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Archiv für die 'Rotwein' Kategorie

Ollympus Primitivo Terre Nobili Salento

Sonntag, 15. Januar 2017

ollympus primitivo salento Jetzt gibt es den Ollympus Primitivo Terre Nobili aus Salento ins Glas. Um die Rebsorte Primitivo ist ein richtiger Boom in Deutschland in den vergangenen Jahren ausgebrochen. Vielfach wird gesagt, dass die besten dieser Weine aus Manduria kommen. Sicherlich auch. Aber was mögen viele an diesen Rotweinen? Primitivo ist bekanntlich die Rebsorte. Man kennt diese auch als Zinfandel in Kalifornien. Und hier verbirgt sich auch schon ein Hinweis auf den Erfolg des Primitivo. Denn häufig sind diese Rotweine gar nicht so trocken. Ebenso war es beim Boom der Überseeweine zu beobachten. Die Weintrinker hierzulande möchten häufig, dass der Wein trocken ist. Das ist eine etwas komische Vorstellung. Denn er soll meist dann doch gar nicht so schmecken. Und so kommt der Ollympus Primitivo mit 7,5 Gramm pro Liter Restzucker daher. Das ist recht dicht an der Obergrenze zum halbrtockenen Wein.

Ollympus Primitivo Terre Nobili verkostet

Der Ollympus Primitivo zeigt sich dicht und dunkel bis schwarz im Glas. In der Nase sind Blaubeeren. Dann rieche ich Brombeeren und sehr reife und duftig süße Himbeeren. Cassis und dunkle reife Trauben sind in der zweiten Nase. Da ist ganz weit hinten tatsächlich ein fast likörig eingekochter Ton von schwarzen Johannisbeeren. Am Gaumen ist dieser Rotwein erfrischend. Ich erinnere mich an intensiv schmeckenden Heidelbeeren mit Butter und Zimt-Zucker auch Dampfklößen. Gerade diese Mischung kann man in diesem Wein widerfinden. Dieser Ollympus Primitivo ist recht gefällig. Ich glaube es gibt wenige Menschen, die keinen Spaß damit haben. Seine 14% verbirgt der Wein gekonnt. Im Nachhall hat man etwas von Karamell. Das ist genauer wie bei einer Creme Brulee. Es rundet dieses Geschmackserlebnis harmonisch ab. Für Den Preis ist der Ollympus Primitivo ein empfehlenswerter Rotwein aus Salento in Apulien.

Italien – Apulien – Salento IGT
Erzeuger: Ollympus – Terre di Chiara
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14 %
Jahrgang: 2014
Einkaufspreis: 7 €
Verschluss: Presskorken
Quelle: Fachhandel
EAN: 8034076530828

Grignolino del Monferrato Casalese von Vicara

Sonntag, 11. Dezember 2016

grignolino del monferrato casalese vicaraIch habe jetzt eine Flasche Grignolino del Monferrato Casalese von Vicara vor mir. Ich glaube, dass selbst unter passionierten Weinfans diese Rotweine fast vollkommen unbekannt sind. Sogar die Region werden nur ausgesprochene Kenner von Wein aus Italien zuordnen können. Es handelt sich beim Grignolino del Monferrato um das Piemont. Diese Region ist als DOC anerkannt. Die Rebsorte wird dort gerade mal auf weniger als 450 Hektar angebaut. Diesen Rotwein hatte ich mir auch zwei Gründen gekauft: Neugier und 3 Gläser im Gambero Rosso. Und das für schlanke 10 Euro.

Den Gambero Rosso schätze ich als eine häufig zuverlässige Quelle für italienische Weine. Ein zweites mir sehr wichtiges Buch ist das „Lexikon der Weine Italiens“ von Luigi Veronelli aus dem Jahr 1991. Der Autor ist schon seit Jahren tot. Das Buch hat aber kaum an Wert verloren, auch wenn es inzwischen antiquarisch für ganz kleines Geld zu bekommen ist. Schon allein die Prosa des Vorwortes von Horst Scharfenberg ist erstaunlich. Solche einen Stil gibt es heute nicht mehr. Handlich auf dünnem Bibelpapier gedruckt verrät das Lexikon auf 374 Seiten recht viel über Weine, die kaum ein Mensch kennt. So eben auch über den Grignolino del Monferrato Casalese.

Grignolino del Monferrato Casalese von Vicara verkostet

Von der Farbe her ist dieser Wein tatsächlich Rubinrot. Das liest man häufig. Aber hier ist es wie bei einem funkelnden und transparenten Rubin, den man aus dem Museum kennt. Am Rand hat er einen leicht bräunlichen Einschlag. Luigi Veronelli schreibt in seinem Lexikon etwas von geranienfarbenen Reflexen. Das ist sicherlich originell. Aber bei diesem Rotwein von Vicara ist es nicht treffend. In der Nase ist ein leichter Duft mit Hagebuttentee, etwas Mandel und dezenter Würze in der zweiten Nase. Der Gaumen ist eher schlank und frisch. Stellenweise wirkt die bittere Mandel hier etwas wie Amaretto. Die dezente Duftigkeit dieses Rotweins trägt dazu bei. Das Buch von Veronelli ist nun 25 Jahre alt. Er meint Grignolino del Monferrato Casalese habe 11,5 bis 12 % Alkohol. Dieser hier von Vicara liegt bei satten 13,5%. Das steht dem Wein nicht schlecht. Aber einiges verändert sich eben doch mit der Zeit.

vicara grignolino del monferrato

Kleines P.S.
Eines möchte ich nicht unerwähnt lassen. Es gibt im Piemont auch noch die Rebsorte Freisa. Diese ist etwas weiter in der Region verbreitet, aber auch hierzulande kaum bekannt. Mich erinnert dieser Grignolino del Monferrato Casalese etwas an die Weine, die ich aus Freisa kenne. Zudem sieht diese DOC vor, dass man 10 Prozent an Freisa hinzufügen darf. Auf dem Etikett des Weins von Vicara steht davon nichts. Muss aber auch nicht.

Italien – Piemont
Erzeuger: Vicara
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5 %
Jahrgang: 2015
Einkaufspreis: 10 €
Verschluss: Presskorken
Quelle: Fachhandel
EAN: 8033286700182

Weinrallye #104 Gamay aus Moulin-a-Vent

Montag, 28. November 2016

gamay moulin a ventEs ist wieder einmal Weinrallye. Genauer ist es die 104te Runde dieser Veranstaltung. Beim vergangenen Durchgang war ich im Burgund. Nun hat Stefan von Baccantus das Thema Gamay gestellt. Hier ist sein Aufruf. Dies ist eine aus meiner Sicht sehr interessante Rebsorte. Genauer ist es eine Kreuzung aus Pinot Noir und Heunisch. Da wären wir also schon wieder im Burgund. Rotwein aus dem Beaujolais ist immer Gamay. Und Gamay ist recht häufig aus dem Beaujolais. Es gibt diese Rebsorte noch in einigen anderen Anbaugebieten in Frankreich. Zudem ist sie für die Schweiz nicht ganz unbedeutend. Weltweit ist sie auch noch in kleinen Mengen verstreut. So z.B. ist Gamay auch in den USA zu finden. Leider kann man so etwas in Deutschland nur unter großen Umständen erhalten. Interessant fände ich solche Weine.

Bei dem Wein meiner Wahl muss man gleich drei französische Anbaugebiete erwähnen. Natürlich kommt er aus dem Beaujolais. Das ist die korrekte Herkunftsbezeichnung dieses Moulin-a-Vent. Zugleich liegt dieses Cru direkt neben dem Burgund. Überhaupt hat das Beaujolais recht viel mit dem Burgund zu tun. So kann ein Cremant de Bourgogne auch aus dem Beaujolais kommen, bzw. aus weißen Trauben die im Beaujolais gewachsen sind. Der kann genauso gut aber auch Chardonnay vom Bereich Chablis enthalten. Was im abgebildeten Fall sehr köstlich ist. Doch das führt jetzt etwas vom Gamay weg.

gruhier cremant de bourgogne
Gruhier, hervorragender Cremant verkostet bei „Les Grand Jours de Bourgogne“ 2016

Beaujolais, Gamay aus Moulin-a-Vent verkostet

Das seltsame bei meinem Beaujolais ist, dass die Kellerei in Chenas liegt. Das ist weder eine Appellation des Burgund noch ist das gleichnamige der 10 Cru des Beaujolais gemeint. Vielmehr ist dies ein Ort im Gebiet Rhone. Es handelt sich also um eine Kellereiabfüllung der Cave du Chateau de Chenas. Dieser Rotwein ist anständig. Im Glas zeigt sich das typisch kräftige dunkle Rot. In der Nase sind rote Früchte mit Hagebutten. Der Gaumen ist weich und ausgewogen fruchtig geprägt. Die tiefgründige Länge passt. Das Cru Moulin-a-Vent ist in Deutschland zurecht hoch angesehen. In der Gunst von Weinkennern hierzulande wird es nicht selten als bestes Cru bezeichnet. Jedoch ist dies aus meiner Sicht durchaus eine Frage, welche Stilistik man präferiert.

