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Casillero del Diablo Chardonnay

Montag, 14. Dezember 2015

Casillero del Diablo Chardonnay Zum dritten Mal gibt es in diesem Blog einen Wein von Casillero del Diablo. Diesmal geht es um den weißen Wein aus der Rebsorte Chardonnay. Dazu mussten wir uns in die Niederungen des Supermarkts begeben. Aber selten findet man hier auch etwas Erfreuliches. In der Vergangenheit haben wir uns nur den roten Weinen von Cassillero del Diablo angenommen. Das ist sicherlich dem Umstand geschuldet, dass auf dem deutschen Markt Chile eher weniger für Weißwein steht. Die gibt es aus Deutschland selbst mannigfaltig. Auch wenn der Vertriebskanal Supermarkt hierfür durchaus schwierig ist. Denn Qualität in Masse ist bei den hiesigen Erzeugerstrukturen nicht leicht zu bekommen. Ein Unterschied bei diesem Wein zu den Rotweinen von Casillero del Diablo ist die Herkunft der Trauben. Diese wachsen in Casablanca in der Nähe des Ozeans.

Chardonnay Casillero del Diablo

Casillero del Diablo Chardonnay verkostet

Dieser Weißwein zeigt sich strohgelb im Glas. In der Nase sind beim Casillero del Diablo Chardonnay frische fruchtige Aromen. Den Holzeinsatz riecht man dezent. Da ist Grapefruit mit zurückhaltender Ananas. Die zweite Nase bringt Minze und etwas Salbeitee. Der Gaumen ist für den Kurs erstaunlich spannungreich zwischen einer aninmierenden Frische, einer balancierten Frucht und einem dezent gehaltenen, aber merkbaren Holzeinsatz. Hier paart sich moderne Kellertechnik mit einen reichen Diaspora von Chile. Also doppelte Qualität. Nicht nur Pumpen nach Sollwerten, sondern auch eine für gute Weine notwendige Basis von beim Lesegut. Gerade der gekonnte und recht vorsichtige Umgang mit dem Holz zeugt vom Können bei Casillero del Diablo. Fazit: Nicht unbedingt teuflisch gut, aber ein ansehnlicher Chardonnay, der sein Geld mehr als wert ist.

Los Vascos Cabernet Sauvignon 2012

Sonntag, 19. April 2015

Los Vascos Cabernet Sauvignon 2012 Nach acht Jahren ist es durchaus Zeit einen Wein mal wieder zu probieren. Dazu noch einen so bekannten und weit distribuierten wie den Los Vascos Cabernet Sauvignon. 2007 hatte ich den Jahrgang 2004 im Glas und nun den Rotwein aus 2012. Zwei Unterschiede sind augenfällig. Statt 13,5% hat der Los Vascos nun 14% Alkohol (gilt auch für den Jahrgang 2013). Und statt des Naturkorken wird nun bei diesem Cabernet Sauvignon ein Kunststoff verwendet. Aber das ist Oberflächlichkeit. Aus meiner Sicht hart sich der Stil des Los Vascos enorm geändert. Aber auch dieser Weinblog hat sich etwas geändert, was auffällt, wenn man diesen Betrag mit dem vor 8 Jahren vergleicht. Doch zurück zum Wein.

Lange Geschichte in Chile

Das Weingut steht in der Tradition des Weinbaus in der Region Valle de Colchagua in Chile. Dieser findet dort seit den 1750er Jahren von baskischen Einwanderern statt. Vor allem im 19. Jahrhundert wurde der Anbau von Wein nach dem Vorbild von Bordeaux ausgerichtet. Im Jahre 1988 übernahen die Domaines Baron de Rothschild Los Vascos. Begleitet wurde dies von einem umfangreichen Modernisierungs- und Investitionsprogramm. Seit der Übernahme von Rothschild ist die bestockte Rebfläche von 220 Hektar auf 640 Hektar angewachsen. Noch immer ist mit 85% der Cabernet Sauvignon die mit großem Abstand wichtigste Taube bei Los Vascos. Es kamen jedoch noch weitere Rebsorten hinzu. Bekannt ist vor allem auch auf dem deutschen Markt der Chardonnay (5%). Aber auch die inzwischen zum chilenischen Dauertrend mutierte Rebsorte Carmenere wird angebaut (5%). Zudem gibt es kleinere Anteile von Syrah, Malbec und Sauvignon Blanc, der jedoch aus einer kühleren Region an der Pazifikküste stammt.

