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Entwicklung bei den Riesling-News

Bild:  googleEine weitere Funktion bei den Google-Trends ist die Möglichkeit die Häufigkeit der Suchanfragen mit Meldungen aus den Google-News zu kombinieren. Hierbei werden laut Google nur englischsprachige Meldungen berücksichtigt:

„This graph shows you the number of times your topic appeared in Google News stories. When Google Trends detects a spike in the volume of news stories for a particular term, it labels the graph and displays the headline of an automatically selected Google News story written near the time of that spike. Currently, only English-language headlines are displayed“

, erklärt das Unternehmen dazu.

Zu beobachten ist, dass die englischsprachigen News von Google mit dem Schlagwort “Riesling” in den letzten vier Jahren eindeutig zunehmen (Bild oben, untere Kurve). Eine Erklärung kann dafür sein, dass die Grundgesamtheit der erfassten Nachrichten steigt und somit natürlich auch jedes einzelne Schlagwort. Eine zweite Möglichkeit wäre, dass international Riesling wichtiger wird. Dies entspricht auch meiner Wahrnehmung. Nun erschien in „DIE ZEIT“ vom 18.Oktober (S.54) ein sehr interessanter Artikel vom Kommunikationswissenschaftler Siegfried Weischenberg über die Wahrnehmung gesellschaftlicher Trends und Zustände durch Medien. Untermauert von Beispielen kommt er zu der Feststellung:

„Besonders gern erzeugen Medien Trends auf schmaler empirischer Basis“.

Das wäre doch auch eine Erklärung.

Noch zwei weitere Themen sind in dem Text von Siegfried Weischenberg mit dem Titel „Verkäufer ihrer selbst – Viele Medien bringen sich durch Spektakelmacherei und Nebengeschäfte um ihren Kredit beim Publikum“ sehr interessant. So macht er gefährliche Entwicklungen innerhalb der Printmedien aus. Eine betrifft die neben der eigentlichen Aufgabe einer Medienproduktion stattfindenden Geschäfte.

„Bemerkenswert auch, mit welcher Nonchalance Qualitätszeitungen ihre Nebengeschäfte mit CDs und DVDs im redaktionellen Teil bewerben. So wird nicht selten mittelmäßige Ware kulturjournalistisch geadelt“

, so der Kommunikationswissenschaftler. Dies ist genauso bei der Anpreisung von eigenen Weinangeboten durch Tages- und Wochenzeitungen (wir berichteten). Besonders die dabei häufig zu beobachtende Vermischung von redaktionellen Inhalten und einem eigenen Verkäuferinteresse ist dabei kritisch zu bewerten (hier ein aktuelles Beispiel aus dem vermeintlich seriösen Online-Journalismus). In der Problemanalyse stimme ich weitgehend mit Siegfried Weischenberg überein. Die Folgen sehe ich jedoch skeptischer. Meiner Meinung nach verlieren leider die so genannten Qualitätszeitungen durch ihre Nebengeschäfte nicht an Ansehen.

Eine weitere problematische Entwicklung in den Zeitungen, die von Siegfried Weischenberg angesprochen wird, ist dass hochwertige Printmedien sich immer mehr dem Markt aussetzen. Sie sind nunmehr in den westlichen Staaten kaum noch von staatlicher Repression bedroht, sondern vielmehr von Gewinninteressen. Dies betrifft auch die Nachrichtenauswahl. Diese passiert nicht mehr nur nach journalistischen Kriterien der Relevanz, sondern zunehmend nach einer Öffentlichkeitsökonomie. So werden in einigen us-amerikanischen Zeitungen Texte, die für die Titelseite vorgesehen sind und in eine Internet-Vorveröffentlichung nicht genug Klicks erzeugen, schnell auf hintere Seiten verlagert. Auch in Blogs kann man sehr gut verfolgen welche Artikel gelesen werden und welche kaum jemanden interessieren. Bei weinverkostungen.de werden wir uns den Benutzern nicht in einer solchen Form aussetzen. Jeder Text läuft chronologisch von oben herunter und auch das Verkostungsprogramm wird weiterhin nicht von den Usern der Suchmaschine Google vorgegeben.


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