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Speicher-Schuth Riesling Kiedricher Sandgrub 2008 trocken

Montag, 15. November 2010

Speicher-Schuth Riesling Kiedricher Sandgrub 2008 trockenDie Weine des Weinguts Speicher-Schuth kommen optisch auffällig in einem hellen Türkis daher. Dies erinnert immer etwas an das nicht weit entfernte und deutlich bekanntere Weingut Robert Weil. Mit dem Sitz in Kiedrich hat Speicher-Schuth eine wohlklingende Heimat, bei der man an den Turmberg oder noch vielmehr an die noch etwas bedeutendere Erste Lage Gräfenberg denkt. Die Kiedricher Sandgrub, aus der der nun zur Verkostung stehende Riesling kommt, hat nicht ganz die Klasse dieser anderen beiden Lagen. Die recht große Sandgrub ist bei 124 Hektar nur mit 44 Hektar bestockt. Das Weingut Speicher-Schuth bewirtschaftet davon rund 4 Hektar. Die Lage Kiedricher Sandgrub besteht aus Lösslehmböden mit tiefgelegenen Tonschichten. Ihren Namen hat sie durch einen hohen Sandanteil erhalten, der für Bodendurchlässigkeit sorgt.

Doch zur dem trockenen Riesling aus der Kiedricher Sandgrub. Dieser Wein von Speicher-Schuth zeigt sich in einem dunkleren Strohgelb mit grünen Reflexen im Glas. In der Nase sind helle Früchte, reifer Apfel und eine frische Schlangengurke. In der zweiten Nase ist bei diesem Kiedricher Sandgrub vom Weingut Speicher-Schuth etwas Nougat wahrzunehmen. Der Gaumen ist frisch mit knackiger Säure und Kräutern. Das hält bis auf einen sehr trockenen Mundeindruck nicht lange an. Insgesamt ist dieser Riesling von Speicher-Schuth ganz gut gelungen. Für 5 Euro erhält man mit dem Kiedricher Sandgrub einen ordentlichen Riesling. Erfahrungsgemäß ist er aber nicht gut lagerfähig. Nach zwei Jahren sollte er ausgetrunken sein. Das sollte bei diesem Wein aber auch kein Problem darstellen.

Speicher-Schuth Riesling Kiedricher Sandgrub 2008 trocken
Rheingau
Erzeuger: Speicher-Schuth
A.P.Nr: 34 061 006 09
Inhalt: 0,75
Alkohol: 11,5 %
Jahrgang: 2008
Einkaufspreis: 5,00 €
Verschluss: Schraubverschluss
Quelle: Fachhandel

VDP Rheingau-Riesling Erstes Gewächs 2009

Montag, 13. September 2010

VDP Rheingau-Riesling Erstes Gewächs 2009Das Rheingau ist das klassische Riesling-Anbaugebiet. Nirgendwo sonnst wird diese edle Rebsorte in so großem Anteil angebaut. Zudem hat das Erste Gewächs hier eine längere Geschichte. Entsprechend hoch können die Erwartungen an die Ersten Gewächse 2009 aus der Rebsorte Riesling sein. Zwar waren wenige wirkliche Enttäuschungen in unserem Glas gewesen, doch das Rheingau scheint bei den Ersten Gewächsen etwas verschlafen zu sein.

Das System der Ersten Gewächse scheint zudem im Rheingau nicht ganz reibungslos zu funktionieren. Etabliert wurde es um den besten trockenen Weinen aus wieder erkennbaren Lagen eine Plattform zu geben. Vor diesem Hintergrund kann man sich fragen, wieso kein Erstes Gewächs eines VDP-Weingutes aus dem Assmanshäuser Höllenberg aus 2008 präsentiert wurde.

Der Höllenberg ist nicht nur eine der bedeutensten Lagen für Spätburgunder in Deutschland. Schon vor über 100 Jahren war der Assmanshäuser Wein (ohne Rebsortenangabe vermarktet) weltweit ein Begriff für hohe Qualität. Wenn es Weingüter des VDP nicht nötig zu haben scheinen, ihre Weine aus dieser Lage in das System der Ersten Gewächse einzubringen oder bestehende Regularien dies deutlich erschweren, läuft etwas schief an der Klassifikation. Stattdessen wurden lediglich zwei Spätburgunder aus dem Engelmannsberg und der Wildsau (heißt wirklich so) präsentiert. Wir haben aber im Folgenden nur Rieslinge verkostet.