Los Vascos Cabernet Sauvignon verkostet

Der Los Vascos Cabernet Sauvignon ist in einer dichten dunkelrubin Farbe im Glas. Er ist nicht zu Tode filtriert, was mir bei Rotweinen eigentlich immer ganz gut gefällt. In der Nase sind recht intensive Schwarze Johannisbeeren. Neben diesen kann man bei dem Los Vascos Brombeeren in der zweiten Nase reichen. Bei Lufteinfluss wird dieser Cabernet Sauvignon wesentlich duftiger mit etwas Himbeerliköraromatik. Neben der Fruchtsüße, die direkt nach Flaschenöffnung noch nicht wahrnehmbar war, steigen die 14% durchaus in die Nase. Im Hintergrund deuten sich beim Los Vascos etwas Zedernholz und Kaffeearomen an. Am Gaumen ist der Cabernet schön frisch und wirkt überhaupt nicht fett oder überladen, sondern geschmeidig. Die Länge ist ganz gut so und sehr balanciert. Er macht auch nicht so schnell satt. Der Los Vascos Cabernet Sauvignon ist soweitaus meiner Sicht recht gut. Insgesamt ist dieser Wein jedoch nichts Großartiges. Ich hatte ihn als recht sauberen aber langweiligen Rebsortenwein aus Chile in Erinnerung. Die jetzige Komplexität des Cabernet Sauvignon von Los Vascos überrascht mich aber sehr positiv. Bei knapp 10 Euro ist das gut ausgegebenes Geld.

In drei Teufels Namen: Die Rotweine von Casillero del Diablo

Montag, 2. April 2012

Rotweine von Casillero del DiabloWer weinverkostungen.de kennt, hat schon häufiger gelesen, dass hier immer wieder mal ältere Fäden neu aufgenommen und weiterentwickelt werden. So haben wir vor 5 Jahren den Carmenere von Casillero del Diablo verkostet. Nun stehen die Rotweine des aktuellen Jahrgangs 2010 dieses Erzeugers aus Chile zur Verkostung an. Es gibt zwar auch noch einen Chardonnay. Der passt jedoch gerade nicht in die Jahreszeit.

In drei Teufels Namen: Die Rotweine von Casillero del Diablo
Wesentlich zur Markenbildung von Casillero del Diablo hat der Teufel auf dem Etikett beigetragen. Dies geht auf den Beginn dieses Erzeugers zurück. Der Firmengründer Don Melchor solle die besten Weine für sich selbst zurückgestellt haben. Um diese gegen Diebstahl zu sichern, hat er das Gerücht verbreitet, dass im Keller der Teufel sein Unwesen treiben würde. Damit war der Name Casillero del Diablo gefunden.

In drei Teufels Namen: Die Rotweine von Casillero del Diablo
Chile ist das Land der Rebsorten-Weine. Und so umfasst die Range von Casillero del Diablo drei dort bekannte Sorten die reinrebsortig vertrieben werden. Alle drei haben eine längere Tradition in Bordeaux und sind Bestandteil des historischen Blends. Im Unterschied zum Merlot und dem Cabernet Sauvignon ist Carmenere im Zuge der Reblausplage aus Bordeaux weitgehend verschwunden. In Chile – das durch die Reblaus verschont blieb – ist der größte Bestand an Carmenere zu finden. Allen der Erzeuger des Casillero del Diablo Concha y Toro baut diese Rebsorte auf über 100 Hektar an.

In drei Teufels Namen: Die Rotweine von Casillero del Diablo
Die drei Teufel

Carmenere
Doch kommen wir zur Verkostung dieser drei Rotweine. Der Carmenere von Casillero del Diablo zeigt sich dunkel dicht im Glas mit violettem Rand. In der Nase sind duftige Beeren und Tabak. Mit etwas Luft kann man gut Brombeeren riechen. Zugleich ist bei diesem Carmenere aber auch etwas Frisches in der Nase, was etwas an rote Stachelbeeren oder rote Johannisbeeren erinnert. Der Gaumen ist extrem weich und zugleich stoffig. Das hält angenehm mit Schokolade und Röstaromen an. Hier hat Casillero del Diablo einen sehr typischen Carmenere in die Flasche gebarcht.

