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Rüdesheimer Berg Rottland

Freitag, 1. Juli 2011

Rüdesheimer Berg Rottland[Rheingau-Riesling-Route #5] Der Berg Rottland neben Rüdesheim ist recht imposant. Besonders wenn man mit dem Zug durch Bingen auf der anderen Rheinseite fährt, bäumt er sich vor einem auf. Zwar hat Rottland im insgesamt recht steilen und massiven Rüdesheimer Berg nur eine Steilheit von 35%. Er wirkt jedoch aus Sichthöhe des Rheins sehr massiv. Dazu tragen die zahlreichen Befestigungsmauern bei. Mit 30 Hektar Rebfläche ist der Rüdesheimer Berg Rottland die größte Einzellage im Rüdesheimer Berg.

Rüdesheimer Berg RottlandMan kann aus einigen Blickwinkeln sogar von der Rüdesheimer Burg statt dem Rüdesheimer Berg sprechen. Vor diesem Hintergrund kann man die Flurbereinigung in den 1970er Jahren sicherlich kritisch sehen. Der Rüdesheimer Berg ist charaktervoller geworden, hat aber etwas an Weinbauromantik eingebüßt zugleich erhielt es aber die Wirtschaftlichkeit des Weinbaus im Rüdesheimer Berg aufrecht. Gerade im westlichen Teil sind einige Parzellen derzeit nicht bewirtschaftet. Und dies nimmt in Richtung Assmannshausen in der Lage Frankenthal noch zu, da hier auch mit dem Knick des Rheins nach Norden die Hangausrichtung zu Südwest wechselt.

Rüdesheimer Berg RottlandDie Lage Rüdesheimer Berg Rottland erhielt ihren Namen durch die Rodungen im 11. Jahrhundert. Die Nassauische Weinbaukarte von 1867 kennt drei Lagen im Rüdesheimer Berg mit der Klassifizierung I. Dies sind Hinterhaus (dunkelrot als t gekennzeichnet), Rottland (u) und Berg (v). Während Berg heute eher der Lage Rüdesheimer Berg Roseneck entspricht, sind Rottland und Berg mit der Lagenreform von 1971 zusammengefasst worden. Weitere frühere Einzelbereiche im heutigen Berg Rottland sind Steinkaut, Wilgert, Linngrub, Kronnest und Stumpfenort.

Rüdesheimer Berg RottlandDer Rüdesheimer Berg Rottland ist mit seiner Südexposition recht trocken. Die frühere Lage Berg Bronnen enthält hingegen tatsächlich einen Brunnen. Vor diesem Hintergrund kann man sicherlich auch die Lagenzusammenfassung und die Einheitlichkeit der jeweiligen Einzellagen im Rüdesheimer Berg kritisieren. Zudem gibt es einige Parzellen besonders in Rheinnähe, die etwas geringer wertig sind. Besonders im Rottland findet man auch flache Bereiche mit nur 5% Steilheit.

Der Boden im Rüdesheimer Berg Rottland ist steinig mit hohem Anteil an rotem Schiefer. Teilweise ist auch grauer Schiefer und Kies vorhanden. Besonders Rottland ist für die restsüßen Rieslinge bekannt, da hier durch die mikroklimatischen Verhältnisse eine frühe Reife der Trauben einsetzt. Wichtige Erzeuger im Rüdesheimer Berg Rottland sind Leitz, Balthasar-Ress, Johannishof, Kloster Eberbach und Wegeler.

Rüdesheimer Berg Roseneck

Donnerstag, 30. Juni 2011

Rüdesheimer Berg Roseneck[Rheingau-Riesling-Route #4] Das Roseneck ist einer der vier Lagen im Rüdesheimer Berg. Diese heutigen Lagen sind ein Ergebnis von Flurbereinigungen, Zusammenlegungen und Befestigungen vor 40 Jahren. Noch 1950 war der Rüdesheimer Berg von zahlreichen kleinen Terrassen geprägt. In der Folge verschwanden bei der Lagenreform von 1971 Jahren viele Einzellagen. Darunter waren solche Namen wie Berg Bronnen (heute Rottland), Zinnengießer, Häuserweg und Hauptmann. Das Rüdesheimer Berg Roseneck ist mit 24 Hektar eine der größeren Lagen im Berg.

Die vier Einzellagen im Rüdesheimer Berg, Kaisersteinfels, Roseneck, Rottland und Schlossberg gelten als nahezu gleichwertig. Sie sind alle als Erste Lagen klassifiziert. Ihre Südexposition, eine Steilheit von bis zu 50% (im Schlossberg sogar bis zu 70%) und die umfangreichen Flurbereinigungen sorgen für Stabilität auch in schwierigeren Jahren. Der Rüdesheimer Berg ist eher trocken, weswegen es in warmen Jahren mit wenig Niederschlag zu Problemen kommen kann.

Rüdesheimer Berg RoseneckDer Rüdesheimer Berg Roseneck erhielt seinen Namen durch Rosenhecken. Wildrosen, Hagebutten und Schlehenhecken sind auch noch immer in dieser Lage zu finden. Der Boden ist oberflächlich von Verwitterungsgestein geprägt. In der Tiefe finden sich im Roseneck schiefriges Taunus-Quarzit mit Lösslehm. Der Boden ist nahezu kalkfrei. Der obere Teil der Lage Berg Roseneck ist eher vom Lösslehm geprägt. Hier ist es auch etwas flacher, als im westlichen Teil des Roseneck. Der westliche steilere Teil bringt eher feingliedrige Rieslinge hervor, während im Osten oberhalb vom Berg Rottland die Weine häufig eine kräftigere Säure haben.

Rüdesheimer Berg RoseneckWichtige Weingüter im Rüdesheimer Berg Roseneck sind Wegeler, Leitz, Kesseler, Eberbach, Anthony Hammond, Eser, G.H.Mumm und Breuer. Seit ca. 1200 sind Lagennamen im Rüdesheimer Berg Roseneck bekannt. Es war jedoch erst vor ca. 150 Jahren zunehmend üblich Einzellagen auf den Weinflaschen zu nennen. Zuvor wurden die Weine unter Ortsbezeichnungen vermarktet. Früher waren hier auch eine Vielzahl an Kleinlagen vorhanden, wie z.B. Katerloch, Dachsloch, Hellpfad, Eichenbäumchen, Platz, Paares, Spess und Ramstein.

Assmannshäuser Höllenberg

Dienstag, 28. Juni 2011

Assmannshäuser Höllenberg[Rheingau-Riesling-Route #3] Der Assmannshäuser Höllenberg ist eine imposante und qualitativ hochwertige Lage. Berühmt ist der Spätburgunder, der rund um Assmannshausen sein Zentrum in sonnst vom Riesling geprägten Rheingau hat. Daher wird die Region rund um den Höllenberg auch als Rotweininsel bezeichnet. Die Einzellage ist rund 37 Hektar groß. Der Assmannshäuser Höllenberg ist als Erste Lage klassifiziert. Hier können also Erste Gewächse erzeugt werden.

Assmannshäuser HöllenbergSeit mehr als 500 Jahren wird in Assmannshausen Spätburgunder angebaut. Schon in der Weinbaukarte des Nassauischen Rheingaus von 1867 taucht der Höllenberg auf. Mit dem Vermerk „Rother Wein“ wird die Lage noch Helleberg (helleres Rot in der Karte z) geschrieben und der Klasse II zugeordnet. Der heute weniger bedeutenderen Lage Hinterkirch (Dunkelrot in der Karte y) wurde 1867 die Klasse I zugewiesen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Zuschnitt der Lagen von damals und heute nicht übereinstimmt. Der Name Höllenberg stammt von dem Begriff Halde und verweist auf einen Steinbruch. Unweit entfernt ist tatsächlich noch ein Steinbruch vorhanden.

Assmannshäuser HöllenbergDer Hang des Assmannshäuser Höllenberg neigt sich mit 50 bis 65%. Die Süd- bis Südwestexposition sorgt dafür, dass der Spätburgunder in diesem nördlichen Gebiet reif wird. Der Boden spielt eine ebenso wichtige Rolle. Der in ihm vorhandene Phyllit-Schiefer sorgt für eine Wärmespeicherung, was der spät reifenden Rebsorte zu gute kommt. Zudem findet man Tonschiefer und besonders in der Nähe von Assmannshausen sind Lössböden vorhanden. Die Spätburgunder aus dem Höllenberg zeichnen sich häufig durch ihre Finesse und feine Frucht aus. In ihr sind Noten von Mandeln, Minze oder auch Blutorange zu finden. Wichtige Erzeuger im Assmannshäuser Höllenberg sind die Staatsweingüter Kloster Eberbach, Allendorf, August Kesseler, Mohr.

Lorcher Krone

Samstag, 25. Juni 2011

Lorcher Krone[Rheingau-Riesling-Route #1] Die Lorcher Korne gilt als eine privilegierte Einzellage im westlichen Rheingau. Die ca. 8 Hektar sind als Erste Lage klassifiziert. Aus ihr können also Erste Gewächse kommen. Mit Südwest-Exposition besteht in der Lorcher Krone eine Steilheit von 45 bis 50%. Die Böden sind recht gemsicht mit kalkigen, lehmigen Anteilen auf Lösböden mit Schieferanteilen. Die typische Rebsorte in der Lorcher Krone ist der Riesling. Bekannte Weingüter die Parzellen in dieser Lage bewirtschaften sind Mohr, Graf von Kanitz, Altenkrich und Eva Fricke.

Ayler Kupp

Sonntag, 18. Oktober 2009

ayler kuppAyler Kupp ist eigentlich nicht nur eine Weinlage an der Saar. Vielmehr sind dabei sieben teilweise nicht zusammenhängende Lagen an verschiedenen Bergen nahe dem Ort Ayl an der Saar zusammengefasst. Den Lagennamen Kupp gibt es nur im Anbaugebiet Mosel. Dort existiert der Name jedoch mehrfach (z.B. Wiltingen, Saarburg, Avelsbach, Serrig, Trier). Dabei ist der Ayler Kupp nicht nur wegen der Qualität der Weine, sondern auch aufgrund der Größe die bekannteste Lage. Sie wurde erstmals 1304 erwähnt. Der Name Kupp geht auf die Kuppe zurück. Im Bild ist der Teil des dieser Lage abgebildet, der am nächsten an der Saar liegt.

Ayler Kupp: Eine gute Lage?

Der Ayler Kupp gilt als eine gute jedoch aufgrund verschiedener Ausrichtungen als sehr unterschiedliche Lage. Er umfasst knapp 50 Hektar. Die Bewirtschaftung des unterschiedlichen natürlichen Potenzials des Ayler Kupp durch ganz verschieden qualitativ ausgerichtete Weingüter, erzeugt ein Preisgefüge der Weine aus dieser Lage ab 3 Euro bis in den dreistelligen Bereich. Es gibt also ein gewisses Qualitätsgefälle, was durchaus der Steilheit der Lage entspicht. Die nicht so guten Weingüter zu erwähnen wäre müßig. Einige bekannte Weingüter mit Rieslingen aus dieser Lage sind unter anderen Weingut Peter Lauer, Weingut Johann Peter Reinert, Margarethenhof und das Bischöfliche Priesterseminar.

Saarburger Rausch

Sonntag, 11. Oktober 2009

saarburger rauschDer Saarburger Rausch ist neben dem Saarburger Kupp eine der beiden ersten Lagen zu Saarburg. Der Rausch ist nur wenige Meter vom historischen Stadtkern entfrernt. Die Lage ist knapp 9 Hektar groß. Der Saarburger Rauch hat eine Ausrichtung von Südsüdwesten bis Südost. Seine Hangneigung beträgt 40 bis 60%. Die Bezeichnung Rausch hat nichts mit der Wirkung der Weine zu tun. Vielmehr ist damit das Geröll (umgangssprachlich Rusche) gemeint, auf dem die Reben wachsen. Dieses besteht aus Devonschiefer, Grauwacke und roter Feinerde.

Wesentliche Rebsorte im Saarburger Rausch ist der Riesling. Diese Lage hat in Teilen bis zum späten Abend Sonne. Zudem profitiert sie von der Wärme durch seine Ortsnähe. Aus dem Saarburger Rausch stammen hohe Prädikate bis hin zum Eiswein, mit einer hoher Lagerfähigkeit. Besonders berühmt aus dieser Lage sind die Rieslinge von Geltz-Zilliken. Aber auch das Weingut Dr. Wagner erzeugt hier Weine.