Hölle-Sommerheil (Hochheim)
Künstler

Helles Strohgelb, süßer Pfirsich in der Nase, am Gaumen extrem Fruchtig, die bestimmt vorhandene Säure kommt darunter kaum zu tragen, wächst an und eine Fruchtexotik entwickelt sich, im langen Nachhall zeigt dieser Riesling seine wirkliche Größe, da hier eine harmonische Fruchtvielfalt die Geschmacksnerven freundlich um ihre Gunst umwirbt. 91

Kirchenstück (Hochheim)
Künstler

Strohgelb, heller Pfirsich mit Passionsfrucht im Hintergrund in der Nase, Aprikose am Gaumen mit Fruchtsüße, gute Länge. 89

Kirchenstück (Hochheim)
Domdechant Werner’sches Weingut

Kräftigeres Gelb, süßlich in der Nase, Fruchtfülle am Gaumen die etwas wie Multivitaminsaft schmeckt, dezent pfeffrig, mittlere Länge. 88

Weiß Erd (Kostheim)
Künstler

Strohgelb, süße Frucht in der Nase, wuchtiges Frucht-Säure-Spiel, gute Länge eine Kraftprotzes. 88

Baiken (Rauenthal)
Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach

Strohgelb, runde Frucht, kaum merkliche Säure, die leicht gepfeffert wirkt, dezente Frucht, extreme aber nicht aufdringlich und cremig wirkende Länge. Der Baiken hat es häufig aufgrund der moderateren Säure etwas schwer neben den anderen rheingauer Rieslingen sich durchzusetzen. Dafür hat dieser eine gute Harmonie. 89

Gräfenberg (Kiedrich)
Robert Weil

Kräftigeres Strohgelb, noch verschlossene Frucht in der Nase, gut strukturierende Säure, Fruchtfülle mit Grapefruit und Boskop in den langen Nachhall. 91

Hohenrain (Erbach)
Jakob Jung

Goldig schimmerndes Gelb, Toffeenoten in der Nase, zweite Nase wirkt frisch, am Gauen Caramel mit Frucht untermalt, etwas kurz. 86

Steinmorgen (Erbach)
Jakob Jung

Strohgelb, duftige Nase mit enormer Fruchtsüße, am Gaumen Vanille mit Caramel. Mittlere Länge. 85

Steinmorgen (Erbach)
Baron Knyphausen

Helle Farbe, süßlich verschlossen in der Nase, betonte Säure, dezente Frucht mit Lychie, guter Nachhall. 87

Marcobrunn (Erbach)
Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach

Grünlich schimmernd im Glas, duftige Frucht mit Pfirsich und Apfel, reife Frucht am Gaumen, Rohrzuckergeschmack in der Länge. 90

Marcobrunn (Erbach)
Freiherr Langwerth von Simmern

Helles Stohgelb, weiße Früchte, wuchtig am Gaumen, grüner Pfeffer, langer Fruchtnachhall in der weißer Pfirsich und hinten Aprikose auftauchen. 89

Siegelsberg (Erbach)
Jakob Jung

Stohgelb mit grünen Reflexen, vanillige Mirabelle in der Nase, am Gaumen angenehm fruchtig mit gut eingebundener Säure, mittlere jedoch sehr angenehme Länge. 88

Mannberg (Hattenheim)
Freiherr Langwerth von Simmern

Grüne Reflexe in dunklerem Strohgelb, süße Pfirsichfrucht in der Nase, fruchtig reif und schon fast überladen am Gaumen, das baut sich dann ganz langsam ab, wobei sich Harmonien entfalten, bricht jedoch dann nach einiger Zeit ab. 87

Wisselbrunnen (Hattenheim)
Hans Lang

Strohgelb, Vanille-Frucht-Nase, zweite Nase Lychie, säurebetonter Gaumen, Grapefruit in der Länge. 86

Wisselbrunnen (Hattenheim)
Josef Spreitzer

Helles Strohgelb, sympathische weiße Fruchtigkeit in der Nase, bissig süß am Gaumen, mittlere Länge. 87

Wisselbrunnen (Hattenheim)
Freiherr Langwerth von Simmern

Strohgelb, Grapefruit in der Nase, in der zweiten Nase wird dies schön von reifer und fülle gebender Frucht untermahlt, spritziger Gaumen in dem die erfrischende Frucht angenehm wieder zu tragen kommt, gute Länge. 90

Nussbrunnen (Hattenheim)
Balthasar Ress

Helle Farbe, süße Brause in der Nase (etwas Ahoi mit Zitronengeschmack), in der zweiten Nase wirkt dies gut aufeinander abgestimmt, der Gaumen ist kräftig und sehr positiv auf die Nase bezogen, der etwas kurz geratene Nachhall wirkt etwas unpassend. 86

Lenchen (Oestrich)
August Eser

Strohgelb, weiße und frische Frucht in der Nase, am Gaumen schön rund fruchtig mit Weinbergspfirsich, mittlere Länge. 87

Weitere Anbaugebiete werden folgen. Hier die Übersicht.

