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Assmannshäuser Höllenberg

Dienstag, 28. Juni 2011

Assmannshäuser Höllenberg[Rheingau-Riesling-Route #3] Der Assmannshäuser Höllenberg ist eine imposante und qualitativ hochwertige Lage. Berühmt ist der Spätburgunder, der rund um Assmannshausen sein Zentrum in sonnst vom Riesling geprägten Rheingau hat. Daher wird die Region rund um den Höllenberg auch als Rotweininsel bezeichnet. Die Einzellage ist rund 37 Hektar groß. Der Assmannshäuser Höllenberg ist als Erste Lage klassifiziert. Hier können also Erste Gewächse erzeugt werden.

Assmannshäuser HöllenbergSeit mehr als 500 Jahren wird in Assmannshausen Spätburgunder angebaut. Schon in der Weinbaukarte des Nassauischen Rheingaus von 1867 taucht der Höllenberg auf. Mit dem Vermerk „Rother Wein“ wird die Lage noch Helleberg (helleres Rot in der Karte z) geschrieben und der Klasse II zugeordnet. Der heute weniger bedeutenderen Lage Hinterkirch (Dunkelrot in der Karte y) wurde 1867 die Klasse I zugewiesen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Zuschnitt der Lagen von damals und heute nicht übereinstimmt. Der Name Höllenberg stammt von dem Begriff Halde und verweist auf einen Steinbruch. Unweit entfernt ist tatsächlich noch ein Steinbruch vorhanden.

Assmannshäuser HöllenbergDer Hang des Assmannshäuser Höllenberg neigt sich mit 50 bis 65%. Die Süd- bis Südwestexposition sorgt dafür, dass der Spätburgunder in diesem nördlichen Gebiet reif wird. Der Boden spielt eine ebenso wichtige Rolle. Der in ihm vorhandene Phyllit-Schiefer sorgt für eine Wärmespeicherung, was der spät reifenden Rebsorte zu gute kommt. Zudem findet man Tonschiefer und besonders in der Nähe von Assmannshausen sind Lössböden vorhanden. Die Spätburgunder aus dem Höllenberg zeichnen sich häufig durch ihre Finesse und feine Frucht aus. In ihr sind Noten von Mandeln, Minze oder auch Blutorange zu finden. Wichtige Erzeuger im Assmannshäuser Höllenberg sind die Staatsweingüter Kloster Eberbach, Allendorf, August Kesseler, Mohr.

Weingut Mohr mit Lorcher Krone, Bodental-Steinberg und Assmannhäuser Höllenberg

Montag, 27. Juni 2011

Weingut Mohr mit Lorcher Krone, Bodental-Steinberg und Assmannhäuser Höllenberg[Rheingau-Riesling-Route #2] Das Weingut Mohr im Rheingau wird nach dem Gründer Wilhelm Mohr 1875 von Jochen Neher und seiner Frau Saynur in der 4. Generation bewirtschaftet. Besonders wichtig sind die drei Lagen Lorcher Krone, Lorcher Bodental-Steinberg und Assmannhäuser Höllenberg. Die traditionsreiche Lage Assmannshäuser Höllenberg steht nicht nur für hervorragende Rotweine aus dem sonnst vom Riesling geprägten Rheingau, sondern kann als eine der besten Einzellagen für Spätburgunder in den deutschen Anbaugebieten gesehen werden.

Während das Weingut Mohr in der Lorcher Krone vor allem Riesling anbaut und im Höllenberg der Spätburgunder reift, wachsen in der Lage Bodental-Steinberg beide Rebsorten. Durch das offene System der Ersten Gewächse im Rheingau kann das Weingut Mohr einige Weine in dieser Spitzenkategorie erzeugen. Diese stehen im Folgenden auch im Focus der Verkostung. Sicherlich besteht grundsätzlich bei den Ersten Gewächsen im Rheingau ein Qualitätsgefälle. Andockmöglichkeiten zur qualitativen Spitze der beiden noblen Rebsorten Riesling und Spätburgunder sind hier jedoch für jedes qualitätsorientiertes Weingut wesentlich leichter als in den anderen deutschen Weinbaugebieten.

