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Freiherr Heyl zu Herrnsheim Rotschiefer 2004

Freitag, 5. Januar 2007

Heyl ist einer der wichtigeren Winzer aus der Region Rheinhessen und zugleich Vorreiter im ökologischen Weinbau. Bei dem zur Verkostung bevorstehehenden Riesling handelt es sich um ein Lagencuevee von Trauben, die auf Böden mit rotem Schiefer gereift sind. Nach der Flaschenöffnung sollte der Wein etwas gelüftet werden. Bei diesem Exemplar war jedenfalls ein leicht muffliger Geruch vorhanden, der schon fast Kork befürchten ließ. Dieser verflog aber glücklicherweise sehr schnell (Stinker nennt man so etwas).

Der Riesling weist eine ausgeprägte Schiefermineralik mit einem anflug von Süd- und weißen Früchten (grüner Apfel) und leichtem Cassis auf. Es ist ein langer und sehr trockener Nachhall zu genießen. Der Wein bringt eine intensieve, aber nicht unangenehme Säure mit sich. Insgesammt wirkt der Rotschiefer noch etwas verschlossen. Es ist anzunehmen, dass der Riesling noch etliches Entwicklungspotenziel besitzt und dies im besseren Sinne dieser Formulierung (also ohne den Wein in seiner jetzigen Verfassung damit bezüglich der Qualität zu beschädigen).

Rotschiefer Riesling
Rheinhessen
Erzeuger: Freiherr Heyl zu Herrnsheim
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12%
Jahrgang: 2004
Einkaufspreis: 12,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Gunderloch Riesling Gutswein trocken

Samstag, 28. Oktober 2006

Gunderloch Riesling Gutswein trockenJetzt gibt es einen Gunderloch Riesling. Es ist anzunehmen, dass die Bodenverhältnisse verantwortlich sind für die geschmacklichen zumeist deutlich erkennbaren Unterschiede der Rielinge aus Rheinhessen zu den von der Mosel. Am Roten Hang in Rheinhessen besteht ein völlig anderer Boden als der Schiefer an der Mosel. Gunderloch kann man im Vergleich zur Mosel als einer der herausragenden Erzeuger in Rheinhessen bezeichnet werden. Das Weingut umfasst 12 Hektar. Es wird hauptsächlich Riesling angebaut. Ein Grund der hohen Qualität liegt in der praktizierten Ertragsreduzierung. Ein zweites Element ist im Keller begründet. Dort wird bei extrem niedriger Temperatur der Wein vergoren. Dabei entstehen ansprechend fruchtige Rieslinge.

Gunderloch Riesling Gutswein trocken verkostet

Nach der Flaschenöffnung entsteht eine kurzzeitige Enttäuschung, die jedoch – wenn man Gunderloch Riesling kennt – gelassen angegangen werden kann. Der Weißwein präsentiert sich vorerst als Stinker. Nach etwas Luft verfliegt der leicht unangenehme Geruch jedoch vollständig. Es verbreitet der Duft nach weißem Pfirsich im ganzen Raum. Die Säure erinnert an eine junge Kiwi, ist dabei aber keineswegs zu stark. Der Nachhall beim Gunderloch Riesling ist angenehm und lang. 24 Stunden nach der Flaschenöffnung hat sich eine komplexe und sehr interessante Mineralität entwickelt und hat dabei noch gewonnen. Es empfiehlt sich also durchaus diesen Wein etwas früher zu öffnen.

Verglichen mit dem Kabinett Jean Baptiste von Gunderloch ist der hier verkostete Gutswein meines Erachtens nach vorzuziehen, wobei der Kabinett in seiner fruchtigen Leichtigkeit und dem höheren Restzuckeranteil auch ein passendes Einsatzgebiet finden kann. Beides sind nicht nur der Preiseinstieg, sondern auch sehr gute Aushängeschilder des Weingutes aus Nackenheim. Ein hier noch zu erwähnender erfreulicher Aspekt ist, dass Gunderloch (vor allem mit dem Jahrgang 2005) zunehmend Schraubverschlüsse einsetzt. Anlass dazu bildete eine unschöne Geschichte.

Gunderloch Riesling Qualitätswein trocken

Rheinhessen
Erzeuger: Gunderloch
A.P.Nr: 43790430305
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5%
Jahrgang: 2004
Einkaufspreis: 7,49 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Kendermann Winemaker: Roter Hang 2005

Montag, 4. September 2006

Der vorliegende Riesling ist von der Weinkellerei Kendermann. Diese bezeichnet sich selbst nach kalifornischem Vorbild als Winemaker. Dort ist der Weinanbau vom Keller weitgehend getrennt. Dabei sollen jedoch langfristige Lieferverträge für die Qualität im Anbau sorgen. Doch zurück nach Deutschland: Bei dem zur Verkostung gekühlten Wein ist die Kappe abstoßend, die sich über dem Korken befindet. Dieser billige Kunststoff stinkt gerade wenn man ihn entfernt noch schlimmer als Tier. Ich verstehe nicht wieso so etwas auf den Flaschenhals gemacht wird. Einige Winzer (z.B. im nahen Rheingau) verzichten ganz darauf und zwar traditionell. Gute Weine haben geruchsneutrales Metall; und dies nicht ohne Grund. Wenn dieser Posten nicht in der Kostenrechnung vom Winzer (oder in diesem Falle der Weinkellerei) vorgesehen ist, sollte man doch ganz darauf verzichten.

Kendermann ist zu gute zu halten, dass sie Terroir-bezogene Weine in ihr Programm genommen haben. Der Rote Hang ist eine hervorragende Lage in Rheinhessen (Rheinfront). Benannt ist er nach dem roten Schiefer, auf dem der Wein wächst. Vorwiegend handelt es sich dabei um Rieslinge. Der Wein hat eine vollen orangigen Geruch und eine umfangreiche Säure. Es sind kleine bittere Missklänge vor allem im Nachhall zu spüren. Bei dem Preis ist das wohl verständlich. In der Preiskatgorie gibt es jedoch auch schon Rieslinge, die zwar nicht hervorragend, aber geschmacklich vollkommen in Ordnung sind. Die haben dann aber zumeißt keinen Lagen- oder Terroirbezug.

Kendermanns Roter Hang
Riesling trocken 2005
Rheinhessen
Erzeuger: Reh Kendermann Winemaker
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5 %
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 4,60 €
Verschluss: Einfacher Naturkorken
Quelle: Supermarkt

Silvaner von Freiherr Heyl 2005

Freitag, 4. August 2006

Auf den Wein hatte ich mich schon länger gefreut. Nach einer Vergleichsprobe des 2003er, 2004er mit dem 2005er Silvaner von Freiherr Heyl, war mir besonders der jüngste Jahrgang als sehr guter Wein in Erinnerung geblieben. Nun ist er erneut im Glas. Er hat eine schöne hellgoldgelbe Farbe (Weißgold) und zieht vielversprechende Schlieren. Die Nase zeigt eine angenehme leichte Frucht. Der Silvaner hat einen feinwürzigen Geschack, der am Gaumen leicht bitter wirkt. Langer warmer Nachhall. Insgesammt: Ein schöner magenfreundlicher Wein, der nach Flaschenöffnung jedoch recht schnell abbaut. Auf jeden Fall jung trinken. Dass es sich um einen Ökowein handelt ist eher eine Begleiterscheinung.

Silvaner trocken
Rheinhessen
Erzeuger: Freiherr Heyl zu Herrnsheim
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5 %
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 6,99 €
Verschluss: Silikonkorken
Quelle: Fachhandel