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Erste Einschätzungen zum Jahrgang 2008 von Winzern im VDP

Montag, 24. November 2008

Gerade ist die Ernte abgeschlossen und schon gibt erste Einschätzungen des Jahrgangs 2008 von Winzern im VDP. Der Verband der Prädikatsweingüter spricht von einem nicht unproblematischen Herbst nach langem Vegetationsverlauf. Dies soll einen leicht überduchschnittlichen Jahrgang bei den deutschen Weinen ergeben. Bei den edelsüßen Weinen wird es jedoch einige Ausfälle geben. So war vom Weingut Toni Jost (Mittelrhein) zu vernehmen: „2008 ist ein guter Jahrgang. Lediglich die edelsüßen Spitzen für den ausländischen Markt fehlen“.

Vielfach äußerten die Winzer, dass dieser Jahrgang einige Anstrengungen von ihnen verlangte. Beim Weingut Wittmann (Rheinhessen) wurde dies vor allem auf die Weinbergsvorbereitungen bezogen. Vom Weingut Ökonomierat Rebholz (Pfalz) war folgendes zu vernehmen: „Der Jahrgang 2008 machte es uns nicht leicht, er verlangte uns eine äußerst aufwendige Vorlese ab.“ (…) „Eigentlich hatten wir gedacht, dass es durch die Veränderung des Klimas keine Jahrgänge mehr gibt, in denen man um jedes Grad Oechsle ringen muss”. Beim Weingut Aldinger (Württemberg) wurde der Ertrag um 15% zum Vorjahr reduziert um “beste Qualitäten” zu erreichen. Da kann man schon mal gespannt sein, was die Verkostungen des Jahrgangs ergeben werden. Am besten man deckt sich jetzt vorsichtshalber schon mal mit noch verfügbaren deutschen Weinen aus dem hervorragenden Jahrgang 2007 ein.

VDP Große Gewächse 2007 [4] Mittelrhein, Sachsen, Saale-Unstrut und Württemberg

Donnerstag, 11. September 2008

vdp große gewächse 2007 sachsen saale-unstrut mittelrheinDies ist quasi ein Restebeitrag. Es klingt erst mal negativer, als es tatsächlich ist. Vielmehr hängt es damit zusammen, dass bei den Weinbaugebieten Mittelrhein, Sachsen, Saale-Unstrut nur ganz wenige Große Gewächse auf der GutsWein in Berlin zur Verkostung standen. Beim Anbaugebiet Württemberg reichte meine Zeit für umfangreiche Verkostungen nicht aus. Das Große Gewächs Lämmler Riesling vom Weingut Gerhard Aldinger begeisterte mich. Es bietet eine mächtige und extrem runde Frucht mit enormer Cremigkeit. Der Nachhall ist von Orange und Aprikose geprägt.

Vom Mittelrhein gab es leider nur einen Stand. Dabei gehört das Weingut Toni Jost auf jeden Fall auf die GutsWein in Berlin. Mindestens zwei weitere Weingüter waren an der Vorverkostung in Wiesbaden beteiligt. Das Weingut Weingart (was ja ohnehin aus meiner Sicht mit den VDP-Weingütern mithalten kann und von derem Jahrgang 2007 ich sehr angetan bin) hätte auch ein gutes Bild von den Rieslingen vom Mittelrhein in Berlin erzeugen können.

So musste das Weingut Lanius-Knab allein für das kleine Anbaugebiet Mittelrhein sprechen. Das sehr empehlenswerte Bernstein Riesling Große Gewächs zeigt sich mit einer zurückhaltenden Nase. Der fruchtige Geschmack hingegen ist genial. In der Länge entwickelt sich ein schönes Spiel. Der Nachhall ist kräftig, in der Intensität jedoch nicht störend. Der Bernstein vom Weingut Lanius-Knab zeigt den Mittelrhein in einem guten Licht.

Die beiden östlichen Weinbaugebiete warteten mit positiven Überraschungen auf. Sachsen und Saale-Unstrut: Es waren positive Überraschungen! Das Weingut Lützkendorf aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut hat mit Hohe Gräte einen schönen Riesling Großes Gewächs zur Verkostung bereit gestellt. Die Nase ist mineralisch und erinnert etwas an die Mosel (das muss ich leider so formulieren, da mir etwas die Verkostungserfahrung von Weinen aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut fehlt und man ja immer nur Geschmäcker vergleichen kann, die man kennt). In der Tiefe wäre etwas mehr wünschenswert gewesen. Dafür bietet die Hohe Gräte eine gute Länge. Mein Favorit aus diesem Anbaugebiet kommt jedoch aus dem Weingut Pawis.

Der Edelacker vom Weingut Pawis ist ein richtig geiler Riesling. Zudem war dieses Große Gewächs – entgegen manch anderer Weine in Berlin – sehr gut gekühlt. Er kommt mit einer reifen Pfirsichfrucht, die mit Aprikose untermalt ist, in den Mund. Der Edelacker entfaltet in der sehr guten Länge eine voluminöse Frucht, die jedoch nicht überladen ist. Dies ist eine wirkliche Empfehlung aus Saale-Unstrut. Das Weingut Pawis hat mich sehr positiv überrascht.

Das einzige Weingut aus Sachsen, dass in Berlin vertreten war, hatte einen hervorragenden Weißen Burgunder mitgebracht. Das weiße Große Gewächs vom Weingut Schloss Proschwitz – Prinz zur Lippe überzeugt schon in der Nase mit einem mineralischen Geruch. Im Mund ist er extrem weich und buttrig. Dies ist von einer blumigen und dezenten Würze untermalt. Ein zweiter Schluck unterstützt die Blumigkeit und lässt dieses Große Gewächs etwas dropsig erscheinen.