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Dr. Bürklin-Wolf PC Wachenheimer Goldbächel Riesling trocken

Donnerstag, 8. Juli 2010

Dr. Bürklin-Wolf PC Wachenheimer Goldbächel Riesling trockenEs gibt jetzt einen Riesling aus dem Wachenheimer Goldbächel. Das Weingut Dr. Bürklin-Wolf gilt neben von Buhl und Bassermann-Jordan als eines der drei großen Bs aus der Pfalz. Alle drei Weingüter verbindet eine lange Geschichte. Bei Bürklin-Wolf reicht diese bis 1597 zurück. 100 Jahre zuvor entstand der Lagenname Goldbächel, in dem sie als “nördlich des goldenen Baches” bezeichnet wurde. Im aktuellen Weinatlas Deutschland ist diese Lage lapidar als “Weitere Rebfläche” bezeichnet.

Das Weingut Bürklin-Wolf hat hingegen seine eigene Klassifizierung. Und so entstehen auf 1,6 ha – von den 4,3 ha die die Lage Wachenheimer Goldbächel insgesamt bemisst – der so genannte P.C. Das ist nach dem Vorbild aus dem Burgund ein Premier Cru. Die Riesling-Reben für diesen Wein wurden 1991 gepflanzt, waren also im Jahrgang 2007 16 Jahre alt. Eine selektive Handlese gehört zu solch einem Wein sicherlich dazu. Im Jahr 2007 wiesen die Rieslingbeeren aus dem Wachenheimer Goldbächel, aus denen dieser Wein gemacht wurde 96 Grad Oechsle auf.

Dr. Bürklin-Wolf PC Wachenheimer Goldbächel Riesling trockenStrohgelb mit grünen Reflexen ist dieser Riesling im Glas. Das Wachenheimer Goldbächel zeigt eine duftige Nase mit Mirabellen, Melone etwas Kräutern. Am Gaumen ist es rund mit etwas nussigen Tönen. Dann beginnt bei diesem Riesling vom Weingut Dr. Bürklin-Wolf ein langsam aufbauender und kräftiger werdender Nachhall mit etwas Frucht neben cremig bis holzig und vanilligen Tönen. Das Weingut selbst schreibt in einer Expertise etwas über Kamillenblüten. Im Nachchall habe ich dies eher als einen abgekühlten Kamillentee empfunden.

Dr. Bürklin-Wolf PC Wachenheimer Goldbächel Riesling trocken verkostet

Dieses Wacheheimer Goldbächel scheint mir noch etwas verschlossen zu sein. Wenn er eine Menge Luft bekommt entwickelt es sich sicherlich noch etwas positiver. Aber ehrlich gesagt muss man ein Fan von solchen Rieslingen sein, um mit ihm Spass zu haben. Dieses Wacheheimer Goldbächel ist doch sehr traditionell in seiner geschmacklichen Präsentation. Er erinnert mich auch etwas an diesen gar nicht so weit entferten Belz von einem anderen Weinerzeuger mit einem Wolf im Namen.

Dr. Bürklin-Wolf PC Wachenheimer Goldbächel Riesling trocken
Pfalz
Erzeuger: Weingut Dr. Bürklin-Wolf
A.P.Nr: 5 142 043 55 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12 %
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 18,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Rotkäppchen Dornfelder Rose halbtrocken

Montag, 22. Juni 2009

Rotkäppchen Wein Dornfelder RoseJetzt gibt es einen Wein von Rotkäppchen. Liebe Weinfreunde, ihr habt richtig gelesen, es ist wieder einmal Zeit für einen eher einfacheren Wein. Hier in Münster sehe ich ständig junge Menschen solche Weine wie den Rotkäppchen Dornfelder Rose Halbtrocken vergnügt aus den Supermarkt schleppen. Den Riesling habe ich schon probiert, möchte dazu lieber nichts öffentlich zu schreiben (genauso wie ich lieber mit Wasser oder Saft anstoße als mit dem Sekt mit der farbigen Kappe). Riesling ist nun mal eine anspruchsvolle Rebsorte. Das sieht mit dem Dornfelder anders aus und Roseweine sind häufig in erschwinglichen Preisregionen genießbar.