Frankreich – Beaujolais
Erzeuger: Cave du Chateau de Chenas
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5 %
Jahrgang: 2012
Einkaufspreis: 11 €
Verschluss: Presskorken
Quelle: Fachhandel
EAN: 3760005090020

Wolfberger Pinot Noir aus dem Elsass

Dienstag, 15. November 2016

Wolfberger Pinot Noir aus dem ElsassIch verkostet jetzt mal den Wolfberger Pinot Noir aus dem Elsass. Ganz ehrlich: Ich tue dies eigentlich nur, weil ich die Rebsorte sehr schätze. Zugleich ist der Pinot Noir im Elsass nicht gerade die Profilsorte. Es ist dort die einzige rote Sorte. Das Gebiet ist aber eher bekannt für Gewürztraminer, Riesling und Pinot Gris. Alles weiße Rebsorten. Deswegen gilt für mich das Elsass als Weißweingebiet. Sicherlich gibt es dort auch einige sehr ambitionierte Erzeuger mit hervorragenden Spätburgundern. Doch nur wenige und diese sind etwas wenig bekannt.

Wolfberger Pinot Noir aus dem Elsass verkostet

Häufig ist der Pinot Noir aus dem Elsass recht hell in der Farbe. Man könnte diese „Rotweine“ fast allesamt als Rose durchgehen lassen. Die Rebsorte ist ohnehin häufig nicht sehr kräftig in der Farbe. So ist es auch bei diesem von Wolfberger. Ein dunkles Rose ist es hier. In der Nase ist etwas Himbeere mit Erdbeere. In der zweiten Nase ist ein dezenter Vanilleton mit einer leicht herben Note und Brombeere frisch vom Strauch im Hintergrund. Der Gaumen dieses Wolfberger Pinot Noir ist extrem weich. Ich vermisse etwas eine kernige Säure. Der Nachhall ist mit etwas saftiger Kirsche harmonisch, aber nicht sehr lang. Es bleibt mir etwas ein Mysterium, wieso am Kaiserstuhl einige der besten Spätburgunder Deutschland reifen. Das Elsass ist nicht wirklich weit weg und bringt viel zu häufig nur Mittelmaß in die Flasche. Doch das ist in diesem Fall akzeptabel.

Nun, für mich war das ein guter Test. Mit dem Pinot Noir aus dem Elsass werde ich wahrscheinlich kein großer Freund. Der Wein ist aber völlig Okay und bei ca. 7 Euro auch nicht zu teuer. Für mich ist es aber eigentlich eine Charakterrebsorte. Dies kommt mir bei diesem Rotwein jedoch zu kurz. Er plätschert so vor sich hin. Tut dabei niemandem weh. Er hat aber auch nicht viel zu sagen. Und ganz ehrlich: Ich hätte es schlimmer vermutet. Nur schade, dass der deutsche Importeur bei diesem Wein den Begriff Charakter verwendet. Das passt hier aus meiner Sicht nicht wirklich. Auch wenn Wolfberger – nicht trotz, sondern gerade weil seiner Größe gemessen an der Menge – eigentlich ganz gute Weine erzeugt. So z.B. auch in der Top-Lage Rangen de Thann.

Frankreich – Elsass
Erzeuger: Wolfberger
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5 %
Jahrgang: 2015
Einkaufspreis: 7 €
Verschluss: Nomacorc Kunststoff
Quelle: Fachhandel
EAN: 3221240751348

Chateau Maillard Bordeaux Graves

Sonntag, 13. November 2016

chateau maillard bordeaux gravesWir haben nun den Chateau Maillard aus Bordeaux im Glas. Genauer stammt dieser Rotwein aus der AOC Graves. Der Name dieses alten Gebiets in Bordeaux leitet sich von dem Boden ab. Dieser ist reich an Kieselsteinen. Einige sehr namenhafte Weingüter sind hier zu hause. Da ist besonders das Chateau Haut-Brion zu nennen. Dieses erhielt 1855 die hervorragende Klassifikation als Premier Grand Cru. Von dieser Klasse ist das Chateau Maillard jedoch um Längen entfernt. Eher bodenständig werden auf 47 Hektar im südlichen Graves Weine vor allem aus Merlot und etwas Cabernet Sauvignon erzeugt. Hier ist der Boden etwas sandiger und stärker von Lehm geprägt.

Chateau Maillard Bordeaux Graves verkostet

Dieser Wein ist dicht und dunkel mit einem violetten Rand im Glas. In der Nase ist eine etwas zurückhaltende Brombeere. Daneben sind rote Früchte und ein klein wenig der Ausbau im Holz zu riechen. Mich erinnert der Geruch eher an einen Sangiovese aus den kühleren Lagen der Toskana. Aber das kann auch am Jahrgang 2011 liegen. In der zweiten Nase sind beim Chateau Maillard Zedern und etwas feuchter Tabak. Aber hier muss man schon ziemlich genau hinriechen.

chateau maillard bordeaux graves weinIm Mund wirkt dieser Bordeaux aus Graves frisch und recht leichtfüßig. Die Säure ist beim Chateau Maillard präsent. Seine Tannine sind recht weich. Trotzdem ist der Nachhall bei diesem Rotwein angenehm und fast schon belebend. Mit etwas Luft entwickelt sich ein schöner rotfruchtiger Geschmack mit viel Trinkfreude. Bei 7 Euro ist dieser Wein ein Schnäppchen und ein guter Einstieg in die große Welt des Bordeaux. Danach kann man sicherlich noch einiges größeres entdecken. Aber die Leichtigkeit des Chateau Maillard ist auch so eine Freude. Er eignet sich eher als Begleiter zu leichteren Speisen oder Käse.

Frankreich – Bordeaux – Graves
Erzeuger: Chateau Maillard
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12 %
Jahrgang: 2011
Einkaufspreis: 7 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel
EAN: 3303292303215

Chateau Arricau-Bordes Madiran

Montag, 7. November 2016

Chateau Arricau-Bordes MadiranNach dem schon gestern verkosteten Ode d’Aydie will ich einen weiteren Madiran hier verstellen. Dieser kommt vom Chateau Arricau-Bordes. Das gibt es seit 1150. Seit seiner Renovierung im Jahr 1988 gilt das Herrenhaus als ein historisches Monument. Der Erzeuger dieses Weines ist die Genossenschaft Cave de Crouseilles. Diese ist der größte Erzeuger in Madiran und gehört zum Verbund der Plaimont Producteurs. Dieser Rotwein wächst einem alten Weinberg mit 14 Hektar auf der Gemeinde Arricau-Bordes. Diese Madiran besteht zur Hälfte aus Tannat. Ergänzt wird dieses Cuvee mit je 25% Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Nach der Gärung findet für 12 Monate ein Ausbau in Eichenfässern statt. Danach lagert der Rotwein für mindestens weitere 12 Monate in der Flasche beim Erzeuger.

Chateau Arricau-Bordes Madiran verkostet

Der Wein zeigt sich tiefdunkel mit purpurnem Rand im Glas. Dieser Madiran ist fast schon schwarz. In der Nase sind beim Chateau Arricau-Bordes dunkle Waldbeeren mit Brombeeren im Zentrum. Aber auch reife Kirschen mit einem frischen Anklang im Hintergrund sind zu riechen. In der zweiten Nase ist dunkle Schokolade mit dezenter Würze. Der Gaumen ist packend. Zugleich bringt die Säure bei diesem Rotwein vom Chateau Arricau-Bores einen guten Trinkfluss. Im Nachhall ist eine dezente Vanille zu spüren. Aber auch leicht kräutrig geprägte frische Brombeere bleiben lange stehen.

Aus meiner Sicht schlägt dieser Madiran vom Chateau Arricau-Bordes viele Rotweine aus Bordeaux in diesem Preissegment um Längen. Stilistisch sind sich die Weine auch gar nicht so unähnlich. Es gilt als erwiesen, dass dieses Gebiet historisch am stärksten von Bordeaux beeinflusst wurde. In Madiran ist häufig Kraft und Ausdruck mit einer gehörigen Portion Weichheit harmonisch vereint. Auch in Sachen Lagerung bringen die Weine so einiges mit. 6 Jahre erscheinen mir hier unbedenklich zu sein. Ausgenommen von Ausnahmeweingütern wie Chateau Montus scheinen mir die Rotweine aus dieser Appellation hierzulande noch etwas zu wenig beachtet zu sein. Das wird sich hoffentlich bald ändern.

Frankreich – Madiran
Erzeuger: Plaimont / Chateau Arricau-Bordes
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14,5 %
Jahrgang: 2012
Einkaufspreis: 15 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel
EAN: 3270040326898