Message in a Bottle vom Weingut Winter
Montag, 6. April 2009
[ProWein 23] Letztens erheilt ich eine Flaschenpost vom Weingut Winter aus Rheinhessen. Besser gesagt, ich kaufte mir eine Flasche trockenen Riesling aus 2007 dieses mir zuvor unbekannten Weinguts. Lediglich die moderne Ausstattung der Flasche und der für einen Riesling bezahlbare Preis von knapp 7 Euro waren mein Kaufargument. Zudem war mir klar, dass 2007 beim deutschen Riesling – ganz grob gesehen – gut war. Über Rheinhessen als Region im Aufbruch war ich mir auch bewusst. Dass das Weingut zu Message in a Bottle gehört, war ich mir nicht bewusst. Das hätte mich in meiner Kaufentscheidung noch bestärkt. [mehr...]

Das Weingut Becker-Landgraf ist ein Mitglied von “Message in a Bottle” aus Rheinhessen. In der Nase duftet ein saftiger gelber Apfel. Das ist sehr einladend. Im Mund merkt man eine dezente Säure, die sich harmonisch an die Frucht schmiegt. Der Nachhall ist nicht sehr lang, aber schmackhaft. So erscheint der Riesling J2 sehr gradlinig. Wenn man den Wein einen Tag offen hatten, können im Nachhall kräutrig bis medizinische Noten entstehen. Für sieben Euro ist dieser Riesling von Becker Landgraf ein hervorragender Gutswein, der die steigenden Sterne in Rheinhessen repräsentiert und sich hinter ähnlichpreisigen Weinen von Spitzenweingütern der Region wie z.B. Gunderloch nicht verstecken braucht. In den USA wird dieser Wein derzeit übrigens für 17 US-Dollar verkauft. Da freut man sich doch in Deutschland zu wohnen.
Die Weingüter der Pfalz waren ebenso wie die aus Rheinhessen sehr gut auf der GutsWein in Berlin besucht. Es gab sehr viele hervorragende Rieslinge zu verkosten, wobei bei einigen der namenhaften Güter ich ein eher gemischtes Bild wahrnahm. Aus Rheinhessen ist besonders das Weingut Wittmann mit ihren Rieslingen hervorzuheben.
Heute traf sich die “Rheinhessen Connection” im Sterns Eventsalon in Köln. 29 Winzer aus Rheinhessen präsentierten ihre Weine des Jahrgangs 2007. Bei einer Verkostung konnte man sich von der Vielfalt dieses Anbaugebietes überzeugen. So gab es Weine von Winzern zu verkosten, die sich auf den Riesling konzentrieren. Ebenso wurden viele rote Rebsorten zur Verkostung gereicht. Beim Weingut Michael Teschke wurden die beiden Rieslinge aus der Verksotungsliste kurzerhand zu Hause gelassen. Stattdessen überzeugte der Winzer eindrücklich von der Vielfältigkeit des Sylvaners. Von den vier gereichten Sylvanern konnte besonders die Würze des 2007er QbA trocken “von der Dünnbach” und die Frucht des 2006er QbA trocken Selection Rheinhessen überzeugen.
In dieser Reihe Quonset gibt es eine Vielzahl reinrebsortiger Weine. Den Gewürztraminer habe ich bei einem Händler verkostet. Der war ganz untypisch. Mit einem elsässer Vertreter dieser Rebsorte hatte der fast nichts gemein. Er war zwar fruchtig (in nehme mal an Richtung Aprikose), aber hatte nichts von der zu erwartenden und namensgebenden Würze. Die Reihe in der die Weine erscheinen, ist recht poppig gestaltet. Da kann man annehmen, dass eine junge Zielgruppe erwartet wird. Der Riesling ist da aber erst mal gar nicht so ungewöhnlich. Die Farbe ist eher blass. Es zeigt sich sehr schnell eine intensive und für Rheinhessen sehr typische knackige Säure. Diese erinnert etwas an die Weine von Gunderloch; jedoch ein kleiner Hauch Bitter. Man kann ihn auf den ersten Blick als eher traditionell in das geschmackliche Koordinatensystem einordnen.
Schwerpunkt Beaujolais
Schwerpunkt Brunello 2006 
Schwerpunkt Riesling Großes Gewächs 2010