Rotkäppchen Dornfelder Rose halbtrocken verkostet

Also Flasche auf! Der Rotkäppchen Dornfelder Rose hat eine kräftige rötlich schimmernde Farbe (ohne Gelb- oder Brauntönungen). In der Nase hinterlässt er einen leicht fruchtigen Geruch. Dieser Rose schmeckt nach Erdbeeren und Preiselbeeren. Diese sind aber keineswege kompottig, sondern kommen sehr frisch daher. Den höheren Restzucker (halbtrocken) finde ich gar nicht störend oder zu süß. Das ist eher angenehm und unterstreicht die Frucht. Bei vier Euro heißt es also an der Supermarktkasse: Daumen hoch für den Dornfelder Rose. Allerdings nur, wenn man keinen besonders anspruchsvollen Geschmack hat. Es gibt sicherlich einige Roses, die wesentlich besser schmecken und vielschichtiger sind, aber zumeist auch ein klein wenig teurer sind.

Rotkäppchen Dornfelder Rose halbtrocken
Pfalz
Erzeuger: Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien
A.P.Nr: 5 914006 005 09
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12 %
Jahrgang: 2008
Einkaufspreis: 4,00 €
Verschluss: Silikon
Quelle: Supermarkt

J.L. Wolf Wachenheimer Belz vs. Deidesheimer Herrgottsacker Spätlese trocken

Sonntag, 8. Februar 2009

Mal wieder lasse ich zwei Rieslinge gegeneinander antreten. Sie stammen beide vom Weingut J.L. Wolf in der Pfalz. Beide sind aus dem Jahr 2005 und trockene Spätlesen. Das Weingut J.L. Wolf wurde 1996 von Ernst Loosen vom Weingut Dr. Loosen an der Mosel übernommen. Bedeutend ist die Villa Wolf. Diese Landvilla im italienischem Stil wurde 1843 gebaut. Das Weingut J.L. Wolf bewirtschaftet einige der presigeträchtigsten Lagen in der Pfalz. Die Lage Wachenheimer Belz (geprägt von Kalkstein) ist recht klein und nicht sehr berühmt. Der Deidesheimer Herrgottsacker (vorwiegend lehmiger Sand) hingegen ist mit 110 ha realtiv groß und gilt als gute Lage.

In der Farbe sind keinerlei Unterschiede festzustellen. Beide sind leicht fruchtig. Bei der Riesling aus der Lage Wachenheimer Blez sind schon in der Nase frinige Alterungstöne festzustellen. Der Deidesheimer Herrgottsacker strahlt hingegen jugendlich. Die bei beiden Rieslingen spannungsreiche Säure ist bei dieser trockenen Spätlese von J.L. Wolf etwas kräftiger. Beim Wachenheimer Belz ist der Nachhall leicht rauchig und erinnert etwas an malziges Brot. Der Nachhall beim Deidesheimer Herrgottsacker ist hingegen etwas kurz und blitzt darin holzig auf. Den Wettkampf gewinnt dieser Riesling jedoch aus meiner Sicht. Ich erstand beide jeweils zum angebotsgünstigen Preis von 7 Euro. Dafür sind beide trockene Spätlesen echte Schnäppchen.

J.L. Wolf Wachenheimer Belz und Deidesheimer Herrgottsacker Spätlese trocken
Pfalz
Erzeuger: Weingut J.L. Wolf
A.P.Nr: 5 142 202 15 06 (Belz) 13 06 (Herrgottsacker)
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5 %
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: jeweils 7,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Markus Schneider Ursprung Rotwein Cuvee 2007

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Markus Schneider Ursprung Rotwein Cuvee 2007Markus Schneider ist einer der erfolgreichsten deutschen Winzer. Seine Eltern bauten noch lediglich Trauben an und verkauften sie dann. Aus diesem Anbau erschuf Markus Schneider für deutsche Verhältnisse ein kleines Weinimperium. Ein Aspekt bei diesem Erfolg ist eine aufgeräumte Produktliste, klares Marketing und ausdrucksstarke Titel mit Wiedererkennungskraft. Der Rotwein, der jetzt zur Verkostung steht, heißt Ursprung. Dies spielt auf die Herkunft der Trauben der Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot und etwas Portugieser an, die in diesem Wein verwendet werden. Sie stammen aus den Lagen des Dürkheimer Feuerbergs. Dort befindet sich der Ursprung des Rotweinanbaus in der Pfalz.

Der Wein ist extrem dicht und dunkel im Glas. In der Nase sind dunkle Beeren. Im Mund ist der Ursprung von Markus Schneider kräftig und harmonisch. Dabei zeigen sich Pflaumen und Kakao. Der Nachhall ist lang. Irgendwie erinnert mich dieser Wein etwas an einige Rotweine aus Australien, die in der selben Preisklasse und etwas höher auf dem Markt sind. Das kann man widersprüchlich bewerten. Zum einen gelingt es mit weniger oder den selben Kosten Weine in Deutschland zu erzeugen, wie in Übersee. Gleichzeitig ist die Eigenständigkeit eines deutschen Rotweins im Ursprung von Markus Schneider verloren gegangen. Aber was nutzen den so viele deutsche Weine, die tatsächlich zu ihrem Ursprung stehen, wenn sie sich am Markt nicht beweisen können.

Markus Schneider Ursprung Rotwein Cuvee

Pfalz
Erzeuger: Markus Schneider
A.P.Nr: 5 110 158 27 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14 %
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 8,00 €
Verschluss: Schrauber
Quelle: Fachhandel

Dr. Bürklin-Wolf Spätburgunder >S< 2000

Sonntag, 19. Oktober 2008

In der Vergangenheit habe ich häufig Weine verkostet, die noch weit im Handel verbreitet sind. Ich halte eigentlich wenig davon hier Weine vorzustellen, die man nicht nachkaufen kann oder die einfach nur einer elitären Oberschicht vorbehalten sind. Wein soll Kommunikation ermöglichen. Gleichzeitig habe ich natürlich auch eine gewisse Verkostungserfahrung von etwas außergewöhnlicheren Sachen. Dazu zählt auch dieser Spätburgunder S aus dem Jahr 2000 vom Weingut Dr. Bürklin-Wolf. Die Einschätzungen über den Zustand dieses Weins vor einer Verkostung könnten widersprüchlich sein. Ich würde sogar behaupten, dass eine treffsichere Aussage über die Lagerfähigkeit dieses Wein nicht sehr verbreitet ist. Ich hatte jedenfalls auch etwas Befürchtungen vor dem Kauf.

Aber der Weinberater meines Vertrauens konnte mich beruhigen. Auch wenn ich mit einer fast vollen fehlerhaften Flasche zurück käme, wäre mir eine Erstattung gewiss. Das will ich aber eindeutig nicht. Der Preis war ohnehin verlockend: 13 Euro. Es gibt Händler, die andere und jüngere Jahrgänge dieses Weins für fast das Doppelte verkaufen (wollen). Es handelt sich schließlich um einen Spätburgunder der S-Klasse. Das S steht für Selektion. Diese Kategorie ist zwar nicht gesetzlich oder verbandlich geschützt oder festgeschrieben. Man kann jedoch bei namenhaften Betrieben – wie Dr. Bürklin-Wolf – davon ausgehen, dass es sich um eine Wein aus dem besten Lesegut aus Handlese mit schonender und sehr aufmerksamer Bearbeitung und Ausbau handelt.

Doch zur Verkostung: Schon das Öffnen des Weins ist ein Erlebnis. Nach dem Entfernen der Kapsel hatte ich etwas Angst. Da waren von oben am Rand des Korkens Spuren von Flüssigkeit erkennbar. Nach dem entkorken zeigt sich jedoch, dass der Korken erst mit weniger als einem Millimeter aufgebraucht ist. Nachdem er trocken ist, glitzert er leicht. Dies verweist auf etwas Weinstein. Im Glas ist der Spätburgunder von Dr. Bürklin-Wolf hell wie ein Portugieser Weissherbst. Jedoch ist die Farbe weder Orange, noch Rot, sondern Braun. In der Nase und am Gaumen zeigt sich ganz harmonisch feuchter Tabak. So stelle ich mir Kautabak vor. Leder und dunkle Schokolade sind auch zu schmecken. Es sind im Hintergrund schöne und harmonische Reifetöne zu wahrzunehmen. Ein genialer Spätburgunder. Was bringt dieser Wein nur für eine Länge in den Mund.

Was lernt man aus diesem Wein? Es gab schon vor Jahren wirklich geniale deutsche Rotweine. Die ganzen Geschichten von “Deutschland jetzt auch Rotwein-Land” sind also ziemlicher Unsinn. Zudem gibt es deutsche Rotweine mit erheblichem Lager- und Reifepotenzial. Dies ist mit acht Jahren auch nicht erschöpft. Zudem bewährt sich die klassische Rebsorte Spätburgunder. Dabei mag sich bestimmt so mancher Weintrinker (und vor allem diejenigen, die nicht als Weinkenner gelten) von der hell-braunen Farbe abstoßen lassen. Doch dies ist nur ein optischer Eindruck. Wieso sollen den hochwertige und geniale Rotwein dunkel sein. Eine solche Vorgabe aufzustellen oder so ein Vorurteil aufrecht zu halten, ist doch Unsinn. Der Händler hat noch drei weiter Flaschen von diesem Wein. Soll ich alle nehmen oder nur eine und diese in ca. 2 Jahren noch mal verkosten?

Dr. Bürklin-Wolf Estate Spätburgunder >S< Pfalz Erzeuger: Weingut Dr. Bürklin-Wolf A.P.Nr: 5 142 043 01 02 Inhalt: 0,75 Alkohol: 13,5% Jahrgang: 2000 Einkaufspreis: 13 € Verschluss: Naturkorken Quelle: Fachhandel

Theo Minges Liter Riesling 2007

Freitag, 5. September 2008

theo minges rieslingDas Weingut Theo Minges habe ich mal als ein Gradmesser für den neuen Jahrgang 2007 ausgewählt. Als eins der jüngsten VDP-Mitglieder müsste es ja zuverlässig Auskunft geben können über einen neuen Jahrgang. Jedenfalls kann dies das Weingut Theo Minges wesentlich besser als einige sehr langjährige Mitglieder des VDP, die sich in einigen Fällen auch mal Ausnahmekollektionen bei guten Jahrgängen leisten. Negative Ausnahmen gab es jedoch auch schon beim Weingut Theo Minges.

Der Theo Minges Liter-Riesling aus dem Jahr 2007 bringt eine eher helle Farbe im Glas. Es ist ein leichtes moussieren zu beobachten. In der Nase zeigt sich beim Liter Riesling 2007 vom Weingut Theo Minges eine einladende Frucht mit etwas Orange. Im Hintergrund sind reife Nuancen. Der Gaumen ist von einer spritzigen aber angenehmen Zitrone geprägt. Weiter hinten sind bei der Literware von Theo Minges etwas Limette und Orange zu schmecken. Dieser Riesling macht Druck am Gaumen. Es handelt sich um einen schönen und unkomplizierten Zechwein, der gut zu warmen Abenden passt. Die Länge ist für einen Liter – auch aufgrund der Säure – beispielhaft. Bei 5,50 kann man bei diesem Riesling von Theo Minges nicht meckern. In Übersee muss man mindestens einen zweistelligen Betrag für die Literware hinblättern. Aber die Preise in den USA sind ohnehin manchmal sehr seltsam. Da möchte ich ohnehin schon aufgrund der teuren deutschen Weine nicht wohnen.

Theo Minges Riesling trocken
Pfalz
Erzeuger: Weingut Theo Minges
A.P.Nr: 5 025 066 30 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 11,5%
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 5,00 €
Verschluss: Silikon
Quelle: Fachhandel