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Clos de los Siete by Michel Rolland

Dienstag, 29. November 2011

Clos de los Siete by Michel RollandClos de los Siete, einer der bekanntesten Rotwein-Marken aus Argentinien. Zugleich gibt es mit dieser Bezeichnung nur einen Wein. Der Clos de los Siete ist einer der Weine, die ich mir schon früh gekauft habe, obwohl er damals an meiner oberen Preiskante lag. Ich bin häufiger zu diesem Wein zurückgekehrt (zuletzt mit dem Jahrgang 2005 hier). Und eigentlich hat mich der Clos de los Siete aus dem argentinischen Weinbaugebiet Mendoza nie wirklich enttäuscht. Denn man weis hier zuverlässig was man kauft.

Der Clos de los Siete wird unter Beratung des Flying-Winemakers schlechthin Michel Rolland erzeugt. Dieser steht im Ruf Rotweine so zu biegen, dass diese dem Weinpapst Robert Parker gefallen. Beide sind zudem schon ewig befreundet und stiegen vor ca. 30 Jahren weltweit zu wichtigen Akteuren auf. Beim Clos de los Siete gelingt es Rolland sogar, auf dem Frontetikett genannt zu werden. Sein Name wird größer geschrieben als der Jahrgang und das Erzeugungsland. Aber ist er damit wichtiger als diese beiden Einflussfaktoren auf den Clos de los Siete? Und wie ist das mit dem Nationalstolz der Argentinier zu vereinen?

Besonders in Bordeaux ist Rolland vor allem mit seinem 14 Mitarbeiter umfassenden Analyselabor sehr umtriebig. So berät er neben einer Vielzahl sehr angesehener Chateaus von Medoc bis Saint-Emilion auch das Weinhandelshaus Dourthe. Der Import des Clos de los Siete erfolgt nicht ganz zufällig über diesen größeren Akteur aus Bordeaux. Jedenfalls ist dies so auf dem Rückenetikett des in Deutschland vertriebenen Weins vermerkt. Neben dem Handel mit fremden Weinen gehören Dourthe in Bordeaux die Weingüter Chateau Belgrave, Chateau La Garde und Chateau Pey de la Tour.

Clos de los Siete by Michel RollandBordeaux scheint auch eine wesentliche Wurzel des Clos de los Siete zu sein. So ist ganz wesentlich als Cuvee verschiedener Rebsorten angelegt, die allesamt ihren Ursprung in Frankreich haben. So liest sich die Zusammensetzung des Clos de los Siete fast schon wie eine Zutatenliste oder penible Zaubermischformel: Man nehme 56% Malbec, 21% Merlot, 10% Cabernet Sauvignon, 11% Syrah und 2% Petit Verdot. Man tue alles in ein großes Gefäß und rühre einmal um. Fertig ist der Clos de los Siete. Ganz so einfach ist es natürlich nicht.

Clos de los Siete: Ein Star aus Argentinien

Über den Clos de los Siete ist auch schon recht viel geschrieben worden. Häufig steht der Name des Weins hinter dem Weinmixer Rolland etwas zurück. Denn so meint der Name eben tatsächlich, dass es ein Wein von sieben befreundeten Winzern ist. Diese sind jeweils nicht nur in Bordeaux aktiv, sondern bewirtschaften seit 1999 die 850 Hektar in Argentinien zu gleichen Teilen. Neben den eigenen Weinen erzeugen sie zusammen den Clos des los Siete. Der Begriff Clos kommt aus Frankreich und meint einen Weinberg, der von einer Mauer umgeben ist. Neben dem Clos de Vougeot führen zahlreiche andere sehr berühmte Weingüter in Bordeaux, im Burgund, an Loire oder Rhone das Clos im Namen.

Clos de los Siete by Michel RollandZum Clos de los Siete selbst: Er zeigt sich mit einem dunklen Purpur und klar schimmerndem Rand im Glas. In der Nase erscheint er mächtig mit reifen Brombeeren und etwas Würze. Die 14,5% Alkohol sind zwar nicht stechend, aber auch ohne ein Blick auf das Etikett zu riskieren erkennbar. Man kann bei Clos de los Siete aber wesentlich stärker dunkle Beeren, Schokolade mit Karamell und etwas Leder riechen. Wenn der Wein lange im Glas ist, entfalten sich fast schon filigrane Töne wie Hagebutte aber auch Lorbeeren. Der Gaumen des Clos de los Siete ist angenehm und vor allem nicht überladen wie bei so manchem Malbec aus Argentinien. Die Säure vom Cabernet und dem Petit Verdot schafft hier Frische. Der Nachhall ist weich und rund.

