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Winzer Krems Sandgrube 13 Grüner Veltliner

Samstag, 23. Dezember 2006

Winzer Krems Sandgrube 13 Grüner VeltlinerJetzt gibt es einen Grünen Veltlinger aus der Sandgrube 13 von den Winzern Krems. Dies ist so eine Art Winzergenossenschaft in Österreich mit insgesammt 990 Hektarn unter Reben. Man selbst nennt sich den “größen Qualitätsweinproduzenten Österreichs. 981 “Mitgliedsweinhauer” liefern hier ihre reifen Trauben ab. Der Name des Weins ist recht einfach erklärt. Und zwar ist die Sandgrube 13 die Adresse (genauer ist es die Straße mit Hausnummer) dieses Erzeugers. Dieser Wein bildet quasi die Einstieg in das Sortiment und ist das mengenmäßige Zugpferd der Winzer Krems. Die Rebsorte Grüne Veltliner steht schlechhin für den Weißwein aus Österreich.

Sandgrube 13 Grüner Veltliner von den Winzer Krems verkostet

Neben Lenz Moser (wahrscheinlich in den Supermärkten noch etwas stärker vertreten) sind die Winzer Krems auf dem deutschen Markt breit vertreten. Dieser Grüne Veltliner ist farblich sehr hell. In der Nase erscheint neben einem leichten Eindruck des typischen Veltlinergeruchs ein gelber Apfel. Geschmacklich ist der Wein sehr harmonisch. Auch hier ist eine zurückhaltende und etwas schwache Pfeffernote vorhanden. Insgesamt erscheint dieser Veltliner etwas dünn, fast so als sei er auf sandigem Boden in Fluss- oder Seenähe gewachsen. Bei der Bezeichnung Kabinett hätte ich etwas mehr Stoffigkeit erwartet. Dieser Wein eignet sich nicht zum lagern und sollte jung getrunken werden. Insgesammt ist die Sandgrube 13 soweit ganz in Ordnung und bildet einen guten Einstieg in die Weine Österreichs.

Winzer Krems Sandgrube 13 Grüner Veltliner Kabinett trocken
Österreich – Kremstal
Erzeuger: Winzer Krems
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12%
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 6,00 €
Verschluss: Kunststoffkorken
Quelle: Fachhandel

Multiwein II: Veit Riesling 2005 (Österreich)

Sonntag, 15. Oktober 2006

Hier ist (fast schon) verkehrte Welt. Nach dem Grünen Veltliner aus Deutschland wird jetzt ein Riesling aus Österreich verkostet. Und dies ohne Netz und doppelten Boden. Leider ist zu dem Weingut Veit aus dem östereichichem Weinviertel abgesehen von einer informationslosen Internetseite und einer darauf versehenen, jedoch offensichtlich ungenutzten Emailadresse nichts zu erfahren. Mancher Winzer möchte wohl lieber anonym bleiben. Wenden wir uns also dem Riesling zu.

In der Ersten Nase drängt sich schon ab dem Eingießen aus der Flasche in einem Meter Entfernung vom Glas ein Pfirsichdurft gemischt mit Marille auf. Die zweite Nase steht im Zeichen von Maraschinokirschen. Beides stellt sich sehr süß dar. Geschmacklich kontrastiert wird dies durch eine eher halbtrocke bis trockene Wahnnehmung am Gaumen, in der eine deutliche Säure hinzutritt. Der lange Nachhall ist von der Säure und Andeutungen des Pfirsichs bestimmt. Ein außergewöhnlich fruchtiger Riesling, der sich ausgesprochen stark von deutschen Rieslingen unterscheidet. Er hat aber etwas von der Frucht aus dem Rheingau und der süffigen Perlung der badischen Weine.

Es ist ein sehr starker Terroirbezug deutlich, der – wenn man abstrakt versucht den Einfluss der Rebsorte aus dem Wein abzuziehen – Ähnlichkeiten zu einem typischen Grünen Veltliner herstellt. Dieser Wein würde perfekt in einen deutsch-österreichichen Themenabend mit je einem Riesling und Veltliner aus den beiden Ländern passen. Dabei könnte der Einfluss von Terroir und Rebsorte und deren gegenseitige Überlagerung geschmacklich untersucht werden.

Veit Riesling trocken
Österreich (Weinviertel)
Erzeuger: Weingut Veit
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5%
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 7,30 €
Verschluss: Silikon
Quelle: Diskont