weinverkostungen.de

Archiv für die 'D Mosel (incl. Saar&Ruwer)' Kategorie

Vereinigte Hospitien Wiltinger Hölle Kabinett feinherb

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Vereinigte Hospitien Wiltinger Hölle Kabinett feinherbDas Weingut Vereinigte Hospitien ist eine der Urgesteine im Anbaugebiet Mosel. Man reklamiert den ältesten Weinkeller Deutschlands für sich und baut sehr wahrscheinlich schon seit 1464 Riesling an. Es kann aber auch schon etwas länger sein. Gründungsmitglied des VDP vor 100 Jahren ist man auch. Heute bewirtschaftet das Weingut Vereinigte Hospitien ca. 25 Hektar mit 90% Riesling und dem Rest Burgundersorten. In vielen Ersten Lagen sind Rebflächen vorhanden, wie im Scharzhofberg, im Kanzemer Altenberg oder auch im Piesporter Goldtröpfchen. Die Erste Lage Wiltinger Hölle ist sogar im Alleinbesitz der Vereinigten Hospitien. Die 1,5 Hektar an der Saar bestehen hauptsächlich aus Grauschiefer.

Vereinigte Hospitien Wiltinger Hölle Kabinett feinherb verkostet

Doch nun zu dem Riesling selbst. Die Wiltinger Hölle Kabinett feinherb von den Vereinigten Hospitien zeigt sich in einem kräftigerem Strohgelb mit grünen Reflexen im Glas. Dezente Schiefer-Rauchnote sind in der Nase wahrzunehmen. In der zweiten Nase tritt eine saftige Frucht hinzu. Auch am Gaumen ist dieser Riesling aus der Wiltinger Hölle saftig mit einem Vanilleton. Ein runder Nachhall lässt diesen Riesling zu einem richtig schönen Kabinett im typisch feinherben Bereich werden. Die leisen 10% Alkohol zeigen, dass diese Typizität eine Chance hat. Guter Wein zu gutem Preis bei 7 Euro.

Vereinigte Hospitien Wiltinger Hölle Kabinett feinherb
Mosel (Saar)
Erzeuger: Vereinigte Hospitien
A.P.Nr: 3 561 104 13 10
Inhalt: 0,75
Alkohol: 10 %
Jahrgang: 2009
Einkaufspreis: 7,00 €
Verschluss: Schraubverschluss
Quelle: Supermarkt

Große Gewächse 2009 von Mosel, Saar und Ruwer

Mittwoch, 1. September 2010

Große Gewächse 2009 von Mosel, Saar und RuwerDas Anbaugebiet Mosel präsentiert sich mit seinen Rieslingen Großes Gewächs mit dem Jahrgang 2009 sehr positiv. Es gelang vielen Winzern des Großen Rings die Lagen typisch in ihren Weinen abzubilden. Gerade auch die “Nebenflüsse” Saar und Ruwer sind 2009 einmal mehr die Herkunft charakteristischer Rieslinge aus einzigartigen Lagen. Sie betonen in den vielen sehr guten Großen Gewächse die Eigenständigkeit und Wiedererkennbarkeit der Ersten Lagen.

Altenberg (Kanzem)
von Othegraven

Strohgelb, Scheifermineralik in der Nase, reife Pfirsichfrucht mit süßlichem Apfel in der zweiten Nase, dezente Säure neben runder Südfrucht am Gaumen, gewinnt in der Länge an Süße. 90

Scharzhofberger
Reichsgraf von Kesselstatt

Weiße Frucht in der Nase, am Gaumen Südfrucht mit Grapefruit, kaum Säure zu schmecken, für einen so jungen Scharzhofberger ganz schön offen, leichte aber anhaltende Länge. 90

Rausch (Saarburg)
Forstmeister Geltz-Zilliken

Helleres Strohgelb, frische Apfelnase, am Gaumen explosive warm-süße Frucht, die fast schon marmeladig wirkt, Kraft in der Länge. 88

Nies’chen (Kasel)
Reichsgraf von Kesselstatt

Hell-goldig strahlend mit grünen Reflexen, am Gaumen verschlossen, in der Länge zeigt er Charakter und bietet Gemüsenoten neben süßer Frucht. 89

Marienburg (Pünderich)
Clemens Busch

Goldgelb im Glas, Honig in der Nase, Heideblumen in der zweiten Nase, kaum Säure wahrzunehmen, aufbäumender wuchtiger süßer Frucht-Gaumen, der lange anhält. Später ins Glas gerochen gibt er immer wieder neue Akzente – wie z.B. helle Früchte – frei. 92

saarburger rausch
Saarburger Rausch

Marienburg “Rothenpfad” (Pünderich)
Clemens Busch

Strohgelb mit grünen Reflexen, weißer reifer Pfirsich in der Nase, kurz Säure am Gaumen, gegen die recht schnell eine süße Frucht tritt. Bei Buschs Rieslingen kann man wieder mal kaum glauben, dass diese trocken sind. 87

Treppchen (Erden)
Dr. Loosen

Grüne Reflexe in strohgelbem Glas, Schiefermineralik in der Nase, süße helle Frucht in der zweiten Nase, merklich Säure, trockener Nachhall, der frische erst kurzreife Frucht übermittelt, in dem jedoch ab und zu auch süße Pfirsiche aufblitzen. Uneinheitlich oder verspielt? 86

Prälat (Erden)
Dr. Loosen

Strohgelb, in der Nase verschlossen, die zweite Nase bringt Lychie, ganz weit hinten Pfirsich, am Gaumen etwas bitter, was er auch in der Länge bleibt, daneben steht ein süße Frucht. Zu jung? 85

Würzgarten (Ürzig)
Dr. Loosen

Strohgelb, Weingummi in der Nase, helle Frucht am Gaumen mit gut eingebundener Säure, kurz erscheinen würzige Noten, extreme lange helle Frucht. 90

Sonnenuhr (Wehlen)
Reichsgraf von Kesselstatt

Goldiges Gelb, rauchige Noten in der Nase, Caramel in der zweiten Nase, dezente Säure klingt an und wird angenehm von weicher frucht übergeleitet, der Riesling verabschiedet sich freundlich in mittlerer Länge. 88

Sonnenuhr (Wehlen)
Dr. Loosen

Helleres Strohgelb, Schiefertöne in der Nase, die etwas angebrannt wirken, am Gaumen süß wirkend, Säure kommt nicht zur Geltung, schöne fruchtige Länge. 87

Sonnenuhr (Wehlen)
S. A. Prüm

Strohgelb mit grünen Reflexen, frische und zugleich süße Frucht mit Zitrusnoten im Hintergrund, am Gaumen Bittertöne. 84

Josephshöfer (Graach)
Reichsgraf von Kesselstatt

Helles Gelb, brotig in der Nase, Orangensäure zeigt sich und wird von einer angenehm breiten Frucht übermahlt, hält gut an. 88

Foto: Thomas Günther
Erdener Treppchen

Niederberg Helden (Lieser)
Schloss Lieser

Stohgelb mit grünen Reflexen, typische Schiefernote in der Nase, frischer weißfruchtiger Gaumen mit unterstützender, etwas kräftigerer und gut passender Säure, im Nachhall gewinnt dieser Riesling an Süße, die Frucht blendet sehr harmonisch auch gelben Pfirsich über. 91

Juffer-Sonnenuhr (Brauneberg)
Fritz Haag

Gemüsige und zugleich süße Frucht in der Nase, kräftiger Gaumen mit reifer Frucht, mittlerer Nachhall. 87

Juffer-Sonnenuhr (Brauneberg)
Schloss Lieser

Strohgelb, Schiefermineralik mit süßlich hellen Früchten im Hintergrund, süßschnalzend am Gaumen, gute spannungsreiche Länge. 88

Goldtröpfchen (Piesport)
Reinhold Haart

Kräftigeres Strohgelb, vielschichtige Nase mit Anklängen von Schiefer und Toffee, frischer Gaumen mit Vanilletönen, diese Vanille gewinnt in der Länge leider die Überhand. 85

Goldtröpfchen (Piesport)
Reichsgraf von Kesselstatt

Strohgelb, helle Frucht mit Schiefermineralik untermahlt in der Nase, Grapefruit am Gaumen, leichte und frische Länge. 87

Laurentiuslay (Leiwen)
St. Urbans-Hof

Grüne Reflexe in strohgelbem Glas, neben Frucht Caramel der Nase, süßer Gaumen mit exotischer Frucht, bleibt angenehm stehen. 90

Weitere Anbaugebiete werden folgen. Hier die Übersicht.

Reichsgraf von Kesselstatt Scharzhofberger Großes Gewächs 2008

Sonntag, 22. August 2010

Reichsgraf von Kesselstatt Scharzhofberger Großes Gewächs 2008Das Weingut Reichsgraf von Kesselstatt gilt in mehreren Preislagen als ein Garant für gute Qualität. Selbst die Weine aus zugekauften Trauben überzeugen häufig. Stabil sind auch jedes Jahr mehrere Große Gewächse von Reichsgraf von Kesselstatt auf dem Markt. Die Lage Scharzhofberg östlich von Wiltingen an der Saar gilt als eine besonders privilegierte Erste Lage. Die Rieslinge aus dieser Lage gelten jung als häufig etwas verschlossen, jedoch mit langer Lagerfähigkeit. Trotzdem muss dieser Wiltinger Scharzhofberg nun geöffnet und verkostet werden.

Dieser Große Gewächs von Reichsgraf von Kesselstatt zweigt sich in einem goldig schimmernden Strohgelb im Glas. Süßliche jedoch zugleich leicht erscheinende süße Frucht entfaltet sich bei diesem Scharzhofberger in der Nase. Das ist sehr schön exotisch mit geruchlich nahezu explodierenden Lychies. Die Säure ist kaum merklich und sehr schön eingebunden. Bei diesem Großen Gewächs vermisse ich jedoch etwas diese typische Schiefermineralik von der Mosel, den auch in der Lage Scharzhofberg ist nicht unwesentlich Grauschiefer vorhanden. Nicht, dass ich diese brauche oder dass sie mir generell so gut schmeckt. Weiter hinten kann man einen reifen weißen Weinbergpfirsich schmecken. Extreme Länge mit harmonischer heller Frucht.
90 Punkte

Reichsgraf von Kesselstatt Scharzhofberger Großes Gewächs 2008
Mosel (Saar)
Erzeuger: Reichsgraf von Kesselstatt
A.P.Nr: 3 561 077 51 09
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12 %
Jahrgang: 2008
Einkaufspreis: 23,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Von Othegraven Riesling trocken 2007

Sonntag, 27. Juni 2010

Von Othegraven ist das deutsche Weingut mit dem bislang spektakulärsten Verkauf in diesem Jahr. Es ist seit einiger Zeit in der Fachwelt bekannt, dass so manches Traditionsweingut einen neuen Eigentümer sucht. So konnte der Fernsehmoderator Günter Jauch das Weingut von Othegraven in Kanzem an der Saar erwerben. Von diesem steht nun der trockene Riesling aus dem Jahr 2007 zur Verkostung.

Im Glas zeigt er sich in einer kräftig gelbne bis goldenen Farbe. Ganz typisch ist bei diesem trockenen Riesling die Saar-Nase, bei der ich immer kaum Worte finde um dies zu beschreiben. Es ist eine kräftige, fast schon süße Frucht mir rauchigen Carameltönen. Dabei erscheint das Ganze etwas firnig, wie bei gereiften Rieslingen. Jeder der diese Weine kennt, wird wissen was ich meine. Am Gaumen ist der Riesling von von Othegraven sehr schön rund mit sehr dezenter Säure. Die Länge ist bei einen einfachen Riesling trocken beeindruckend. Da bleibt sehr angenehm eine sympathische Frucht stehen. Guter Wein, der gut in die Klasse der Rieslinge von der Saar einführen kann.

Übrigens: Kombiniere niemals solch einen Riesling mit Camembert. Da hört jegliche Deutsch-Französische-Freundschaft bei auf. Selbst wenn dieser Käse aus der Normandie wirklich hochwertig ist, schmeckt der Riesling dann nur noch angeschimmelt und entfaltet unschöne Bittertöne. Also lasst die Finger von so etwas.

Von Othegraven Riesling trocken 2007
Mosel – Saar – Kanzem
Erzeuger: Weingut Von Othegraven
A.P.Nr: 3 518 034 23 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12 %
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 9,00 €
Verschluss: Schraubverschluss
Quelle: Fachhandel

H. P. Schreiner Martinerhof Riesling Spätlese feinherb

Sonntag, 18. April 2010

H. P. Schreiner Martinerhof Riesling Spätlese feinherbDie Mosel ist das Weinbauland des Rieslings. H. P. Schreiner schaffte es dort innerhalb der letzten Jahrzehnte seinen Martinerhof vom Fassweinerzeuger zum Vermarkter eigener Abfüllungen zu entwickeln. Schon vor zwei Jahren verkostete ich hier einen Federweißer von H. P. Schreiner. Nun gibt es hier zum Verkosten vom Martinerhof in Wintrich eine Spätlese feinherb. Der Wein kommt aus dem Jahrgang 2008.

Genauer gesagt handelt es sich um einen Lagenwein Wintricher Ohlingsberg. Keine Sorge, diese Lage muss man sich nicht unbedingt merken. Wirklich große im Sinne von hoher Qualität ist diese Lage jedenfalls noch nicht in Erscheinung getreten. Der Riesling Spätlese feinherb vom Martinerhof ist Strohgelb im Glas mit grünen Reflexen. In der Nase dieses Weins vom Weingut von H. P. Schreiner sind helle Südfrüchte mit etwas hervorstehender Aprikose und Ananas. Am Gaumen ist dieser Wein vom Martinerhof erst wuchtig und massiv fruchtig.

Der Riesling Spätlese zeigt wenig schmeckbare Säure. Kurz blitzt im Hintergrund eine Teiloxidationsnote auf. Dann zeigt dieser Riesling vom Martinerhof eine gute und angenehme Länge. Etwas unverständlich bleibt die Vermarktung des Weins als Riesling Spätlese feinherb (zumal noch mit der Lagenangabe Wintricher Ohlingsberg). Eigentlich ist dieser Wein H. P. Schreiner ein guter Terassenwein mit dezentem Alkohol (11%), angenehmer Frucht und wenig Säure. Mit 5,50 Euro ist er zudem erschwinglich. Das Weingut zeigt, dass man Riesling von der Mosel auch preisgünstig über den Supermart verkaufen kann.

H. P. Schreiner Martinerhof Riesling Spätlese feinherb

Region Mosel
Erzeuger: H. P. Schreiner Martinerhof
A.P.Nr: 2 577 292 06 09
Inhalt: 0,75
Alkohol: 11 %
Jahrgang: 2008
Einkaufspreis: 5,50 €
Verschluss: Silikonkorken
Quelle: Supermarkt

Kallfelz Riesling Merler Königslay Terrassen Großes Gewächs

Dienstag, 2. Juni 2009

Foto: Thomas GüntherHeute feiert der Bernkasteler Ring im Kloster Machern mit einer Jubiläums-Präsentation sein 110 jähriges Bestehen (hier der Bericht vom vergangenen Jahr). Grund genug ein Großes Gewächs aus dem Weingut Kallfelz aus dem Jahr 2007 zu öffnen. Die Thematik um die Großen Gewächse ist doch komplexer als so manch einer glaubt. So muss offensichtlich nicht jedes Große Gewächs aus einer Ersten Lage kommen. Jedenfalls existiert diese Besonderheit im Anbaugebiet Mosel. Hier besteht neben dem Großen Ring (VDP-Mosel) der Bernkasteler Ring (manchmal auch Kleiner Ring genannt) als zweiter Spitzenverband für Wein. Da die Ersten Lagen nur vom VDP benannt werden, gibt es also mit den Großen Gewächsen des Bernkasteler Rings Rieslinge aus anderen Lagen, die jedoch häufig gleichwertig sind.

Um dieses Thema noch weiter zu entwirren soll hier nun auch auf die Situation im Rheingau aufmerksam gemacht werden, wo die Vorläufer der Ersten Gewächse ein Konzept nicht ausschließlich des VDP waren. So weit nur die trockene Theorie. Nun zur Praxis des Rieslings Merler Königslay Terrassen Großes Gewächs vom Weingut Kallfelz. Die Rieslinge von Kallfelz fallen häufig sehr fruchtig aus. Der Merler Königslay Terrassen Großes Gewächs hat eine voll-gelbe Falbe im Glas. Der Geruch ist intensiv-voll-fruchtig. Auch geschmacklich zeigt sich die Kraft der langen Reife. Die Säure kommt beim Merler Königslay Terrassen Großes Gewächs kaum zum tragen.

Da mir persönlich das etwas zur fruchtig erscheint, habe ich die Flasche einfach mal vier Tage nach Öffnung im Kühlschrank behalten. Dabei zeigt sich die Qualität, die man von einem Großen Gewächs erwarten kann. Es sind bei dem Merler Königslay Terrassen vom Weingut Kallfelz kaum Zerfallserscheinungen bemerkbar. Der Riesling hat lediglich eine mineralische Untermalung bekommen, die ihm ganz gut steht. Der Nachhall ist lang und fruchtig wie am ersten Tag. Dabei hat sich die Frucht dieses Großen Gewächses in Richtung weißes Steinobst (Mirabelle) entwickelt. Bei der Fruchtintensität des Riesling Merler Königslay Terrassen mag man kaum glauben einen trockenen Riesling im Glas zu haben. Glückwünsche an den Bernkasteler Ring zu seinen 110 Jahren nun noch mal an dieser Stelle.

Hier ist eine Liste der 2007er Großen Gewächse vom Bernkasteler Ring und hier ein Bericht der Präsentation auf der ProWein 2009.

Kallfelz Riesling Merler Königslay Terrassen Großes Gewächs
Mosel
Erzeuger: Weingut Kallfelz
A.P.Nr: 1 640 682 52 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5 %
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 16,00 €
Verschluss: Kronkorken
Quelle: Fachhandel