Die Wahrnehmung des relativ elegante Gaumens ist genau der Moment, wo man dann versucht, den Clos de los Siete von den Rebsorten her einzuordnen. Darüber kann man lange nachdenken. Aber ich denke die wirkliche Kunst von Michel Roland mit diesem Rotwein ist es, in einem durch Rebsortenweine geprägten Land wie Argentinien einen für sich stehenden Rotwein geschaffen zu haben, in dem keine Rebsorte dominiert. Und wenn auch im Bordeaux das Cuvee recht normal ist, bleiben die Weine dem Cabernet, Merlot usw. häufig zuordnugsfähig. Das unterscheidet den Clos de los Siete schon etwas von der Region, die häufig als sein mentaler Ursprung gesehen wird.

Clos de los Siete
Argentinien
Erzeuger: Bodega Monteviejo
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14,5%
Jahrgang: 2008
Einkaufspreis: 15,99 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Familia Pichot Malbec

Samstag, 21. Februar 2009

Seit einigen Jahren bewirtschaftet die Familia Pichot ein Weingut in Argentinien. Dieses liegt im Anbaugebiet Mendoza (Villa Atuel); etwa 290km südlich von der Stadt Mendoza. Bislang waren die Weine der Familia Pichot nur in Südamerika (also Argentinien und Brasilien) erhältlich. Seit einigen Monaten sind jedoch von der Familia Pichot reinrebsortig ein Malbec und ein Cabernet Sauvignon auf dem deutschen Markt verfügbar.

Der Malbec der Familia Richot bringt eine kräftige dunkel-violette Farbe mit bräunlichen Reflexen ins Glas. In der Nase sind dunkle Beeren, Cassis und leicht süßlich wirkende Vanille. Am Gaumen wirkt dieser Malbec rund. Im längeren Nachhall ist dieses Rotweins der Familia Pichot eher leicht, was daran liegen dürfte, dass die Reben noch relativ jung alt sind. Dieser Malbec ist ganz interessant, da er nicht so wuchtig wie viele andere Weine dieser Rebsorte aus Argentinien ausfällt.

Familia Pichot Malbec
Argentinien – Mendoza
Erzeuger: Familia Pichot
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,7%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 8,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: vino-sur

Trivento Tribu Malbec Mendoza

Montag, 5. März 2007

„Lange bevor die Spanier den Weinbau nach Argentinien brachten, bereiteten die Ureinwohner (Tribu) ein berauschendes Getränk aus Früchten als Ritual der Verbundenheit. Dessen Genuss gehörte damals zu allen Festivitäten und Begegnungen“. So steht es auf dem Rückenetikett der Flasche. Was damit über den Wein ausgesagt werden soll, bliebt ziemlich unklar und ist auch geschmacklich nicht zu erschließen. Dies ist wieder einmal ein Beispiel, wie versucht wird, Folklore zu vermarkten. Nachdem die spanischen Siedler die lokalen Kulturen unterdrückten, bemächtigen sich nun einige Weinhersteller dieser und enteignen die süd- und mittelamerikanischen Ureinwohner ein weiteres Mal, nämlich darin ihre Vergangenheit selbst zu interpretieren.

Jenseits der kulturellen Problematik ist der Wein ganz ordentlich. Er hat eine dunkelrote Farbe. Geschmacklich zeigen sich Tabak und Röstaromen. Diese sind für argentinische Weine relativ üblich. Sie erwecken den Anschein von getoasteten Fässern zu stammen. Ich kann mich an einen sehr günstigen chilenischen Merlot erinnern, bei dem diese Aromen auch schon mal vorhanden waren. Dort führten sie zu einem sehr unharmonischen Geschmacksbild. Bei diesem Malbec ist es aber sehr passend.

