weinverkostungen.de

Archiv für die 'Sonstige' Kategorie

Weine der Edition Fritz Keller bei Aldi – Herr Schlemmer und der Klassenkampf

Mittwoch, 16. April 2014

Weine der Edition Fritz Keller bei Aldi Herr Schlemmer und der KlassenkampfDas Thema ist alt. Die Weine ganz neu. Ich habe die aktuellen Jahrgänge von der Edition Fritz Keller für Aldi vor mir stehen. Aber eigentlich will ich die noch gar nicht probieren. Da ist so viel was vorher noch geklärt werden muss. In den vergangenen Wochen habe ich z.B. am Rande der ProWein so viel Mist über Wein bei Aldi und deren Zusammenarbeit mit hochwertigen Weinerzeugern und bekannten Beratern gehört. Vor allem Mitarbeiter eines Wein-Verlages, in dem eine Zeitschrift vor einiger Zeit mit ganzseitiger Werbung für den Wein von Lidl erschien, äußerten sich negativ über die Glaubwürdigkeit von den Leuten, die mit Aldi zusammenarbeiten. Hier geht es aus meiner Sicht mehr um das Abstecken der Reviere bzw. Konkurrenzdenken innerhalb der Weinszene, als um den Einsatz für bestimmte Vermarktungsformen von Wein.

Aber auch auf der Basis der Diskussion als Klassenkampf: Ich finde jede Handelsschiene sollte versuchen zu akzeptablen Preisen die beste Ware in die Regale oder auf die Palette zu bekommen, die möglich ist. Das hört sich erst mal nach marktwirtschaftlicher Sozialdemokratie an, aber: Grundsätzlich einen Handelsweg zu diskreditieren oder gar Personen (die für eine Beratungsleistung bezahlt werden) der Bestechlichkeit zu bezichtigen, führt nicht weiter. Vielmehr schränkt solch ein Denken ein. Man kann sich fragen, wie Engstirnigkeit und eine ergebnisoffene Bewertung von Weinen zusammenpassen.

Die Nische Fachhandel bestand noch nie jenseits des Gesamtmarktes. Sie ist Teil dieses Marktes. Sein Anteil wird auch durch die eigene Leistungsfähigkeit festgelegt. Wenn andere Vermarktungsschienen besser werden, so muss dieses Segment ebenso seine Vorzüge herausstellen. Ein wesentlicher Teil davon ist die klassische Fachberatung. Und eigentlich ganz simpel die Qualität der Produkte. Aber das kann auch hier noch nicht alles sein. Anstatt auf anderen Vermarktungsformen herumzuhaken oder gar diese für Schuldig am eigenen Misserfolg zu erklären, sollte man einen eigenen Weg hin zum Erfolg suchen.

Weine der Edition Fritz Keller

Ich schweife ab: Auch im eher herausforderungsvollen Jahr 2013 hat die Edition Fritz Keller wieder angemessen gute Weine in die Flasche bekommen. Der lachsrosane Rose, ist frisch mit Himbeeren in der Nase. Erzeugt ist dieser Wein aus Spätburgunder. Am Gaumen ist eine markante Säure, die den Wein schön spritzig in den Trinkfluss bringt. Etwas weißer Pfeffer und dezente florale Aromen sind im Nachhall des trockenen Rose. Rundherum ist das gelungen. Nichts großes, aber völlig in Ordnung für den Preis, den man an der Kasse des Hart-Discounters (der sich mit dieser Eigenmarke auch etwas softer zeigt) zahlt. Und der Schrauber verhindert den Korkfehler.

Weine der Edition Fritz Keller bei Aldi Herr Schlemmer und der KlassenkampfDer Weiße Burgunder aus dem aktuellen Jahr 2013 der Edition Fritz Keller ist strohgelb im Glas. In der Nase kann man fruchtig Pfirsich und reife Birne wahrnehmen. Der Gaumen ist säuregeprägt und schön trocken. Als gradlinig, knackig und blitzsauber kann man den Weißburgunder von Fritz Keller bezeichnen. Auch im Jahr 2013 werden diese Weine ihrem Anspruch gerecht. Man kann hier sicherlich kein Experiment oder irgendeine Herausforderung erwarten. Aber genau das wollen sehr wahrscheinlich die Käufer bei Aldi so.

