Oxidierter Wein
Wenn ein Wein oxidiert ist, das heißt, wenn er mit zu viel Luft in Berührung gekommen ist, wird er zumeist geschmacklich uninteressant. Dabei ist jedoch zu unterscheiden zwischen dem Ausbau, der Lagerung und der Entwicklung nach der Öffnung. Beim Ausbau werden in der Regel Oxidationsprozesse unterdrückt. Ausnahmen bilden dabei absichtlich oxidativ ausgebaute Weine. Portwein gehört Einige Portweine und Sherrys gehören zum Beispiel in diese Kategorie. Leichte Oxidation kann jedoch auch interessante Geschmacksbilder ergeben. Bei der Lagerung wird ebenso eine Luftzufuhr vermieden. Strittig ist, inwieweit bei langer Lagerung der Flaschenverschluss leicht durchlässig sein muss. Zu viel Luft (z.B. bei undichtem Verschluss) lässt den Wein auf jeden Fall verderben.
Die dritte Kategorie der Oxidation betrifft die Prozesse, die nach der Öffnung einer Weinflasche entstehen. Nach drei bis 7 Tagen sind Weine meistens dann auch oxidiert und schmecken in der Regel kaum noch. Eine maßvolle Luftzufuhr kann jedoch in einigen Fällen den Wein öffnen (Dekantieren). Einige Weinhändler und gastronomische Betriebe begasen mittlerweile geöffnete Flaschen. Dabei legt sich das Gas auf den Wein und verdrängt damit den Sauerstoff. Diese Methode ist jedoch umstritten, da die anderen Verfallsprozesse nach der Öffnung der Flasche damit nicht ausgeschaltet sind und das Begasen auch als sehr unnatürlich empfunden wird.
© Thomas Günther / weinverkostungen.de
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Bernhard
Sonntag, 25. Februar 2007 09:36
Hallo Thomas!
Ein spannendes Thema, kurz und prägnant dargestellt. Einzig das Beispiel vom Portwein ist nicht ganz stimmig. Schließlich werden nur die Tawny-Ports etwas oxidativer ausgebaut, nicht aber die Rubys und die Vintage-Ports.
Echt oxidative Weinstile gibt es beim Sherry, dort aber auch nur bei den Amontillados und Olorosos. Fino und Manzanilla sind zwar nicht (oder kaum) geschwefelt, werden aber von der Florhefeschicht an der Oberfläche vor Oxidation geschützt.
Grüße
Bernhard
weinverkostungen.de
Sonntag, 25. Februar 2007 12:47
Lieber Bernhard,
vielen Dank für deine Anmerkungen. Ich habe die Stelle mit dem Portwein etwas modifiziert.
Viele Grüße
Thomas