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Weinrallye #108: Juliusspital Würzburger Stein Riesling Auslese

juliusspital-wurzburger-stein-rieslingEs ist wieder einmal Weinrallye. Stefan von Baccantus hat das Thema Süßweine ausgerufen. Nachdem ich bei der letzten Runde mich an zahlreichen Vorurteilen abgearbeitet hatte, gibt es jetzt schon wieder einen Bocksbeutel aus Franken. Man merke: Zwei unterschiedliche Rallyethemen und bei mir selbe Region und Flaschenform. Es geht nun um eine Auslese vom Würzburger Stein aus der Rebsorte Riesling. Der Erzeuger ist das allseits beliebte Juliusspital.

Wer das Juliusspital nicht kennen sollte: Dies ist tatsächlich auch ein Spital mit 365 Betten in Würzburg. Doch die Weinproduktion ist mir eine liebere Sache. Im Juliusspital werden jährlich ca. 60 verschiedene Weine erzeugt. Mit 172 Hektar bewirtschafteter Rebfläche und über einer Millionen Flaschen im Jahr ist es eines der größten Weingüter Deutschlands. Doch die Größe darf keinesfalls von der Klasse des Juliusspitals ablenken. Viele sehr bedeutende Lagen werden bewirtschaftet. Darunter eben auch der Würzburger Stein. Diese etwas wärmere Lage in Franken eignet sich ganz gut für GGs oder restsüße Weine.

Und da sind wir beim Rallyethema. Die nun zur Verkostung angestellte Auslese ist mit dem Jahrgang 2015 jetzt noch extrem jung. Solche Weine kann man recht lange lagern. Ihre Rebsorte Riesling ist nur die zweit wichtigste beim Juliusspital. Mehr als doppelt so viel Silvaner baut dieses Weingut an. Die Auslese kommt mit einem Schrauber daher. Dieser ist beim Juliusspital erfreulicher Weise sehr verbreitet. Ich weiß gar nicht, ob überhaupt dort noch anders verschlossen wird.

Juliusspital Würzburger Stein Riesling Auslese verkostet

Knack, Knack, Flasche ist offen. Der Riesling zeigt sich in einem dunkleren Strohgelb im Glas. In der Nase sind vollreife Früchte. Im Zentrum steht eine saftige Physalis neben reifem Pfirsich. In der zweiten Nase ist Quittengelle mit saftiger Birne. Dezent ist im Hintergrund eine Pink Grapefruit. Man riecht schon, dass die Trauben sehr reif waren. Natürlich kann man die Restsüße eines Weines nicht riechen, aber der Eindruck entsteht schon in der Nase. Am Gaumen merkt man über die Textur die hohe Restsüße. Dann kommt tatsächlich auch etwas Süßes. Aber die sehr präsente Säure lässt diese Auslese sehr frisch erscheinen. Das macht Spaß. Die Länge ist hervorragend mit einer verspielten Mandarine, bei der man merkt, dass es eine Zitrusfrucht ist.

wuezburger-stein-riesling-ausleseDie Flasche kommt jetzt aber nach einem Probeschluck wieder in den Kühlschrank. Da ist jetzt ein Elchtest angesagt. Mal schauen, wann diese Auslese aus dem Würzburger Stein umfällt. Für 17 Euro ist die 0,5-Liter Flasche ein richtiges Schnäppchen. Zu den Silvanern und Rieslingen vom Juliusspital will ich noch erwähnen, dass ich die Iphöfer Weine eigentlich bevorzuge. Die sind aus meiner Sicht – in den niedrigeren Prädikaten – häufig etwas verspielter und schlanker. Sicherlich: Prestigeträchtiger ist der Würzburger Stein. Hier habe ich mal vor ca. 7 Jahren die Lage umfangreich verkostet.


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