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Clos de Vougeot Grand Cru – Degustation Prestige

Mittwoch, 30. März 2016

Clos de Vougeot Grand CruIm Rahmen von „Les Grands Jours de Bourgogne“ gab es eine Station Im Clos de Vougeot. Genauer war dies im Chateau du Clos de Vougeot. Schon vor der Schlosspforte war eine lange Schlange. Denn hier gab es die „Vosne Millesime – Noblesse des Clos Vougeot“ mit 61 beteiligten Weingütern aus diesem Bereich. Da war das Interesse des Fachpublikums verständlich groß. Zur Verkostung standen die neuen Weine aus dem Clos de Vougeot, Vosne-Romanee (mit zahlreichen 1er Crus), Echezeaux (bzw. Grands-Echezeaux), dem sehr begehrten Richebourg und Romanee Saint-Vivant.

Les Grands jours de Bougogne VougeotDas Chateau du Clos de Vougeot ist im burgundischen Renaissance-Stil gebaut. Hier finden sich riesige Weinpressen, die von der großen Geschichte des Chateaus und des Weinbaus erzählen. Es liegt mitten in der namensgebenden Lage mit knapp 50 Hektar bewirtschafteter Rebfläche. Anders als die Monopole-Cru Romanée-Conti (1,81 Hektar) und La Romanee (mit seinen 0,85 Hektar) sind viele Crus im Burgund zersplittert in viele Besitzer. Das merkt man nicht nur bei der Präsentation der aktuellen Jahrgänge (vor allem 2014), sondern auch bei dem einer Verkostung 19 gereifter Jahrgänge. Alle stammen von einem anderen Erzeuger.

Chateau du Clos de VougeotDoch es gab nicht nur die Tischpräsentation mit dem Jahrgang 2014. Besonders genial war auf dem Chateau ein Kitchen-Tasting für die Pinot-Noir-Rockstars. In der etwas zugigen alten Schlossküche vom Chateau du Clos de Vougeot gab es eine erlesene Tafelrunde, die gereifte Weine der Jahrgänge 2006 bis 1985 probieren durfte. Genauer waren das 19 Weine der Lage Clos de Vougeot aus diesem Zeitraum mit einem Schwerpunkt bis ins Jahr 1999. Zu den alten Jahrgängen hin wurde die Anzahl der vertretenen Weine natürlich immer dünner.

Vougeot Kitchen TastingEine solche Verkostung macht mehrfach Sinn. Schwächere Jahre kann man in den Spitzenlagen im Burgund häufig erst recht spät erkennen. Hier hängt vieles vom Wetter im Herbst ab. So war die Alterung der Pinots auffällig ungleich, das heißt manch älterer Jahrgang schien jünger zu sein. Zugleich kann man betonen, dass diese Verkostung sicherlich nicht wirklich dazu reicht um die einzelnen Jahrgänge qualitativ einzusortieren. Das zeigten 2005, 2004, 2003 und 2002. Besonders im sehr warmen Ausnahmejahr 2003 scheint die Qualität deutlich auseinanderzugehen. Während der Clos de Vougeot von der Domaine Bouchard Pere et Fils mit seiner etwas eingekocht wirkenden Frucht durchaus diesen Jahrgang typisch repräsentiert, wirkt der 2003er von der Domaine Michel Gros wesentlich jünger und säurebetonter.

Tasting Clos de VougeotDas Potenzial von 2002 würde ich nicht mehr als sehr hoch einschätzen. Jedenfalls galt das für zwei der drei Pinots die schon einige Reifenoten hatten. Was es allerdings nicht ganz leicht machte, da nach der Konzentration von 2003 dieser Jahrgang auch deutlich schlanker wirkte. Lediglich der Clos de Vougeot vom benachbarten Chateau de la Tour wirkte recht jung. 1999 finde ich mit den beiden angestellten Weinen sehr schön und verhältnismäßig langsam gereift. Davor wird die Anzahl der Proben so gering, dass man keine Vergleiche anstellen kann.

2005er Clos de Vougeot von der Domaine Meo-Camuzet

Zwei Weine haben mir hier außerordentlich und trotz des sehr hohen Niveaus und den ohnehin schon exzellenten Ruf der Lage so gut gefallen, so dass ich diese besonders positiv herausstellen möchte. Da ist zum einen der Clos de Vougeot von der Domaine Meo-Camuzet aus dem Jahr 2005. Diese Familie betreibt seit 400 Jahren Weinbau im Burgund. Das Weingut hat seinen Sitz in Vosne-Romanee. Mit dem Jahrgang 1983 steht auf dem Etikett der Flaschen der Name Meo-Camuzet. Seit 30 Jahren führt Jean-Nicolas Méo wieder das Weingut, nachdem seine Familie die Rebflächen zuvor verpachtet hatte, da sie sich als leitende Beamte tätig waren.

Vougeot Domaine Meo-CamuzetIm Clos de Vougeot hat Meo-Camuzet einen Anteil von ca. 3 Hektar. Die Pinot-Reben haben zum Teil ein erhebliches Alter, wobei auch in den 1980er und 1990er Jahre etwas nachgepflanzt wurde, was jedoch für die Balance der Weine eher hilfreich ist. Der 2005er Clos de Vougeot von der Domaine Meo-Camuzet besticht mit einer feinen runden Frucht. In der Nase vibriert eine duftige Sauerkirsche. Die Säure wirkt erfrischend und dieser Pinot noch recht jung. In der Länge zeigt sich etwas Muskatnuss und Eukalyptus. Ein großartiges Geschmackserlebnis! Die aktuellen Jahrgänge dieses Weins kosten so ungefähr 180 bis 190 Euro pro Flasche.

1996er Clos de Vougeot von der Domaine Confuron-Cotetidot

Ein richtiges Wunderwerk ist er 1996er Clos de Vougeot von der Domaine Confuron-Cotetidot. Hier hat Yves Confuron die Geschicke in der Hand. Das 1964 in Vosne-Romanee gegründete Weingut bewirtschaftet eine Fläche von 13 Hektar in einigen der besten Crus des Burgund. Confuron betreibt eine starke Ertragsreduzierung. Die alten Rebanlagen bestehen seit mindestens 25 Jahren. Sie können aber auch durchaus 80 Jahre alt sein. Dieses Weingut betreibt einen sehr langsamen Ausbau (ca. 2 Jahre) der Weine. Diese kommen dann unfiltriert in die Flasche. Es folgt eine sehr späte Vermarktung. Den verkosteten Pinot gibt es aber sehr wahrscheinlich nicht mehr auf dem Markt.

Vougeot Domaine Confuron-CotetidotDer 1996er Clos de Vougeot zeigt sich klar mit orangefarbenem Rand. Duftig steigt eine weiße Johannisbeere (!) in die Nase. Der runde Gaumen zeigt von perfekter Reife. Die Säure ist sehr schön bei diesem Pinot von der Domaine Confuron-Cotetidot eingebunden. Das lange Finale bringt eine filigrane Brombeere zu Tage. Die aktuellen Weine aus dem Clos de Vougeot von diesem Erzeuger kosten derzeit so ca. 150 Euro pro Flasche.

Auffällig war bei diesem Pinot durchaus, dass es bei dem Alter eine merkliche Flaschenvarianz gibt. Das trübt nur wenig das Urteil und vernichtet es keineswegs. Vielmehr fragt man sich was eine Verkostungsnotiz bei einem alten Wein bringt. Eine solche Verkostung kann man natürlich nicht in der Bewertung mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner aller Beteiligten veranstalten. Der 1996er Clos de Vougeot von der Domaine Confuron-Cotetidot wurde jedoch unabhängig voneinander von mehreren Seiten sehr positiv erwähnt.

Zur Lage Clos de Vougeot

Das Clos de Vougeot ist das größte Grand Cru und eine der am besten klingenden Lage im Burgund mit ungefähr 80 Besitzern. Dies ist die Folge der typischen Hofteilung im Burgund. Bei knapp 50 Hektar bewirtschaftet ein einzelnes Weingut im Schnitt ist das also weniger als ein Hektar. Zugleich können auch kleine Weingüter mit wenig Rebfläche nicht selten sehr gut damit leben, was Folge der bestehenden Marktpreise ist. Ebenso spielen Weingüter mit wenig Fläche in der qualitativen Spitze mit.

Boden Clos de VougeotWie in jeder Lage gibt es im Clos de Vougeot ein Qualitätsgefälle. Die oberen Lagen gelten als besser als die in der Nähe der Route Nationale. Bei einer solch großen Lage ist der Boden nie ganz homogen. Auch die Winzer arbeiten unterschiedlich. Die Domaine Bouchard Pere et Fils (auch in der Kitchen-Verkostung vertreten, leider nur mit einem 2003er) verschneidet z.B. ganz bewusst Anteile aus einer höheren Lage mit einer tieferen, da hierdurch spannungsreichere und vielschichtigere Pinots entstehen sollen. Weitere Gründe für unterschiedliche Qualitäten der Weine sind unterschiedliches Alter der Rebstöcke. Zum Teil sind diese in der Lage steinalt.

Häufig gibt es im Burgund neben der Lagenbezeichnung noch zusätzliche Namen. Gerade bei einer solch großen Einzellage wie dem Clos de Vougeot lägen solche Zusatzbezeichnungen auf der Hand. Diese gab es auch zuhauf. Man hat dies jedoch aufgegeben. Der Einfachheit tut das durchaus gut.

Boden im Clos de Vougeot

Das Clos de Vougeot liegt im Bereich Cote d’Or inmitten der Cote de Nuits zwischen Beaune und Dijon. Wie sein Name schon sagt ist die Weinlage von einer Mauer mit einigen Toren umgeben. Die Zisterzienser waren hier sehr aktiv. So wie man das Clos heute kennt, ist es im 12. bis 14. Jahrhundert entstanden.

Louis Jadot Clos de VougeotVor allem im oberen Bereich des Clos de Vougeot findet man skeletführende Braunerde. Die Durchsetzung mit Kalkstein ist für die hier reifenden Pinots von wesentlicher Bedeutung. Der Boden ist bei 250 Meter oft nur 45 cm tief. Hier kann man einen Mergelaustritt betrachten. Im tiefer gelegenen Bereich der Lage in der Nähe der Route Nationale ist die Bodenschicht ca. 90 cm tief.

Vire-Clesse: Klasse Chardonnay aus Burgund

Sonntag, 27. März 2016

vire-clesse burgundJetzt gibt es Vire-Clesse. Was ist denn das? Zurück aus dem Burgund fragen mich viele Leute, was denn das Schönste dort war. Und: Welche Weine sind empfehlenswert? Das Burgund ist eine Weinregion mit vielen weltbedeutenden und klingenden Namen. Das gilt für den Pinot Noir und auch den Chardonnay. Bei den Weißweinen kann man vor allem Chablis, Poully-Fuise, Rully und Givry im hiesigen Handel finden. Doch wirklich begeistert haben mich die Weißweine aus dem noch etwas unbekannteren Vire-Clesse.

Dass man die Appellation Vire-Clesse noch nicht so gut kennt, hat einen einfachen Grund. Sie wurde erst im Jahr 1999 gegründet, ist somit also – vor allem vor der langen Geschichte der Klassifizierungen im Burgund – noch relativ jung. Zuvor wurden die Weine aus den beiden Dörfern Vire und Clesse als Weißweine aus dem Macon vermarktet, auch wenn die Erfassung dieser Lage eine längere Geschichte hat. Es gehört also zum Maconnais, welches im südlichen Burgund liegt. Aus dieser Appellation werden ausschließlich trockene Weißweine aus der Rebsorte Chardonnay vermarktet. Zuweilen können sie gut reifen.

vire-clesse bicheron
Die Rebfläche von Vire-Clesse liegt auf einer Höhe von 200 und 440 Metern. Man hat sich bei der Abmessung der Appellation bewusst dazu entschieden keine tieferen Bereiche mit einzuschließen, da der Boden dort wechselt. Er ist von mit Fossilien durchsetztem Kalkstein geprägt. Sie liegt in Nachbarschaft der sehr berühmten Appellationen Pouilly-Fuisse und Saint-Veran. In Vire-Clesse gibt es ungefähr 120 einzelne Climate. Das sind in etwa Einzellagen. 42 Weingüter und 4 Genossenschaften erzeugen Weine in dieser Appellation.

Vire-Clesse ist 541 Hektar groß, wobei ungefähr die Hälfte jeweils auf die namensgebenden Gemeinden entfällt. Zwei kleine Bereiche liegen in den Nachbargemeinden Montbellet und Laize (26 und 4 Hektar). Im Jahrgang 2014 wurden 430 Hektar bewirtschaftet und insgesamt mehr als 3 Millionen Flaschen erzeugt, was nun in der Summe gar nicht so wenig ist. Diese Fläche unter Reben wuchs in den vergangenen Jahren, was Folge des Bedeutungsgewinns der hier produzierten Weine ist.

Vire-Clesse von der Domaine Robert Marin

Ich habe in Beaune auf Les Grands Jours de Bourgogne so einiges aus Vire-Clesse probiert. Drei Weine möchte ich hier aus dem Jahrgang 2014 empfehlen. Da ist zum einen der Vire-Clesse aus Alten Reben von der Domaine Robert Marin. Der Sitz des Weinguts ist in Clesse. Dieser Chardonnay strahlt Strohgelb aus dem Glas. Ich der Nase sind beschwingt florale Noten. Er wirkt fein-fruchtig und frisch. Dabei ist eine verspielte Frucht mit Exotik in Richtung einer reifen Kiwi. Die Säure ist bei diesem Weißwein sehr gut integriert. Der Nachhall ist harmonisch.

Vire-Clesse von der Domaine Morizet

Dann will ich hier noch den Vire-Clesse von der Domaine Morizet hervorheben. Dies ist ein eher kleineres Weingut mit Sitz in Vire und 9 Hektar Rebfläche. Die Inhaber Alain und Telle Morizet erzeugen 7 Weine. Da ist zwei weißer Macon-Villages (einer davon aus Alten Reben), drei Vire-Clesse (ein normaler, einer aus Alten Reben und einer aus Alten Reben mit Ausbau im Eichenfass) und ein Cremant de Bourgogne. Zudem gibt es noch einen Rotwein aus Pinot Noir, der als Macon vermarktet wird.

vire-clesse chardonnay
Der in Beaune verkostete Vire-Clesse aus dem Climat (Lage) Chanron ist ebenfalls aus dem aktuellen Jahrgang 2014. Glänzendes Strohgelb zeigt sich im Glas. Komplex mineralisch. Ein feiner Schmelz verbindet sich mit sanfter Finesse. Stilistisch wirkt er etwas breiter als der Chardonnay von der Domaine Robert Marin. Er bleibt sehr rund und ausgewogen stehen.

genevieve rousset domaine du bicheron
Geneviève Rousset von der Domaine du Bicheron

Vire-Clesse von der Domaine du Bicheron

Als dritten Wein aus der freien Verkostung in Beaune möchte ich den Vire-Clesse von der Domaine du Bicheron aus Peronne empfehlen. Dieses Familienweingut besteht seit 1889. Heute ist man Mitglied im unabhängigen Winzerverband (Vigneron Independant) und bewirtschaftet rund 50 Hektar. Davon liegt ein Hektar in Vire-Clesse. Dieser Chardonnay ist hell und sehr klar im Glas, hat einen animierenden feinen Duft mit sanfter exotischer Frucht im Hintergrund. Im aktuellen Jahrgang 2014 kann man auch den häufig typischen Minzton dieser Weine finden. Dieser Weißwein macht wirklich Spaß. Alle drei Weine aus Vire-Clesse bestechen auf ihre eigene Art. Schon allein für die Entdeckung dieser Appellation hat sich die Reise ins Burgund für mich gelohnt.

Vorbereitungen zu Les Grands Jours de Bourgogne

Sonntag, 20. März 2016

les grands jours de bourgogneKurz nach der ProWein steht nun eine kleine Reise ins Burgund an. Morgen beginnen Les Grands Jours de Bourgogne. Das ist das wichtigste Ereignis für diese Weinregion. Im Bereich der praktischen Vorbereitung dieser Reise habe ich mich einmal mit ein paar Rotweinen aus dieser Region beschäftigt. Sicherlich gibt es bei Les Grands Jours de Bourgogne auch Weißwein. Mit Chablis habe ich mich hier schon einmal intensiver beschäftigt. Andere großartige Weißweine gibt es sicherlich auch zu verkosten. Mein Fokus bei dieser kleinen Vorbereitung für das Burgund liegt aber auf dem Pinot Noir.

Keine Trockenübung vor Les Grands Jours de Bourgogne

Und dies wird keine Trockenübung. Ich habe mir im lokalen Handel drei Flaschen guten Rotwein aus dem Burgund besorgt. Das ist nicht wirklich einfach. Vielfach findet man nur Weine von sehr großen Erzeugern. Kleine Winzer – die es im Burgund zu Hauf gibt – findet man hingegen leider fast gar nicht. So habe ich einen Mercurey, einen Volnay und einen Santenay käuflich erstehen können.

Vignerons de Buxy Buissonnier Mercurey 2013

Der erste Pinot kommt aus dem Bereich Côte Chalonnaise des Burgundes. Die Rebfläche um die Gemeinde Mercurey umfasst ca. 100 Hektar in denen auch ca. 30 1er Crus liegen. Der Erzeuger Vignerons de Buxy ist recht groß. Von ihm gibt es auch eine Reihe von einfacheren Weinen. In der Genossenschaft Buxy sind ca. 280 Winzer zusammengeschlossen. Bei so ca. 12 Euro am Markt ist es ein eher kostengünstiger Pinot aus Mercurey.

buxy mercurey

Dieser Pinot bringt ein helles transparentes Rubinrot ins Glas. In der Nase sind bei dem Rotwein von den Vignerons de Buxy Hagebutte und rote Früchte und Himbeeren. Diese wirken saftig. Das ist finessenreich. In der zweiten Nase sind auch einige Brombeeren, die jedoch alles andere als vollreif oder marmeladig wirken. Der Gaumen ist bei diesem Mercurey frisch und trinkig. Die Säure wirkt bei diesem eher schlanken Burgunder gut eingebunden. Es handelt sich hier um einen eher leichten Wein. Der Jahrgang 2013 ist jetzt noch etwas sehr jung. Diesen Pinot kann man aber durchaus schon trinken.

Nuiton-Beaunoy Volnay 2011

Nuiton-Beaunoy ist eine Vereinigung von 115 Winzern die die insgesamt eine Fläche von 520 Hektar bewirtschaften. Es werden jedes Jahr mehr als 40 verschiedene Weine erzeugt. Dabei sind auch einige 1er Crus. Die Gemeinde Volnay in der Cote d‘Or hat mit ihren ca. 250 Einwohnern Weltruhm errungen. Der Star: Pinot Noir. Häufig sind es eher leichtere Weine die von dort kommen. Von den 242 Hektar in der Gemeinde Volnay sind etwas weniger als die Hälfte als 1er Crus mit 26 verschiedenen Bezeichnungen klassifiziert. Der folgende Wein stammt jedoch aus den etwas einfacheren Bereichen.

nuiton beaunoy volnay

Doch kommen wir zum flüssigen Volnay aus dem Jahr 2011. Der Rotwein wird – je nach Jahrgang 10 bis 14 Monate im Fass aus französischer Eiche ausgebaut. Er zeigt sich in einem dunkleren und transparenten Rubin im Glas. In der Nase sind bei diesem Pinot von Nuiton-Beaunoy rote Früchte mit sanftem Zimt. Nun, 2011 ist nicht mehr so richtig jung und so zeigen sich erste Reifenoten mit Mocca im Hintergrund. Der Gaumen dieses Volnay ist großartig weich und rund. Er bietet eine feine und harmonische Länge. Schöner Pinot!

Francoise & Denis Clair Santenay 1er Cru Clos des Mouches 2012

Zu diesem Erzeuger habe ich leider keine Informationen gefunden. Ich gehe davon aus, dass es sich um ein kleineres Weingut handelt. Der Name Francoise & Denis Clair legt dies jedenfalls nahe. Verkostet wird ein 1er Cru Clos des Mouches aus Santenay. Dieser bringt für einen Pinot ein dunkleres Rubinrot ins Glas. Der Rotwein ist komplex in der Nase mit dezenter roter Frucht. Eucalyptus, Minze und etwas Zimt in der zweiten Nase. Dieser Santenay von Francoise & Denis Clair braucht einige Zeit um seine fruchtige Aromatik zu entfalten. Dann kann man rote und schwarze Johannisbeeren riechen. Im Hintergrund stehen dann waldige Gerüche wie z.B. Steinpilze.

santeney 1er cru clos des mouches

Am Gaumen ist dieser Pinot fein und seidig. Er entwickelt erst nach einiger Zeit seine finessenhaft Fülle, die niemals versucht die Geschmacksnerven zu strapazieren. Daraus entsteht seine Größe in der Länge. Mein Urteil: Großartiger Pinot! Das 1er Cru Clos ds Mouches ist allerdings normalerweise nicht wirklich günstig. Viele Weine von dort gibt es so zu ca. 80 Euro. Für diesen hier habe ich gerade mal 30 bezahlt. Das ist er allemal wert.

Nach dieser kleinen Verkostungsreihe bin ich sehr froh mich in der Anordnung der Weine nicht vertan zu haben. Jetzt geht es für mich erst mal auf zu Les Grands Jours de Bourgogne. Da wird sich sehr viel um den neuen Jahrgang 2014 drehen. Ich bin schon sehr gespannt. Doch Pinot kann bekanntlich sehr gut reifen. Aus Santenay habe ich hier in der Vergangenheit schon mal ältere Pinots verkostet. So hier einen aus dem Jahrgang 1995 und einen weiteren aus 2000 und einen Volnay 1er Cru aus 1987. Der Santenay 1er Cru Clos des Mouches scheint mir auch noch einige Zeit gut dazustehen. Bis 2022 könnte es aus meiner Sicht noch reifen. Doch jetzt ist die Flasche leer. Und ich bin erst mal in Frankreich bei Les Grands Jours de Bourgogne. [link]

7. Concours Mondial du Sauvignon 2016

Donnerstag, 17. März 2016

Concours Mondial du Sauvignon BlancAuf der ProWein in Düsseldorf wurden die Preise für den internationalen Wettbewerb Concours Mondial du Sauvignon verliehen. Wie der Name schon sagt, dreht sich hierbei alles um den Sauvignon Blanc. Am 4. Und 5. März verkostete die 73-köpfige Jury aus 23 Ländern 901 Weine dieser Rebsorte. Diese wurden aus 24 Ländern eingereicht. Die Jury setzt sich aus Fachjournalisten (60%), Sommeliers und Händlern zusammen. Austragungsort war dieses Mal die D.O. Rueda. Der Wettbewerb wurde vor 7 Jahren in Bordeaux gegründet. Es gab Gewinner in fünf Kategorien.

Gewinner Concours Mondial du Sauvignon
Kategorie Spanien

    Mantel Blanco Sauvignon Blanc 2015, Bodegas Álvarez y Díez, D.O. Rueda

Gewinner Concours Mondial du Sauvignon
Kategorie Blend

    Chateau les Clauzots, Graves Blanc 2015 (70% Sauvignon Blanc), Bordeaux

Gewinner Concours Mondial du Sauvignon
Kategorie Unter 10 Euro

    Domaine de l‘ Herre, Sauvignon Blanc 2015, Gascogne

Gewinner Concours Mondial du Sauvignon
Kategorie Über 10 Euro

    Domaine Bouchie-Chatellier, Pouilly-Fume 2015, Loire

Gewinner Concours Mondial du Sauvignon
Kategorie Mit Holzeinsatz

    Weingut Muster Gamlitz, Sauvignon Blanc Grubtal 2013, Südsteiermark

Die D.O. Rueda räume beim 7. Concours Mondial du Sauvignon 2016 innerhalb von Spanien 11 der 12 Medaillen ab. Auch wenn dort der Verdejo bedeutender ist, unterstreicht dies die Rolle von Rueda als wichtiges Gebiet für den Sauvignon. Drei mal gab es Gold, 8 mal Silber. Hier die Gewinner:

Goldmedaillen für Rueda:

    Emina Sauvignon Blanc 2015, Bodegas Matarromera (Emina)
    Palacio de Bornos Sauvignon Blanc 2015, Bodega de Sarría (Palacio de Bornos)
    Mantel Blanco Sauvignon Blanc 2015, Bodegas Álvarez y Díez

Silbermedaillen für Rueda:

    Azumbre Sauvignon Blanc 2015, Bodegas Cuatro Rayas
    Eresma Sauvignon Blanc 2015, Bodega La Soterraña
    Finca la Colina Sauvignon Blanc 2015, Vinos Sanz
    José Pariente Sauvignon Blanc 2015, Bodegas José Pariente
    Martivilli Sauvignon Blanc 2015, Bodega Ángel Lorenzo Cachazo
    Melior Sauvignon Blanc 2015, Bodega Matarromera (Emina)
    Menade Sauvignon Blanc 2015, Bodegas Menade
    Visigodo Sauvignon Blanc 2014, Bodega Cuatro Rayas

Nach Deutschland geht lediglich eine Silbermedaille:

    Weingut Genheimer-Kiltz, Sauvignon Blanc trocken Felseneck 2015, Nahe

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

Fruchtige Hühnerbrust mit Mangokern auf Gewürzreis

Donnerstag, 25. Februar 2016

Fruchtige Hühnerbrust mit Mangokern auf GewürzreisBei mir gibt es jetzt eine Fruchtige Hühnerbrust mit Mangokern auf Gewürzreis und natürlich den passenden Wein dazu. Anlass ist die heutige Weinrallye mit dem mit dem Thema „Wein und Speisen“. Aufgerufen dazu hat der Blog Einfachwein. Und es gibt noch einen zweiten Anlass. Und zwar gab es auf dem Vinocamp vor zwei Jahren einen Stand der Elsässer Weine. Mit dabei waren Gewürz-Gimmicks, für Fachhändler zum Anhängen an die jeweiligen Weinflaschen. Darin waren Gewürzmischungen mit einem Rezept und die passende Weinempfehlung.

Gewürzreis
Eine gute Idee – wie ich finde – zumal ich das Elsass als eine Region kennen gelernt habe, in der Wein und Speisen einfach zusammengehören. Das Gewürz heißt passender Weine „Festival der Sinne“. Ich habe mir das Rezept mit dem Titel Fruchtige Hühnerbrust mit Mangokern auf Gewürzreis ausgesucht. Dazu wird ein Pinot Gris empfohlen. Natürlich aus dem Elsass. Besorgt habe ich mit den Wein von Schlumberger Les Princes Abbes. Es war der erste den ich hier in Münster im Handel gefunden habe. Der Jahrgang ist 2013, was bei Elsässer Weinen als aktuell zu bezeichnen ist. Man vermarktet in aller Ruhe, was ich sehr schätze.

Doch nun zum Herd. Es soll ja ums Essen gehen und nicht nur um den Wein. Das Rezept habe ich etwas geändert. Die Mengenangaben waren für mich etwas anders besser.

Fruchtige Hühnerbrust mit Mangokern auf Gewürzreis

Zutaten für vier Personen:

2 TL Gewürz Festival der Sinne (riecht nach Kurkuma, man kann sich da bestimmt etwas einfallen lassen)
4 Hühnerbrüste (ich habe Hähnchenbrüste genommen, was so ungefähr auf das Selbe herauskommt)
4 Stifte 1*1 cm von der Mango (da reicht ganz locker eine Frucht)
250 g Basmatireis
Salz
Butter
Kerbel (ich hab nur wegen der Optik Petersilie genommen, Kerbel passt bestimmt besser)

Die Zubereitung

Als erstes werden die Hühnerbrüste geklopft. Dann wird der Mangostifft in die leicht gesalzenen Hühnerbrüste eingerollt. Ich habe dafür ein Stück von einem Bratenschlauch genommen. Es soll wohl auch Frischhaltefolie gehen. Da bin ich mir nur nicht sicher wie hitzebeständig diese ist. Das kommt dann ich Alufolie. Die so entstandene Fruchtige Hühnerbrust mit Mangokern wird nun pochiert. Das heißt die Packen kommen für 15 Minuten in Salzwasser, welches die Zeit ca. 70 Grad haben soll. Als genauer Hobbykoch würde ich gerne ein Thermometer haben, aber eben nicht kochend heiß und wärmer als lauwarm.

