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Aldinger Lemberger trocken

Freitag, 2. Januar 2009

Aldinger ist einer der bekannteren Winzer aus Württemberg. Bislang hatte ich nur empfehlenswerte Weine dieses Weingutes verkostet. Ich kann mich an einen hervorragenden Sauvignon Blanc von Aldinger auf der ProWein 2006 erinnern. Auch das Große Gewächs Riesling Lämmler, welches ich auf der Gutswein 2008 in Berlin probieren konnte, begeisterte mich. Doch wie sieht es mit einem einfacheren Wein von Aldinger aus der klassischen Rebsorte Lemberger aus?

Der Lemberger von Aldinger ist für die Rebsorte sehr dunkel im Glas er schimmert Violett. In der Nase zeigt er sich kräftig. Auch vom Geschmack her sind würzige Töne wahrzunehmen. Da ist eine harmonische Muskatnuss mit etwas Schwarzem Pfeffer. Der Lemberger von Aldinger ist rund und harmonisch am Gaumen. Rebsortentypisch ist kaum Säure wahrzunehmen. Am Flaschenboden sammelt sich Weinstein. Dieser Wein von Aldinger ist eine moderne Interpretation des sonnst häufig etwas hausbackenen Themas Lemberger. Man sollte dies mal probieren. Dann wird man feststellen, dass Lemberger nicht automatisch langweilig sein muss.

Aldinger Lemberger trocken
Württemberg
Erzeuger: Abfüllung Edition Aldinger
A.P.Nr: 181 004 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5 %
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 8,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Erste Einschätzungen zum Jahrgang 2008 von Winzern im VDP

Montag, 24. November 2008

Gerade ist die Ernte abgeschlossen und schon gibt erste Einschätzungen des Jahrgangs 2008 von Winzern im VDP. Der Verband der Prädikatsweingüter spricht von einem nicht unproblematischen Herbst nach langem Vegetationsverlauf. Dies soll einen leicht überduchschnittlichen Jahrgang bei den deutschen Weinen ergeben. Bei den edelsüßen Weinen wird es jedoch einige Ausfälle geben. So war vom Weingut Toni Jost (Mittelrhein) zu vernehmen: „2008 ist ein guter Jahrgang. Lediglich die edelsüßen Spitzen für den ausländischen Markt fehlen“.

Vielfach äußerten die Winzer, dass dieser Jahrgang einige Anstrengungen von ihnen verlangte. Beim Weingut Wittmann (Rheinhessen) wurde dies vor allem auf die Weinbergsvorbereitungen bezogen. Vom Weingut Ökonomierat Rebholz (Pfalz) war folgendes zu vernehmen: „Der Jahrgang 2008 machte es uns nicht leicht, er verlangte uns eine äußerst aufwendige Vorlese ab.“ (…) „Eigentlich hatten wir gedacht, dass es durch die Veränderung des Klimas keine Jahrgänge mehr gibt, in denen man um jedes Grad Oechsle ringen muss”. Beim Weingut Aldinger (Württemberg) wurde der Ertrag um 15% zum Vorjahr reduziert um “beste Qualitäten” zu erreichen. Da kann man schon mal gespannt sein, was die Verkostungen des Jahrgangs ergeben werden. Am besten man deckt sich jetzt vorsichtshalber schon mal mit noch verfügbaren deutschen Weinen aus dem hervorragenden Jahrgang 2007 ein.

VDP Große Gewächse 2007 [4] Mittelrhein, Sachsen, Saale-Unstrut und Württemberg

Donnerstag, 11. September 2008

vdp große gewächse 2007 sachsen saale-unstrut mittelrheinDies ist quasi ein Restebeitrag. Es klingt erst mal negativer, als es tatsächlich ist. Vielmehr hängt es damit zusammen, dass bei den Weinbaugebieten Mittelrhein, Sachsen, Saale-Unstrut nur ganz wenige Große Gewächse auf der GutsWein in Berlin zur Verkostung standen. Beim Anbaugebiet Württemberg reichte meine Zeit für umfangreiche Verkostungen nicht aus. Das Große Gewächs Lämmler Riesling vom Weingut Gerhard Aldinger begeisterte mich. Es bietet eine mächtige und extrem runde Frucht mit enormer Cremigkeit. Der Nachhall ist von Orange und Aprikose geprägt.

