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France: Le Filou Rouge

Mittwoch, 12. August 2009

le filou rougeWer Weinverkostungen.de schon länger kennt, hat bestimmt schon gemerkt, dass wir manchmal auch zu unkonventionellen Maßnahmen greifen. Ziel ist es hier eben nicht nur wohl-distinguiert etwas über hochpreisige Weine vorzutragen. Vielmehr soll der gesamte Weinmarkt dargestellt und beobachtet werden. Und da gehört es auch dazu mal zu schauen, was im Discounter, im Supermarkt oder im SB-Markt im Regal bzw. auf der Palette steht. Jetzt hat es den Le Filou Rouge aus dem geliebten Weinland France erwischt.

Le Filou Rouge im Supermarkt

Le Filou ist eine der bekanntesten Marken im Supermarkt für Wein aus Frankreich. Das ist ja gerade das Kennzeichen einer Marke, dass man einen Wein mit der selben Bezeichnung fast überall findet. Was für so manche Verbraucher ein Segen ist, gestaltet sich zugleich als ein ein Fluch. Denn wie kann man nur diese Unmengen an Le Filou in einer anständigen Qualität für die ganzen Supermärkte herstellen?

Der Filou ist rubinrot im Glas. Die Nase ist überschwänglich vanillig. Der Gaumen beim Le Filou Rouge hingegen ist samtig-weich, genauso wie es das Rückenetikett verspricht. Gleichzeitig habe ich aber den Verdacht, dass eine ungehobelte Essigsäure mit irgendeinem Trick im Keller übergebügelt wurde. Der Nachhall des Le Filou Rouge ist recht lang. Da koche ich mir schnell einen Kaffee um diesen Geschmack wieder los zu werden. Denn, für alle die es nicht wissen: Mit Kaffee kann man wurderbar die Geschmacksnerven neutralisieren.

Ist Le Filou Rouge nur ein Filou?

Was lernen wir nun daraus? Der Le Filou Rouge ist extrem billig. In diesem Preisniveau kann man nicht viel mehr erwarten, als dass der “Wein” fehlerfrei ist. Das ist diese Flasche Le Filou Rouge aus 2008 eindeutig. Aber wieso soll man sich so etwas kaufen, wenn man dann damit keinen Spass hat? Und man sollte sich auch mal die Produktions- und Vertriebsbedingungen dieser “Weine” vergewissern. Ach, es sollte noch geschrieben werden, dass dieser Wein trocken ist.

Le Filou Rouge
Frankreich – Vin de Pays du Gard
Vertrieb: Binderer Wine Select in Bingen
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12%
Jahrgang: 2008
Einkaufspreis: 2,50 €
Verschluss: Kunststoff
Quelle: Supermarkt
EAN 4002301023111

Markenweine von DER FEINSCHMECKER probiert: Ernüchterndes Ergebnis

Mittwoch, 15. April 2009

Jeder kennt Tesa, Persil und Nivea – Marken genießen Vertrauen und stehen für Verlässlichkeit. Aber gilt das auch beim Wein? DER FEINSCHMECKER nahm sich dieser Frage an und verkostete 21 Markenweine, darunter Vertreter der zehn meist verkauften Etiketten im deutschen Lebensmittelhandel: Weine wie “Blanchet”, “Medinet”, “Erben”, “Grand Sud”, “J. P. Chenet” und andere, die sich jedes Jahr millionenfach verkaufen, zu Preisen immerhin zwischen drei und fünf Euro pro Flasche.

Die Probe dieser Weine ergab ein wenig berauschendes Bild des Wein-Alltags in deutschen Haushalten. So zog beispielsweise Professor Dr. Reiner Wittkowski, Önologe und Vizepräsident des Berliner Bundesinstituts für Risikobewertung, ein ernüchtertes Fazit: “Es gibt große qualitative Unterschiede, selbst wenn der Preisunterschied nur ein Euro ist. Alles in allem muss man doch sagen, dass die Qualität in den letzten Jahren gerade im unteren Segment nachgelassen hat.” Sommelier Hagen Hoppenstedt vom Restaurant Haerlin im Hamburger Hotel Fairmont Vier Jahreszeiten fällte ein ebenso vernichtendes Urteil und räumte mit einem Vorurteil auf: “Solche Weine gehen zum Essen überhaupt nicht”. Die industriell geglättete, gesichtslose Anmutung mancher Markenweine brachte FEINSCHMECKER-Probenleiter Dr. Ulrich Sautter schließlich zu der Frage, ob Wein ein Rohstoff sei wie Zucker oder Mais. Die Antwort auf diese Frage geben Konsumenten – also wir alle – tagtäglich durch unser Verhalten beim Einkauf.

Das gesamte round-table-Gespräch ist in der aktuellen Ausgabe DER FEINSCHMECKER zu lesen und ab 15. April 2009 am Kiosk für 6 Euro erhältlich.

[Quelle: DER FEINSCHMECKER]

Pomerol Chateau Siaurac für 10,60 Euro

Dienstag, 20. Mai 2008

Foto: Thomas GüntherEs gibt manchmal Preise, die man nicht glaubt. So erstand ich gestern einen Chateau Siaurac (Lalande de Pomerol) aus dem Jahrgang 2004 für schmale 10,60 Euro. Wie geht das und wo ist der Haken. Den Haken habe ich noch nicht gefunden. Wie es geht? Man besucht einen der 4 neuen Delhaize-Supermarkt-Kette. Zwei davon gibt es in Köln und zwei in Aachen. Das Weinangebot ist gewagt in höheren Preisregionen. So gibt es viele Markenweine und bekannte Winzer. Neben dem Pomerol Chateau Siaurac gibt es noch einige andere gute Bordeaux-Weine (z.B. auch Chateau Cambon La Pelouse). Von der Mosel sind 5 Weine von Carl Loewen verfügbar. Aus dem Rheingau stehen Weine von Robert Weil im Regal. Daneben stehen dann auch Weine aus dem eigenen “365”-Diskont-Programm (Bild unten). Über die Strategie dieses begischen Supermarkt in Deutschland und ihr ungewöhnliches Weinkonzept wird hier noch umfangreicher berichtet.

Foto: Thomas Günther

Markenwein im Tiefenrausch

Montag, 17. Dezember 2007

Es gibt ja die günstigen Wein- und Sektmarken. So manch ein Erzeuger hat in den letzten Jahren durch ständige Sonderangebote seinen eigentlichen Verkaufspreis kaputt gemacht. Teilweise liegen die Preise auf dem Niveau von Discountern. Da lohnt sich bestimmt keine Pflege der Marke mehr. In der aktuellen Ausgabe der Getränke-Zeitung (Nr. 26/2007) ist eine Liste von Wein- und Sektmarken mit dem Jahrestiefstpreis abgeruckt. Es scheint so zu sein, dass einige (Schaum-)Weine unter dem Einkaufspreis angeboten werden. Zudem sind seriöse Preise zum Teil doppelt so hoch wie der tiefste Angebotspreis.

Schaumwein
Henkel trocken: 3,33
MM extra: 1,99
Mumm: 3,75
Rotkäppchen Sekt: 2,55
Söhnlein Brilliant: 1,75
Prosecco Cinzano: 3,95
Prosecco Martini: 3,33
Cinzano Asti: 3,88
Freixenet: 2,99
Rondel: 2,99

Wein
Le Filou: 1,79
Viala Rot: 1,99
Balaton: 1,99
Mederano: 2,99
Blanchet: 1,88
Medinet: 1,93
Golden Kaan: 3,79
Collection Cantre: 2,99
Edler von Mornag: 1,45
Erben-Weine: 1,95

(Preise jeweils in Euro, Quelle: Getränke Zeitung)