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Weingut Mohr mit Lorcher Krone, Bodental-Steinberg und Assmannhäuser Höllenberg

Montag, 27. Juni 2011

Weingut Mohr mit Lorcher Krone, Bodental-Steinberg und Assmannhäuser Höllenberg[Rheingau-Riesling-Route #2] Das Weingut Mohr im Rheingau wird nach dem Gründer Wilhelm Mohr 1875 von Jochen Neher und seiner Frau Saynur in der 4. Generation bewirtschaftet. Besonders wichtig sind die drei Lagen Lorcher Krone, Lorcher Bodental-Steinberg und Assmannhäuser Höllenberg. Die traditionsreiche Lage Assmannshäuser Höllenberg steht nicht nur für hervorragende Rotweine aus dem sonnst vom Riesling geprägten Rheingau, sondern kann als eine der besten Einzellagen für Spätburgunder in den deutschen Anbaugebieten gesehen werden.

Während das Weingut Mohr in der Lorcher Krone vor allem Riesling anbaut und im Höllenberg der Spätburgunder reift, wachsen in der Lage Bodental-Steinberg beide Rebsorten. Durch das offene System der Ersten Gewächse im Rheingau kann das Weingut Mohr einige Weine in dieser Spitzenkategorie erzeugen. Diese stehen im Folgenden auch im Focus der Verkostung. Sicherlich besteht grundsätzlich bei den Ersten Gewächsen im Rheingau ein Qualitätsgefälle. Andockmöglichkeiten zur qualitativen Spitze der beiden noblen Rebsorten Riesling und Spätburgunder sind hier jedoch für jedes qualitätsorientiertes Weingut wesentlich leichter als in den anderen deutschen Weinbaugebieten.

Weingut Mohr mit Lorcher Krone, Bodental-Steinberg und Assmannhäuser Höllenberg
Weingut Mohr in Lorch

Lorcher Krone Riesling Erstes Gewächs 2009
Kräftigeres Strohgelb. Wunderbarer Duft nach Blüten und weißem Pfirsich. Gut eingebundene Säure. In sich stimmig und harmonisch. In Nachhall leicht aber lang anhaltend. Zum Schluss kommt dieser fruchtige Geruch wieder zu tragen. 88

Lorcher Bodental-Steinberg Riesling Erstes Gewächs 2009
Helle Frucht mit in der Nase. Weißer Pfirsich mit Aprikose und Banane im Hintergrund. In der Zeiten Nase kann man auch eine breitere Frucht wahrnehmen. Am Gaumen entfaltet sich eine spannungsreiche Mineralität, die mit einer gut eingebundenen Säure untermalt ist. Der Nachhall ist von feinem Schmelz geprägt. Vier Tage nach Flaschenöffnung hat er so gut wie noch nichts von seinem Ausdruck verloren. 89

Weingut Mohr mit Lorcher Krone, Bodental-Steinberg und Assmannhäuser HöllenbergErste Gewächse aus Riesling

Assmannhäuser Höllenberg Spätburgunder trocken Alte Reben 2008
Helles sehr transparentes Rubinrot. Süßer Duft mit reifen Pflaumen. In der zweiten Nase gibt es syphatische Veilchen. Weich am Gaumen. Über die spannende und leicht würzige Frucht gibt es einen langen Nachhall. 90

Assmannhäuser Höllenberg Spätburgunder trocken Barrique 2008
Sehr transparentes Rubinrot mit leicht bräunlichem Rand. Orangenblüten in der Nase. Die zweite Nase wirkt erfrischend. Kaum Säure am Gaumen. Frische Frucht prägt den Geschmack. Mittlerer Nachhall. 89

Schön wie gut diese beiden Spätburgunder schon jung trinkbar sind. Und die 13 oder 13,5% fallen überhaupt nicht auf.

Bodental-Steinberg Spätburgunder 2007 Erstes Gewächs
Transparentes bräunliches Rot im Glas. Reife Früchte mit gebackenen Pflaumen in der Nase. Mit Würze in der zweiten Nase untermalt. Weich am Gaumen mit einer warmen Frucht. Die würze beleibt dezent. Mittleren aber runder Nachhall. 87

Bodental-Steinberg Spätburgunder 2008 Erstes Gewächs
Hell bräunlich Rot. Frische würzige Nase mit floralen Aspekten und etwas Ruby-Portwein im Hintergrund. Eine runde Geschichte mit dezenter Säure. Macht im Nachhall etwas Druck. Gelungenes Erstes Gewächs, was in den kommenden Jahren noch besser schmecken wird. 89+

Weingut Mohr mit Lorcher Krone, Bodental-Steinberg und Assmannhäuser Höllenberg Spätburgunder vom Weingut Mohr

Generell sei jedem Weinfreund empfohlen sich einmal im Rheingau umzuschauen. Das Weingut Mohr in Lorch ist mit ihrer hohen Qualität durchaus keine Ausnahme. Im Rheingau findet man viele gar nicht so bekannte Weingüter mit sehr guten Weinen und zugleich ziemlich erschwinglichen Preisen. Die deutliche Aufteilung in die beiden Nobelrebsorten Riesling und Spätburgunder erleichtert die Auswahl und gibt im sonst eher komplexen deutschen System eine einfache Orientierung.

