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Besuch des 596sten Dürkheimer Wurstmarkt

Dienstag, 11. September 2012

Besuch des 596sten Dürkheimer WurstmarktVom 7. bis 17. September geht in Bad Dürkheim in der Pfalz alles oder auch nichts mehr. Es gibt kein Schieben und kein Halten mehr. Denn hier wird der 596ste Dürkheimer Wurstmarkt gefeiert. Mit über 600.000 Besuchern gilt es als das größte Weinfest auf dieser Welt. Dabei hat Bad Dürkheim an der Deutschen Weinstraße gerade einmal 20.000 Einwohner. Schon am ersten Wochenende zeigen sich in diesem Jahr viele Standbetreiber sehr zufrieden und sprechen von einem Andrang auf den Dürkheimer Wurstmarkt wie lange nicht mehr.

Besuch des 596sten Dürkheimer WurstmarktAuf die Einladung der in Bad Dürkheim ansässigen Agentur Medienagenten fahren wir – wie einige andere Weinblogger – in die Pfalz. Für uns gibt es hier neben dem Erlebnis des Wurstmarkts auch noch köstliche Weine zu probieren. Bei einer sehr noblen Art des Vorglühens vor dem Weinfest fällt uns besonders positiv das Große Gewächs Ungsteiner Weilberg aus dem Jahr 2008 vom Weingut Pfeffingen auf. Trotzdem erste Firne bemerkbar sind, erscheint es noch recht jung. Dieses Große Gewächs von Pfeffingen steht kompakt da, präsentiert sich sehr ausgewogen mit schönem Nachhall.

Besuch des 596sten Dürkheimer WurstmarktVorher noch wird der bemerkenswerte Dürkheimer Riesling trocken 2011 vom Weingut Pflüger genossen. Dieser (sicherlich gegenüber dem Großen Gewächs von Pfeffingen einfachere Wein) besteht aus vier Lagen um Dürkheim. Mit ihm soll für den Riesling ein Profil für die Ortsweine geschaffen werden. Das gelingt hier sehr schmackhaft. Offensichtlich sind andere Orte in der Pfalz derzeit in der Weinszene angesagter als Bad Dürkheim. Das Niveau liegt hier jedoch deutlich über dem, was man in der Kategorie Saufweine auf Weinfesten beschreiben kann. Vielmehr hat dieser Ortsriesling mit einem Saufwein nur so viel zu tun, dass er schmeckt. In kleinen sowie in größeren Quantitäten. Nur eben in gut.

Besuch des 596sten Dürkheimer Wurstmarkt

Blick auf den Wurstmarkt in Dürkheim

Besuch des 596sten Dürkheimer WurstmarktDie Gruppe Weinblogger stürzt sich dann ins Nachtleben des Dürkheimer Wurstmarkt. Einen der besten Rieslingschoppen des ganzen Weinfestes gibt es beim Weingut Hanewald-Schwerdt. Ihr Stand auf dem Weinfest ist im etwas ruhigerem Teil mit dem Namen Weindorf beheimatet. Hier kann man etwas abseitig des Trubels des Weinmarkts recht gemütlich eine größere Auswahl an Weinen trinken. Und es gibt nicht selten ordentliche Gläser.

Besuch des 596sten Dürkheimer WurstmarktDoch auch hier bekommen wir einen Schoppen. Viele sagen ein Rieslingschoppen in der Pfalz besteht aus 50% Riesling und 50% Wein. Stephan Schwerdt zeigt uns wie man den Schoppen auf dem Wurstmarkt richtig macht: Eine Hand hoch Riesling und dann Sprudelwasser. Der sympathische Schwerdt hat große Hände. Aber auch viele andere und hochwertigere Weine werden hier ausgeschenkt. Der Reiz des Weindorfs ist ein Stück pfälzische Gemütlichkeit verbunden mit schmackhaften Weinen.

Besuch des 596sten Dürkheimer WurstmarktEtwas robuster bis deftig geht es bei den Schubkärchlern zu. Dies sind 36 überdachte Weinstände mit jeweils kuschelig besetzten 120 Sitzplätzen. Die Rückenlehne auf der Bank erzeugt die nächste Sitzreihe. Auch das VDP-Weingut Pfeffingen ist hier bei der Nummer 15 vertreten. Doch hochwertige Markengläser will hier eigentlich niemand benutzen. Bei den traditionellen Schubkärchlern wird im Dubbeglas ausgeschenkt. Bei diesem in der Pfalz sehr typischen Trinkglas für Schoppen sorgen die runden Vertiefungen für einen guten Griff. Denn nach einer fettigen Wurst kann einem ein halber Liter Schorle sonnst leicht entgleiten.

Besuch des 596sten Dürkheimer WurstmarktBeim traditionellen Stand 30 vom Weingut Karl Schaefer sorgt der Betriebsleiter Jan Groß für Stimmung. Das Weingut erzeugt nicht nur hervorragende Weine in guten Lagen rund um Dürkheim, sondern ist seit mehreren hundert Jahren ein unverzichtbarer Bestandteil des Dürkheimer Wurstmarktes. Man kann sich fragen welcher erstaunliche Spagat größer ist: Der zwischen Tradition und Innovation oder zwischen expansionistischem Qualitätsstreben und regionaler Verhaftung mit der Bedienung weiter Bevölkerungsschichten.

Besuch des 596sten Dürkheimer WurstmarktIn der realen Existenz und Geschichte dieser Weingüter klärt sich alles auf. Denn auch noch so große Weine kommen nicht selten aus einem kleinen Dorf. Das ist eine Erkenntnis, die der volkstümliche Dürkheimer Wurstmarkt authentisch vermittelt. Hier geht es richtig rund und nur an wenigen Stellen ist es traditionslos unterirdisch. Jeder sollte auf diesem Weinfest mal die Schöne Anna probiert haben. Die ist auch ohne aussichtslose 90 oder 100 Punkte völlig schmackhaft.

Besuch des 596sten Dürkheimer WurstmarktDer Dürkheimer Wurstmarkt kann mit fug und recht als einer der Höhepunkte gelebter Weinkultur gesehen werden. Erstaunlich ist das bemerkenswert gute Niveau der dort angebotenen Weine. Die Zeiten, dass Winzer bei solchen Gelegenheiten alten Ramsch verticken können, sind zumindest in der Genussregion Pfalz vorbei. Wenn man mit Einheimischen wie den Medienagenten unterwegs ist, kommt man dann auch noch zu den besten Ständen. Den diesjährigen Wurstmarkt kann man noch bis zum 17. September besuchen. Oder man markiert den Termin für nächstes Jahr schon mal mit einem roten Stift dick im Kalender. Wir kommen jedenfalls gerne wieder. Ahjooh!

Besuch des Dürkheimer Wurstmarkt

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Bassermann-Jordan Deidesheimer Paradiesgarten Riesling Kabinett 2007

Freitag, 28. Oktober 2011

Bassermann-Jordan Deidesheimer Paradiesgarten Riesling Kabinett 2007Wir sind beim Wein aus Deutschland derzeit in einer etwas schwierigen Situation. Der Jahrgang 2010 hat recht wenig Menge gebracht und selbst bei einigen guten Weingütern sind die Qualitäten nicht immer ganz zuverlässig. So gilt es etwas zurückzuschauen, was sonst noch so herumsteht und getrunken werden könnte. Da fand ich in einem Weinladen den 2007er Kabinett aus dem Deidesheimer Paradiesgarten. Der Riesling stammt vom renommierten Weingut Bassermann-Jordan in der Pfalz.

Die Flasche aus dem Deidesheimer Paradiesgarten stand im Weinladen reichlich verstaubt herum. Beim Drehverschluss ist man sich ja immer noch nicht ganz so sicher, wie das mit der Lagerfähigkeit aussieht. Und so gab es diesbezüglich eine erste Enttäuschung gab es nach Flaschenöffnung. Denn das was da nach Stelvin aussieht, also einer der besten Schraubverschlüsse derzeit auf dem Markt, hat drinnen eine recht billige Kunststofffüllung. Offensichtlich waren Weingüter wie Bassermann-Jordan sich in der Verschlusssache vor drei Jahren noch nicht ganz so sicher wie heute.

