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“Sideways”-Effekt beim Pinot Noir

Mittwoch, 12. November 2008

Gestern erschien ein Artikel im Blog “Weinakademie Berlin” zum so genannten “Sideways”-Effekt. Damit ist die positive Auswirkung des Films “Sideways” auf den Absatz von Pinot Noir in den USA gemeint. In dem US-amerikanischen Indipendentfilm fahren zwei Freude in Kalifornien von einer Weinprobe zur nächsten. Dabei kommen Weine aus der Rebsorte Pinot Noir sehr gut weg, während der Merlot eher negativ dargestellt wir. Nun ist in den USA eine wissenschaftliche Studie erschienen, die den Zusammenhang zwischen dem Film Sideways und der Zunahme des Verkaufs von Pinot Noir aus Kalifornien belegt.

Sicherlich kann man da noch anmerken, dass dieser Film einen wahren Kern enthält. Ich würde behaupten, dass ein ähnlicher Effekt beispielsweise mit dem Zinfandel oder dem Morio Muskat in Deutschland nicht funktionieren würde. Beim Riesling hingegen könnte ich mir eine solche Entwicklung nach solch einem Film in Deutschland hingegen vorstellen. Aufmerksamkeit erzeugen solche Filme ohnehin.

Nun habe ich mir einmal die Mühe gemacht, nicht die Verkaufszahlen von Pinot Noir, sondern seine Online-Aufmerksamkeit unter die Lupe zu nehmen. Eine sehr gutes Instrument sind dazu die Google-Trends. Mit ihnen wird die Häufigkeit von Suchanfragen dargestellt. Als Eingrenzung habe ich nur Suchanfragen in den USA gewählt, da es ja um einen Effekt in den USA geht (für Deutschland ist das leider nicht nachvollziehbar, da die Datenmenge fehlt).

Beginnen wir mit der Aufmerksamkeit für den Film Sideways. In der Kurve (Bild ganz oben) zeigt sich, wie er im Jahreswechsel 2004/2005 im medialen Interesse stand. Danach ist der Film für ein kleines Fachpublikum weiter interessant. Doch wie häufig waren Suchanfragen nach Pinot Noir in den USA? Der Ausschlag bei dem Erscheinen von Sideways (mittleres Bild) war noch relativ normal (hier fehlen leider frühere Zahlen aus den Weihnachtsgeschäften). Erst der Punkt B, also als man bereits über den Sideways-Effekt erstmals sprach, zogen die Suchanfragen in den USA kräftig an. Wenn man dies ernst nimmt, kann man bei dem Sideways-Effekt auch Elemente einer self-fulfilling prophecy erkennen (wie dies von Mediensoziologen genannt wird).

In der Jahresmitte 2005 lässt sich eine signifikant höhere Abfrage von Pinot Noir gegenüber den beiden Folgejahren feststellen. Insgesamt findet jedoch wieder eine geringere Betrachtung des Pinot Noirs in den USA statt. Dies ist an der Höhe der Spitze im Weihnachtsgeschäft 2007 sowie im bisherigen Jahresverlauf von 2008 zu erkennen (unteres Bild). Wie sich diese Entwicklungen der Suchanfragen in den Absatzzahlen wiederspiegeln werden, wird sich zeigen.

Bonterra Shiraz Carignane

Montag, 5. November 2007

Das Thema Bio-Wein ist häufig mit etwas Komplikationen verbunden. Dazu noch aus Übersee. Es gibt in der EU ja ein Siegel. Zudem bestehen Erzeugerverbände mit Regeln, die über die EU-Vorgaben hinausgehen. Wenn man an ökologisches Engagement im Weinbau in der USA fragt, fällt sofort Fetzer ein. Fetzer verfügt über 730 Hektar Rebfläche, von denen sogar 110 Hektar biodynamisch bewirtschaftet werden. Dieser Erzeuger führt seit 1993 mit Bonterra eine eigene Ökomarke. Sie erfüllen die Richtlinien der Verordnung über ökologischen Landbau der EU. Hier steht jetzt das Cuvee aus Shiraz und Carnignane aus dem Jahre 2004 zu Verkostung an.

Der Bonterra Shiraz-Carignane zeigt sich dicht mit bräunlichen und violetten Reflexen im Glas. In der Nase ist ein intensiver und leicht überreifer Kischduft zu erkennen. Im Mund überrascht ein unerwarteter Caramel- und fast schon ins schokoladigen Krokant gehender Geschmack. Positiv unerwartet! Zudem kommt ein langer Nachhall mit fetter Himbeer-Schokolade. Beim zweiten Schluck harmoniert sich das Geschmackserlebnis ohne seine Tiefe einzubüßen. Vanille ist da auch dabei, aber eben nicht in dieser billig-gefälligen Vanillinvariante die sonst bei Überseeweinen leider häufig anzutreffen ist. Wieder mal ein Wein, der mich davon überzeugt hat, dass Biowein kein Zweck an sich ist, sondern, dass in Folge von biologischer Erzeugung hervorragende Geschmackserlebnisse möglich sind. Erhältlich sind die Weine von Bonterra bei bundesweit bei alnatura. Bei “The Wine Cask Blog” aus den USA ist der Bonterra Chardonnay 2005 verkostet.

Bonterra Shiraz Carignane
USA – California
Erzeuger: Bonterra Vineyards (Fetzer)
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14%
Jahrgang: 2004
Einkaufspreis: 10,00 €
Verschluss: Schraubverschluss
Quelle: Biofachhandel

Woodbridge Cabernet Sauvignon

Samstag, 29. September 2007

Robert Mondavi ist neben den Brüdern Gallo einer der großen Weinpioniere aus Kalifornien. Die Winery wurde 1966 gegründet. Woodbridge ist eine der günstigeren Linien von Mondavi. Hier gibt es einen roten Zinfandel, einen Zinfandel Rose, einen Chardonnay und den zur Verkostung anstehenden Cabernet Sauvignon. Mit dem Jahrgang 2003 ist er schon reif gelagert. Im Glas erscheint ein kräftiges Rot mit braunen Reflexen. Der Cabernet Sauvignon von Woodbridge hat sehr weich geschliffene Tannine. Er erscheint schon fast wie kuschelweich. Dabei wirkt das alles etwas künstlich, da etwas Tiefe fehlt.

Woodbridge Cabernet Sauvignon
USA – Kalifornien
Erzeuger: Robert Mondavi
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13%
Jahrgang: 2003
Einkaufspreis: 8,00 €
Verschluss: Silikonkorken
Quelle: Fachhandel

Fetzer Coldwater Creek Merlot 2003

Sonntag, 25. März 2007

Fetzer ist einer der größeren amerikanischen Weinproduzenten. Das Unternehmen wurde 1958 gegründet. Der erste Wein verzeichnet den Jahrgang 1968 auf dem Etikett. Fetzer baute anfangs hauptsächlich rote Rebsorten an, hat aber inzwischen auch weiße Wein und sogar auch einen Riesling im Sortiment. Es wird im Weingut auf Ökologie Wert gelegt, ohne jedoch dass die Weine als Ökoweine klassifiziert sind (damit hängt die globale Problematik der Standards und die Verpflichtung diese dann immer einhalten zu müssen zusammen). Fetzer ist im Prestige-Segment aktiv ist, hat aber zugleich günstige Weine – wie den jetzt zu verkostenden – im Programm.

Im Glas zeigt der Fetzer Coldwater Creek ein helles Rubinrot mit braunen Reflexen. Er ist leicht und fruchtig, wie es bei einem Merlot zu erwarten ist. Ein leichter Barriqueausbau kann angenommen werden. Er macht einen reifen Eindruck, zu dem die abgefederten weichen Tannine beitragen. Für einen Merlot ist 2003 schon relativ alt, es handelt sich jedoch um den aktuell auf den Markt befindlichen Jahrgang. Empfehlung: Jetzt trinken.

Coldwater Creek Merlot
USA – Kalifornien
Erzeuger: Fetzer Vineyards
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5%
Jahrgang: 2003
Einkaufspreis: 5,00 €
Verschluss: Schraubverschluss
Quelle: Fachhandel

Copperidge Zinfandel California

Donnerstag, 15. Februar 2007

Der Zinfandel ist die Rebsorte, da am stärksten mit dem Weinbau in den USA verbunden wird. Die anderen Sorten, die einen großen Anteil an der angebauten Menge haben sind weltweit verbreitet. Und auch der Zin – wie man ihn auch nennt – ist nicht einzigartig in Kalifornien vorhanden. Die Rebsorte ist nähmlich genetisch identisch mit der in Apulien (Italien) verbreiteten Sorte Primitivo.

Eigentlich handelte es sich bei dieser Verkostung um eine Vergleichsprobe günstiger kalifornischer Rotweine. Dabei schnitt der Zin von Copperidge besonders gut ab. Der Cabernet Sauvignon von der Firma hingegen präsentierte sich hingegen weniger schmackhaft. Dies ist sicherlich etwas erstaunlich, da derzeit der Cab in den USA auf einem Siegeszug bei den hochwertigen Weinen ist. Nun, der Zinfandel von Copperidge ist das eigentlich nicht. Er besticht aber mit einem harmonischen und intensiven Geschmacksbild, bei dem Pflaumen im Zentrum stehen. Für den Preis ist die Qualität mehr als in Ordnung.

Zinfandel California
USA – Kalifornien
Erzeuger: Copperidge Vineyards
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14%
Jahrgang: 2004
Einkaufspreis: 4 €
Verschluss: Silikon
Quelle: Fachhandel