weinverkostungen.de

II. Rose, EU-Weinmarktreform und Tagesschau

Bild: tagesschau.deEine Speerspitze gegen die Pläne der EU-Komission eine Mischung von Rot- und Weißwein zur Erzeugung von Rose zuzulassen führte vor knapp zwei Monaten die ARD mit der Tagesschau. Dabei wurde in einer Verknappung des sogar vom Panschen gesprochen. Dies Zuspitzung ist sicherlich grob Fahrlässig. Ebenso wie die Bebilderung des Beitrages auf tagesschau.de. Dort ist nämlich ein aus roten und weißen Weinen “gepanschter” rosefarbener Wein abgebildet.

Foto: Thomas GüntherWas dem ganzen Fass dann noch den Boden ausschlägt? Dieses “panschen” von Rot- und Weisswein macht man in Franken aus Tradition. Der rosefarbene Wein aus Franken wird Rotling genannt. Die abgebildete Flasche stammt von der Winzervereinigung GWF aus der Linie “Die jungen Franken”, was jedoch nicht als neumodisch zu verstehen ist, sondern bedeutet, dass die Weine relativ schnell getrunken werden sollten. Und es ist eine gleichbedeutende Tradition mit der im Beitrag der Tagesschau die französischen Winzer mit ihrem Rose interviewt werden.

Einen Taschenspielertrick führen dem ARD-Korrespondenten Rolf-Dieter Krause auch noch zwei Weinverkäufer aus Brüssel vor. So mischen sie einfach irgendeinen beliebigen Rotwein mit einem Weißwein. Das so etwas selten schmeckt, liegt auf der Hand. Hier hat die Tagesschau eine Chance verpasst über die EU-Weinmarktreform in Bezug auf den Rose objektiv zu informieren.

Teil 1: Rose in der EU-Weinmarktreform
Teil 2: Rose und EU-Weinmarktreform in der Tagesschau
Teil 3: Billigrose, Fastfoodrose und Qualitätsrose
Teil 4: Rotwein + Weisswein = Rose?
Teil 5: Rosestreit: Die Lösung?


.

Tags (Schlagworte):

© Thomas Günther / weinverkostungen.de
Das Urheberrecht gilt auch im Internet: Verlinken und Zitieren erlaubt, Kopieren verboten.
II. Rose, EU-Weinmarktreform und Tagesschau

 

2 Kommentare zu “II. Rose, EU-Weinmarktreform und Tagesschau”


  1. Dimitri Taits
    Mittwoch, 6. Mai 2009 19:21
    1

    Eine Mischung von Rot- und Weißweintrauben ist aus weinrechtlicher Sicht zum heutigen Zeitpunkt nur in Form von Trauben erlaubt (auch beim Schillerwein o. Rotling). Insofern wäre eine Gesetzesänderung, die erlauben würde WEINE verschiedener Farben zu vermischen tatsächlich etwas vollkommen neues.


  2. weinverkostungen.de
    Mittwoch, 6. Mai 2009 20:04
    2

    @ dimitri Taits:
    Da müsste man aber mal die Vorteile einer gemischten und getrennten Verarbeitung abwägen. Ich bin der Ansicht, dass eine getrennte Verarbeitung von verschiedenen Rebsorten und das spätere bilden eines Cuvees (wie beim Champagner oder auch vielen Rotweinen üblich) Vorteile hat, da die Reife- und optimalen Lesezeitpunkte der Rebsorten nicht selten abweichen.

    Das mit den verschiedenen Farben ist ja ohnehin eine seltsame Sache. So war doch das ursprüngliche Züchtungsziel der “deutschen” Rebsorte Dornfelder, mit ihm die zu hellen Rotweine aus Deutschland einfärben zu können.