Vom Mittelrhein gab es leider nur einen Stand. Dabei gehört das Weingut Toni Jost auf jeden Fall auf die GutsWein in Berlin. Mindestens zwei weitere Weingüter waren an der Vorverkostung in Wiesbaden beteiligt. Das Weingut Weingart (was ja ohnehin aus meiner Sicht mit den VDP-Weingütern mithalten kann und von derem Jahrgang 2007 ich sehr angetan bin) hätte auch ein gutes Bild von den Rieslingen vom Mittelrhein in Berlin erzeugen können.

So musste das Weingut Lanius-Knab allein für das kleine Anbaugebiet Mittelrhein sprechen. Das sehr empehlenswerte Bernstein Riesling Große Gewächs zeigt sich mit einer zurückhaltenden Nase. Der fruchtige Geschmack hingegen ist genial. In der Länge entwickelt sich ein schönes Spiel. Der Nachhall ist kräftig, in der Intensität jedoch nicht störend. Der Bernstein vom Weingut Lanius-Knab zeigt den Mittelrhein in einem guten Licht.

Die beiden östlichen Weinbaugebiete warteten mit positiven Überraschungen auf. Sachsen und Saale-Unstrut: Es waren positive Überraschungen! Das Weingut Lützkendorf aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut hat mit Hohe Gräte einen schönen Riesling Großes Gewächs zur Verkostung bereit gestellt. Die Nase ist mineralisch und erinnert etwas an die Mosel (das muss ich leider so formulieren, da mir etwas die Verkostungserfahrung von Weinen aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut fehlt und man ja immer nur Geschmäcker vergleichen kann, die man kennt). In der Tiefe wäre etwas mehr wünschenswert gewesen. Dafür bietet die Hohe Gräte eine gute Länge. Mein Favorit aus diesem Anbaugebiet kommt jedoch aus dem Weingut Pawis.

Der Edelacker vom Weingut Pawis ist ein richtig geiler Riesling. Zudem war dieses Große Gewächs – entgegen manch anderer Weine in Berlin – sehr gut gekühlt. Er kommt mit einer reifen Pfirsichfrucht, die mit Aprikose untermalt ist, in den Mund. Der Edelacker entfaltet in der sehr guten Länge eine voluminöse Frucht, die jedoch nicht überladen ist. Dies ist eine wirkliche Empfehlung aus Saale-Unstrut. Das Weingut Pawis hat mich sehr positiv überrascht.

Das einzige Weingut aus Sachsen, dass in Berlin vertreten war, hatte einen hervorragenden Weißen Burgunder mitgebracht. Das weiße Große Gewächs vom Weingut Schloss Proschwitz – Prinz zur Lippe überzeugt schon in der Nase mit einem mineralischen Geruch. Im Mund ist er extrem weich und buttrig. Dies ist von einer blumigen und dezenten Würze untermalt. Ein zweiter Schluck unterstützt die Blumigkeit und lässt dieses Große Gewächs etwas dropsig erscheinen.

Meine Spitzenweine auf der GutsWein 2008

Sonntag, 7. September 2008

Die GutsWein des VDP in Berlin ist nun beendet. In folgenden Beiträgen möchte ich über die Präsentation einiger Anbaugebiete berichten. Dabei wurden von mir hauptsächlich die Großen/Ersten Gewächse verkostet. Jedoch reichte die Zeit und meine Aufmerksamkeit nicht aus, um alle diese Spitzenweine zu verkosten; bzw. zu erkennen, ob es sich tatsächlich aus meiner Sicht um Spitzenweine handelt. Die Rotweine wurden dabei vollkommen ausgespart. Ich werde in den Beiträgen nicht nur einzelne Weine beschreiben, sondern auch über verschiedene Facetten des Ereignisses GutsWein berichten.

Folgende Beiträge gibt es zu lesen:

Im Weiteren möchte ich einige Große Gewächse aus 2007 empfehlen. Dabei bitte ich jedoch im Hinterkopf zu behalten, dass dies keine Topliste ist. Ich habe nur eine Auswahl der Großen Gewächse verkostet. Dies geschah auch vor dem Hintergrund, dass dann die intensiven Kraftprotze besonders gute Chancen hätten. Unter diesem Manko leiden leider häufig die sehr umfangreiche Listen. Punkte gibt es hier auch nicht. Diese Lotterie überlasse ich anderen Autoren. Hier jedoch meine Empfehlungen des für mich jeweils besten weißen Großen Gewächses aus dem jeweiligen Anbaugebiet:

    Franken: Weingut Horst Sauer, Lump Riesling
    Mosel: Weingut Reichsgraf von Kesselstatt, Josephshöfer Riesling
    Rheingau: Weingut August Kessler, Berg Roseneck Riesling
    Nahe: Weingut Dr. Crusius, Felsensteyer Riesling
    Mittelrhein: Weingut Lanius-Knab, Bernstein Riesling
    Sachsen: Weingut Schloss Proschwitz – Prinz zur Lippe, Schloss Proschwitz Weißer Burgunder
    Saale-Unstrut: Weingut Pawis, Edelacker, Riesling
    Württemberg: Weingut Gerhard Aldinger, Lämmler Riesling
    Pfalz: Weingut Pfeffingen – Fuhrmann-Eymael, Herrenberg „Mardelskopf“ Riesling
    Rheinhessen: Weingut Brüder Dr. Becker, Tafelstein Riesling

Stuart Pigotts Krawatte

Samstag, 6. September 2008

krawatteDiese Meldung erscheint, da Weinverkostungen.de sich zeitweise zur Boulevardpresse zugehörig fühlt. Zugleich stellte der VDP auf der GutsWein in Berlin eine freche Kommunikationsstrategie vor (dazu später mehr). So soll es jetzt um Preise gehen. Nein, nicht um Verkaufspreise. Die waren auf der GutsWein in Berlin auch ein beliebtes Thema. Ebenso wurde über Auszeichnungen geredet. Und damit wird jetzt zur Auszeichnung “Schönste Krawatte auf der GutsWein” aufgerufen. Diese gehört nach meinem Empfinden ganz deutlich an Stuart Pigott verliehen (Foto oben am Stand vom Weingut Gerhard Aldinger). Falls jemand einen anderen Vorschlag machen möchte, so solle er bitte morgen (beim zweiten Tag der GutsWein) ein Foto machen und hier Bescheid sagen. Eine hochkarätig besetzte Krawatten-Jury wird dann entscheiden.

Neue Rebsorten in Deutschland

Donnerstag, 22. März 2007

ProWein 2007 / Nachtrag (3) Auf der ProWein kann man auch immer nach außergewöhnlichen Dingen Ausschau halten. Es wird zunehmend in Deutschland mit ausländischen oder globalen Rebsorten experimentiert. Eine Verkostung von deutem Tempranillo und Merlot verlief nicht sehr erquicklich. Alles was da verkostet wurde, schmeckte schlechter als die bekannten deutschen Rebsorten. Besonders der Tempranillo war kaum mit einem Spanier dieser Rebsorte in Zusammenhang zu bringen. Falls jemand meint, ich tue einem Wein unrecht, so kann er gerne zwei Flaschen davon einsenden und dieser wird noch einmal in Ruhe verkostet. Es ist nur zu befürchten, dass das Urteil kaum anders ausfallen wird.

Ganz anders verhält es sich mit einem anderen – nun mittlerweile schon fast etablierten – Rebsortenimport. Hier standen ausgezeichnete Proben zur Verfügung. Es sollen ganz besonders die von Drautz-Able und Aldinger hervorgehoben werden. Erste Stöcke sind bei letzterem schon seit ca. 15 Jahren gepflanzt. Das Jahrgangscuvee S entfaltet vor diesem Hintergrund seine Tiefe. Kompliment an die beiden jungen Winzer, die beide einen jeweils eigenständigen Sauvignon Blanc mit internationalem Format in die Flasche gebracht haben.