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Rustikales Landbrot, Landhaus und Landwein?

Foto: Thomas GüntherDie Rückkehr zum verträumten Landleben ist mindestens so alt wie die Verstädterung. Gern fährt man in die Landhaus-Gastwirtschaft, man isst das rustikale Landbrot aus dem Holzofen oder man trinkt den traditionellen Landwein. Alles so wie früher. Doch stopp! Hier hat sich ein Fehler in die Geschichte eingeschlichen: Landwein als hochwertige und zu pflegende Tradition?

Hier sieht man mit welchen versteckten Kniffen einige Kellereien versuchen feststehende Begriffe aus dem Weingesetz aufzuwerten. Tafel- und Landwein sind nämlich die geringst-qualitativen Begriffe zur Kennzeichnung deutscher Weine. Deswegen wird der Begriff Landwein eigentlich immer so klein wie nur juristisch zulässig auf das Etikett gedruckt. Ca. 95% der deutschen Weine sind mindestens als Qualitätsweine oder höher klassifiziert. Und auch unter den Tafelweinen finden sich einige hochwertige Sonderfälle (wie hier beschrieben).

Foto: Thomas GüntherDoch wo wir schon bei der Vermarktung von Kellereien sind. Rotkäppchen hat für seine Wein den Begriff “Rotkäppchen Qualitätswein” geprägt. Auch hier denkt der Konsument, dass diese Weine qualitativ besonders hochwertig sein müssten. Zum einen stammen sie von einer bekannten Marke und werden dann noch als Qualitätsprodukte bezeichnet. Es handelt sich jedoch eher um den unteren Teil der Kategorie Qualitätswein (wie oben beschrieben 95% aller deutscher Weine). Das mag doch etwas befremden wie diese beiden Kellereien – natürlich vollkommen legal – mit dem Unwissen einiger Konsumenten spielen.


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Rustikales Landbrot, Landhaus und Landwein?

 

5 Kommentare zu “Rustikales Landbrot, Landhaus und Landwein?”


  1. gourmet
    Mittwoch, 29. Juli 2009 10:05
    1

    Urgs Erben-Zeugs erinnert mich an schlimme Kopfschmerzen. Schlichtweg ungenießbar!


  2. weinverkostungen.de
    Mittwoch, 29. Juli 2009 10:54
    2

    @gourmet:
    Auch ziemlich zweifelhaft wie dann noch etwas versteckt über den Begriff “Wohlsein” versucht wird auf die Wellness-Welle aufzuspringen. Und Erben-Landwein als ein Wellness-Getränk zu bezeichnen ist ziemlich vermessen.


  3. Uli aka WeinSpion
    Mittwoch, 29. Juli 2009 15:06
    3

    Interessanterweise ist mein Dossier über einen Erben-Wein der (bisher) meistgelesene meines WeinBlogs.

    Ist eigentlich die Sache mit dem “Wohlsein” juristisch wirklich unbedenklich???


  4. derUltes
    Mittwoch, 29. Juli 2009 19:30
    4

    @Uli: Ich denke das ist (derzeit noch) kurisitsch in Ordnung. Aber auch hier ist Bewegung drin, ist nur eine Frage der Zeit bis sich das ändern wird!


  5. weinverkostungen.de
    Mittwoch, 29. Juli 2009 20:53
    5

    @ Uli:
    Kein Wunder. Über solche “Weine” schreiben ja auch nicht viele Leute. Auch wenn ich mir manchmal viel zumute und Voruteile als etwas ansehe, was durch ein Urteil geprüft gehört, ein halbtrockener Kellerei-Landwein ohne Rebsortenangabe kommt mir nicht ins Glas.