Der Weißburgunder wird zu Vorspeisen, Fisch und Geflügel empfohlen. Das ist im ersten und dritten Fall etwas allgemein. Aber grundsätzlich passt das schon. Besser als „passt zum Spiel und vergnüglicher Stunde“. Aber auch das ginge wahrscheinlich in Ordnung. Das Mindestalter der Reben wird beim Weißburgunder mit 10 Jahren angegeben. Beim Spätburgunder Rose sollen es gar 12 Jahre sein. Naturnahe Erzeugung, Ertragsreduzierung und selektive Handlese sind weitere Schlagworte aus dem mir vorliegenden Beipackzettel zu den beiden Weinen.

Noch was zu den Etiketten: Hier kommt der im Titel versprochene Herr Schlemmer ins Spiel. Dieser heißt mit Vornamen Oskar und gilt als einer der bedeutendsten Künstler der klassischen Moderne. Seine 1932 mit Kohle, Graphit und braunem Farbstift auf Transparentpapier gezeichnete Skizze der Bauhaustreppe ziert die Etiketten der 2013er Weine der Edition Fritz Keller. Diese hat sich bekanntlich dem Bauhaus verschrieben. Hier haben wir schon einmal dargelegt, dass dies gerade auch in den Discounter passt. Leider wird wahrscheinlich die Mehrzahl der Kunden bei Aldi mit Kunst oder Bauhaus nicht so viel anzufangen wissen. Aber man sollte dieses Klientel wahrscheinlich auch diesbezüglich nicht zu sehr unterschätzen.

Edition Fritz Keller bei Aldi

Die beiden Weine sind seit Kalenderwoche 13 bei Aldi Süd erhältlich. Alle die im Norden der Republik wohnen, können wahrscheinlich ab dem 12. Mai 2014 den Rose für kurze Zeit als Aktionsartikel bei Aldi kaufen.

Zwei mal Alfred Gratien am Welt-Champagner-Tag

Montag, 29. Oktober 2012

Zwei mal Alfred Gratien am Welt-Champagner-TagAm 26. Oktober war der Welt-Champagner-Tag. Das hat irgendwie in Deutschland so niemand richtig mitbekommen. Im englischsprachigen Raum sieht es etwas anders aus. Dort wird digital der Global Champagne Day gefeiert. Auch ich hatte mich vertan und gedacht er würde in diesem Jahr am 28. Oktober sein. An diesem Tag war der Welt-Champagner-Tag nämlich auf einem Donnerstag im Jahr 2010 und an einem Freitag 2011. 2012 sollte es nun irgendwie beim Freitag bleiben.

Zeitnah stehen zwei Flaschen Champagner zur Verkostung bereit. Sie stammen vom Champagner-Haus Alfred Gratien aus Epernay. Nicolas Jaeger ist hier in der vierten Generation als Kellermeister tätig. Vor drei Jahren übernahm der diese Aufgabe von seinem Vater. Alfred Gratien arbeitet – wie viele andere sehr bekannte Erzeuger von Champagner – als Negociant-Manipultant. Im Unterschied zu vielen anderen Häusern verzichtet man hier jedoch vollständig auf die malolaktische Gärung. Damit soll die Typizität der Herkunft bewahrt werden. Zudem erhöht dies die Lagerfähigkeit. Tatsächlich trägt der aktuell auf dem Markt erhältliche Jahrgangschampagner die Angabe 1999 auf dem Etikett.

Zwei mal Alfred Gratien am Welt-Champagner-TagDen haben wir gerade allerdings nicht im Glas. Da befindet sich vielmehr der einfachste Champagner des Hauses Alfred Gratien, also der Brut. Er zeigt eine begeisternd feine Perlage im Glas. Von der Farbe lässt er sich in einem dunkleren Gelb mit bräunlichen und auch rötlichen Reflexen beschreiben. Auch die Nase ist überraschend. Hier zeigen sich Dörrobst, Feigen und Hefearomen. In der zweiten Nase ist etwas Haselnuss. Am Gaumen entfaltet der Alfred Gratien Brut eine volle Frucht mit Orangenschale. Die Säure ist gut eingebunden mit Grapefruit in der Länge. Dabei bleibt er cremig stehen. Nach intensiver Luftzufuhr hat man auch noch etwas Walnüsse im Nachhall. Das ist ein rundes und schönes Geschmackserlebnis, was man beim einfachsten Champagner eines Hauses in der Qualität nicht erwarten kann.

Zwei mal Alfred Gratien am Welt-Champagner-TagAls zweiten Champagner von Alfred Gratien steht der Rose Brut bereit. Auch hier gibt es eine feine Perlage zu bewundern. Im Glas ist eine dunkleres Lachsrosa. In der Nase erscheinen Kirsche, frische Beeren und rote Johannisbeeren. Am Gaumen ist wenig Säure. Der Champagner erscheint schlank und elegant. Bei insgesamt guter Balance erscheint er etwas kreidig und spät etwas trocken durch die Säure. Die Stilistik des Rose ist eher frisch geprägt. Aus meiner Sicht überzeigt vor allem der weiße Brut von Alfred Gratien.

Ich hoffe, dass der Welt-Champagner-Tag zukünftig eine feste Größe in der digitalen Kommunikation wird und auch im hiesigen Lande im kommenden Jahr so einiges mit diesem leckeren Prickelwasser passiert. Und wenn grad nicht Champagner-Tag ist, kann man sich ja mit Cremant von der Loire vergnügen. Zum Beispiel von Gratien&Meyer. Von dem Ableger des Champagner-Hausen haben wird ja schon einmal berichtet.

Das Wein-Sixpack der fünf Jungs aus Rhodt

Montag, 13. August 2012

Das Wein-Sixpack der fünf Jungs aus RhodtWir sehen jetzt einmal Rot. Also genauer gesagt sehen wir uns das Wein-Sixpack unter dem Namen Rhodter Vielfalt an. Hierbei handelt es sich um fünf weiße Rebsortenweine und ein Rosecuvee aus der Südpfalz. Die sechs 0,25l-Flaschen sind mit einem praktischen Kronkorken verschlossen. Damit kann man so einiges anstellen. Ich lud kurzerhand 5 Freunde ein um diese Weine zu probieren. Mal schauen, wem welche Weine gefallen.

Thorsten Krieger Grauburgunder
Bei Startnummer 1 gibt es das ein oder andere ratlose Gesicht in unserer illusteren Runde. Der Weißwein hat tatsächlich einen leichten Rosestich. Das wird bemängelt. Doch Weinkenner und ebenso das Etikett des Weins wissen es: Die Trauben des Grauburgunder haben eine rötliche Haut, weswegen diese Farbe im Wein zustande kommen kann. Einer findet auch den etwas kräftigen Gaumen störend. Doch Julia ist begeistert. Ihr gefällt die florale bis reife Birne in der Nase. Der fruchtige bis strenge Gaumen sagt ihr zu. Gerade weil dieser Grauburgunder von Thorsten Krieger wenig Säure hat. Aus einer anderen Richtung hört man etwas von einem feinen Schmelz im Nachhall.

Das Wein-Sixpack der fünf Jungs aus RhodtDas Wein-Sixpack

Marius Meyer Riesling
Als zweites gibt es einen Riesling. Frank ist sofort angetan vom Duft nach weißem Pfirsich mit Lychie. Für einen Riesling hält sich die Säure auch ganz gut in Grenzen. Allgemein wirkt dieser Wein von Marius Meyer belebend in der Verkostungsrunde. Ein Einwand soll aber hier auch genannt werden. Der Weißwein aus dem König der weißen Rebsorten ist selbst nicht adelig. Veilmehr gut trinkbar. Die Folge davon: Es kommt fast schon zu einem Streit um die letzten Tropfen aus der kleinen Flasche. Aber wir sind ja Weinfreunde.