Casillero del Diablo Carmenere 2010

13,5%
EAN 7804320087016

Merlot
Dieser Merlot ist rubinrot mit violettem Einschlag im Glas. Fruchtig in der Nase mit Schwarzen Johannisbeeren und Pflaumen. Dezente Kräuter in Richtung Lavendel in der zweiten Nase mit frischer Frucht. Der Merlot ist leicht am Gaumen. In der fruchtigen Länge entwickelt dieser Rotwein von Casillero del Diablo eine schöne Intensität mit stehen bleibenden Kakao. Dieser Rotwein erzeugt unbeschwerten und leicht gefälligen Trinkspass für den die Rebsorte Merlot steht. Zugleich ist es kein Referenzwein für Merlot. Schmackhaft und nicht zu aufdringlich.

Casillero del Diablo Merlot 2010

13,5%
EAN 7804320985633

In drei Teufels Namen: Die Rotweine von Casillero del Diablo
Die drei Rotweine

Cabernet Sauvignon
Als dritten Wein von Casillero del Diablo probieren wie den Cabernet Sauvignon. Er zeigt ein dichtes Rubinrot im Glas. Kaffee, Tabak und Leder sind in der Nase. In der zweiten Nase ist bei diesem Cabernet Sauvignon eine dunkle reife Kirsche. Mit Luftzufuhr kommt etwas Zedernholz hinzu. Kurze Kraft am Gaumen. Wird dann schnell etwas dünner. Jedoch kann man den Geschmack mit dunkler Schokolade ganz sanft lange wahrnehmen. Gerade im Vergleich mit dem Merlot und dem Carmenere könnte der Cabernet Sauvignon etwas länger im Nachhall sein.

Casillero del Diablo Cabernet Sauvignon 2010

13,5%
EAN 7804320303178

In drei Teufels Namen: Die Rotweine von Casillero del Diablo

Der Erfolg von Wein aus Chile – wie dieser drei von Casillero del Diablo – auf dem deutschen Markt hängt ganz wesentlich mit deren zuverlässiger Qualität zusammen. Die drei Rotweine aus den Rebsorten Carmenere, Merlot und Cabernet Sauvignon bieten einen erwartbar hohen Trinkspaß zu erschwinglichen Preisen. Zudem sind Marken wie Casillero del Diablo gut verfügbar. In vielen Supermärkten haben sie sich über die Jahre hinweg einen festen Platz im Regal erarbeitet. Und so fällt unser Urteil positiv aus: Zwar nicht teuflisch gut, aber auch nicht höllisch schlecht.

Miguel Torres Santa Digna Cabernet Sauvignon Reserve

Mittwoch, 8. Februar 2012

Miguel Torres Santa Digna Cabernet Sauvignon Reserve Wir probieren jetzt den Santa Digna Cabernet Sauvignon Reserve. Seinen Erzeuger Torres kennt man vor allem als Weingut mit Tradition aus Spanien. Dort baute die Familie schon in 17. Jahrhundert Wein an und expandierte in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Doch 1979 ging Miguel Torres nach Chile, kaufte dort ein kleines Weingut und baute um und modernisierte. Seit Anfang 2010 hat sein gleichnamiger Sohn die Geschäfte übernommen und führt sie im Sinne seines Vaters weiter (wir berichteten). Das Weingut Miguel Torres erzeugt vor allem Rotweine aus Cabernet Sauvignon aber auch dem für Chile typisch gewordenem Carmenere und Merlot. Als Weißweine gibt es hauptsächlich Chardonnay und Sauvignon Blanc. Der Santa Digna Cabernet Sauvignon Reserve ist 7 Monate ich amerikanischem Holz ausgebaut worden.

Santa Digna Cabernet Sauvignon Reserve von Miguel Torres verkostet

Dunkel und dicht Lila ist der Santa Digna Cabernet Sauvignon im Glas. In der Nase machen sich reife und saftige Brombeeren bemerkbar. Leider ist beim Santa Digna der Alkoholgrad von 14% auch etwas zu riechen. In der zweiten Nase sind bei diesem Rotwein von Miguel Torres Cassis und dunkle Kirschen wahrzunehmen. Der Gaumen ist bei einem mittleren Körper weich und rund mit etwas dunkler Schokolade und reifer Fruchtigkeit geprägt. Die Säure ist gar nicht so präsent, aber genug um diesen Cabernet Sauvignon nicht langweilig erscheinen zu lassen. Bei rund 7 Euro im Handel macht dieser Rotwein durchaus Spaß.

