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Archiv für die 'D Mosel (incl. Saar&Ruwer)' Kategorie

Paul Knod Moselschiefer Riesling Kabinett

Freitag, 15. Mai 2009

Paul Knod Moselschiefer Riesling KabinettJetzt gibt es Moselschiefer. Aber so richtig. Paul Knod, bzw. das Weingut Rainer Knod aus Burg an der Mosel war mir vor der Verkostung dieses Rieslings Kabinett feinherb aus 2007 vollkommen unbekannt. Das ist aber nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, wie viele Weingüter es in Deutschland gibt. Und einige von den eher unbekannteren Weingüter sind dies leider zu unrecht. So auch das Weingut Rainer/Paul Knod. Denn der Riesling Kabinett feinherb Moselschiefer macht wirklich Spass.

Moselschiefer Riesling Kabinett von Paul Knod verkostet

Dieser Riesling zeigt sich in einer vollreifen gelben Farbe im Glas. Schon aus einiger Entfernung entfaltet sich fruchtige Reife in der Nase. Die Trauben für den Moselschiefer aus 2007 waren bestimmt richtig reif gewesen. Frisch nach der Öffnung erscheint dieser Riesling von Paul Knod etwas langweilig. Er braucht also Luft. Wenn er sich geöffnet hat, entfaltet er eben seiner wuchtigen Frucht eine enorme Komplexität. Unter Mango, Lychee und fast schon überreifen Pfirsich legt sich in der Länge eine feine und tiefe Mineralität. Gerade der die Mischung von Intensität und Finesse verleien diesem Riesling seine Größe, die in der Kategorie Kabinett etwas unterschätzt ist.

Weingut Vols I und II

Montag, 13. Oktober 2008

Foto: Thomas GüntherDas Weingut Vols aus Wiltingen an der Mosel ist sehr klein und noch recht jung. Lediglich zwei Rieslinge werden in diesem Weingut auf weniger als einem Hektar erzeugt. Sie heißen schlicht Vols I und Vols II. Geführt wird das Weingut seit vier Jahren von Helmut Plunien, der zugleich Güterdirektor bei den Bischöflichen Weingütern in Trier ist. Er machte sich zuvor einen guten Namen als Gutsdirektor beim Bürgerspital in Franken.

Vols I: In der Nase drängt sich eine Ähnlichkeit zu einigen Weinen von Van Volxem auf. Dies ist gar nicht so verwunderlich, da Van Vloxem nur einen Steinwurf weit seine Rieslinge erzeugt. Im Vols I überwiegen fruchtige Mirabelle und Quitte. Der Wein hat eine sehr angenehme und fassende Restsüße. Am Gaumen zeigt sich etwas Säure, die beginnt Spannung aufzubauen, jedoch bestimmt bei weitem nicht geschmacklich so intensiv erscheint, wie sie messbar wäre. Gut eingebunden nennt man so etwas. Der Vols I bietet einen sehr schönen langen Nachhall. Wo bei vielen Weinen schon lange gar kein Geschmack mehr ist, gibt es ein Finish mit reifen Aprikosen.

Vols II: Der Geruch macht eine Zuordnung zur Saar einfach. Neben der typischen Mineralität steht ein kräftiger Pfirsisch im Zentrum. Dies wird beim Vols II durch einen wohldosierten Restzucker unterstützt. Es ist kaum Säure zu schmecken. Der Nachhall fällt etwas trocken aus. Der Vols II ist ein schöner Wein, wenn er auch an die Klasse des Vols I nicht herankommt. Diese Nummerierung könnte man wie die des Erst- und Zweitweins zu verstehen. Beide Weine machen gespannt auf die Zukunft des sehr kleinen und feinen Weinguts Vols. Ich bin mir sicher, dass noch viel Gutes von Helmut Plunien und seinen Rieslingen zu lesen und zu hören seien wird.

Johann Peter Mertes Ockfener Bockstein Riesling Spätlese

Dienstag, 30. September 2008

Es gibt wieder ein mal einen nicht ganz jungen Wein. Bei einem ersten Bericht über die Verkostung des Ockfener Bockstein Riesling Spätlese vom Weingut Johann Peter Mertes aus Kanzem an der Mosel fragte ich mich schon nach dem richtigen Glas für diesen Wein. Nun hat sich das Glas durchgesetzt, welches am wenigsten für für diesen Weintyp gedacht war. Zudem zeigen sich deutliche geschmackliche Abweichungen durch die unterschiedlichen Gläser.

Doch zum Riesling: Dieser Ockfener Bockstein Spätlese vom Weingut Johann Peter Mertes aus dem Jahr 2004 ist relativ hell im Glas. In der Nase sind neben der Frucht reife und gereifte Noten zu spüren. Der Wein ist inzwischen im halbtrockenen Bereich. Er tendiert schon fast ins trockene, wobei der Umfang der Südfrucht (neben der Firne ist dunkler Pfirsich zu schmecken, wie wenn man den Kern lutscht) dies höher erscheinen lässt. Die Säure dieses Ockfener Bockstein aus 2004 ist aber noch gut in Schuss. Eine wunderschöne Grapefruit ist im Nachhall dieses Rieslings vom Weingut Johann Peter Mertes.

Ockfener Bockstein Riesling Spätlese
Mosel
Erzeuger: Johann Peter Mertes
A.P.Nr: 3 518 023 16 05
Inhalt: 0,75
Alkohol: 9,5 %
Jahrgang: 2004
Einkaufspreis: 8,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Van Volxem Wiltinger Braunfels

Montag, 21. Juli 2008

Nun geht es wieder einmal an die Mosel. Van Volxem kann man durchaus als ein Weingut mit einem unvergleichlich schnellen Aufstieg bezeichnen. Die hängt mit den unverwechselbaren Rieslingen zusammen. Ich habe noch derzeit noch keinen Wein von Van Volxem getrunken, der mir keinen Spass gemacht hat. Jetzt ist der Wiltinger Braunfels aus dem Jahre 2005 dran. Trotzdem die Qualität der Korken bei Van Volxem hervorragend ist, wäre der bei diesem Wein verwendete in sechs bis zehn Jahren durch gewesen. Die Korken sind jedoch nicht nur schön anzusehen. Auf ihnen ist immer der Name der Lage oder des Weins und der Jahrgang gekennzeichnet.

Doch zum Wein selber. Der Wiltinger Braunfels zeigt sich im Glas mit einer dunklen gelbe Farbe. Die Nase dieses Rieslings von Van Volxem ist von einer etwas süßlich ausgefallenen Interpretation einer mineralischen Saar-typizität geprägt. Am Gaumen macht der Wein Spannung, bei der Pfisich im Zentrum steht. Etwas Minze und Würze in der zweiten Hälfte. Eine sehr feine Aprikose, die sich in Physalis auflöst im Nachhall. Toller Wein!

Wiltinger Braunfels
Mosel – Bereich Saar
Erzeuger: Van Volxem
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5 %
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 12,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Internet-Fachhandel

Karlsmühle Lorenzhöfer Mäuerchen Riesling Kabinett

Donnerstag, 19. Juni 2008

Die Karlsmühle, aus der dieser Wein kommt, liegt an der Ruwer. Seit Ende der 1970er Jahre führt Peter Geiben das Weingut mit den Namen Karlsmühle. Der Riesling, der nun zur Verkostung steht, kommt aus der Lage Lorenzhöfer Mäuerchen. Diese liegt rechts von der Mosel auf der linken Seite von der sehr bekannten Lage Kaseler Nies’chen. Der Riesling Lorenzhöfer Mäuerchen hat einen schönen frisch-fruchtigen Geruch. Am Gaumen zeigt sich Annanas mit Lychie. Das Zuckerschwänschen lässt einen gespannt sein auf viele hervorragende restsüße Rieslinge von der Ruwer. Das Lorenzhöfer Mäuerchen von der Karlsmühle ist mit seine 9% Alkohol erfreulicher Weise ein typischer Kabinett, wie er aus dem Anbaugebiet Mosel kommt. Hervorragender Wein mit hohem Spaßfaktor!

Karlsmühle Lorenzhöfer Mäuerchen Riesling Kabinett
Mosel – Bereich Ruwer
Erzeuger: Weingut Karlsmühle Peter Geiben
A.P.Nr: 3 536 016 10 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 9 %
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 7,20 €
Verschluss: Schrauber
Quelle: Fachhandel

Wwe Dr. Thanisch Riesling trocken

Freitag, 13. Juni 2008

Man muss ja immer wieder betonen, dass die Qualität eines Weingutes nicht nur in ihrer eigenen qualitativen Spitze zu finden ist, sondern sich diese auch über die Strecke beweisen muss. Das heißt, auch bei den Gutsweinen sollten passable Weine entstehen. Dies verschwindet häufig aus dem Blickfeld, wenn man auf Jahrgangspräsentationen ist. Da werden dann die hochwertigen Weine der Winzer präsentiert. Viele Gutsweine hätten bei der Intensität der anderen Weine – auch von anderen Weingütern – nur schlechte Chancen auf ein gutes Urteil. Daher entsteht eine Schere zwischen den Trink- und den Verkostungsweinen. Sicherlich ist eine qualitative Orientierung an der Spitze immer sehr gut. Und dafür braucht man diese auch.

Nun steht ein Gutswein zur Verkostung. Der trockene Riesling Qualitätswein von Wwe Thanisch hat eine für junge Weine relativ gelbe Farbe. In der ersten Nase zeigt sich ein reifer gelb-roter Apfel, der mit etwas Gummibärnoten untermalt wird. Die zweite Nase bei diesem Riesling zeigt den Geruch von grünem Apfel. Es ist kaum Säure geschmacklich wahrzunehmen. Der Nachhall ist von einer etwas überreif erscheinenden weißen Steinfrucht geprägt. Unabhängig von Jahrgangsverkostungen genossen, ist der trockene Riesling Qualitätswein von Wwe Thanisch ein guter Gutswein. Gerade wenn man nicht so sehr säurebetonte Rieslinge mag, ist dieser empfehlenswert.

Wwe Dr. Thanisch Riesling trocken
Mosel
Erzeuger: Weingut Wwe Dr. H. Thanisch – Erben Thanisch
A.P.Nr: 2 576 242 3 07
Inhalt: 0,75
Alkohol: 11,5 %
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 8,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel