Lebensmittelskandal: Verdorbener Käse in Italien
Freitag, 4. Juli 2008
Schon wieder erschüttert ein Lebensmittelskandal Italien. Nun sollen 11.000 Tonnen verdorbener Käse, der Schimmel, Würmer und Rattenexkremente enthalten haben soll, billig verkauft und in andere Produkte weiterverarbeitet worden seien. Mit dem verdorbenen Käse wurden nach italienischen Medienberichten zehn Millionen Euro erwirtschaftet. Dies ist der dritte Lebensmittelskandal in Italien in diesem Jahr. Im März dieses Jahres wurde im Mozzarella die giftige Substanz Dioxin gefunden. Im April sind 70 Millionen Liter Wein aufgetaucht, die mit krebserregenden Stoffen, Düngemitteln und Salzsäure versetzt waren.

Die Aufdeckung des Wein-Skandals in Italien war von der Zeitschrift “Espesso” perfekt gewählt. So sind die Berichte über Panschereien von Billig-Wein und der Beimischung anderer Rebsorten in den Brunello genau zur Weinmesse Vinitaly in Verona plaziert worden. Das sichert nicht nur in Italien eine größt mögliche Aufmerksamkeit für diesen Wein-Skandal. Nun versuchen die ersten Akteure die Wogen des Skandals bezüglich der Beimischung anderer Rebsorten in den Brunello zu glätten. Besonders das Castello Banfi ist in die seit Monaten dauernden Ermittlungen geraten.
Angesichts der vielen Berichte über Weinskandale in Italien gilt es diese etwas zu sortieren. Es handelt sich dabei genauer um zwei Skandale. Zum einen geht es um gepanschten Billigwein mit gesundheitlichen Gefährdungen. Zum anderen gibt es einen Brunello-Skandal. Bei diesem werden 13 Weingüter verdächtigt betrügerisch andere Rebsorten als Sangiovese zur Abfüllung des Brunello benutzt zu haben. In diesem Zusammenhang wurden 600.000 Flaschen Wein und mehrere Weinberge beschlagnahmt. Im Zentrum der Ermittlungen steht Castello Banfi. Aber auch bei den beiden großen italienischen Weinhäusern Antinori und Frescobaldi wird ermittelt. Bei Argiano sollen ebenfalls Flaschen beschlagnahmt worden seien.
Schwerpunkt Beaujolais
Schwerpunkt Brunello 2006 
Schwerpunkt Riesling Großes Gewächs 2010