Miguel Torres Santa Digna Cabernet Sauvignon Reserve 2009
Chile – Valle Central
Erzeuger: S.V Miguel Torres S.A.
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14 %
Jahrgang: 2009
Einkaufspreis: 7,00 €
Verschluss: Schrauber
Quelle: Fachhandel
EAN 8410113005267

Montes: Pinot Noir aus Chile

Donnerstag, 23. September 2010

Montes: Pinot Noir aus ChileEs gibt immer wieder seltene und seltsame Dinge: Pinot Noir aus Chile. Dabei sind dort mehr als 1.300 Hektar mit dieser Rebsorte bestockt. Eigentlich kennt man Pinot Noir aus dem Burgund oder als Spätburgunder aus Deutschland, besonders aus Baden, von der Ahr und aus einigen hervorragenden Lagen im Rheingau. Doch die angebaute Menge in Chile entspricht ungefähr dem vierfachen der Ahr (neuere Zahlen sprechen sogar schon von 2.300 Hektar, was ca. der Hälfte dieser Rebsorte in Baden entspricht). So musste ich einen dieser Pinot Noir mal probieren.

Der Pinot Noir von Montes zeigt sich in einem transparenten Rubinrot im Glas. In der Nase sind Rauch, Kuhmist und eingelegte rote Früchte. Die zweite Nase dieses Pinot Noir aus Chile ist von etwas durchstechendem Alkohol geprägt, was bei 14 % auch nicht sehr erstaunlich ist. Am Gaumen ist bei diesem 2008er Rotwein von Montes nicht so viel Säure zu spüren. Auch hier nervt die Rauchnote. Die hält auch ganz schön lang an. Erstaunlich ist, dass der deutsche Vertrieb bei diesem Pinot Noir aus Chile einen Zusammenhang mit dem Burgund herstellt.

Wenn der Pinot Noir aus Chile so schmeckt, dann braucht man das auf dem deutschen Markt eigentlich nicht wirklich. Es gibt für 9 Euro einige mit Freude trinkbare Weine aus dem Burgund. Und beim deutschen Spätburgunder findet man für diesen Preis auch das ein oder andere gute Tröpfchen. Da toastet man die Fässer zum Glück nicht so, dass die Feinheit der Rebsorte Pinot Noir keine Chance mehr hat.

Montes Pinot Noir 2008
Chile – Valle de Curico
Erzeuger: Montes S.A.
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14 %
Jahrgang: 2008
Einkaufspreis: 9,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Supermarkt

Carmen Cabernet Sauvignon Reserva 2006

Montag, 21. Juni 2010

Da es diese Tage etwas kühler wurde, kann man schon wieder die kräftigen Rotweine hervorholen. Aus dem Maipo Vally in Chile kommen seit einiger Zeit auch einige hochwertige Weine. Dort ist es üblich reinrebsortig zu vermarkten; auch wenn die Vorschriften bezüglich der Beimengung anderer Rebsorten relativ freizügig sind. Ebenso sollte man den Begriff Reserva nicht so eng sehen wie auf einer Flasche aus dem spanischen Rioja.

Was bringt nun der Carmen Cabernet Sauvignon Reserva? Er zeigt eine dunkle jedoch frische weil mit klaren Reflexen ausgestattete Rubinfarbe im Glas. In der Nase dieses Cabernet Sauvignon aus dem Maipo Vally sind süße und vollreife Schwarze Johannisbeeren. Daneben schafft bei dem Carmen Reserva dezente grüne Paprika eine frisiche Spannung. Am Gaumen zeigt der Wein eine enorm weiche Textur.

Der Mund ist liebevoll, aber nicht kitschig durchspült. In Nachhall kommen Brombeeren zu tragen, die auch leicht süßlich wirken. Wenn der Cabernet Sauvignon Reserva von Carmen etwas Luft bekommt treten noch Caramel und Schokolade in das Geschmackserlebnis hinzu. Der Carmen Cabernet Sauvignon Reserva 2006 ist ein klasse Wein, der schon fast zu perfekt ist und für 12 Euro einem Geschenk gleich kommt.

Carmen Cabernet Sauvignon Reserva 2006
Chile – Maipo Valley
Erzeuger: Carmen
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 12,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel