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Diel zum Mittag

Sonntag, 27. April 2008

Foto: Thomas Günther(Mainzer Weinbörse 3) Zum Mittag auf der Mainzer Weinbörse gab es eine leckere, aber etwas zu salzige Suppe, ein krümelndes Brötchen und einen Wein vom Schlossgut Diel an dem es fast nichts auszusetzen gibt. Es handelt sich um einen Riesling Auslese aus dem Jahr 1998 mit der Lagenbezeichnung Dorsheimer Pittermänchen. Das hört sich erst mal lustig an, ist aber genial im Glas und noch viel besser im Mund. Dieser Riesling hat eine kräftige und dunkle Farbe. Der Geruch ist einnehmend intensiv und verspricht einen großen Wein mit Tiefe. Die Reifetöne sind sehr harmonisch eingebunden. Lediglich die Süße macht einen leicht zuckrigen Eindruck. Das Dorsheimer Pittermänchen erscheint insgesamt noch sehr jugendlich, vor allem wenn man überlegt, dass 1998 schon vor 10 Jahren war. Und so schlägt sich eine Brücke zu dieser legendären Veranstaltung auf der ProWein im letzten Jahr mit Armin Diel.

Dr. Faust Dornfelder

Dienstag, 4. September 2007

Dr. Faust DornfelderJetzt gibt es den Dornfelder von Dr. Faust. Akademische Titel sind auf Weinflaschen sehr beliebt. Und wenn man keinen Vorfahren mit Doktortitel hat, dann holt man sich diesen aus der Literatur. So macht dies jedenfalls die Weinvertrieb Nahetal Gmbh, welche zu dem deutschen Supermarkt-Weinriesen Moselland gehört. Auf der Flasche ist auch Johann Wolfgang Goethe abgebildet. Die Assoziation zu seinem Faustus liegt also nahe. Soll der Wein jedoch das Blut sein, mit dem Dr. Faust den Pakt mit dem Teufel unterschrieben hat oder ist es der Trank, mit dem Faustus sich in Gretchen verliebt und diese dann ins Verderben gestürzt hat?

Dr. Faust Dornfelder: Eine Tragikkomödie?

Neben Goethes Bild ist eine Feder abgebildet, was erste Vermutung stützt. Das hat dann schon fast eine biblische Dimension, dass nämlich Blut getrunken wird (so grausam und an satanistische Rituale erinnernd können Religionen sein). Jedoch wird hier nicht das Blut von Jesus zur Degustation gereicht, sondern das von Dr. Faust, der dem Teufel verfallen ist. Und schwarz – wie beim Dornfelder üblich – ist auch der Wein. Geschmacklich war die Freude aber sehr eingeschränkt. Auf Einzelheiten zur Beschreibung dieses Dornfelders möchte ich hier lieber verzichten. Irgendwie erinnert mich dieser Wein an die Verzweiflung von Dr. Faust. Und wenn ich mit Johann Wolfgang Goethe sagen kann: „Das also war des Pudels Kern!“

Dr. Faust Dornfelder trocken
Nahe
Erzeuger: Weinvertrieb Nahetal GmbH
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 4,00 €
Verschluss: Silikonkorken
Quelle: Supermarkt

Prinz zu Salm Schloss Wallhausen Kabinett

Freitag, 6. Juli 2007

Vorgestern gab es einen Wechsel beim VDP. Nun könnte hier aus einer an sich ziemlich langweiligen Pressemitteilung des Verbandes der Prädikatsweingüter über die Verdienste des scheidenden Präsidenten Michael Prinz zu Salm-Salm zitiert werden. Das könnte sich dann um die Themen „zeitgemäße Qualitätsstandards“, die internationale Vermarktung der „besten deutschen Weine“ oder die „Nachhaltigkeit im Weinbau“ drehen. Doch lassen wir dies. Die Qualität wird selten durch Reden in Verbänden bestimmt, sondern muss sich in jeder einzelnen Flasche vom neuen beweisen. So liegt die Idee nicht fern, einen Wein vom Prinz zu Salm-Dalbergschen Weingut zu verkosten. Der Reisling Kabinett hat eine relativ intensiv gelbe Falbe. Es zeigt sich gleich eine starke Süße, die jedoch nicht zuckrig oder klebrig wirkt. Die Frucht ist sehr leicht. In die etwas überdurchschnittliche Säure mischt sich eine Ahnung von bitteren Komponenten. Dies ist ein Riesling, der in den USA bestimmt reißenden Absatz findet. Ach, noch etwas: Der Wein ist Öko und mit Naturland-Siegel.

Schloss Wallhausen Kabinett
Nahe
Erzeuger: Prinz zu Salm-Dalbergsches Weingut
A.P.Nr: 7 779 144 28 06
Inhalt: 0,75
Alkohol: 9,5 %
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 8,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel