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Rotwein J. P. Chenet Cabernet-Syrah

Rotwein J. P. Chenet Cabernet-SyrahAm Anfang der Verkostung des Rotweins von J. P. Chenet Cabernet-Syrah steht eine Frage. Hier ist es eigentlich gar nicht die, wie dieser Wein schmeckt, sondern ob man ihn überhaupt verkosten und dann zudem hier auch noch vorstellen sollte. Das Verkosten auch geringpreiseisiger Weine halte ich immer wieder für sehr sinnvoll. Zum einen verliert man so nicht die Schätzung für gutes Winzerhandwerk. Zum zweiten – das ist ein professioneller Grund – sollte man meiner Meinung nach wissen, was viele Leute trinken. Und J. P. Chenet ist dermaßen erfolgreich in Sachen Mengenvermarktung. Man sieht sich selbst als stärkste Weinmarke aus Frankreich. Die Weine von J. P. Chenet werden in über 160 Ländern verkauft. Nach Libyen, Saudi-Arabien und Grönland werden sie nicht exportiert. In Deutschland findet man J. P. Chenet in fast jedem Supermarkt.

Zur Geschichte von J. P. Chenet

Dabei ist die Marke J. P. Chenet gar nicht so alt. Man begann erst 1984. Im folgenden Jahr wurden dann ein Rotwein aus Cabernet Sauvignon und ein Blanc de Blanc vermarktet. Ständig weitete man das Sortiment auf weitere Rebsorten und Formate wie Kleinfaschen und die Bag-in-Box aus. Das Branding von J. P. Chenet blieb aber konsequent gleich. Dazu gehört auch die deutlich wieder erkennbare 0,75l-Flasche mit dem leicht gebogenem Hals und der Griffdelle für den Daumen beim einschenken. Diese hat sogar der inzwischen auf den Markt gebrachte Schaumwein von J. P. Chenet.

Doch wenden wir uns dem J. P. Chenet Cabernet-Syrah zu. Ihn gibt es in 8 verschiedenen Verpackungseinheiten. Die seltsamste davon ist ein Isipack mit 18,7 cl Inhalt. Das ist so eine Art Capri-Sonne-Verpackung. Man kann diesen Wein also direkt aus dem Beutel trinken ohne ihn vorher riechen zu müssen/können. Der J. P. Chenet kommt aus den Languedoc-Roussilon im Südwesten Frankreichs und ist als Vin de Pays gekennzeichnet. Die manchmal zu sehende Abkürzung VDP ist hier fragwürdig. So handelt es sich ja um Landwein.

Wie schmeckt der J. P. Chenet Cabernet-Syrah

Zu diesem Rotwein von J. P. Chenet selber: Rubinrot schimmert der Cabernet-Syrah im Glas. In der Nase ist er extrem verhalten. Dezente rote Fruchtnoten mit Hagebutte klingen an. Zugleich riecht man die noch recht moderaten 13% Alkohol. In der zweiten Nase sind milde Gewürze, etwas Zimt mit Vanille. Am Gaumen dünn mit Muskat und einem kurzen Fruchtschub. Aus meiner Sicht ist der Cabernet-Syrah völlig belanglos. Zugleich ist er fehlerfrei. Das ist schon mal was bei 2,99 Euro im Supermarkt.

J. P. Chenet Cabernet-Syrah 2010
Frankreich
Erzeuger: J. P. Chenet
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13 %
Jahrgang: 2010
Einkaufspreis: 3,00 €
Verschluss: Silikon
Quelle: Supermarkt
EAN 3263286301323


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© Thomas Günther / weinverkostungen.de
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Rotwein J. P. Chenet Cabernet-Syrah

 

3 Kommentare zu “Rotwein J. P. Chenet Cabernet-Syrah”


  1. Heinz Magnus
    Mittwoch, 15. Februar 2012 09:21
    1

    Diesen Wein hat ChezMatze kürzlich auch vorgestellt. Sein Urteil war etwas härter.

    Beste Grüße
    H.M.


  2. weinverkostungen.de
    Mittwoch, 15. Februar 2012 10:46
    2

    Hallo Heinz Magnus,
    ja hatte ich nach dem Schreiben meines Artikels auch gesehen. Hier der Link http://chezmatze.wordpress.com/2011/11/09/gallo-chenet-aldi-lidl-billige-rotweine-im-quertest/

    Bei vier solcher Weine würde ich allerdings schlechte Laune bekommen. Und in einem Urteil sind wir identisch. Diesem Wein merkt man weder Herkunft noch Rebsorten an. Das bezahlt man aber bei dem Preis auch nicht. Trotzdem ist es OK, dass es solche Weine auf dem Markt gibt. Das ist ein Konsumprodukt wie Wasser, Cola oder industriell erzeugtes Bier. Über Krombacher schreibt ja auch niemand etwas schlechtes, nur weil es aus riesigen Tanks kommt. Nur Wein muss dann immer Hochkultur sein?

    Viele Grüße
    Thomas Günther


  3. Henrik Rödiger
    Mittwoch, 15. Februar 2012 20:34
    3

    Hallo !

    Ich bin bisher hauptsächlich als Weinverschenker aufgetreten, das heißt ich verschenke öfter Wein als ich ihn selber trinke. Der J.P.Chenet ist mir bisher immer nur durch seine besondere Form in die Hände gefallen, um etwas nicht ganz gewöhnliches zu verschenken. Schön, dass hier mal die geschmackliche Note beschrieben wurde, so kann man das beim nächsten Geschenkekauf berücksichtigen.danke.

    Viele Grüße
    Henrik Rödiger