Langwerth von Simmern Hattenheimer Wisselbrunnen Erstes Gewächs 2008

Montag, 6. September 2010

Langwerth von Simmern Hattenheimer Wisselbrunnen Erstes Gewächs 2008Das Weingut Langwerth von Simmern gilt seit einiger Zeit als im Rheingau wieder als vorne mit dabei. Im Rheingau nicht gerade untypisch baut man fast nur Riesling an. Der Besitz im Bereich Hattenheim geht auf das Gründungsjahr des Weinguts 1464 zurück. Aus dem Hattenheimer Wisselbrunnen aber auch dem Erbacher Marcobrunn und dem Hattenheimer Mannberg gibt es regelmäßig Erste Gewächse. Im Rauenthaler Baiken erzeugt das Weingut Langwert von Simmern ebenfalls hervorragende Rieslinge (wie diesen). Das Baiken hat es in der Reihe der Ersten Gewächse lagebedingt leider immer etwas schwer.

Doch kommen wir zum Hattenheimer Wisselbrunnen aus 2008. Dieses Erste Gewächs von Langwerth von Simmern schimmert stohgelb im Glas. Es zeigt sich eine volle und zugleich frische Nase. Am Gaumen ist dieses Erste Gewächs aus dem Rehingau sehr schön cremig mit Toffeenoten. Die Säure ist bei diesem Hattenheimer Wisselbrunnen perfekt eingebunden. Am Gaumen zeigen sich vegetatible Noten (nicht bitter oder grün; das wird leider zu häufig in einen Topf geworfen) und sehr dezente Pfefferwürze.

Langwerth von Simmern Hattenheimer Wisselbrunnen Erstes Gewächs 2008Dieses Erste Gewächs vom Weingut Langwerth von Simmern hat einen völlig harmonischen Nachhall und belohnt vor allem hinten hinaus durch eine wunderbare Länge in der fruchtige Noten wie reife und leicht dörrobstig wirkende Aprikose auftauchen. Ein großes Erstes Gewächs! Bei diesem Hattenheimer Wisselbrunnen handelt es sich sehr wahrscheinlich um den besten Riesling vom Weingut Langwerth von Simmern aus dem Jahr 2008. Zugleich ich er bei ca. 23 Euro noch recht gut bezahlbar.
91 Punkte

Langwerth von Simmern Hattenheimer Wisselbrunnen Erstes Gewächs
Rheingau
Erzeuger: Langwerth von Simmern
A.P.Nr: 33045 029 09
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13 %
Jahrgang: 2008
Einkaufspreis: 23,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Rheingau Riesling-Charta 2008 von Allendorf

Donnerstag, 1. Juli 2010

Es gibt mal wieder mal einen Wein, der auf dem ersten Blick in seiner Kennzeichnung etwas irritiert. Es handelt sich um einen Rheingau-Charta Riesling vom Weingut Allendorf aus dem Jahr 2008. Bei den Weinen der Charta handelt es sich um eine frühere Qualitätsbewegung, die heute zu den Großen Gewächsen geführt hat. Real ist handelt es sich bei diesem Charta-Wein um einen Riesling der Prädikatsstufe Kabinett aus der Lage Jesuitengarten bei Oestrich-Winkel im Rheingau. Es ist also ein kleines Abbild des (großen) Ersten Gewächses.

Im Glas zeigt sich der Charta-Riesling stroh- bis goldgelb mit leicht grünen Rflexen. Die Nase ist sanft von hellen Früchten Lychie bis Aprikose betöhrt. Am Gaumen überwiegt bei diesem Wein vom Weingut Allendorf diese harmonische Fruchtkompsition und wird von dezenter Würze untermalt. Die Säure ist sehr dezent. Im langen Nachhall treten bei diesem Charta-Riesling etwas gemüsige Aspekte hinzu. Seltsam, dass das Weingut Allendorf diesen tollen Riesling in hochwertiger Ausstattung für nur 8 Euro abgibt.

Allendorf Riesling Charta 2008
Rheingau
Erzeuger: Weingut Allendorf
A.P.Nr: 27 001 050 09
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12 %
Jahrgang: 2008
Einkaufspreis: 8,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Chat Sauvage Assmannshäuser Höllenberg Erstes Gewächs

Dienstag, 2. Februar 2010

Chat Sauvage Assmannshäuser Höllenberg Erstes Gewächs Das Rheingau ist bekannt dafür, dass Erste Gewächse auch von nicht-VDP-Mitgliedern stammen können. So auch dieser 2007er Pinot Noir von Weingut Chat Sauvage aus der Lage Assmannshäuser Höllenberg. Aus meiner Sicht ist das eine der Top-Rotweinlagen in Deutschland. Schon vor über 100 Jahren war der Assmannshäuser Wein sehr geschätzt, auch wenn die Lage Höllenberg von den Abgrenzungen sich etwas verändert hat. Historisch ist diese Lage weltweit sehr berühmt für hiesigen Rotwein. Bei Chat Sauvage handelt es sich jedoch um ein sehr junges Weingut. Die Bezeichnung der Rebsorte als Pinot Noir statt des deutschen Namens Spätburgunder erinnert an Frankreich. Schon von der Flaschengestaltung scheint das Burgund ein großes Vorbild zu sein.

Chat Sauvage Assmannshäuser Höllenberg Erstes Gewächs verkostet

Dieser Assmannshäuser Höllenberg zeigt eine sehr helle ziegelrote Farbe mit fast schon orangen Rändern im Glas. Das Erste Gewächs bringt einen betörend intensiven süß-fruchtigen Geruch mit Himbeeren und Blutorangen hervor. Im Hintergrund ist eine Priese Pfeffer zu erahnen. Von sanfter Würze unterlegt. Im Mund ist dieser Pinot Noir von Chat Sauvage sehr geschmeidig. Dezenter Abgang. Nach etwas Belüftung gewinnt er an Intensität und eine zuvor ungeahnte aber doch sehr rund und harmonisch bleibende verspielte Kraft auf. Da kratzt überhaupt nichts.

Chat Sauvage Assmannshäuser Höllenberg Erstes Gewächs
Selbst am dritten Tag nach Flaschenöffnung hat dieses Erste Gewächs aus dem Assmannshäuser Höllenberg nur sehr wenig verloren gehabt. Erstaunlich ist, dass ein junger Pinot sich dermaßen friedlich präsentiert. Bei diesem Chat Sauvage gibt es keine jugendliche Revolte. Das findet man nicht mal im Burgund so häufig. Jedoch ist dieser Rotwein etwas saftiger und fruchtiger als diese Rebsorte häufig in Frankreich ausfällt. Interessant wäre es bestimmt, diesen Pinot Noir in fünf Jahren noch einmal zu verkosten. Auf jeden Fall sollte man jedoch das Weingut Chat Sauvage in seiner zukünftigen Entwicklung im Auge behalten. Auch mit der Rebsorte Chardonnay werden hier große Weine erzeugt.

Chat Sauvage Assmannshäuser Höllenberg Erstes Gewächs
Rheingau
Erzeuger: Weingut Chat Sauvage
A.P.Nr: 26067 07 09
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13%
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 36,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Sekt: Geisenheimer Mönchspfad Riesling Brut

Freitag, 1. Januar 2010

Winzersekt ist immer etwas besonderes. Qualitativ ist in diesem Segment die eine oder andere positive Überraschung zu machen. Zudem bieten Winzersekte eine gute Alternative zu den Markensektsorten. Guter Winzersekt ist zwar teurer als Mumm, Henkel und Co, bringt aber zugleich wesentlich mehr Individualität ins Spiel. Hier gibt es nun einen Sekt des Weinguts Allendorf aus dem Reingau aus der Lage Geisenheimer Mönchspfad. Diese befindet sich oberhalb von Geisenheim und westlich vom Schloss Johannisberg.

Der Boden des Geisenheimer Mönchpfad besteht aus Taunusquarzit, welches mit Mergel und Löss überzogen ist. Die Lage ist etwas mehr als 100 Hektar groß, von denen jedoch nur knapp 80% mit Reben bestockt sind. Doch nun zum Riesling Brut aus dem Geisenheimer Mönchspfad. Im Sektkelch zeigt er sich mit helle gelber Farbe und dezenter Perlage. Diese ist fein, aber nicht sehr intensiv. Es sind Fruchtanklänge von Pfirsich und Apfel zu schmecken. Dieser Geisenheimer Mönchspfad ist eher Kurz, bringt aber einen angenehm frischen Nachhall. Für 9 Euro ist das ein gelungener Riesling-Sekt. Fragt man sich nur noch, wieso gerade aus dem Mönchspfad so häufig Sekt erzeugt wird. Hat das etwa mit anderen Mönchen zu tun?

Allendorf Geisenheimer Mönchspfad Riesling Brut
Rheingau
Erzeuger: Weingut Fritz Allendorf
A.P.Nr: 27001053 09
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5%
Jahrgang: 2008
Einkaufspreis: 9,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel