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Deluxe Cabernet Sauvignon Traubensaft

Deluxe Cabernet Sauvignon TraubensaftIn den vergangenen Monaten etablierte sich das gehobene Saftsortiment in den Supermärkten. Da waren an vielen Stellen nicht nur Apfelsäfte aus einzelnen Sorten aufgetaucht. Auch beim Traubensaft gibt es zunehmend Erzeugnisse aus einer einzelnen Rebsorte. So ist beispielsweise beim Discounter Lidl der Deluxe Cabernet Sauvignon Traubensaft in das Regal gelangt. Mit dieser Gourmet-Linie versucht dieses Unternehmen besonders in der Vorweihnachtszeit nun schon im zweiten Jahr gehobenere Kunden zu erreichen und mit dem zeitweise lockerer sitzenden Geld Mehrumsatz zu generieren.

Ein Traubensaft aus Cabernet Sauvignon hört sich erst mal ganz gut an. Die Qualität ist für einen Saft auch ganz gut. Dieser Traubensaft ist aber ziemlich süß. Da hilft nur ihn entweder etwas herunter zu kühlen oder als Schorle zu trinken. Das mit der Süße ist verständlich. So wird aus reifen Trauben beim Wein der Fruchtzucker durch Gärung in Alkohol umgewandelt. Ohne Gärprozess bleibt der Saft eben süß.

Zudem schmeckt der Deluxe Cabernet Sauvignon Traubensaft gar nicht nach der Rebsorte. Nichts ist von der typischen Säure zu schmecken. Und die rebsortentypischen Geruchsnoten fehlen. Die Kennzeichnung mit der Rebsorte scheint nur Marketing zu sein. Bei guten Apfelsäften aus einzelnen Sorten sind diese hingegen häufig typsich für die jeweilige Apfelsorte. Einige Säfte sind da süßer und fruchtiger und z.B. ein Boskoopsaft häufig säurereicher. Schade, dass es so etwas beim Traubensaft noch nicht gibt.


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© Thomas Günther / weinverkostungen.de
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Deluxe Cabernet Sauvignon Traubensaft

 

2 Kommentare zu “Deluxe Cabernet Sauvignon Traubensaft”


  1. Bernhard
    Sonntag, 30. Januar 2011 19:17
    1

    Hallo Thomas,

    mich wundert das Ergebnis deiner Verkostung nicht, denn weinsortentypisch schmeckende Traubensäfte sind generell nur sehr sehr eingeschränkt machbar.

    Der Geschmackseindruck eines Weines (der normalerweise die Basis für unser Bild einer Sorte ist) hat aus verschiedenen Gründen recht wenig mit dem eines unvergorenen Traubensaftes aus der selben Sorte zu tun:

    So werden für den Saft die Trauben wesentlich früher (und damit auch mit nicht ausgereiftem Aroma) geerntet, weil sie bei normaler, für die Weinerzeugung geeigneter Zuckergradation als Saft selbst mit Wasser verdünnt kaum mehr erfrischend zu trinken wären. Selbst dein Saft war dir schon zu süß, und der hat sicher keine gehobene Qualitätsweingradation. Trauben wurden eben jahrhundertelang darauf selektioniert für die Weinbereitung bis zur Reife möglichst viel Zucker anzureichern.

    Davon abgesehen sind sehr viele sortentypische Aromastoffe im Traubensaft an Zucker gebunden und damit zwar vor handen, für uns aber nicht riech- und schmeckbar. Erst die Abspaltung des Zuckers und dessen Vergärung setzt bei vielen Sorten jene Aromen frei, die wir als typisch erachten. Von dem Anteil, den die Reifung im alkoholischen Milieu mit Anwesenheit von Hefezellen, Sauerstoff, etc.an unserem Bild des Sortengeschmacks hat gar nicht zu reden.

    Dazu kommen dann noch die Auswirkungen der Pasteurisation auf das Saftaroma, die dem Wein ja üblicherweise erspart bleibt, die dortige Zugabe von SO2 zum Aromaschutz, die wiederum beim Saft nicht erlaubt ist, etc.

    Bleibt also sehr oft lediglich der Säuregehalt eines Traubensaftes, der vielleicht für die eine oder gegen die andere Sorte spricht.

    Grüße

    Bernhard


  2. weinverkostungen.de
    Donnerstag, 3. Februar 2011 22:05
    2

    Lieber Bernhard,
    danke für deine umfangreichen Informationen. Da steckt viel drin, was beim Endverbraucher nur kaum bekannt ist. Was ich ja mal interessant finden würde, verschiedene Saftmischungen herzustellen, die in Richtung verschiedener Weine/Rebsorten schmecken. Das würde auf jeden Fall besser sein, als alkoholfreier Wein.

    Das Verfahren zur Alkoholentfernung scheint mir nähmlich vielfach jede Typizität des Weins gleich mit zu nehmen. Auch da ist die Bezeichnung mit Rebsorten aus meiner Sicht. ziemlicher Unsinn.

    Viele Grüße
    Thomas