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Lorcher Krone

Samstag, 25. Juni 2011

Lorcher Krone[Rheingau-Riesling-Route #1] Die Lorcher Korne gilt als eine privilegierte Einzellage im westlichen Rheingau. Die ca. 8 Hektar sind als Erste Lage klassifiziert. Aus ihr können also Erste Gewächse kommen. Mit Südwest-Exposition besteht in der Lorcher Krone eine Steilheit von 45 bis 50%. Die Böden sind recht gemsicht mit kalkigen, lehmigen Anteilen auf Lösböden mit Schieferanteilen. Die typische Rebsorte in der Lorcher Krone ist der Riesling. Bekannte Weingüter die Parzellen in dieser Lage bewirtschaften sind Mohr, Graf von Kanitz, Altenkrich und Eva Fricke.

Weinprobe Dortmund

Montag, 12. November 2007

Bild: Thomas GüntherGestern fand die Messe Wein-Dortmund statt. Dort präsentierten rund 50 weinerzeugende Betriebe ihre Produkte. Man hatte die Möglichkeit hauptsächlich kleinere und unbekanntere Winzer und ihre Weine kennen zu lernen. Die Messe war ins besondere am Sonntag sehr gut besucht. Am Stand von den Bodegas Ibericas tummelten sich sehr viele Gäste. Der Priorat dort war sehr begehrt und auch ganz köstlich.

Bild: Thomas GüntherEine relativ bekannte Ausnahme war das Weingut Graf von Kanitz (Lorch/Rheingau). Bei dem VDP-Mitglied (das einzige auf der Messe) gab es einen sehr schönen Riesling-Sekt mit angenehmer Frucht und Säure. Das Erste Gewächs war auch offen. Seiner Komplexität konnte man – wegen dem Stimmengewirr am Veranstaltungsort – leider nicht ganz gewiss werden. Aber die dort feststellbaren Eindrücke waren sehr positiv. Das Weingut Graf von Kanitz ist nicht nur im VDP, sondern auch beim Erzeugerverband für Ökoweine ecowin Mitglied. Ebenso wie die Weingüter Karl Weber (Lehmen/Mosel) und Pauly-Bohn (Burgen/Mosel). Beim zweiten der beiden Stände gab es eine empfehlenswerte trockene Riesling-SpätleseAuslese.

Bild: Thomas GüntherBeim Weingut Spelzenhof (Altdorf/Pfalz) konnte man einige interessante Dinge probieren. Der Winzer aus der Pfalz hatte einen halbtrockenen Sauvignon Blanc im Anbruch. Dieser hatte eine sehr typische Nase. Der Geschmack war sehr eindeutig in Richtung Banane. Erstaunlich gut. Eine Frage ist nur, ob man davon ein zweites oder drittes Glas trinken kann oder dieser Frucht schnell überdrüssig wird. Das ist ja immer eine Fragestellung, die nach einer Verkostung bleibt. Zudem gab es eine Winter-Cuvee und einen Cabernet Dorsa 2005 mit Barriqueausbau. Dies ist eine Neuzüchtung aus Dornfelder und Cabernet Sauvignon. Durchaus interessant.

Bild: Thomas GüntherEine andere Neuerung gab es beim Weingut Volz (Essingen/Pfalz). Dieses präsentierte einen Shiraz aus der Pfalz. Dieser findet noch im Versuchsanbau mit 1.500 Reben statt. Der Shiraz schmeckt nach Zimt und Muskat. Meiner ist das nicht. Viele Rieslinge und Dornfelder aus der Pfalz finde ich lecker. Auch so manchen Shiraz aus Australien ist gut trinkbar. Es war aber sehr interessant zu erfahren, wie Volz die Vorzüge der internationalen Rebsorte sieht und diese gleichzeitig lokal interpretiert. Soweit war dies auch im Wein nachvollziehbar.

Bild: Thomas GüntherNeben den vielen positiven Erfahrungen gab es auch wenige negative Erlebnisse. So fragte an einem Stand, an dem es Weine der Loire gab, die Dame, die die Weine ausschenkte schon nach der Probe eines ersten Weins was ich denn bestellen wolle. Zudem war in dem Schaumwein, den sie ausschenkte kaum noch Kohlensäure. Damit macht man keinen guten Eindruck. Ein entspanntes probieren ist so nicht möglich. Das ist jetzt der zweite Eintrag auf meiner persönlichen Schwarzen Liste. Von den Weinen dieses Händlers wird es in Zukunft nichts mehr hier zu lesen geben. Überaktives und aufdringliches Verkaufsgebaren wird selten belohnt.

Bild: Thomas GüntherAls positive Erlebnisse sind auch die Rieslinge vom Wein- und Sektgut Heinz Schneider von der Mosel (Leiwen) nennen. Dieser Winzer wurde von Mundusvini als “Erzeuger des Jahres” 2007 ausgezeichnet. Leider kam ich nicht mehr zu einer Verkostung der Rotweine. Die Rieslinge waren von der Literware aufwärts geschmacklich reizvoll. Die Weine vom Chateau d`Arlus sind auch noch positiv zu erwähnen. Vielmehr besonders der 2003er. Dabei handelt es sich um einen reinrebsortigen Wein der authochtonen Rebsorte Braucol. Den Stand hatte mir der Weinschreiber empfohlen.

Bild: Thomas GüntherNeben den vielen Weinen gab es auch andere Produkte zu probieren. Da waren Öl, Essig und Senf. Bei dem Grill-Senf konnten nur wenige widerstehen. Die scharfen Senfsorten waren den Besuchern, die ihre Geschmacksnerven betäuben wollten vorbehalten. Sie sollen aber am Stand von der Senfmühle Erkelenz sehr lecker gewesen sein. Die Messe Wein-Dortmund fand dieses Jahr erstmalig statt. Evtl. sehen wir uns ja im nächsten Jahr wieder.