Weingut Mohr mit Lorcher Krone, Bodental-Steinberg und Assmannhäuser Höllenberg
Weingut Mohr in Lorch

Lorcher Krone Riesling Erstes Gewächs 2009
Kräftigeres Strohgelb. Wunderbarer Duft nach Blüten und weißem Pfirsich. Gut eingebundene Säure. In sich stimmig und harmonisch. In Nachhall leicht aber lang anhaltend. Zum Schluss kommt dieser fruchtige Geruch wieder zu tragen. 88

Lorcher Bodental-Steinberg Riesling Erstes Gewächs 2009
Helle Frucht mit in der Nase. Weißer Pfirsich mit Aprikose und Banane im Hintergrund. In der Zeiten Nase kann man auch eine breitere Frucht wahrnehmen. Am Gaumen entfaltet sich eine spannungsreiche Mineralität, die mit einer gut eingebundenen Säure untermalt ist. Der Nachhall ist von feinem Schmelz geprägt. Vier Tage nach Flaschenöffnung hat er so gut wie noch nichts von seinem Ausdruck verloren. 89

Weingut Mohr mit Lorcher Krone, Bodental-Steinberg und Assmannhäuser HöllenbergErste Gewächse aus Riesling

Assmannhäuser Höllenberg Spätburgunder trocken Alte Reben 2008
Helles sehr transparentes Rubinrot. Süßer Duft mit reifen Pflaumen. In der zweiten Nase gibt es syphatische Veilchen. Weich am Gaumen. Über die spannende und leicht würzige Frucht gibt es einen langen Nachhall. 90

Assmannhäuser Höllenberg Spätburgunder trocken Barrique 2008
Sehr transparentes Rubinrot mit leicht bräunlichem Rand. Orangenblüten in der Nase. Die zweite Nase wirkt erfrischend. Kaum Säure am Gaumen. Frische Frucht prägt den Geschmack. Mittlerer Nachhall. 89

Schön wie gut diese beiden Spätburgunder schon jung trinkbar sind. Und die 13 oder 13,5% fallen überhaupt nicht auf.

Bodental-Steinberg Spätburgunder 2007 Erstes Gewächs
Transparentes bräunliches Rot im Glas. Reife Früchte mit gebackenen Pflaumen in der Nase. Mit Würze in der zweiten Nase untermalt. Weich am Gaumen mit einer warmen Frucht. Die würze beleibt dezent. Mittleren aber runder Nachhall. 87

Bodental-Steinberg Spätburgunder 2008 Erstes Gewächs
Hell bräunlich Rot. Frische würzige Nase mit floralen Aspekten und etwas Ruby-Portwein im Hintergrund. Eine runde Geschichte mit dezenter Säure. Macht im Nachhall etwas Druck. Gelungenes Erstes Gewächs, was in den kommenden Jahren noch besser schmecken wird. 89+

Weingut Mohr mit Lorcher Krone, Bodental-Steinberg und Assmannhäuser Höllenberg Spätburgunder vom Weingut Mohr

Generell sei jedem Weinfreund empfohlen sich einmal im Rheingau umzuschauen. Das Weingut Mohr in Lorch ist mit ihrer hohen Qualität durchaus keine Ausnahme. Im Rheingau findet man viele gar nicht so bekannte Weingüter mit sehr guten Weinen und zugleich ziemlich erschwinglichen Preisen. Die deutliche Aufteilung in die beiden Nobelrebsorten Riesling und Spätburgunder erleichtert die Auswahl und gibt im sonst eher komplexen deutschen System eine einfache Orientierung.

Hier geht es zum Weingut Mohr

Chat Sauvage Assmannshäuser Höllenberg Erstes Gewächs

Dienstag, 2. Februar 2010

Chat Sauvage Assmannshäuser Höllenberg Erstes Gewächs Das Rheingau ist bekannt dafür, dass Erste Gewächse auch von nicht-VDP-Mitgliedern stammen können. So auch dieser 2007er Pinot Noir von Weingut Chat Sauvage aus der Lage Assmannshäuser Höllenberg. Aus meiner Sicht ist das eine der Top-Rotweinlagen in Deutschland. Schon vor über 100 Jahren war der Assmannshäuser Wein sehr geschätzt, auch wenn die Lage Höllenberg von den Abgrenzungen sich etwas verändert hat. Historisch ist diese Lage weltweit sehr berühmt für hiesigen Rotwein. Bei Chat Sauvage handelt es sich jedoch um ein sehr junges Weingut. Die Bezeichnung der Rebsorte als Pinot Noir statt des deutschen Namens Spätburgunder erinnert an Frankreich. Schon von der Flaschengestaltung scheint das Burgund ein großes Vorbild zu sein.

