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Multiwein I: Stowells Sauvignon Blanc (Chile)

Mittwoch, 11. Oktober 2006

Stowells ist eine Linie die weltweit nach Ländern sortiert und in Rebsorten bzw. -cuvees getrennt Wein anbietet. Es gibt aus neun Ländern jeweils zumeißt zwei oder drei Weine. Ehrlich gesagt habe ich noch nie einen Sauvignon Blanc aus Chile getrunken. Es gibt sehr schön fruchtige mit einer reintönigen Säure in überzeugender Intensität aus Neuseeland oder auch Frankreich. Doch dieser Wein ist anders. Ich vermisse die dominannte Säurestruktur. Der Wein wirkt fast schon wie ein ungehobelter chilenischer Chardonnay. Der Nachhall ist relativ kurz. Gleichzeitig ist hervorzuheben, dass der Wein fehlerfrei und genießbar ist (keineswegs selbstverständlich in dieser Preiskategorie).

Dann fällt auf, dass auf der Flasche gar kein Jahrgang vermerkt ist. Das ist wohl auch nicht so wichtig, da der Wein jedes Jahr nebst Verschnitt genauso hingebogen wird. Hier zeigt sich nicht nur das Diskontgebot Nr. 1 (Du sollst sparen wo du kannst!), sondern auch die moralische Gelassenheit der schönen Neuen Weinwelt gegenüber vielfältigen technischen Neuerungen. Dadurch wird der Wein beliebig. Eingebettet in eine Alltagskultur, die so etwas unterstützt, wird Wein zum schnöden Gebrauchsgegenstand, dessen Charakter und Eigenwilligkeit nicht respektiert wird.

Quelle: www.stowellsofchelsea.co.uk

Ausdruck dieses Umgangs mit Wein ist auch das, was es von Stowells auf dem britischen Markt gibt. So kann man dort zwei Weine aus Deutschland – dem Land der Wölfe (oder soll das der Hund von Adolf sein?) – kaufen. Es gibt einen “Riesling-Pinot Grigio” und “Liebfraumilch” aus dem schönen quadratischen Kanister. Wahrscheinlich ist dies auch der passende Aufbewahrungsort für eine derartige Flüssigkeit. Glücklicher Weise gibt es das nicht bei Mutiwein. Dies wäre weit über meine Leidensfähigkeit hinaus gegangen.

Stowells Sauvignon Blanc
Chile
Erzeuger: Stowells
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13%
Jahrgang: nicht angegeben
Einkaufspreis: 3,35 €
Verschluss: Silikon
Quelle: Diskont

Silvaner von Freiherr Heyl 2005

Freitag, 4. August 2006

Auf den Wein hatte ich mich schon länger gefreut. Nach einer Vergleichsprobe des 2003er, 2004er mit dem 2005er Silvaner von Freiherr Heyl, war mir besonders der jüngste Jahrgang als sehr guter Wein in Erinnerung geblieben. Nun ist er erneut im Glas. Er hat eine schöne hellgoldgelbe Farbe (Weißgold) und zieht vielversprechende Schlieren. Die Nase zeigt eine angenehme leichte Frucht. Der Silvaner hat einen feinwürzigen Geschack, der am Gaumen leicht bitter wirkt. Langer warmer Nachhall. Insgesammt: Ein schöner magenfreundlicher Wein, der nach Flaschenöffnung jedoch recht schnell abbaut. Auf jeden Fall jung trinken. Dass es sich um einen Ökowein handelt ist eher eine Begleiterscheinung.

Silvaner trocken
Rheinhessen
Erzeuger: Freiherr Heyl zu Herrnsheim
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5 %
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 6,99 €
Verschluss: Silikonkorken
Quelle: Fachhandel

Verdejo aus Rueda

Freitag, 28. Juli 2006

Die Rebsorte Verdejo wird hauptsächlich in Rueda angebaut. Da die Trauben sehr empfindlich sind, findet die Ernte zu meist in der Nacht statt. Sie müssen schnell verarbeitet werden. Dadurch erhält der Wein seine Frische. Zum Lagern ist der Verdejo nicht besonders geeignet. Häufig wird er auch als Cuvée abgefüllt.

Es gibt mittlerweile recht viele Erzeuger des Verdejo, jedoch kaum eine Marktabdeckung in Deutschland. Der hier verkostete ist der Viña Mocén 2004. In der Ersten Nase überwiegen weiße Johannisbeeren begleitet von Stachelbeeren und weißem Flieder. Die Zweite Nase offenbart mineralische Töne mit Südfrüchten im Hintergrund. Der sehr trockene Geschmack wirkt fast schon leicht bitter und es gesellt sich eine Note von grünem Pfeffer hinzu. Der Nachhall ist mittellang.

Viña Mocén
Rueda – Spanien
Erzeuger: Bodegas Antano
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13 %
Jahrgang: 2004
Einkaufspreis: 7,80 €
Verschluss: Presskorken
Quelle: Fachhandel