Knut Fader Chardonnay
Bei Wein Nummer drei kehrt erst mal Stille ein. Alle müssen sich erst einmal orientieren. Schadonee, wie eine Teilnehmerin ulkt, ist eben doch eine Sache für sich. Manchem schaudert es, wenn er diese Rebsorte liest, doch vielen gefallen Weine aus Chardonnay. Zum Teil aus gegensätzlichen Gründen. Doch Ebby ergreift das Wort. Ihr gefällt die hellfruchtige und exotische Nase von kandierter Ananas bis Passionsfrucht. Ein Verkostungsteilnehmer bemängelt den etwas dünnen Gaumen. Ebby gefällt das: Das ist mein Wein!

Das Wein-Sixpack der fünf Jungs aus RhodtSechs Weine aus Rhodt

Christian Heussler Sauvignon Blanc
In Deutschland ist der Sauvignon nicht unbedingt heimisch. In letzter Zeit entstanden einige Erfolge mit dieser Rebsorte. Nicht unzufällig in der Pfalz. Hier gab es auf vielen unterschiedlichen Böden enormes Mengen- und Qualitätswachstum. Nummer 4 – das ist der Sauvignon Blanc von Christian Heussler – hat in der Nase etwas Stachelbeere. Matte (mit ähnlicher Frisur) mag so etwas. Ihr gefällt, dass dieser Sauvignon körperreich ist und nach hinten hinaus dropsig wirkt.

Stefan Meyer Rose
Nach den ganzen Weißweinen tritt mit der Nummer 5 ein Rose in die illustere Verkostungsrunde ein. Die Rebsorten sind nicht angegeben. Und so beginnt ein munteres Rätselraten in der inzwischen heiteren Runde. Da hört man was von Dornfelder. Spätburgunder wird von anderer Seite getippt. Der Name Portugieser fällt auch noch. Das der Wein aber dennoch aus der Pfalz kommt, führt zu Erheiterung. Die dunkle Färbe spricht eher für Dornfelder als für Spätburgunder. Anne gefällt der Duft. Neben Erdbeeren ist da ein sehr harmonisch stimmender Caramelton. Am Gaumen ist dieser Rose etwas rauchig, was nicht jedem in der Runde gefällt.

Rhodter Vielfalt Gewürztraminer Cuvee
Als krönenden Abschluss der Verkostung gibt es noch den Gemeinschaftswein des Gemeinschaftsweinprojekts. Der Gewürztraminer zeigt seinen typischen Rosenduft. Am Gaumen ist er extraktreich. Orangenschale im Nachhall. Als Gastgeber dieser kleinen Verkostung darf ich nun ausrufen: Das ist mein Wein! Etwas mehr Restsüße wäre bestimmt auch nicht schlecht gewesen. Schön saftig mit hellem Pfirsich und Ananas.

Das Wein-Sixpack der fünf Jungs aus RhodtUiiuiiuiiii. Das hat ja mal geradeso gepasst. Jeder Wein hat seinen Liebhaber gefunden. Spannend wäre doch mal eine Party mit ganz vielen Leuten und einer Menge dieser Six-Packs. Beim Aufräumen zählt man dann, wie viele Flaschen je Sorte geöffnet wurden und wie viele nur zur Hälfte getrunken wurden. Das wäre bestimmt ein schöner Feldversuch für dieses Wein-Sixpack aus Rhodt.

Man kann mit diesem Weinsixpack auch noch viele andere Dinge anstellen. Im kleinen Kreis kann man eine Rebsortenprobe machen. Mit den Nummern der Flaschen kann man lustige Kennenlernspiele veranstalten. Auf Partys kann man sich gut über die Weine unterhalten. Sie mischen sich schnell in jedes Gespräch. Und so sind die Weine der Rhodter Vielfalt rasch in aller Munde. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Das Wein-Sixpack der fünf Jungs aus RhodtEin großes Kompliment geht in die Pfalz für diese großartige Idee und die Umsetzung des Weinsixpacks (Hier ist ihre Webseite). Man muss sich ersthaft fragen, wieso es das nicht schon lange überall gibt. Nur eines haben wir sechs Leute in der Verkostungsrunde nicht verstanden. „Wein muss nicht immer kompliziert und verkopft sein“, heißt es von den fünf Winzern aus Rhodt. Wieso sind dann eure Köpfe auf den Flaschen?

Unsere zusammenfassende Wertung der Rhodter Vielfallt
Design: fünf Sterne
Geschmack: vier Sterne
Spielspass: fünf Sterne

… huch, das sind ja drei Dinge auf einmal.

Allee Bleue Isabeau 2010

Samstag, 11. August 2012

Allee Bleue Isabeau 2010Das Weingut Allee Bleue existiert in der Region Western Cape im Südwesten von Südafrika seit 1690. Den jetzigen Namen trägt es seit 1999, als es von der Familie Dauphin übernommen wurde. Bei dem Isabeau handelt es sich um das weiße Flagschiff von Allee Bleue. Es ist Isabeau de Villiers gewidmet. Trotz einer Größe von 150 Hektar werden bei Allee Blue hervorragende Weine erzeugt. Schon die Rebsorten dieses Weins machen auf ihn gespannt. Dies sind 50% Chardonnay, 47% Semillion und 3% Viognier. Die Ernte der Trauben für den Isabeau von Allee Bleue geschieht in der Nacht. Dadurch werden sie am wenigsten beschädigt.

Allee Bleue Isabeau 2010Der Wein zeigt sich in einem dunkleren Strohgelb im Glas. Der Isabeau ist kräftig in der Nase. Er wirkt buttrig bis nussig mit Kräutern und Passionsfrucht. Am Gaumen entfaltet sich bei diesem Weißwein von Allee Bleue ein intensiver Geschmack. Die Säure bringt Frische und ein schönes Spiel mit Frucht und Kräutern. Genau hingeschmeckt kann man hier einen bunten Strauß an Kräutern wahrnehmen. So fühlt man sich fast schon in der Provence. In der guten Länge des Isabeau beruhigen sich die Kräuter und ein runder Pfirsich mit Papaya hinterlassen einen freundlichen Eindruck. Insgesamt ist das ein gutes Bild, was Südafrika mit den Allee Bleue hier abgibt.

Allee Bleue Isabeau 2010
Südafrika
Erzeuger: Allee Bleue
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5 %
Jahrgang: 2010
Einkaufspreis: 16 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel
EAN 6009674100614

Domaine du Pre Baron: Touraine L´Elegante

Montag, 6. August 2012

Domaine du Pre Baron: Touraine L´EleganteEines vorweg: Dieser Wein ist der Hammer. Man liest auf dem Etikett die Appellation Touraine. Von diesem Bereich der Loire kommen viele anständige, gut trinkbare und zumeist preiswerte Sauvignons. Cabernet Franc gibt’s da auch. Sogar ganz geringe Mengen Chenin Blanc. Für viele Weingenießer ist das Thema Touraine mit den einfachen Weißweinen schon erledigt. Anders sieht bei dem Sauvignon Blanc mit dem Namen L´Elegante von der Domaine du Pre Baron in Oisly aus. Die Schlagworte hier sind ökologischer Weinbau und 30 Jahre alte Reben. Seit mehr als 40 Jahren wird die Domaine du Pre Baron von Guy Mardon bewirtschaftet. Sein Sohn Jean-Luc ist seit 1995 ebenfalls auf dem 35 Hektar großen Weingut tätig.

Der Touraine L´Elegante bringt ein kräftigeres Strohgelb im Glas. Anfangs ist bei diesem Sauvignon eine typische florale Stachelbeere in der Nase. Kurz denke ich: „ach ja Touraine“. Aber dann öffnet sich der Sauvignon und versprüht einen intensiven Kräutergeruch nach Minze und Salbei. Dabei bleibt bei diesem Weißwein der Domaine du Pre Baron in der Nase die Unterstützung von reifer Frucht stehen. In der zweiten Nase taucht bei dem Touraine L´Elegante noch eine medizinale Note und etwas Brennnesseltee auf. Die Säure ist bei diesem Sauvignon Blanc gut eingebunden. Am Gaumen ist der Wein rund und elegant. In der sehr schönen Länge tauchen die kräuterwürzigen Noten aus der Nase wieder auf. Sie sind jedoch harmonisch in ein sehr angenehmes und animierendes Gesamtbild integriert. Dieser Wein ist Meisterwerk der Domaine du Pre Baron in Oisly. Er sollte jedoch umbenannt werden in L’Complexe.

Domaine du Pre Baron Touraine L´Elegante
Frankreich – Loire – Touraine
Erzeuger: Domaine du Pre Baron
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5 %
Jahrgang: 2011
Einkaufspreis: 10 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel
EAN nicht vorhanden

Tresor Brut von Bouvet-Ladubay

Montag, 23. April 2012

Tresor Brut von Bouvet-LadubayBouvet-Ladubay gilt als einer der bedeutendsten Erzeuger von Cremant von der Loire. Ein Aushängeschild des Erzeugers ist der Tresor Brut. Das Haus wurde 1851 gegründet. Die Gründung dieses Hauses geht mit eine Legende einher. So soll Etienne Bouvet – verheiratet mit der hübschen Bäckerstochter Ladubay – in den riesigen Kelleranlagen aus Tuffstein einen Schatz der Abtei von Saint-Florent gefunden haben. Dieser soll in der französischen Revolution von den Mönchen versteckt worden sein. Nach dieser Legende sollen die beiden Spitzenprodukte von Bouvet-Ladubay Tresor heißen. Der weiße Cremant Saumur Brut besteht vor allem aus dem für die Loire typischen Chenin Blanc (ca. 80 Prozent) und der Rebsorte Chardonnay.

Tresor Brut von Bouvet-Ladubay vrkostet

Nicht selten wird den Schaumweinen von Bouvet-Ladubay eine Ähnlichkeit zum Champagner nachgesagt. Mal schauen, ob das stimmt. Im Glas zeigt sich der Tresor Brut in einem helleren Goldgelb. Die Perlage ist sehr fein und hält bei diesem Cremant extrem lange an. In der Nase sind frisch gebackene Croissants, Pfirsich und etwas exotische Frucht zu riechen. Der Gaumen wird beim Tresor Brut mit einer angenehm frischen Frucht umspült. Cremig und komplex prickelt dieser Cremant dahin. Im Nachhall bleibt eine Mischung aus Erfrischung und einem Hinweis auf reifem weißem Pfirsich mit etwas Vanille stehen.

Tresor Brut von Bouvet-LadubayGeschmacklich ist der Tresor Brut von Bouvet-Ladubay weit entfernt von einem Champagner. Er ist wesentlich voller und weniger von der Säure geprägt. Schon in der Nase fällt auf, dass diese leider zu häufig im Champagner zu findende Überbetonung von Hefe nicht so ausgeprägt ist. Aus unserer Sicht braucht der Tresor Brut keinen Vergleich mit Champagner. Auch solche Etikette wie „Bester Schaumwein der Loire“ braucht er nicht. So wie er ist, steht er für sich selbst in einer hervorragenden Qualität. Zudem ist der Tresor Brut von Bouvet-Ladubay auch noch wesentlich preisgünstiger, als empfehlenswerter Champagner. Und als so manche bekannte Marke aus der Champagne ohnehin.

Tresor Brut von Bouvet-Ladubay
Frankreich – Loire
Erzeuger: Bouvet-Ladubay
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5 %
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 18 €
Verschluss: Presskorken
Quelle: Fachhandel
EAN 3151330305017