Piemont: Nebbiolo, Barbaresco und Barolo
[ProWein 2010 #8] Recht häufig hört man auf Weinmessen, dass alle Weine immer beliebiger werden und kaum noch den Regionen zugeordnet werden können. Das mag so sein oder auch nicht. Ein Besuch des Gemeinschaftsstands der Region Piemont hat jedoch von der Eigenständigkeit dieses Anbaugebiets überzeugen können. Dabei steht die Rebsorte Nebbiolo mit den Weinen Barbaresco und Barolo im Zentrum.Weiterlesen »Piemont: Nebbiolo, Barbaresco und Barolo
Es gibt etwas zu feiern und da kann man schon mal einen Barolo von Ascheri aufmachen. Dieser stammt aus dem im Piemont sehr guten Jahrgang 2004. Zwar ist der Barolo jetzt noch etwas jung, aber der muss jetzt aufgezogen werden. Viele Händler haben ja erst jetzt den 2005er Barolo im Regal stehen. Podere Di Sorano in Serralunga ist ein eigenes Weingut, dass zu Ascheri gehört.
Einen Barolo kann man nicht nur vorzüglich trinken. Es gibt ihn auch als Käse: Testun al Barolo nennt er sich dann. Es handelt sich um einen Hartkäse aus Schafs- und Ziegenmilch von meist frei laufenden Tieren der mit einer Hülle aus Trester des Barolo (also aus der Rebsorte Nebiolo aus dem Piemont) ummantelt ist. In der Ummantelung erkennt man schön die dunklen Beeren und die Kerne von den Weintrauben. Diese Reste des Barolo-Weins sind nicht zum Verzehr geeignet. Der Name des Käses “Testun al Barolo” leitet sich vom ortlich verbreiteten Dialektbegriff testado (Dickkopf) ab.
Piemont und Toskana sind wieder die erfolgreichsten Weinregionen in Italien. Jedenfalls wenn es nach dem wichtigsten Weinführer für Italien, den Gambero Rosso 2010 geht. Aus dem Piemont werden in der aktuellen Ausgaben 84 Weine mit den begehrten Drei Gläsern ausgezeichnet. Das sind 21% aller 392 Weine aus Italien in dieser Kategorie. Gefolgt wird das Piemont von der Toskana. Aus dieser Region werden 60 Weine mit Drei Gläsern bedacht (15%).
Jetzt steht ein weißer Barolo zur Verkostung bevor. Jedenfalls wird die Rebsorte Arneis auch so bezeichnet. Dieser stammt aus der bergigen DOC-Zone Roero im italienischen Piemont. Die bereits im 15. Jahrhundert bekannte Rebsorte stand vor ca. 20 Jahren kurz vor dem Aussterben, wird aber seitdem zunehmend entdeckt. Der Wein ist trocken und sehr intensiv im Geschmack. Ebenso ist er interessant und inspirierend. Er erinnert vornehmlich an Lakritze; jedoch nicht an die süße von Haribo, sondern an die viereckigen Hustenpastillen aus der Apotheke. Eine leichte Frucht rundet den Geschmack ab. Trotz der hohen Qualität des Arneis ist es jedoch schwer mehr als ein Glas von dem Wein zu trinken, da er dann doch etwas anstrengend wird.