wein und speisen
Wenden wir und nun dem Gewürzreis zu. Basmatireis braucht ca. 8 Minuten. Diesen habe ich mit ca. 600 ml sehr warmen Wasser übergossen. Aufgekocht und die 8 Minuten ohne Deckel weiter köcheln lassen. Wenn dann noch Wasser übrig ist, sollte man das abgießen. Dann etwas Butter in den Topf und die Gewürzmischung. Fertig ist der Gewürzreis.

Fruchtige Hühnerbrust mit Mangokern auf Gewürzreis und Wein

Nun wird die Fruchtige Hühnerbrust mit Mangokern ausgepackt und in einer Pfanne von allen Seiten angebraten. Durch das pochieren sind es in sich feste Rollen geworden. Nach dem Braten kann man diese leicht in Scheiben schneiden und auf dem Reis drapieren. Und fertig ist die Fruchtige Hühnerbrust mit Mangokern auf Gewürzreis.

Fruchtige Hühnerbrust mit Mangokern auf Gewürzreis mit passendem Wein

Dazu wird dann der Wein gereicht. Der an sich schon ziemlich stoffige Pinot Gris schmeckt hier dann recht frisch. Dabei ist das Gericht gar nicht so deftig. Aber es passt sehr gut und ist schmackhaft. Das entschädigt für die Mühen beim Kochen und gelichzeitigem fotografieren. Getrennt macht ja beides Spaß. Eine Frage stellt sich mir nur an die ganzen GenussBlogger. Wie schafft ihr es nur, dass das Essen nach der Fotosession noch warm ist?

Schlumberger Pinot Gris Mangokern
Ein kleiner Nachtrag: Beim Wegräumen der Flasche fiel mir noch die Kennzeichnung des Restzuckers auf. Der Pinot Gris von Schlumberger ist ja an der Grenze zwischen trocken und halbtrocken. Etwas mehr Restsüße wäre bei dem Essen sicherlich durchaus für den Genuss noch förderlich gewesen. Diese Kennzeichnung findet man übrigens häufig im Elsass. Ich finde das Klasse. Zum einen sagt dies mehr aus als einfach nur “trocken” oder “halbtrocken”. Zum zweiten stehen da nicht nur Analysewerte.

Weinrallye #93: Die Glühweinrallye

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Die Rallye ist aus. Zumindest für diese Runde mit dem Motto Glühweinrallye. Leider konnten sich nicht so recht viele Blogger erwärmen dieses Mal dabei zu sein. Es zeichnete sich ja schon im Vorfeld ab, dass viele der vor allem langjährigen Weinblogger im Dezember nicht viel Zeit haben. Die Werbetrommel hab ich nicht wirkliche rühren können, da ich im Weihnachtsmonat etwas in andere Projekte eingespannt bin. Und Glühwein ist ja eigentlich bei Weinfans auch etwas unterschätzt. Trotzdem nun die Zusammenfassung der lesenswerten Beiträge unserer Glühweinrallye.

Folgende Weinblogs haben an der Glühweinrallye teilgenommen

Bei dem Blog “Süße Weine” gab es einen sehr leckeren Weißen Gühwein.

Bei 180 Grad gab es eine Feuerzangenbowle und es wurde auch recht guter Wein getrunken.

Der Sammlerfreak machte eine Tour über den Weihnachtsmarkt in Zürich. Unsere schweizer Nachbarn haben so etwas glücklicher Weise. Die Niederländer leider nicht.

Bei Baccantus gab es einen weißen Glühwein.

Und bushcocks kitchen machte einen weißen Weihnachtspunsch.

Als letzten Beitrag möchte ich meinen eigenen auch noch nennen. Es geht natürlich um Glühwein.

Ich danke allen Teilnehmern. Die Rezepte werde ich mir für das kommende Jahr vormerken. Und im Januar gibt es ja wieder eine neue Rallye diesmal veranstaltet von 180 Grad. Die habe ich mir auch schon mal vorgemerkt.