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Gault Millau 2012: Entdeckung, Aufsteiger und Winzer des Jahres

Mittwoch, 9. November 2011

Gault Millau 2012: Entdeckung, Aufsteiger und Winzer des JahresJedes Jahr wird wieder mit Spannung erwartet, wer als Entdeckung, Aufsteiger und Winzer des Jahres vom Gault Millau WeinGuide ernannt wird. Dieses Jahr kann sich Matthias Müller vom gleichnamigen Weingut in Spay am Mittelrhein über die Auszeichnung „Winzer des Jahres 2012“ freuen. Der Titel des „Aufsteiger des Jahres“ geht dieses Jahr in die Pfalz. Hier brachte Stephan Attmann das Weingut von Winning (Dr. Deinhard) in Deidesheim innerhalb kurzer Zeit wieder zu alter Größe. Als „Entdeckung des Jahres 2012“ zeichnet der Gault Millau der Weingärtner Cleebronn-Güglingen e.G. aus.

Besonders erfreut ist man in Württemberg bei der Genossenschaft Cleebronn-Güglingen. „In den Zeiten der vielen Zusammenschlüsse ist es uns wichtig, dass unsere Weine ein besonderes Preis-Genuss-Verhältnis mit einem hohen Qualitätsanspruch verbinden und unsere Weine als sehr gut bewertet werden“, so Axel Gerst. Die Weingärtner in Cleebronn-Güglingen haben als „Aufsteiger des Jahres“ nun im renommierten Weinführer Gault Millau ihre zweite Traube verliehen bekommen. Damit reiht sich die Genossenschaft in so klingende Namen wie Augustin (aus dem vergangenen Jahr, hier bei uns im Interview), Laible (2009), Ziereisen (2007), Markus Schneider (2006) oder van Volxem (2002) ein.

Vom jährlich erscheinendem Gault Millau WeinGuide 2012 liegt jetzt die 19. Ausgabe vor. In ihm werden auf 914 Seiten 1.029 Weinerzeuger vorgestellt. Davon sind 692 Betriebe mit mindestens einer Traube ausgezeichnet. (Bild oben: Weingärtner in Cleebronn-Güglingen Geschäftsführer Axel Gerst, Vorstandsvorsitzender Thomas Beyl und Kellermeister Andreas Reichert)

Gault Millau WeinGuide 2011 mit “Winzer des Jahres” Johannes Leitz

Mittwoch, 17. November 2010

Jedes Jahr im November ist die Zeit wieder reif für die Veröffentlichung der beiden großen Weinführer in Deutschland. So erscheint heute der Gault Millau WeinGuide 2011. Die Auszeichnung als “Winzer des Jahres” geht in das Rheingau an Johannes Leitz. Während die Auszeichnungen im Gault Millau WeinGuide 2011 vielfach an bereits sehr bekannte Größen aus der deutschen Weinszene gehen, werden ebenso Dutzende von neuen Betrieben vorgestellt. Die “Talentdichte” wird besonders an der Mosel und in Rheinhessen als besonders hoch gesehen. Daher wurde für Neulinge mehr Platz im Gault Millau WeinGuide 2011 geschaffen.

Die Ausgezeichneten im Gault Millau WeinGuide 2011

Winzer des Jahres
Johannes Leitz
Weingut Josef Leitz – Rüdesheim, Rheingau

Kollektion des Jahres
Gert, Hansjörg und Matthias Aldinger
Weingut Gerhard Aldinger – Fellbach, Württemberg

Aufsteiger des Jahres
Philipp Kuhn
Weingut Philipp Kuhn – Laumersheim, Pfalz

Entdeckung des Jahres
Arno Augustin
Weingut Augustin – Sulzfeld am Main, Franken

Sommelier des Jahres
Gunnar Tietz
Restaurant First Floor – Hotel Palace, Berlin

Weinkarte des Jahres
Hubert Scheid
Schloss Monaise, Trier

Auch bei den Siegerweinen im Gault Millau WeinGuide 2011 dominiert das Rheingau. Gleich zweimal geht ein Preis in dieser Kategorie an das Weingut Robert Weil. Auch das Weingut von Johannes Leitz wird hier bedacht. Eine einzige kleine Überraschung ist der Preis für den besten Winzersekt an das Sekthaus Raumland in Flörsheim-Dalsheim in Rheinhessen.

Die Liste der Siegerweine im Gault Millau WeinGuide 2011

Bester Winzersekt Brut
1997 Dalsheimer Bürgel Pinot Prestige
Raumland (Rheinhessen)

Bester Spätburgunder
2008 Hecklinger Schlossberg »Großes Gewächs«
Bernhard Huber (Baden)

Bester Weißer Burgunder
2009 Dottinger Castellberg Chardonnay »GC«
Martin Waßmer (Baden)

Bester trockener Riesling
2009 Westhofener Abtserde »Großes Gewächs«
Keller (Rheinhessen)

Bester feinherber Riesling
2009 Rüdesheimer Berg Kaisersteinfels Alte Reben
Josef Leitz (Rheingau)

Bester Riesling Kabinett
2009 Maximin Grünhaus Herrenberg – 12 –
C. von Schubert (Ruwer)

Beste Riesling Spätlese
2009 Kiedricher Gräfenberg
Robert Weil (Rheingau)

Beste Riesling Auslese
2009 Graacher Domprobst Goldkapsel – 7 –
Willi Schaefer (Mosel)

Bester Riesling Edelsüß
2009 Kiedricher Gräfenberg Trockenbeerenauslese
Robert Weil (Rheingau)

Im Gault Millau WeinGuide 2011 wird natürlich auch der aktuelle Jahrgang insgesamt eingeordnet. Schon vor der Weinernte 2009 sprachen viele von einem sehr guten Jahrgang. Dies bestätigt nun der Gault Millau WeinGuide 2011. “Man kann aus 2009 fast jeden Wein blind kaufen. Fast alle Winzer haben ansprechende Weine erzeugt und in der Spitze ist die Qualitätsdichte sehr hoch”, so der Herausgeber Joel Payne.

Und so lautet die Empfehlung im Gault Millau WeinGuide 2011 auch “Kaufen, Kaufen, Kaufen”. Besonders vor dem eher schwierigen Folgejahrgang 2010 (megenmäßig deutlich, qualitativ wahrscheinlich) kann man sich dieser Kaufempfehlung nur anschließen.

Gault Millau WeinGuide Deutschland 2011, 18. Jahrgang, 914 Seiten, 29.95 €, Christian Verlag, München

Auszeichnungen, Weine und Trauben im Gault Millau 2010

Dienstag, 17. November 2009

Wein Gault Millau 2010Seit heute ist der Gault Millau WineGuide 2010 offiziell im Handel ausgeliefert. Morgen wird er käuflich erhältlich sein. Eigentlich gibt es ihn jedoch schon seit einigen Tagen. Durch einen Fehler wurde der Gault Millau WineGuide 2010 in diesem Jahr schon vorzeitig an Käufer in Internetshops verschickt und in Regale von Buchhandlungen gestellt. So sind die Auszeichnungen, Weine und Trauben im Gault Millau 2010 schon einige Zeit kein Geheimnis mehr.

Doch das war nicht die einzige Panne. So zeigt die zeitweise überlastete Homepage des Gault Millau Armin Diel immer noch als einen der beiden Herausgeber (siehe screenshot oben). Diel ist jedoch in diesem Jahr – unter noch in einer noch immer nicht ganz aufgeklärten Umständen – von seiner Tätigkeit bei Gault Millau zurückgetreten. Sein Schlossgut Diel bekommt nun auf einen Schlag gleich vier Trauben. Angesichts der aktuellen Weine und der langfristigen hohen Qualität des Weinguts ist dies nachvollziehbar. Trotzdem wird normalerweise im Gault Millau langsam aufgestiegen. Tat es beim Gault Millau doch vielen Leid, dass Diel ausgestiegen ist? Zudem unter diesen Umständen?

Die Weine der Winzer die angekündigt hatten, diese nicht mehr einreichen zu wollen, sind trotzdem im Gault Millau 2010 bewertet worden. Wie ist das passiert? Sind die Winzer eingeknickt? Wahrscheinlich ist das wieder ein Vorgang, zu dem niemand öffentlich Stellung nehmen möchte. Positiv ist die neue und übersichtlichere Gestaltung des Gault Millau. Erstmals ist er auch farbig.

Als Aufsteiger in die 4 Trauben im Gault Millau können sich neben dem Schlossgut Diel (Nahe), Freiherr von Gleichenstein (Baden) und Clemens Busch (Mosel) freuen. Reinhold Haart (Mosel) und Dr. Loosen (Mosel) wurde hingegen jeweils eine Traube weggenommen. Deswegen haben beide Weingüter im Gault Millau 2010 nicht mehr 5 sondern 4 Trauben.

Auszeichnungen

Winzer des Jahres
Tim Fröhlich (Schäfer-Fröhlich, Nahe)

Kollektion des Jahres
Bettina Bürklin von Guradze und Fritz Knorr (Bürklin-Wolf, Pfalz)

Aufsteiger des Jahres
Johannes Freiherr von Gleichenstein (Baden)

Entdeckung des Jahres
Eva Vollmer (Rheinhessen)

Sommelier des Jahres
Melanie Wagner (Schwarzer Adler, Baden)

Weinkarte des Jahres
Steinheuers Alte Post (Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ahr)

Weine des Jahres
Bei den Weinen des Jahres im Gault Millau hat die Pfalz besonders gut abgeschnitten. Sogar der Rotwein kommt in diesem Jahr aus diesem Anbaugebiet.

Bester Winzersekt
2004 Cuvee MO Brut Schlossgut Diel (Nahe)

Bester Spätburgunder
2007 Pinot Noir Friedrich Becker (Pfalz)

Bester trockener Weißer Burgunder
2008 Im Sonnenschein Ökonomierat Rebholz (Pfalz)

Bester trockener Riesling
2008 Forster Kirchenstück GC Bürklin-Wolf (Pfalz)

Gault Millau WeinGuide Deutschland 2010: Der Weinführer für Genießer, Herausgegeben von Joel B. Peyne, 832 Seiten, Christian Verlag, München, 29,95 Euro

Das schreiben die Anderen:
Weinkaiser: Gault Millau WeinGuide 2010
Würtz-Wein: Der Gault Millau ist da – und wie!!!
Winzerblog: Der Gault Millau WeinGuide 2010 …
Uli aka Weinspion: Der Fall (des) Gault Millau 2010

Top-Winzer contra Gault Millau Wineguide

Samstag, 4. Juli 2009

Diese Angelegenheit ist fast schon ein Sommerkrimi: Verärgerte Top-Winzer und der Anschein der Bestechlichkeit eines Weinjahrbuchs, das bislang nur wenige kleine Schönheitsfehler hatte. Die Geschichte ist schnell erzählt. Der Gault Millau – neben dem Eichelmann eines der Jahrbücher über deutsche Weine – bat die in ihm aufgeführten Winzer sich an den Produktionskosten mit 195 € (plus Mwst.) freiwillig zu beteiligen. Im Gegenzug sollte es einige kleine Gegenleistungen, wie Freiexemplare, Nutzungsrechte und Türschilder geben.

Gegen diese neuen Regelungen schrieben 14 Top-Winzer aus verschiedenen Anbaugebieten einen Offenen Brief an den Verlag des Gault Millau in München. Diese möchten in Zukunft keine Probeflaschen mehr einreichen und erwarten, dass “in Zukunft auf einer Publikation von Verkostungsergebnissen ihrer Weine und einer Beschreibung ihrer Weingüter abgesehen wird”, wie es in dem Offenen Brief heißt. An vielen Stellen wurde sich in den vergangen Tagen aufgeregt und einige zumindest zweifelhafte Behauptungen getroffen.

Erstunterzeichner:
Weingut Bercher, Weingut Helmut Dönnhoff, Weingut Rudolf Fürst, Weingut Gunderloch, Weingut Dr. Heger, Weingut Heymann-Löwenstein, Weingut Josef Leitz, Weingut Johner, Weingut Knipser, Weingut Köhler-Ruprecht, Weingut Gunter Künstler, Weingut Meyer-Näkel, Weingut Egon Müller, Weingut Seeger

Veränderte Wein-Medienlandschaft
Im Hintergrund der Auseinandersetzung steht eine ganz andere Fagestellung. Da geht es gar nicht um den Gault Millau, um persönlichen Befindlichkeiten oder die Fragestellung von Bestechlichkeit bei Weinbewertungen. Das eigentliche Thema ist vielmehr: Wie finanziert sich eine möglichst unabhängige Verksotungsinstanz? Und wie schafft sie es eine Bedeutung zu haben, ohne in eine der vielen Abhängigkeiten zu geraten? Gerade die Notwendigkeit für den Gault Millau, diese zusätzliche Finanzquelle zu erschließen, zeugt davon, dass die bisherige Finanzierung eine Lücke aufweist.

Wenn man diese Fragestellungen berücksichtigt, kann man den 14 aufständigen Top-Winzern für ihren Offenen Brief dankbar sein. Denn genau die sehr heikle Fragestellung um Weinbewertung und die Bedingungen einer möglichst hohen Seriosität wird aufgeworfen. Und so ist dass, was anfangs als Sommerkrimi erschien, eine handfeste Auseinandersetzung über die Zukunft und vor allem die Voraussetzung einer Zukunft unabhängiger Weinmedien. Man kann sich dabei bestimmt auch fragen, ob solche Weinjahrbücher noch in die heutige Medienlandschaft passen. Diese hat sich enorm verändert – genauso wie die Weintrinker.

Auswirkungen der Auseinandersetzung
Solche Fragen sind nicht die einzigen Wirkungen. Zugleich ist mit dieser Auseinandersetzung der Gault Millau Wineguide bekannter geworden. Gleichzeitig wurde auch sein Ruf beschädigt. Er wird zudem wahrscheinlich etwas dünner werden, da anzunehmen ist, dass zumindest die aufständigen Winzer keine Probeflaschen mehr an den Gault Millau Wineguide schicken werden. Zugleich wird er dadurch auch weniger attraktiv sein, wenn Top-Winzer einfach fehlen.

Eigentlich ist die ganze Trauben-Bewertung dann weniger sinnvoll, da der Leser ja gar nicht mehr nachvollziehen kann, ob der Gault Millau einen bestimmten Betrieb aus Absicht wegen geringer Qualität der Weine nicht berücksichtigt oder ob der Betrieb einfach keine Weine einreicht. Dass gerade Top-Winzer sich nicht mehr beteiligen möchten, stellt die Bewertung dann auf den Kopf. Man kann gespannt sein, wie dieser Sommerkrimi weitergeht und welche Lösungen für die aufgeworfenen Fragestellungen gefunden werden. Auf jeden Fall ist es das meist diskutierte Thema im Netz seit einiger Zeit.

Auszeichnungen im Gault Millau WeinGuide 2009

Mittwoch, 19. November 2008

gault millau weinguide 2009Wieder ein Jahr ist vergangen und der Gault Millau WeinGuide 2009 ist erschienen. Für den Weinführer wurden ca. 10.000 Weinflaschen geöffnet. Rund 7.000 davon werden im Gault Millau WeinGuide 2009 erwähnt. Im letzten Jahre hatten die Herausgeber Armin Diel und Joel Payne besonders stark Fehltöne durch Fäulnis kritisiert. Beim Jahrgang 2007 werden hingegen unreife Noten durch eine zu frühe Ernte bemängelt. “Doch wer Geduld hatte und sich nicht von den Wetter-Kapriolen verrückt machen ließ, der konnte häufig große Weine ernten”, erklären die beiden Herausgeber des Gault Millau WeinGuide 2009.

Mit Spannung wird nicht nur eine Einschätzung des Jahrgangs erwartet. Auch die Auszeichnungen sind immer interessant. “Winzer des Jahres” werden dieses Jahr die Brüder Werner und Volker Knipser vom Weingut Knipser in der Pfalz. Der “Aufsteiger des Jahres” Gault Millau WeinGuide 2009 ist Daniel Wagner vom Weingut Wagner-Stempel aus Rheinhessen. “Mit Hingabe pflegt er Riesling, Silvaner und Burgunder«, sagte Joel Payne bei der Buchvorstellung.

Als “Entdeckung des Jahres” wird Alexander Laible aus Baden mit seinen seinen ersten Jahrgang gefeiert. Der Titel “Kollektion des Jahres” an das Schloss Johannisberg im Rheingau. Die Auszeichnung als “Gutsverwalter des Jahres” ist im Gault Millau WeinGuide 2009 auf Georg Hünnerkopf aus Franken und Peter Barth aus dem Rheingau aufgeteilt. Als “Sommelier des Jahres” wird Hagen Hoppenstedt vom Restaurant Haerlin im Hamburger Hotel Vier Jahreszeiten ernannt. Das Restaurant Die Insel in Hannover wird für die “Weinkarte des Jahres” geehrt.