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Weingut Schloss Proschwitz Surprise 2010

Mittwoch, 7. September 2011

Weingut Schloss Proschwitz Surprise 2010Surprise, Surprise. Der Weinjahrgang 2010 kann in vielerlei Hinsicht als recht überraschend gelten. Eines war mit der Ernte klar: Die Mengen sind gering. Vorschnell wurde von einem schlechten Jahrgang geschrieben. Und dann kamen mehr und mehr positive Überraschungen. Zugleich gab es in einigen Regionen Probleme mit der Reife der Trauben. So schauen wir mal nach Sachsen zum Weingut Schloss Proschwitz. Hier hat man im Jahr 2010 das Cuvee Surprise gefüllt.

In der Nase des Surprise vom Schloss Proschwitz sind helle Früchte mit weißem reifen Pfirsich. Am Gaumen kann man Mango und eine frische Grapefruit wahrnehmen. Eine leichte Würze lässt etwas an den Grünen Veltliner erinnern. Dies scheint ein recht typischer Ton zu sein, der in vielen Weinen aus 2010 anzutreffen ist. Aber dann kommt er Surprise wieder mit einer eleganten Frucht. Man mag vieles über Sachsen als Grenzregion für Weinbau schreiben. Über den Jahrgang 2010 wird sicherlich auch noch ein abschließendes Wort fallen, beides soll diese Notiz über den „Surprise“ 2010 vom Weingut Schloss Proschwitz nicht ersetzen. Das Cuvee aus Deutschland sollte einfach etwas mehr gepflegt werden. Hier wurden Scheurebe, Traminer und Weißburgunder verwendet. Unser Urteil zum Surprise: Überraschend gut!

Hier kann man den Surprise 2010 ab Weingut kaufen.

Schloss Proschwitz -Prinz zur Lippe – Weissburgunder Kabinett trocken
Sachsen – Meißen
Erzeuger: Weingut Schloss Proschwitz
A.P.Nr: 10 19 11
Inhalt: 0,75
Alkohol: 11,5%
Jahrgang: 2010
Einkaufspreis: 10,50 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: ab Weingut

Jan Ulrich Seußlitzer Heinrichsburg Johanniter

Montag, 6. Juni 2011

Jan Ulrich Seußlitzer Heinrichsburg Johanniter[Exkursion Sachsen #5] Sachsen ein sehr kühles Anbaugebiet. Man kann es sogar auf der klimatischen Grenze des Weinbaus sehen. Dies erfordert einige Anstrengungen vom Weinerzeuger. Zudem sind Rebsorten notwendig, die früh reif sind. Meiner Erfahrung nach ist es für Spätburgunder und Riesling recht schwer in Sachsen. Johanniter könnte da einen Ausweg darstellen. Die Rebsorte ist eine Kreuzung aus Riesling, Ruländer, Gutedel und Seyve-Villard, wobei sie dem Riesling am ähnlichsten in Aussehen und Geschmack ist. Im Unterschied ist der Johanniter jedoch eher reif, ist gegen Echten Mehltau, Pilze und Winterfröste widerständiger.

Trotz der Vorzüge des Johanniter in kalten und feuchten Langen mit kurzer Vegetationsperiode sind nur 59 Hektar in allen deutschen Weinbaugebieten mit der Rebsorte bepflanzt. In Sachsen steht ungefähr 1 Hektar unter Johanniter (das sind ca. 0,2% der Rebfläche). Der Riesling ist trotz der Nachteile im Anbau 60mal mehr verbreitet. Das Weingut Jan Ulrich hat nichts mit den Fahrradfahrer zu tun. Das Ehepaar Ulrich erlernte Ende der 1980er Jahre den Beruf des Winzers am Schloss Wackerbarth. Seit 1992 machen sie ihre eigenen Weine. Mit Rebsorten wie dem Johanniter versucht das Weingut Jan Ulrich den Einsatz von Spritzmittel zu reduzieren.

Der Johanniter vom Weingut Jan Ulrich zeigt sich in einem hellen Strohgelb im Glas. Die Nase dieses Weins aus der Lage Seußlitzer Heinrichsburg ist dezent mit grünen Birnen und Äpfeln. Der Johanniter ist leicht am Gaumen mit angenehm leichter Fruchtsüße neben einer schlank-frischen Säure. Dieser Seußlitzer Heinrichsburg ist fein strukturiert und fast schön filigran. Im Nachhall sammelt der Johanniter von Jan Ulrich seine Kraft und steigt ganz langsam zu einer angenehmen weißen Pfirsichfrucht an. Es ist aus unserer Sicht ein klasse Wein für alle die Leisetreter mögen. Ist der Johanniter ein Retter für das etwas kühle Anbaugebiet Sachsen?

Jan Ulrich Seußlitzer Heinrichsburg Johanniter
Sachsen
Erzeuger: Weingut Jan Ulrich
A.P.Nr: 04 01 09
Inhalt: 0,75
Alkohol: 11,5%
Jahrgang: 2008
Einkaufspreis: 10,00 €
Quelle: Fachhandel

HofLössnitz Radebeuler Goldener Wagen Riesling trocken

Donnerstag, 19. Mai 2011

Exkursion ins Weinland Sachsen[Exkursion Sachsen #3] In Radebeul bei Dresden gibt es einige Weinerzeuger. Am bekanntesten ist das flächenmäßig sehr große Staatweingut Wackerbarth. Und sogar Bioweine werden in dieser Gegend von Sachsen erzeugt. So zum Beispiel im Weingut HofLössnitz. Dies macht auf seine Geschichte seit 1401 aufmerksam. Seit 1992 findet bei HofLössnitz wieder Weinan- und Ausbau statt. 9 Hektar werden bewirtschaftet. In der Lage Radebeuler Goldener Wagen wird komplett ökologisch angebaut. Hier lassen sich die Rebsorten Riesling, Müller-Thurgau, Weißburgunder, Gutedel und Grauburgunder und Goldriesling finden.

Kommen wir zum Radebeuler Goldener Wagen Riesling trocken vom Weingut HofLössnitz aus dem Jahr 2008. Der Wein ist in einem hellen Strohgelb mit grünen Reflexen im Glas. In der Nase sind Noten von noch leicht unreifer Quitte und Exoten wie Dragonfruit oder Maraquja im Hintergrund. Am Gaumen zeigt sich dieser Riesling leicht mit dezenter Säure. Diese steigt nun sehr grün wirkend an.

Leider ist das Vergnügen mit dem Radebeuler Goldenen Wagen dann schnell vorbei, da nun Teiloxidation und UTA den Nachhall prägen. In der Nase hatte sich das schon ganz dezent angedeutet. Ich wollte es aber nicht wahr haben. Schade! Hier hat man viel versucht und wenig geschafft. Riesling ist nun mal eine anspruchsvolle Rebsorte. Einen schmackhaften Wein im kühlen Nordosten in Bioqualität zu erzeugen kann man als eine sehr große Herausforderung sehen. Dies ist mit dem Jahrgang 2008 dem Weingut HofLössnitz leider nicht geglückt.

HofLössnitz Radebeuler Goldener Wagen Riesling trocken
Sachsen
Erzeuger: Weingut HofLössnitz
A.P.Nr: 37 07 09
Inhalt: 0,75
Alkohol: 11%
Jahrgang: 2008
Einkaufspreis: 10,00 €
Verschluss: Schrauber
Quelle: Fachhandel

Schloss Wackerbarth Cuvee Sachsen Weiss

Dienstag, 17. Mai 2011

Schloss Wackerbarth Cuvee Sachsen Weiss[Exkursion Sachsen #1] Wenn man nach dem bekanntesten Weingut in Sachen fragt, so wird man bestimmt auch von Schloss Wackerbarth hören. 1928 wurde es als Staatsweingut gegründet. Nach schwierigen Zeiten versuchte der Freistaat Sachsen in den 90er Jahren das Weigut zu verkaufen. Es fand sich jedoch kein Käufer. 1998 entschied man sich das Weingut als Land weiter zu betreiben. In den Jahren 2000 bis 2002 wurde dann ein neues Gebäude für die moderne Weinproduktion neben dem Schloss Wackerbart errichtet (im Bild oben rechts). Das Cuvee Sachsen ist ein Lagen- und Rebsortencuvee welches als rote und weisse Variante existiert. Sie sind in der traditionellen Sachsenflasche abgefüllt.

Schloss Wackerbarth Cuvee Sachsen WeissDieser Wein vom Schloss Wackerbarth zeigt sich in einem hellen und strohigem Gelb im Glas. In der Nase sind beim Cuvee Sachsen schon fast überschwänglich florale Noten. Am Gaumen zeigt vor allem der Müller-Thurgau sein typisches Fruchtspiel. Das wird dezent vom Riesling untermalt. Da sind bei diesem Wein von Schloss Wackerbarth erst Lychie und dann reifer Pfirsich wahrzunehmen. Die Säure ist sehr dezent unter dem passenden Fruchtzucker verborgen. Der Nachhall bleibt lange mit subtiler Mango bestehen. Mit dem Cuvee Sachsen zeigt das Schloss Wackerbarth – nicht nur in der äußeren Gestaltung – Format. Den Weinen aus Sachsen wirft man ja immer vor, leicht überteuert zu sein. Dieser Weißwein vom Schloss Wackerbarth ist bei 8,50 Euro aber durchaus marktgerecht. Nur schade, dass die Sachsen so wenig von ihren Weinen in die weite Welt abgeben.

Schloss Wackerbarth Cuvee Sachsen Weiss
Sachsen
Abfüller: Weingut Schloss Wackerbarth
A.P.Nr: 46 02 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 11,5%
Jahrgang: keine Angabe, wahrscheinlich 2009
Einkaufspreis: 9,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Schloss Proschwitz Weissburgunder Kabinett trocken

Samstag, 15. November 2008

Nach dem Müller-Thurgau vom Weingut Martin Schwarz ist der Weissburgunder Kabinett trocken vom Schloss Proschwitz der zweite Wein den ich von meiner kleinen Recherchereise aus dem Weinbaugebiet Sachsen mitgebracht habe. Der Müller-Thurgau hat mich enorm begeistert. Mal schauen, was der Weissburgunder Kabinett trocken aus dem Jahr 2007 vom Schloss Proschwitz kann. Im Glas ist ein ganz leichtes Moussieren zu beobachten. In der Nase ist ein frischer Geruch mit floralen und holzigen Aspekten. Am Gaumen wirkt der Wein erdig. Im Nachhall ist Holz mit nussiger Frucht. Der Nachhall bleibt etwas bestehen. Der Weissburgunder Kabinett trocken vom Schloss Proschwitz ist so weit ganz in Ordnung. Als Wein durchaus schmackhaft. Jedoch ist bei dem Preis von 13 Euro durchaus ein Solidaritätszuschlag für die schwierigen Anbaubedingungen in Sachsen enthalten.

Schloss Proschwitz -Prinz zur Lippe – Weissburgunder Kabinett trocken
Sachsen – Meißen
Erzeuger: Weingut Schloss Proschwitz
A.P.Nr: 10 05 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12%
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 13,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Martin Schwarz Müller-Thurgau 2007

Mittwoch, 12. November 2008

Wie beschrieben ist dieser Müller-Thurgau einer von zwei Weinen, die ich auf meiner kleinen Recherchereise ins Weinland Sachsen käuflich erwarb. Ich schreibe ja schon seit dem Bestehen dieses Weinblogs davon (also mehr als zwei Jahre), dass die ostdeutschen Weinbaugebiete und ihre Wein etwas mehr Beachtung erfordern. Das ist aus dem tiefsten Westen heraus durchaus schwer. Die Sachsen behalten fast alle guten Weine für sich selbst und bemessen sie mit hohen Preisen. Das ist vordergründig typisch sächsischer Eigensinn, bei dem man sich jedes mal danach fragt, ob es Reflex oder Folge von Reflexion ist.

So zum Beispiel wird für den Müller-Thurgau vom Weingut Martin Schwarz 13 Euro 50 verlangt. Nach verlassen des Ladens, in dem ich ihn erstand, fragte ich mich wirklich, ob ich nicht etwas verrückt bin, für einen Müller-Thurgau aus Sachsen von einem bundesweit nicht sehr bekanntem Weingut fast soviel zu bezahlen wie für den VDP-Mindestpreis für ein Großes Gewächs bei 15 Euro. Zudem gilt der Müller-Thurgau ja auch nicht gerade als Spitzenrebsorte. Der Wein schimmert eher hellgelb mit etwas grünen Reflexen im Glas. In der Nase des Müller-Thurgau von Martin Schwarz sind Apfel und Birne. Dabei sind duftig-reife Aspekte. Der Gaumen ist voll und weich. Im frühen Nachhall zeigt sich etwas nussige Holzigkeit, die vom Fassausbau zeugt. Im weiteren Nachhall hat man eine reife Birne. Es ist erstaunlich welche Klasse Martin Schwarz aus der Rebsorte Müller-Thurgau heraus holt. Dies ist der beste Müller-Thurgau, den ich jemals probiert habe.

Martin Schwarz Müller-Thurgau
Sachsen – Dresden
Erzeuger: Weingut Martin Schwarz
A.P.Nr: 211408
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5%
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 13,50 €
Verschluss: Silikon
Quelle: Fachhandel