Bassermann-Jordan Deidesheimer Paradiesgarten Riesling Kabinett 2007 verkostet

Der Riesling Kabinett aus dem Deidesheimer Paradiesgarten in goldgelb im Glas mit braunen Reflexen. In der Nase sind Firne mit Orangenschale. Zudem ist bei diesem Wein von Bassermann-Jordan auch schon etwas Quittengelee zu riechen. Auch am Gaumen zeigen sich Reifetöne. Diese sind jedoch bei diesem Kabinett hervorragend in vanillige Cremigkeit integriert. Ganz hinten ist auch noch volles Karamell. Der Riesling bleibt dann schön mit saftiger aber zugleich nicht zu voller Frucht stehen. Dezente Würze ist im Nachhall eingewoben. Klasse Kabinett.

Bassermann-Jordan Deidesheimer Paradiesgarten Riesling Kabinett 2007
Pfalz – Deidesheim
Erzeuger: Bassermann-Jordan
A.P.Nr: 5 106 064 05 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 10 %
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 9 €
Verschluss: Schrauber
Quelle: Fachhandel

Leuchtende Weinberge in der Pfalz

Mittwoch, 12. März 2008

Bild: VDP PfalzAm vergangenen Wochenende feierte der VDP Pfalz sein 100jähriges Bestehen. Der Bundsverband hatte ja ebenfalls ein Jubiläum. Dazu wurden 13 der ältesten und besten Weinlagen in der Pfalz zwei Nächte lang mit buntem Licht angestrahlt. Dazu waren 95 Hochleistungsscheinwerfer mit jeweils 3.500 Watt und circa 2.500 Meter Kabel notwendig. Dies ist eine super Idee und sehr sehenswerte Umsetzung. Eigentlich wollte ich auch in die Pfalz reisen um dieses Ereignis selbst mit dem Fotoapparat festzuhalten. Daraus wurde aber aufgrund von einigen anderen Terminen leider nichts. Der VDP Pfalz hat nun freundlicher Weise diese drei Bilder zur Verfügung gestellt. Man kann dem VDP zu den 100 Jahren und der gelungenen Veranstaltung nur gratulieren. Im Bild oben ist der illuminierte Michelsberg in Durkheim zu sehen.

Bild: VDP PfalzDie angestrahlte Lage Forster Ungeheuer

Bild: VDP PfalzDer Sonnenberg in Schweigen in buntem Licht

Dieses Spektakel gibt es im Folgenden auch in anderen deutschen Weinbaugebieten.

Christmann neuer Präsident des VDP

Freitag, 6. Juli 2007

Foto: VDPDer Wechsel an der Spitze des VDP ist schon längere Zeit geplant. Am 4. Juli hat nun die Mitgliederversammlung des VDP im Staatsweingut Weinsberg Steffen Christmann (Gimmeldingen in der Pfalz; Foto) zum Nachfolger von Michael Prinz zu Salm-Salm gewählt. Die Wahl war einstimmig. Zudem wurde das Präsidium auf sechs Mitglieder erweitert. Beteiligt sind Michael Graf Adelmann (Graf Adelmann, Kleinbottwar), Reinhard Löwenstein (Heymann-Löwenstein, Winningen), Armin Diel (Schlossgut Diel, Burg Layen), Paul Fürst (Rudolf Fürst, Bürgstadt), Joachim Heger (Heger, Ihringen) und Wilhelm Weil (Robert Weil, Kiedrich).

Winzerverein Deidesheim Dornfelder 2005 trocken

Sonntag, 19. November 2006

Winzerverein Deidesheim Dornfelder 2005 trockenVom Winzerverein Deidesheim gibt es jetzt einen Rotwein. Der US-Amerikanische Videoblog (kurz Vlog) von Gary Vaynerchuk unter WineLibraryTV machte auf diesen Dornfelder gespannt. Er erhielt dort sensationelle 88 Punkte. Gleichzeitig wird dieser Dornfelder im dazugehörigen Shop für ca. 10 US$ verkauft. Ein ganz schön hoher Preis für einen Qualitätswein von einer Winzergenossenschaft aus der Pfalz. Also gings fluchs zum nächsten Händler dieses Weins. Dort gab es ihn zum offiziellen Listenpreis von 4,40 Euro. Hier soll jetzt geschaut werden, ob der Wein hält, was Vaynerchuk verspricht.

Winzerverein Deidesheim Dornfelder 2005 trocken

Der Dornfelder ist eine etwas unterschätzte Rebsorte, deren Potenzial weit über der Funktion der Färbung von helleren Rotweinen liegt. Neben dem Pinot Noir und dem Cabernet Sauvignon – in deren Schatten er steht – eignet sich der Dornfelder auch aufgrund seiner ausgeprägten Gerbsäurestuktur gut zum Barriqueausbau. Die Rebsorte ist relativ jung: Sie wurde erst 1955 gezüchtet. Farblich ist – wie zu erwarten – der Deidesheimer Dornfelder sehr dunkel, sogar fast schon Schwarz. Er hat ein intensives harmonisches Aroma. Geschmacklich zeigt er würzige und fruchtbetonte Noten, die in Richtung süße Kirsche gehen. Insgesamt hat die Winzerverein Deidesheim (165 ha) einen günstigen, guten ausgewogenen und zugleich charaktervollen Wein in die Flasche gebracht.

Die besonders gute Bewertung mit 88 Punkten kann ich mir allerdings nur damit erklären, dass Vaynerchuk erstmals einen Wein dieser Rebsorte verkostet hat. Dazu ist ihm zu gratulieren ist. Ganz gerechtfertigt sind die Punkte aber nicht, zumal es auch tatsächlich bessere Dornfelder gibt, für die auch eine höhere Punktzahl erreichbar sein sollte, was dann wiederum in Relation mit anderen Rotweinen stehen müsste. Dabei wird offenbar wie subjektiv und am Ende doch relativ wenig aussagekräftig Punktwertungen sind. Sie sagen genauso viel über den Wein aus, wie über den, der die Punkte vergibt. Dies zeigt sich auch beim Weinpapst Parker, der immer einen bestimmten Still besonders gut bewertet.

Winzerverein Deidesheim Dornfelder trocken
Pfalz
Erzeuger: Winzerverein Deidesheim
A.P.Nr: 5 106 320 092-05
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13%
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 4,40 €
Verschluss: Presskorken
Quelle: Fachhandel

Koehler Ruprecht 2003 Riesling trocken Kallstadter Steinacker Kabinett

Mittwoch, 25. Oktober 2006

„Selten sind sich Weinliebhaber, Winzer und Weinkritiker so einig wie in einem Punkt: dem Ausbau von Riesling im Barrique. Was Chardonnay, Weiß- und Grauburgunder durchaus bekommt, ist für den filigranen Riesling in den meisten Fällen der Todesstoß.“ Dies schreiben Sabine Rumrich und Ingo Swoboda auf Seite 21 ihres Buchs über Riesling. Bernd Philippi aus der Pfalz, der federführend für das Weingut Koehler-Ruprecht ist, lässt seine Rieslinge ausschließlich lange im Holzfass reifen. Einer von diesen ist jetzt im Glas.

Der Wein zeigt eine dunkle leicht ins Braun gehende Farbe. Schon in der Nase offenbaren sich hölzerne reife Duftnoten, die etwas süßen Honig mitbringen. Bei dem im Handel aktuell befindlichen Jahrgang 2003 schleichen sich schon Firntöne ein, die jedoch mit dem Fassausbau harmonieren. Ein trotz des bereits erreichten Alters unkomplizierter Wein, der ein akzeptables Preis-Genuss-Verhältnis bietet. Gerade der lange Fassausbau bildet eine Abwechslung zu den jungen wilden und spritzigen Rieslingen mit ihrer häufig überbordenden Säure. Nicht nur um eine quasi journalistische Brücke zum Anfang dieses Posts zu schlagen, ist dies der Zeitpunkt über die große Bandbreite der Ausbaumöglichkeiten bei dieser Rebsorte zu senieren. Wie uneinig müssen sich „Weinliebhaber, Winzer und Weinkritiker“ in anderen Punkten sein. Außerdem: Ausnahmen bestätigen die Regel; wenn dieser Wein überhaupt eine ihm widrige Regel bestätigen kann.

Kallstadter Steinacker Riesling trocken Kabinett
Pfalz
Erzeuger: Koehler Ruprecht
A.P.Nr: 51231472203
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12%
Jahrgang: 2003
Einkaufspreis: 6,99 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel