseldorf: Die ProWein-App

Donnerstag, 1. März 2012

Messe Düsseldorf: Die ProWein-App[ProWein 2012 #1] Seit einigen Tagen zeigt sich eine enorme Betriebsamkeit in der ganzen Weinwelt. Der Grund dafür: Die ProWein steht als internationale Leitmesse für Wein vor der Tür. Seinen Besuch auf der Messe in Düsseldorf zu organisieren war noch nie wirklich einfach. Der Briefkasten ist ständig mit voll Einladungen und bei den Emails sieht es noch schlimmer aus. Viele Termine auf der ProWein werden mehrfach angekündigt. Und wenn man dann davon so richtig gar ist, kommen in jedem Jahr wieder in den letzten Tagen vor der Messe dann noch massig Remindermails. Per Cross-Posting wird man dann gerne auch noch mal per facebook für Veranstaltungen eingeladen, zu denen man sich schon angemeldet hat. Als Problem kommt dann noch hinzu: Eine Vielzahl der Termine überschneiden sich.

Messe Düsseldorf: Die ProWein-AppEntwicklung im Emaileingang

Da wir uns eigentlich nicht mit Problemen aufhalten, sondern nach Lösungen suchen, sind wir auf die ProWein-App der Messe Düsseldorf gestoßen. Die schauen wir uns jetzt mal genauer an. Was kann sie und wie funktioniert das Ding? Erst war sie etwas schwer zu finden. Der Market bei Android fand nämlich nichts bei einer Suche nach „ProWein“. Hintergrund ist, dass das ProWein-App eigentlich ein Messe-Düsseldorf-App ist. Diese funktioniert für alle Messen in der Landeshauptstadt. Verfügbar ist die ProWein-App kostenlos für den Ipod und die Andriod-Handys.

Messe Düsseldorf: Die ProWein-AppDie ProWein-App bietet viele nützliche Dinge. Auf meinem Samsung-Handy mit Android läuft sie sauber. Die ProWein-App bietet unter anderem einen Messeplan, ein Verzeichnis der 3.800 Aussteller, einen Veranstaltungsplan und vor allem eine Suche in diesen Dingen. Man kann über die Markierung der Aussteller und Veranstaltungen als Favoriten den sonnst ganz schön dicken Katalog deutlich reduzieren. So hat man eine schöne Übersicht. Bei den Veranstaltungen sind jedoch leider nur die Offiziellen aus dem Print-Event-Programm der Messe Düsseldorf in der ProWein-App berücksichtigt.

Messe Düsseldorf: Die ProWein-AppMan kommt also nicht darum herum, sich außerhalb dieser App einen Plan zu machen. Leider funktioniert auf meinem Handy auch der Export der Veranstaltungen in den Terminkalender des Handys nicht. Aber das ist ein individuelles Problem. Darüber hinaus ist die ProWein-App sehr nützlich. Man kann den Veranstaltungskalender, denn Messeplan und das Ausstellerverzeichnis mit ihr in der Hosentasche mit sich herumzutragen. Sicherlich löst die ProWein-App nicht alle Probleme einer schnellen, übersichtlichen und leichten Organisierung der Messe. Sie ist jedoch dabei eine große Hilfe.