Trivento Tribu Malbec
Argentinien – Mendoza
Erzeuger: Trivento Bodegas y Vinedos
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5%
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 4,00 €
Verschluss: Presskorken
Quelle: Fachhandel

Alta Vista Torrontes Premium 2004

Dienstag, 6. Februar 2007

Windows Vista ist gerade in aller Munde, dieser Wein von Alta Vista bestimmt nicht (Entschuldigung, aber diesen billigen Kalauer konnte ich mir nicht verkneifen). Nun ernsthaft weiter: Der Wein stammt aus dem Gebiet Mendoza. Er wird in dem nördlichen Teil der argentinischen Anden ca. 1650 Meter über dem Meeresspiegel angebaut. Ähnlich wie in Australien, wo man zeitweise jeden Weißwein als Riesling bezeichnet hat, ist die Rebsorte dieses Weins angebracht um Verwirrung zu stiften. Auf dem Etikett ist sie als Torrontes aufgeführt. Es ist jedoch anzunehmen, dass damit nicht die in Spanien gebräuchliche Rebsorte (wird auch in Bulgarien und Portugal angebaut) gemeint ist, sondern Torrontes Riojano (über Abstammungen und Zusammenhänge der Rebsorten existieren bislang keine gesicherten Erkenntnisse). Dies entspricht nicht nur den Anbau- und Etikettierungsgewohnheiten in Argentinien. Auch das Geschmacksbild geht in diese Richtung.

In der ersten Nase präsentiert sich ein süßlicher Geruch, der an Südfrüchte erinnert. Zu dem gesellen sich sehr schnell Rosendüfte die den Wein parfümiert erscheinen lassen. Dieser Geruch ist geschmacklich auch sehr dominant. Eine spürbare Säure erweitert die Wahrnehmung. Es handelt sich um einen ausdrucksstarken Wein, der jedoch auf sehr gespaltenes Echo treffen wird. Mir persönlich gefällt dieser Geruch nach Rosenparfüm, welches die Damen vor 2 Generationen benutzt haben mögen, nicht so sehr. Aber Geschmacksvorlieben sind glücklicher Weise unterschiedlich: Sonnst würde es tatsächlich DEN perfekten Wein geben. Gerade das spannende an dem hier behandelten Thema wäre dann eindimensional darauf zugeschnitten, in wie weit ein jeweiliger Wein dieser Blaupause des perfekten Weins entspricht.

Torrontes Premium
Argentinien – Mendoza
Erzeuger: Alta Vista
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14,5%
Jahrgang: 2004
Einkaufspreis: 8,70 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Clos de los Siete 2005

Donnerstag, 23. November 2006

Auf weinverkostungen.de werden traditionell keine Punkte vergeben und das Punktetrinken ist hier auch nicht sehr angesehen. Dies ist von den Wettkampfformen der Suche nach dem besten Billigwein ähnlich. Trotzdem sei hier erwähnt, dass dem Rotwein Clos de los Siete, von dem im Folgenden die Rede sein wird, bei Parker 90 Punkte misst. Er kommt aus dem wichtigsten Weinbaugebiet in Argentinien mit dem Namen Mendossa, welches ca. 1000m über dem Meeresspiegel liegt. Es scheint, als sei der Clos de los Siete der bekannteste argentinische Wein auf dem deutschen Markt.

Der Clos de los Siete ist ein Cuevee aus den Rebsorten Cabernet Sauvignon, Malbec, Merlot und Syrah. Farblich präsentiert er sich in einem dunklen und dichten Purpur. In der Nase und am Gaumen überwiegt eine Brombeere, die durch eine herbe Kirsche ergänzt wird. Dabei zeigen sich reife Tannine. Merkt man dem Wein die 18 Monate im Barrique an. Der Clos de los Siete wirkt sehr rund und hat einen langen Nachhall. Er vermittelt aber auch einen etwas künstlichen Eindruck, da er geschmacklich am mainstream ausgerichtet ist. Gleichzeitig wirken einige französische Vorbilder. Für beides zeichnet Michel Rolland authentisch verantwortlich.

Clos de los Siete
Argentinien
Erzeuger: Bodega Monteviejo
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14,5%
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 12,99 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel