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Archiv für die 'Ökowein' Kategorie

Bio-Bergerac: Clos Foulquier 2007

Donnerstag, 26. November 2009

Auch Bio-Weine gibt es in Bergerac, wie den Clos Foulquier 2007. In Frankreich wird dazu gerne das AB-Logo (Certifie Agriculture Biologique) verwendet. Diese Bewegung des ökologischen Landbaus geht auf das Jahr 1962 zurück. Seit 1993 ist das AB-Label mit dem der Clos Foulquier 2007 gekennzeichnet ist, von der französischen Regierung anerkannt. Doch zum Wein. Das Weingut Besson wird seit ca. einem Jahrhundert von gleichnamiger Familie bewirtschaftet. Auf dem Etikett ist der Urgroßvater des jetzigen Besitzers abgebildet.

Der Clos Foulquier ist rubin und klar im Glas. In der Nase zeigt er sich etwas ungewohnt. Dieser Bergerac ist auch im Geschmack sehr eigen. Der Clos Foulquier bringt eine intensive Würze mit Kräuter (Rosmarien und Majoran) an die Geschmacksnerven. Im Nachhall harmoniert sich der ungewöhnliche Eindruck. In der guten Länge sind leicht medizinale Richtungen zu schmecken. Bei dem Clos Foulquier 2007 handelt es sich um einen ganz guten Biowein aus Bergerac, der auch jetzt gut trinkbar ist. Das ist den verwendeten Rebsorten Cabernet und Merlot zu verdanken. Bei einer Blindverkostung diese jedoch nicht erkannt. Ein ungewöhnliches Geschmackserlebnis!

Clos Foulquier 2007
Frankreich – Bergerac
Erzeuger: Pascal Besson
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5%
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 5,00 €
Verschluss: Presskorken
Quelle: Fachhandel

Aldi Biowein

Samstag, 24. Januar 2009

Aldi BioweinJetzt gibt es den Aldi Biowein. Biologische Lebensmittel sind inzwischen weit verbreitet. Auch der Discount wie Aldi nimmt sich seit geraumer Zeit dieses Themas an. In den letzten Tagen rausche eine Meldung über eine Studie zum Biowein durch den Blätterwald. Dabei ist der Discount gar nicht bei den Bezugsquellen für Biowein aufgeführt gewesen. Auch Supermärkte, die derzeit einen mengenmäßig nicht unerheblichen Anteil am Handel mit Biowein ausmachen, waren beim Käufer weniger angegeben.

Aldi Biowein verkostet

Doch nun zu dem Aldi Biowein (gekauft bei Aldi-Nord). Es handelt sich um einen Cotes du Rhone aus 2006. Als Erzeuger ist Eugene Serrignon angegeben. Dieser Aldi Biowein kostet 3,79 Euro. Zwar muss die Erzeugung gar nicht wirklich teurer sein, als bei konventionellem Wein, aber auch da ist dieses Preissegment durchaus schwierig. Zugleich gibt es eine Reihe von Supermärken, die inzwischen Wein aus Trauben aus biologischem Anbau günstig anbieten. Die kommen vorallem aus Italien, Spanien und eben auch Frankreich. Zugleich ist dies für Bioweine ein absoluter Preiseinstieg. Generell ist dieser Aldi Biowein für diesen Preis auch gar nicht schlecht. Es gibt auch Cotes du Rhone für den doppelten Preis, die schlechter schmecken. Der Cotes du Rhone von Eugene Serrignon hat typisch würzige Noten. Insgesamt ist er relativ harmonisch und im mittellangen Nachhall hat er angenehm weiche Aspekte. Insgesamt ist der Aldi Biowein ein einfacher, aber ordentlicher Rotwein zum attraktiven Preis.

Eugene Serrignon Cotes du Rhone Biowein
Frankreich – Rhone
Erzeuger: Eugene Serrignon
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13 %
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 3,80 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Discounter

A. Christmann Riesling trocken

Montag, 12. Mai 2008

Nachdem auf der Weinbörse in Mainz der Jahrgang so hoch gelobt wurde, besorgte ich mir einen Riesling vom VDP-Präsidenten Steffen Christmann. Die Erwartungen können da leicht hochgeschraubt sein. Denn wie schmeckt ein Wein aus einem sehr positiv bewerteten Jahrgang, der zudem noch vom Weingut des Vorsitzenden des Verbandes der Prädikatsweingüter kommt. Bei dem Wein sind zwar keine Lagennamen angegeben, da es sich um den Gutswein aus dem Weingut A. Christmann handelt. Es war jedoch zu erfahren, dass er größtenteils aus den Lagen Ruppertsberger Linsenbusch und Deidesheimer Herrgottsacker stammt. Das sind nicht die kleinsten, jedoch gute Lagen.

Die Farbe dieses Rieslings vom Weingut A. Christmannist eher dunkel. Er hat einen orientalischen Geruch. Etwas auch nach asiatischen Früchten. Mir fällt da die Drachenfrucht (Dragonfruit) ein. Diese ist von Pfirsich untermahlt. Die Säure ist angenehm ausgewogen. Zudem hat dieser Riesling seine Längen, in denen kräuterige Noten vorhanden sind. Er ist signifikant und sehr deutlich wiedererkennbar. Das Weingut A. Christmann arbeitet seit einiger Zeit biodynamisch. Es handelt sich also um einen Biowein. Dieses Engagement hat sich im Ergebnis ausgezahlt.

Riesling Qualitätswein trocken
Pfalz
Erzeuger: Weingut A. Christmann
A.P.Nr: 5 173021001 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12 %
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 9,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Weingut Michlits Grüner Veltliner

Samstag, 13. Oktober 2007

Es gibt wieder ein mal einen Biowein. Dieser bezeichnet sich auf dem Etikett als “Biologisches Produkt” und wurde mit den Vorgaben von Demeter erzeugt. Das Weingut der Familie Michlits ist auf bio-dynamischen Anbau ausgerichtet und vertreibt die Wein häufig unter dem Namen Meinklang. Dies soll verdeutlichen, dass der Weinbau im Einklang mit der Natur passiert. Dieser Grüner Veltliner in der Ersten Nase etwas enttäuschend. Er hat wenig Aroma und ist zudem relativ hell im Glas, was ihn als wässrig erscheinen lässt. Doch der Schein trügt.

Dieser Wein vom Weingut Michlits schafft nämlich eine Kombination harmonisch zu vereinigen: Aprikose und Grüner Pfeffer. Diese leicht fruchtige Aprikosengeschmack zeigt sich früh auf der Zunge. Er ist feingliedrig und dezent. Am Gaumen hingegen dynamisiert sich der veltlinertypische Pfeffer, der in der Länge ein klein wenig zu kräftig wird. Insgesamt ist der Grüner Veltliner vom Weingut Michlits ein hervorragendes Geschmackserlebnis, welches in dieser Preiskategorie nach vergleichbarem sucht.

Grüner Veltliner
Österreich – Burgenland
Erzeuger: Weingut Michlits
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 6,00 €
Verschluss: Schraubverschluss
Quelle: Bioladen

Brüder Dr. Becker Riesling Classic

Freitag, 7. September 2007

Foto: Thomas GüntherDie Weinrallye geht nun in die dritte Runde. Das Thema wurde diesmal von Matthias Metze gestellt. Und wie bereits vermutet, geht es um Biowein. Speziell Riesling soll es sein. Vor dem Kauf dieses Weines fragte ich mich, ob beide Brüder promoviert haben müssen, wenn man „Brüder Dr. Becker“ aufs Etikett schreiben darf. Da diese Bezeichnung wie die vielen önologische Geheimräte und Reichsgrafen aber in der Vergangenheit entstanden ist und die Erben lediglich bei der Betriebsbezeichnung geblieben sind (zudem sind viele Doktortitel eingeheiratet), vergas ich den Gedanken an eine Recherche dieser Fragestellung schnell. Vielmehr lenkte sich mein Blick auf die reichlichen Logos auf der Flasche, die wie Orden schimmern.

Dies sind gleich drei. VDP, EcoVin und Classic. Zum VDP braucht man nicht viel zu schreiben. Zu EcoVin schon. Im Weinbereich sind ja mehrere Öko-Verbände aktiv (Naturland, Bioland, Demeter). Diese sind älter als das Bio-Siegel und die ihm zugrunde liegende Eu-Bio-Verordnung. In vielen Dingen haben diese Verbände wesentlich härtere Vorgaben, als es vom Bio-Siegel garantiert wird. Trotzdem ist bei den Weinen dieser Verbände selten das bekannte Bio-Siegel vorhanden. Das hängt auch etwas mit der Konkurrenz in der Kennzeichnung zusammen. Zudem wird das Bio-Siegel häufig auf preisgünstigen Weinen verwendet, wodurch eine Abwertung bei Weinen entstehen könnte, die eine ökologische Erzeugung nicht nur als positives Attribut eines Produktes zur Vermarktung, sondern als Mittel in einer Qualitätsphilosophie begreifen. Wer ökologisch am weitesten geht unter den Verbänden, ist sicherlich strittig und ich würde mich da nicht positionieren wollen. Zum Teil unterscheiden sich auch einfach nur die Ansätze.

Ein weiteres Logo ist das Classic-Logo. Dies wurde eingeführt um für eine Region typische Weine mit typischer Rebsorte zu kennzeichnen. Die Kennzeichnung mit dem Classic-Logo kränkelt leider etwas. Ich finde es ja immer gut, wenn man einen günstigen regionalen Standard schafft, also so etwas wie einen Bezugspunkt in der geschmacklichen Vielfalt der Weinwelt festlegt. Problematisch an dem Logo ist nur, das einige sehr günstige Weine dies tragen und diese wenig klassisch schmecken, sondern im schon verkosteten Einzelfall gar nicht.

Doch wenden wir uns nach der ganzen Etikettenleserei dem Wein selbst zu. Bzw. vorher sind noch einige Kleinigkeiten zur Ausstattung zu sagen. Helles Glas mag ich eigentlich nicht wegen der Problematik der Lagerung. Der Korken macht einen etwas billigen Eindruck. Sehr positiv an der Ausstattung ist, dass kein stinkender Kunststoff als Kappe verwendet wurde. Ich mag solchen Minimalismus.

Der Riesling erscheint relativ hell im Glas. Ohne mit der Nase am Glas zu schnuppern verströmt der Wein einen bezaubernden fruchtigen Geruch im Raum. Dieser zeigt sich auch im Mund. Der Geschmack ist sehr rund und harmonisch. Eine Ananas steht im Zentrum. Zudem sorgt eine gut portionierte Säure neben der reichen Frucht für Spannung. Sie drängt sich dabei aber keineswegs auf. Der Riesling hat herrliche fruchtige Längen. Dafür, dass ich zu dem Wein relativ blind in einem Bio-Supermarkt gegriffen habe (nein, nicht bei Basic), kann man das wirklich als einen Glücksgriff bezeichnen. Trotz des etwas herabqualifizierenden Classic-Logos ist der Wein seinem Preis mehr als angemessen. Dies gilt, obwohl der Riesling von Brüder Dr. Becker sich sehr deutlich von den Weinen unterscheidet, für die das Weinbaugebiet Rheinhessen bekannt ist und häufig geschätzt wird (z.B. Roter Hang, Gunderloch).

Riesling Classic
Rheinhessen
Erzeuger: Weingut Brüder Dr. Becker
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 7,50 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Bio-Supermarkt

Prinz zu Salm Schloss Wallhausen Kabinett

Freitag, 6. Juli 2007

Vorgestern gab es einen Wechsel beim VDP. Nun könnte hier aus einer an sich ziemlich langweiligen Pressemitteilung des Verbandes der Prädikatsweingüter über die Verdienste des scheidenden Präsidenten Michael Prinz zu Salm-Salm zitiert werden. Das könnte sich dann um die Themen „zeitgemäße Qualitätsstandards“, die internationale Vermarktung der „besten deutschen Weine“ oder die „Nachhaltigkeit im Weinbau“ drehen. Doch lassen wir dies. Die Qualität wird selten durch Reden in Verbänden bestimmt, sondern muss sich in jeder einzelnen Flasche vom neuen beweisen. So liegt die Idee nicht fern, einen Wein vom Prinz zu Salm-Dalbergschen Weingut zu verkosten. Der Reisling Kabinett hat eine relativ intensiv gelbe Falbe. Es zeigt sich gleich eine starke Süße, die jedoch nicht zuckrig oder klebrig wirkt. Die Frucht ist sehr leicht. In die etwas überdurchschnittliche Säure mischt sich eine Ahnung von bitteren Komponenten. Dies ist ein Riesling, der in den USA bestimmt reißenden Absatz findet. Ach, noch etwas: Der Wein ist Öko und mit Naturland-Siegel.

Schloss Wallhausen Kabinett
Nahe
Erzeuger: Prinz zu Salm-Dalbergsches Weingut
A.P.Nr: 7 779 144 28 06
Inhalt: 0,75
Alkohol: 9,5 %
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 8,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel