Exkursion nach Portugal

exkursion portugalHeute gab es im Malkasten in Düsseldorf eine kleine önologische Exkursion nach Portugal. Veranstaltet und gut organisiert wurde sie durch die deutsche Vertretung von ViniPortugal. Dies ist eine übergreifende Organisation, die den Absatz von Wein aus Portugal fördert. Ähnliche Veranstaltungen werden in den kommenden beiden Tagen in Berlin und Stuttgart folgen. Bei der Verkostung standen die roten Weine aus verschiedenen Anbaugebieten und eingenständigen Rebsorten aus Portugal im Mittelpunkt.

Der Ibero-Weinexperte David Schwarzwälder beschrieb kenntnisreich und faktenorientiert die Regionen und zumeist autochthonen Rebsorten. In den 11 Weinbauregionen und Rebsorten wie Alvarinho, Arinto, Baga, Castelao, Jaen, Loureiro, Tinta Cao, Touriga Nacional drückt sich die Eigenständigkeit des Weinbaulandes Portugal aus. Internationale Rebsorten wie der Syrah sind in Portugal noch kaum zu finden. Die globale Chance dieses Weinlandes kann in einer Eigenständigkeit gefunden werden.

David SchwarzwälderIm Folgenden möchte ich fünf Weine hervorheben, die mir sehr gut gefallen haben. Da ist zum ersten der 2005er Rotwein der Quinta dos Roques aus der Rebsorte Jaen und dem in Deutschland bekannteren Anbaugebiet Dao. Die Farbe ist kräftig mit violettem Rand. Der Geruch dieses Jean ist sehr eigenständig mit etwas dunklen Beeren und floralen Noten. Im Kontrast zu dem anderen Jaen aus dem Dao in der Verkostung präsentiert sich der 2005er von der Quinta dos Roques etwas runder und wesentlich harmonischer im Nahchall.

Der 2005er Baga Pe Franco von Luis Pato ist dunkel mit violett/bräunlichem Rand im Glas. Zu erwähnen ist er hier aufgrund seiner enormen Dichte und Komplexität. Der Touriga Nacional von der Quinta do Casal Branco aus der Region Tejo (ehemals Ribatejano) besticht in der Nase mit einem erdingen und blau-floralen Duft. Am Gaumen präsentiert er sich als saftiges Leichtgewicht mit Anflügen von Earl Grey (Bergamotte). Der Nachhall dieses Weins der Quinta do Casal Branco ist angenehm rund.

jp Private SelectionNoch zwei sehr eigenständige, polarisierende und zuweilen ruppige Gewächse seien noch empfohlen. Da ist zum einen die JP Private Selection von Bacalhoa aus der DOC Palmela. Sie besteht aus der Rebsorte Castelao. Der Rotwein ist wesentlich heller aus die vorigen, dürfte aber immer noch als farblich intensiv gelten. Im Mund ist die JP Private Selection von Bacalhoa aus 2005 kräftig und rund. Die Säure gestaltet sich jedoch als etwas schwierig. Dfür wird man mit einem extrem langen und runden Nachhall belohnt.

Der Tinto Cao von Alves de Sousa präsentiert sich mit dem Jahrgang 2004 in filigraner und verspielter Frucht. Er ist etwas vanillig. Animalische Töne, die andere Exkursionsteilnehmer festgestellt haben, konnte ich bei diesem Wein aus Douro nicht finden. Interessant wäre diese Weine in mehreren Jahren noch einmal zu probieren. Aus meiner Erfahrung haben viele Rotweine aus Portugal ein hohes Lagerpotenzial (wie hier und hier schon festgestellt). Manche ruppige Säure harmoniert sich dann. Eine Exkursion nach Portugal ist häufig sinnvoll. Es gibt dabei eine Menge zu entdecken.

Ein Nachtrag:
Hier gibt es zu der Veranstaltung Fotos beim Weinding und Besprechungen einiger der Weine.

7 Gedanken zu “Exkursion nach Portugal”

  1. Nein, Winzer waren nicht da. Dafür gab es aber eine sehr gute Moderation von David Schwarzwälder. Wenige gags, viele Fakten und Nachfragemöglichkeit. Ich fande es auch etwas schwer mit den Winzern zu kommunizieren. Viele der Anwesenden können bestimmt kein portugiesisch und viele Portugiesen können nicht Deutsch sprechen. Dann auf spanisch oder englisch auszuweichen ist auch ziemlich kompliziert.

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