weinverkostungen.de

Archiv für die 'D Württemberg' Kategorie

Weinrallye #85 Blaufränkisch vs. Lemberger oder Burgenland vs. Württemberg oder Heinrich vs. Jürgen Ellwanger

Samstag, 25. April 2015

Weinrallye Blaufränkisch Lemberger Burgenland Württemberg Heinrich Jürgen Ellwanger Und weiter geht die wilde Fahrt. Konkret gemeint ist hier die allmonatliche Weinrally. Stefan Schwytz hat in seinem Blog diese für den April mit dem Motto Blaufränkisch vs. Lemberger ausgerufen. Mein Beitrag beschäftigt sich mit zwei jeweils klassischen Regionen dieser einen Rebsorte nämlich Württemberg und dem Burgenland. Ich muss ehrlich eingestehen, dass es viele andere Rebsorten gibt, mit denen ich mich intensiver auseinander gesetzt habe. In der Verkostung gehen wir – weil das Gute liegt so nahe – von Nord nach Süd.

Lemberger aus Württemberg

So startet die Weinrallye mit dem Lemberger Hebsack trocken vom Traditionsweingut Weingut Jürgen Ellwanger. Weinbau wird in der Familie seit 500 und einem Jahr betrieben. Heute hat man 26 Hektar Rebfläche in 5 Orten. Der Hebsacker gehört in die Kategorie Ortwein. Der Lichtenberg gilt in diesem Ort als beste Lage in der das VDP-Weingut Ellwanger auch ein Großes Gewächs jeweils aus dem Spätburgunder und dem Lemberger erzeugt. Beide sind auf ähnlichem Preisniveau und gelten als die Spitzenweine des Weinguts.

Lemberger Württemberg Weingut Jürgen Ellwanger Kommen wir zur Verkostung: Der Lemberger Hebsack trocken von Ellwanger zeigt sich in einem helleren Rubinrot mit violettem Rand im Glas. In der Nase ist pfeffrige Würze und Pflaumenaromatik. Mit der zweiten Nase rieche ich reife Schwarzkirschen und getrocknete dunkle Früchte. Dabei behält dieser Lemberger einen weißen Pfefferton. Ganz unorthodox würde ich es als eine Mischung zwischen würzigem Spätburgunder und Chianti Classico ansehen. Das würde man jedenfalls meinen, wenn man diese Rebsorte nicht kennen würde.

Der Gaumen ist bei diesem Rotwein vom Weingut Ellwanger packend würzig mit gut integrierter Säure. Kurz meine ich er wirkt etwas dünn. Aber nein er meldet sich mit Rostaromen etwas feuchtem Tabak und ganz im Hintergrund leicht scharf wirkendem schwarzen Pfeffer in einer etwas holprigen Länge zurück. Untermahlt ist diese von einer musigen Pflaume. Man sollte diesem Lemberger aus Württemberg allerdings etwas Zeit zum öffnen geben. Mit einem zweiten Glas nachverkostet wirkt er wesentlich ruhiger. Insgesamt halte ich diesen Rotwein von Ellwanger für empfehlenswert, wenn man mal etwas Neues ausprobieren möchte. Dieser Lemberger ist im besten Sinne dieses Begriffes interessant, weil spannungsreich.

Blaufränkisch aus dem Burgenland

Nun geht es geschwind in die eigentliche Heimat des Lemberger. Diese ist nämlich das Burgenland. Hier heißt er jedoch schon immer Blaufränkisch. Nachgewiesen ist die Rebsorte in Österreich im 18. Jahrhundert. Ins Glas gibt es den Blaufränkisch vom Weingut Heinrich. Neben dem Rebsortennamen und der Herkunft tut sich hier noch ein drittes “vs.” auf. Der Blaufränkisch vom Weingut Heinrich ist nämlich kein Ortswein mit ähnlichem Boden, sondern ein Cuvee aus drei verschiedenen Bodentypen. Da wachsen die Reben „an den kalk- und schieferhältigen Lagen des Leithagebirges, den sandig-lemigen Südhängen der Parndorfer Platte und im fruchtbaren, ebenen Heideboden“, so der Erzeuger selbst.

Blaufränkisch Burgenland Weingut HeinrichZum Blaufränkisch vom Weingut Heinrich: Dichtes Rubinrot mit purpurnem Rand im Glas. In der Nase ist eine vollreife Kirsche. Dunkele Waldbeeren und Tabak ist in der zweiten Nase. Der Gaumen ist erst saftig und kompakt. Dann zeigt sich etwas Säure. Die Frucht bleibt schön stehen. Nach hinten wirkt er etwas adstringierend, wobei die rotbeerige und später fast schon brombeerige Frucht dies schön abfedert. Dieser Blaufränkisch ist eindeutig fruchtintensiver als der Lemberger von Ellwanger aus Württemberg. Das Bilden eines Cuvee aus drei Bodentypen hat sich bezüglich der Harmonie ausgezahlt. Zugleich gilt 2012 im Burgenland auch als ein sehr gutes Jahr.

Ich werde nach dieser Verkostung nicht gerade zum Blaufränkisch/Lemberger-Fan. Beides sind aber interessante und gute Weine mit denen man Spaß haben kann. Sie sind jeweils ihr Geld wert. Den Lemberger aus 2012 vom Weingut Jürgen Ellwanger habe ich für 10 Euro erstanden und für den Blaufränkisch vom Weingut Heinrich aus dem Burgenland habe ich 14 Euro bezahlt. Persönlich finde ich den Lemberger aus Württemberg etwas interessanter, weil ich würzige Spätburgunder mag. Vielen wird der Blaufränkisch besser gefallen, weil es der opulentere Rotwein ist. So also 1:1 und damit unentschieden. Es war wieder einmal eine schöne Rallye. Auf ein Neues im kommenden Monat.

Graf Adelmann Stella Leonis Cuvee SL trocken

Mittwoch, 27. Mai 2009

Graf Adelmann Stella Leonis Cuvee SL trockenWürttemberg ist bekannt für seine eigentümlichen roten Weine. Aber auch im weißen Bereich gibt es einige interessante Entdeckungen zu machen. Relativ weit verbreitet ist noch der Riesling mit knapp 20 Prozent der gesamten Anbaufläche. Weniger bedeutend sind in Württemberg Kerner, Müller-Thurgau, Silvaner, Ruländer, Muskateller, Weißer und Grauer Burgunder. Das Cuvee Stella Leonis vom Weingut Graf Adelmann besteht Weißburgunder, Grauburgunder und Riesling.

Graf Adelmann Stella Leonis Cuvee SL trocken verkostet

Im Glas zeigt sich beim Stella Leonis Cuvee SL trocken ein kräftiges Gelb mit grünen Reflexen. In der Nase ist eine dunkle Melone. Am Gaumen dieses Weins vom Weingut Graf Adelmann bringt Vanille und leicht nussige Note an den Gaumen, die fruchtig umspielt sind. Der Barrique-Ausbau ist zu schmecken. Der Nachhall des Stella Leonis Cuvee SL trocken bringt cremige Caramelnoten. Dieser Wein dem Weingut aus Württemberg hat schöne Harmonien und eine angenehme Länge. Die 14% Alkohol sind diesem Cuvee nicht negativ anzumerken. Sie sind bei diesem Stella Leonis weder zu riechen, noch zu schmecken.

Graf Adelmann Stella Leonis Cuvee SL trocken
Württemberg
Erzeuger: Graf Adelmann
A.P.Nr: 217 025 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14 %
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 11 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Aldinger Lemberger trocken

Freitag, 2. Januar 2009

Aldinger ist einer der bekannteren Winzer aus Württemberg. Bislang hatte ich nur empfehlenswerte Weine dieses Weingutes verkostet. Ich kann mich an einen hervorragenden Sauvignon Blanc von Aldinger auf der ProWein 2006 erinnern. Auch das Große Gewächs Riesling Lämmler, welches ich auf der Gutswein 2008 in Berlin probieren konnte, begeisterte mich. Doch wie sieht es mit einem einfacheren Wein von Aldinger aus der klassischen Rebsorte Lemberger aus?

Der Lemberger von Aldinger ist für die Rebsorte sehr dunkel im Glas er schimmert Violett. In der Nase zeigt er sich kräftig. Auch vom Geschmack her sind würzige Töne wahrzunehmen. Da ist eine harmonische Muskatnuss mit etwas Schwarzem Pfeffer. Der Lemberger von Aldinger ist rund und harmonisch am Gaumen. Rebsortentypisch ist kaum Säure wahrzunehmen. Am Flaschenboden sammelt sich Weinstein. Dieser Wein von Aldinger ist eine moderne Interpretation des sonnst häufig etwas hausbackenen Themas Lemberger. Man sollte dies mal probieren. Dann wird man feststellen, dass Lemberger nicht automatisch langweilig sein muss.

Aldinger Lemberger trocken
Württemberg
Erzeuger: Abfüllung Edition Aldinger
A.P.Nr: 181 004 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5 %
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 8,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Weingärtner Brackenheim Halberschlachter Dachsberg Trollinger trocken

Freitag, 21. November 2008

Weingärtner Brackenheim Halberschlachter Dachsberg Trollinger trockenJetzt gibt es wieder mal einen Wein aus Württemberg, weil “Kenner trinken Württemberger” oder so ähnlich. Es handelt sich um den trockenen Trollinger der Weingärtner Brackenheim aus der recht einfachen Lage Halberschlachter Dachsberg. Manche Etikettentexte sind einfach nur lustig. Zitat: “Brackenheim, Geburtsort von Bundespräsident Theodor Heuss, liegt südlich des schützenden Heuchelbergs”. Hat sich eigentlich mal bei den Weingärtnern Brackenheim jemand Gedanken gemacht, wie so etwas auf phantasievolle Menschen wirkt. Und hätte dies Loriot oder Otto gesagt, würden bestimmt viele Menschen lachen. Ich finde das Zitat jedenfalls sehr lustig, auch wenn es – so fürchte ich – ganz unfreiwillig dazu gekommen ist.

Weingärtner Brackenheim Halberschlachter Dachsberg Trollinger trocken verkostet

Doch nunzum Trollinger aus der Lage Halberschlachter Dachsberg selbst: Der Rotwein ist extrem hell und könnte fast für einen Rose gehalten werden. Das ist für diese Rebsorte gar nicht so ungwöhnlich. Zudem sind braune Reflexe im Glas, was eher seltener der Fall ist. In der Nase ist ein Geruch nach Konservendose. Im Mund ist eine ausgewogene Frucht mit etwas Muskatnuss. Der Nachhall ist nicht besonders lang. Halberschlachter Dachsberg Trollinger der Weingärtner Brackenheim ist ein ordentlicher Wein, der seine Fangemeinde bestimmt bei denen hat, die die aktive Zeit von Theodor Heuss noch miterlebt haben. Schade, dabei werden die Weine aus der Rebsorte Trollinger zunehmend wieder von jungen Menschen neu entdeckt.

Nachtrag 2014

Dieser Erzeuer unter diesem Namen nicht mehr existent. Im Jahr 2012 fusionierte diese Genossenschaft mit ihrem Nachbarn zu den Weingärtnern Stromberg-Zabergäu. Damit ist die drittgrößte Winzergenossenschaft in Württemberg entstanden. Bei den Weingärtnern Stromberg-Zabergäu bewirtschaften 1.150 Winzer eine Rebfläche von 750 Hektar. Den Trollinger gibt es unter der neuen Firmierung weiterhin im Handel. Ob er noch genauso schmeckt, müsste man einmal herausfinden.

Weingärtner Brackenheim Halberschlachter Dachsberg Trollinger trocken
Württemberg
Erzeuger: Weingärtner Brackenheim
A.P.Nr: 008 035 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5%
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 6,00 €
Verschluss: Silikon
Quelle: Fachhandel

Graf Neipperg Schwarzriesling

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Graf Neipperg ist ein sehr traditioneller Weinerzeuger. Seit über 700 Jahren wird hier Wein gemacht. Bei den roten Rebsorten herrschen bei Graf Neipperg die traditionellen württemberger Weine Lemberger, Schwarzriesling, Spätburgunder, Trollinger und Samtrot vor. Der hier verkostete Schwarzriesling von Graf Neipperg hat einen etwas pelzigen Geruch. Es zeigt sich eine feine Frucht, die mit weichen Tanninen an einen deutschen Spätburgunder erinnert. Dieser Schwarzriesling (hat nichts mit dem Riesling zu tun) ist etwas intensiver als der Trollinger oder der Lemberger von Graf Neipperg. Er hat einen vollen Abgang und erscheint nicht wirklich als trocken. Diese Weine liegen nicht unbedingt im Trend und sind meines Erachtens eher passend für eine ältere Altersschicht, die die tannin- und säureintensiven Rotweine nicht so sehr mag und Weine aus Bordeaux mit der unqualifizierten Äußerung „sauer“ bezeichnet. Gerne wird bei der Zielgruppe auch ein „vollmundiger“ Wein gefordert. Also am Besten den Mund mit Rotweinen von Graf Neipperg voll machen.

Graf Neipperg Schwarzriesling trocken
Württemberg
Erzeuger: Weingut des Grafen Neipperg
A.P.Nr: 226 016 06
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13%
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 10,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

WZG Lemberger trocken

Mittwoch, 30. Mai 2007

Über diesen Wein braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Er stammt von einer relativ großen Winzergenossenschaft mit dem Namen Württembergische Weingärtner Zentralgenossenschaft (kurz WZG). Der Lemberger ist sehr typisch für die Region. Auch der konkret von der WZG in die Flasche gebrachte Wein ist rebsortentypisch. Er ist für einen Rotwein sehr hell. Man könnte fast an einen Rose denken. Der Wein ist fruchtig, aber verfügt über sehr wenig Säure. Er erweckt dadurch den Eindruck halbtrocken oder gar lieblich zu sein. Fans dieses Geschmacksbildes nennen dies häufig vollmundig. Der Wein ist mal was anderes. Gerade an solchen regional sehr typischen Weinen scheiden sich die Geister.

Württemberg Lemberger trocken
Württemberg
Erzeuger: Württembergische Weingärtner Zentralgenossenschaft
A.P.Nr: 000 1164 07
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13%
Jahrgang: nicht angegeben (2007 abgefüllt; daher 2006 sehr wahrscheinlich)
Einkaufspreis: 4,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Supermarkt