Chat Sauvage Assmannshäuser Höllenberg Erstes Gewächs verkostet

Dieser Assmannshäuser Höllenberg zeigt eine sehr helle ziegelrote Farbe mit fast schon orangen Rändern im Glas. Das Erste Gewächs bringt einen betörend intensiven süß-fruchtigen Geruch mit Himbeeren und Blutorangen hervor. Im Hintergrund ist eine Priese Pfeffer zu erahnen. Von sanfter Würze unterlegt. Im Mund ist dieser Pinot Noir von Chat Sauvage sehr geschmeidig. Dezenter Abgang. Nach etwas Belüftung gewinnt er an Intensität und eine zuvor ungeahnte aber doch sehr rund und harmonisch bleibende verspielte Kraft auf. Da kratzt überhaupt nichts.

Chat Sauvage Assmannshäuser Höllenberg Erstes Gewächs
Selbst am dritten Tag nach Flaschenöffnung hat dieses Erste Gewächs aus dem Assmannshäuser Höllenberg nur sehr wenig verloren gehabt. Erstaunlich ist, dass ein junger Pinot sich dermaßen friedlich präsentiert. Bei diesem Chat Sauvage gibt es keine jugendliche Revolte. Das findet man nicht mal im Burgund so häufig. Jedoch ist dieser Rotwein etwas saftiger und fruchtiger als diese Rebsorte häufig in Frankreich ausfällt. Interessant wäre es bestimmt, diesen Pinot Noir in fünf Jahren noch einmal zu verkosten. Auf jeden Fall sollte man jedoch das Weingut Chat Sauvage in seiner zukünftigen Entwicklung im Auge behalten. Auch mit der Rebsorte Chardonnay werden hier große Weine erzeugt.

Chat Sauvage Assmannshäuser Höllenberg Erstes Gewächs
Rheingau
Erzeuger: Weingut Chat Sauvage
A.P.Nr: 26067 07 09
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13%
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 36,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Allendorf Assmannshäuser Spätburgunder trocken 2007

Freitag, 10. April 2009

Allendorf Assmannshäuser Spätburgunder trocken 2007Das Weingut Allendorf das größte familiengeführte Weingut im Rheingau. Inzwischen sind es mehr als 60 Hektar. Das VDP-Mitglied Allendorf ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Das Weingut besitzt Flächen in 380 Weinbergen. Darunter finden sich viele namenhafte Rieslinglagen, wie dem Mäuerchen und dem Mönchspfad bei Geisenheim, Klosterberg und Lenchen bei Oestrich, Berg Roseneck und Berg Rottland bei Rüdesheim und den Hasensprung und und den Jesuitengarten bei Winkel. Aber auch Teile vom Assmannshäuser Höllenberg werden vom Weingut Allendorf bewirtschaftet. Dies ist die bekannteste Spätburgunderlage in deutschen Weinbaugebieten und ist ebenso zu den besten Rotweinlagen in Deutschland zu rechnen.

Allendorf Assmannshäuser Spätburgunder trocken 2007Der Assmannshäuser Spätburgunder vom Weingut Allendorf ist hellrot mit deutlich braunen Einfärbungen im Glas. Die Nase ist kompottig mit etwas Würze. Leider ist dieser Spätburgunder im Hintergrund ganz leicht stechend-alkoholisch, was bei 13,5 schon erstaunlich ist. Diesen Markel gleicht dieser Assmannshäuser Ortswein durch ein hervorragend cremiges Mundgefühl wieder aus. Ein würziger Geschmack füllt den Mund aus. Der lange Nachhall des Assmannshäuser Spätburgunder vom Weingut Allendorf ist rund und von Gewürzen wie Muskat geprägt. Dieser Spätburgunder bietet einen Einblick und erschwinglichen in die Klasse der guten Rheingauer Rotweine.

Allendorf Assmannshäuser Spätburgunder trocken
Rheingau
Erzeuger: Weingut Fritz Allendorf
A.P.Nr: 27001044 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5%
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 9,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Neil Beckett: 1001 Weine die Sie probieren sollten, bevor das Leben vorbei ist

Sonntag, 1. März 2009

Eines vorweg: Das neue Buch „1001 Weine die Sie probieren sollten, bevor das Leben vorbei ist“ herausgegeben von Neil Beckett stellt den Leser vor eine große Aufgabe. In ihm finden sich untergliedert in Schaumwein, Weißwein, Rotwein und Likörwein auf 960 Seiten Beschreibungen von aktuellen und historischen Weinen. Die Texte stammen von 34 international tätigen Vorkostern und Weinjournalisten wie z.B. die in Deutschland recht bekannten Joel B. Payne und Frank Kämmer.

Die Palette der in 1001 Weine beschrieben Tropfen reicht von einem sehr billigen Segment (Preiskategorie bis 15 Euro) wie z.B. Blue Nun (Rheinhessen) oder Mateus (Rose-Schaumwein aus Portugal) bis zu Egon Müller Scharzhofberger Riesling Auslese von 1976 oder Chateau Lafite Rothschild von 1996 (Preiskategorie ab 150 Euro). Man fragt sich bei einigen dieser Weine, wo man diese denn herbekommen soll. So wird auch ein Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder Cabinet von 1947 erzeugt vom Kloster Eberbach vorgestellt. Es ist nicht nur eine Frage des Geldes einen solchen Wein beziehen zu können.

Das Buch „1001 Weine“ ist international orientiert. Der Schaumweinbereich ist sehr stark an Frankreich ausgerichtet. Aber auch Erzeugnisse aus Italien, Spanien und sogar den USA tauchen hier auf. Die Schaumweine aus Kalifornien kann man jedoch nur schwerlich in Deutschland kaufen. Hingegen wird leider kein einziger deutscher Sekt beschrieben. Woran liegt das? An der Qualität bestimmt nicht. Das beweisen nicht nur viele deutsche Winzer mit ihren Weinzersekten, sondern auch Sekterzeuger wie Kessler, Geldermann oder Menger-Krug.

Hingegen ist bei den Weißweinen ein sehr hoher Anteil von deutschen und auch österreichischen Winzern zu finden. Hier zeigt sich wieder einmal der der klassischen Rebsorte Riesling. Bei den Rotweinen werden von deutschen Winzern nur zwei Spätburgunder beschrieben. Sie stammen vom Kloster Eberbach und Meyer-Näkel. Von folgenden deutschen Winzern werden Rieslinge vorgestellt:

Bassermann-Jordan, Georg Breuer, von Buhl, Bürklin-Wolf, Clemens Busch, Christmann, Christoffel, Diel, Dönnhoff, Emrich-Schönleber, Grans-Fassian, Gunderloch, Fritz Haag, Heyl zu Herrnsheim, Heymann-Löwenstein, von Hövel, Karthäuserhof, Keller, Reichsgraf von Kesselstatt, Kloster Eberbach, Koehler-Ruprecht, Künstler, Dr. Loosen, Maximin Grünhauser, Egon Müller, Müller-Catoir, J. J. Prüm, Rebholz, Max Ferd. Richter, Horst Sauer, Willi Schaefer, Schloss Lieser, Schloss Vollrads, Selbach-Oster, Van Volxem, Robert Weil, Wittmann, Zillken

Aber auch in anderen Ländern (wie Australien, Neuseeland oder USA) scheint der Riesling in den letzten Jahren wichtiger geworden zu sein.

Die Aufgabe alle 1001 genannten Weine zu probieren, ist nur schwerlich zu erfüllen. Das von Neil Beckett herausgegebene Buch rät damit zu beginnen und auch mal Weine zu probieren, mit denen man sich noch nicht beschäftigt hat. Ansprechende Beschreibungen, schöne Fotos und eine gute Gestaltung machen auf diese 1001 Weine Appetit. Da mag man das notwendige Finanzvolumen und die für dieses Unterfangen erforderliche Zeit schon fast vergessen.

Neil Beckett (Hrsg.): „1001 Weine die Sie probieren sollten, bevor das Leben vorbei ist“, 960 Seiten, 2008, Edition Olms, Zürich, 29,95 Euro