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Portonic oder Port-o-tonic?

Sonntag, 24. April 2011

Portonic oder Port-o-tonic?Der Sommer kündigt sich schon durch einige warme und intensive Sonnentage an. Und so fragen wir uns: Was können wir trinken? Wein kann man zur Schorle mit Mineralwasser verdünnen. Diese Verwässerung ist aber meistens ziemlich langweilig, da die Geschmacksintensität deutlich nachlässt. Da stießen wir auf den Portonoic oder Port-o-tonic. Das ist ein Longdrink aus weißem Portwein und Tonic Water.

Was ist Portonic?

Gerüchten zufolge soll Portonic vor reichlichen Jahren auch in Deutschland gar nicht so unbekannt gewesen sein. Vor allem in der Gastronomie war das verbreitet. Eine kleine Umfrage in meinem Freundeskreis sorgte für ein etwas anderes Ergebnis. Außer einem älteren Gastrofreak und den Portugalexperten schien das niemand zu kennen. Zugleich verfügt ein älteres Buch über Portweine und deren Erzeuger welches mir letztens in die Hände viel über eine Port-Cocktail Rubrik. Viele traditionelle Sachen. Jedoch kein Portonic.

Portonic oder Port-o-tonic?
Dabei ist er einfach zu kredenzen, die Zutaten sind relativ leicht zu besorgen und der Geschmack ist einfach genial. Tonic Water gibt es in jedem Supermarkt. Den Dry White Port wird man wahrscheinlich nur in großen Supermärkten finden. Der gut sortierte Fachhandel hat diesen weißen Port jedoch fast immer. Limetten bekommt man zwar auch nicht in jedem kleinen Supermarkt, es sollte aber nicht so schwer sein welche zu kaufen.

Portonic im Sommer

Schön an dem Portonic ist, dass er mit weniger als 5% Alkohol ganz gut erfrischend zu trinken ist. Weder das Tonic Water, noch der Portwein stechen übermäßig heraus. Vielmehr ergibt sich ein vollkommen neuer Geschmack. Mit der Limette sollte man im Portonic vorsichtig umgehen. Lediglich eine Scheibe sollte frisch geschnitten hinein. Das unterstützt die Frische. Ich habe zwar auch Rezepte mit Lime-Juice oder Zitronen gefunden. Das überdeckt den Geschmack jedoch sehr schnell. Puristen des Portonic verzichten auf die Limette.

Portonic oder Port-o-tonic?
Die Mischung ist ziemlich einfach. Zuerst den Dry White Port ins Glas. Dann kommt die Limettenscheibe. Reichlich Eis drauf. Dann mit Tonic Water auffüllen. Fertig ist der Portonic. Viel Spaß beim genießen.

Zutaten
1/4 Dry White Port
3/4 Tonic Water
Viel Eis
Eine Scheibe von der Limette

Portwein: Colheita 1937 und 1995

Donnerstag, 24. Februar 2011

Portwein: Colheita 1937 und 1995Heute gab es im „Vintage“ in Köln eine Probe von Colheita-Portwein. Diese wurde von Axel Probst organisiert, der als einer der wenigen Experten zum Thema Portwein in Deutschland gilt. Im Zentrum der Verkostung stand Colheita aus den Jahrgängen 1937 und 1995 die von jedem Erzeuger jeweils zusammen probiert wurden. Bei Portwein-Produzenten, bei denen einer der beiden Jahrgänge nicht mehr verfügbar war, wurde er durch einen anderen interessanten Jahrgang ersetzt.

Colheita ist ein hochwertiger Typ des Portweins. In der Regel werden diese in den Jahren erzeugt, wenn es keinen Vintage-Port gibt. Der Colheita wird mindestens 7 Jahre in kleinen Fässern wie ein Tawny ausgebaut. Daher wird er auch manchmal umgangssprachlich als Jahrgangs-Tawny bezeichnet. Bei diesem Ausbau findet eine Geschmackskonzentration durch Verdunstung statt. Pro Jahr beträgt der Schwund 2% bis 3%. Daher muss alle zwei Jahre das Fass aufgefüllt werden.

Portwein: Colheita 1937 und 1995Auf der Flasche des Colheita sind immer der Jahrgang der Traubenernte und das Jahr der Abfüllung vermerkt. Dabei fällt auf, dass die mindeste vorgeschriebene Lagerung selten ausgenutzt wird. Häufig wird der Portwein später vermarktet. Bei vielen Produzenten ist eine Abfüllung des Colheita in drei Tranchen häufig. Das Abfülldatum ist in sofern relevant, da mit ihm die spätere Haltbarkeit in der Flasche abgeschätzt werden kann. In der Regel sollte man den Colheita bald nach Abfüllung trinken, da die Meinung sehr verbreitet ist, dass er sich nicht mehr positiv verändert.

Portwein: Colheita 1937 und 1995Als Lagerung in der Flasche kann ca. die Hälfte der Fasslagerung angenommen werden. So sollte man also beim Kauf besonders von alten Colheita auf das Abfülldatum achten. Wie bei anderen Weinen auch ist – falls er doch etwas liegen bleibt – auf dunkle Lagerung zu achten. Ein Vorteil des Colheita gegenüber anderen älteren Weinen ist, dass er nicht dekantiert werden muss. Durch den langen Ausbau im Fass fällt selten Depot an. Da er ohnehin oxidiert ist, nutzt Luftzufuhr auch nichts.

Wichtig beim Colheita ist noch die Trinktemperatur. Diese sollte bei 15 Grad liegen. Das ist besonders relevant, da er ca. 20% Alkohol enthält und zu warm brandig riechen würde. Colheita hält sich recht lang nach Flaschenöffnung (außer bei sehr alten Jahrgängen, da diese schneller zerfallen können). Fast immer besteht der Colheita aus roten Rebsorten. Es gibt jedoch auch geringe Quantitäten dieses Portweins aus weißen Rebsorten. Diese tragen auf dem Etikett zusätzlich die Bezeichnung Branco oder White. Auf einer Flaschen in der Probe in Köln stand Golden White, was als deutlichere Abgrenzung zum Dry White gesehen werden kann.

Portwein: Colheita 1937 und 1995Der Colheita eignet sich auch sehr gut als Geschenk. Durch die späte Abfüllung gibt es reichlich noch sehr gut trinkbare Jahrgangsweine zu Jubiläen, Geburtstagen oder ähnlichem. Gerade bei Jahrgängen, die in anderen Anbaugebieten (Bordeaux, Edelsüßer Riesling …) problematisch waren, kann man beim Colheita fündig werden. So waren die 1937er in der Probe noch alle gut beieinander und sind zum Teil sogar noch verfügbar. Leider sind die Weine in Deutschland im Fachhandel kaum vertreten. Im Internet vor allem bei Händlern aus den Beneluxländern kann man fündig werden.

Hier beantwortet uns Axel Probst noch schnell einige Fragen:

Im Folgenden sind einige Notizen zu den verkosteten Colheita. Da ich kein Spezialist auf diesem Gebiet bin, habe ich auf eine Wertung mit Punkten verzichtet. Dies würde niemanden helfen. Die Beschreibungen geben aber evtl. einen kleinen Eindruck wie diese Portweine schmecken.

La Rosa 1997
Hell Ziegelrot, feine süße Frucht in der Nase, angenehme Süße mit etwas Biss, leicht brotig, schöne Frucht mit Länge. Insgesamt eher etwas einfach fruchtig, aber gute Intensität.

Quevedo 1996
Helles Ziegelrot, etwas kräutrig in der Nase, nicht ganz so süß-fruchtig riechend, Gaumen kurz intensiv mit frucht, wird dann schnell etwas trockener, eher leichter und feiner Nachhall. Etwas unruhig.

Real Companhia Velha 1998
Leicht trüb, oranges Ziegelrot, brotige Frucht, feiner süßer Gaumen, brotig im Nachhall.

Krohn 1995
Leicht trübes Rubin mit Ziegelrotem Rand, dunkle Beerenfrüchte in der Nase, kräftig süßer Gaumen, dann Reifetöne, die fruchtig untermalt sind.

Krohn 1961
Braun bis orange mit grünem Rand, Kräuter in der Nase, Stroh in der zweiten Nase, ganz denzente frucht im Hintergrund, süß am Gaumen, reife Weintöne, Taback dann noch etwas Leder im Nachhall, dabei aber harmonisch.

Niepoort 1995
Helles und transparentes Ziegelrot, florale Nase mit dezenten Kräutern, zweite Nase mit warmen Früchten, die etwas an Pflaumen erinnern, süße Frucht mit Volumen, brotig in den Nachhall.

Niepoort 1937 (1995 gefüllt aus privatem Keller von Niepoort)
Helles transparentes braun mit grünem Rand, fett fruchtig am Gaumen, Sherrynoten in der Länge, Rosinen bleiben stehen.

Kopke 1995
Helles Braun im Glas, süßer Geruch, etwas medizinal mit Brot im Hintergrund, extrem süßer Gaumen, fast schon staubiges Mischbrot, mittelere Länge.

Kopke 1937
Transparentes Braun bis orange, grünlich schimmernder Rand, Blütenduft mit Lindenblüten und Honig, dezent Caramel im Hintergrund, süßer Gaumen mit Rosinen, immer noch frisch nach hinten heraus.

Noval 1995
Helles Braun, intensiv süße aber feine Nase, zweite Nase dezent Leder mit Rosinen, fett süß-fruchtig am Gaumen, davon getrennt trockene Tabacknoten, erst in der mittleren Länge findet diese Grätsche wieder zusammen.

Noval 1937
Helles braun mit grünem Rand, sehr schöner fetter fruchtiger Gaumen, Holzig mit Leder, etwas schnell ist er wieder weg.

Dalva 1995
Tranzparentes Orange im Glas, Kräuter in der Nase, süßer Gaumen, trocken und leicht staubig, was dezent fruchtig eingebunden leichte Länge

Dalva White 1963
Golden bis Braun, Brot in der Nase, fett süß am Gaumen, weich in der Länge.

Warre 1995
Helles Orange, etwas abgestandener Schwarzer Tee in der Nase, süßer Gaumen, doch recht frisch, dezente Oxidationsnoten. Mittellang.

Warre 1937
Dichteres aber transparentes Braun, markanter Geruch mit Lakritze, angenehm aber außergewöhnlich am Gaumen, die Süße hält ihn rund.

Pocas 1995
Rubin bis Orange, süße frisch wirkende Frucht mit Brot im Hintergrund, fett rund am Gaumen, dann etwas Tabak.

Pocas 1964
Helles Braun mit grünem Rand, Zigarillo mit dezenter Vanillenote in der Nase, süß und frisch am Gaumen, dezentes Leder, gut Lang.

Messias 1995
Helles Rubin mir orange Rand, süß floral duftig, Rosinen, Gaumen ist harmonisch, schön in der Länge.

Messias 1947
Dunkleres Braun, rund und voll in der Nase, dezente Rostaromen, extrem süß, verliert seine Form nicht, mittlere angenehme Länge.

Andresen 1995
Bräunlich mit orange, Mischung aus schwarzer Johannisbeere und dunkler Schokolade in der Nase, feuchter Tabak am Gaumen, weich in der Länge.

Andresen 1937 (schon 1980 gefüllt, Flaschenreife tat ihm eher gut)
Leuchtendes Orange, süßes Bonbon mit Eucalyptus im Hintergrund in der Nase, runder Gaumen, immer noch sehr harmonisch.

Der Dank für Idee und Umsetzung dieser Veranstaltung gilt Axel Probst. Hier kann man auch mehr über Portwein erfahren:
world of port

Port Vintage 2007 Megatasting

Dienstag, 12. Januar 2010

Port Vintage 2007 MegatastingAm 12. Februar gibt es ein Megatasting des Port Vintage 2007. Veranstaltet von World of Port und dem Portweininstitut präsentieren im Bayer-Kasino in Leverkusen mehr als 40 Port-Produzenten ihren Vintage. Viele Hersteller wie Dirk Niepoort, Dominick Symington, Christian Seely, Miguel Roquette, Luisa Ozalabal und Cristiano van Zeller werden bei dem Megatasting persönlich anwesend sein. Neben den Port Vintage 2007 wird man auch zahlreiche LBV verkosten können.

Im Frühjahr 2009 wurde der Jahrgang 2007 offiziell als Vintage deklariert. In der Vergangenheit schafften es nur ca. drei Jahrgänge in einem Jahrzehnt in diese Königskategorie der einzigartigen Portweins. Jüngst waren dies 2000 und 2003. Der Vintage 2007 erlaubte es zudem den Produzenten ihren eigenen Stempel zu geben, da alle zur Verwendung stehenden Rebsorten reif wurden. Das Megatasting des Port Vintage 2007 ist die Premiere einer solchen Veranstaltung in Deutschland. Hoffen wir, dass sie sich etabliert.

12. Februar 2010
Bayer-Kasino Leverkusen
12 – 16 Uhr Fachverkostung
16 – 20 Uhr Endverbraucher
Eintritt: 20 Euro

Wein zum Lebkuchen: Portwein Taylors LBV 2003

Dienstag, 8. Dezember 2009

Portwein Taylors Late Botteld Vintage LBVDie Weinrallye #28 hat das Weihnachtliche Motto Adventswein. Es sollen Weine präsentiert werden, die am Advent gerne getrunken werden und zu typischem Adventsgebäck wie Christstollen, Lebkuchen oder Pfeffernüssen passen. Wir haben uns für Lebkuchen und Pfeffernüsse entschieden. Der Klassiker ist hierbei der Portwein. Vor allem zu nicht ganz so süßem Lebkuchen passt er hervorragend. Doch nicht jeder Portwein ist ideal und nicht jeder Lebkuchen ist zu empfehlen.

Wenn man sein Weihnachtsgebäck nicht selbst backt, ist zu empfehlen nicht das billigste zu kaufen. Meist wird bei den Backzutaten gespart und dann mehr Zucker verwendet um die Geschmacksintensität zu erhöhen. Auch beim Christstollen kann man dies feststellen. Beim Lebkuchen haben wir uns für welche mit wenig Schokolade entschieden. Wenn man Lebkuchen mit viel Schokolade oder gefüllte Schokoladenherzen nimmt, passt auch ein gereifter Tawny.

Lebkuchen Portwein Taylors LBV 2003Ich habe mich gezielt für den LBV von Taylors entschieden. Der Jahrgang 2003 gilt als hervorragend beim Portwein. LBV heißt Late Botteld Vintage. Im Gegensatz zum Vintage ist es also ein spät abgefüllter Einzeljahrgang, der meist 5 Jahre zuvor im Fass gelagert wurde. Sehr angenehm bei der Kombination mit dem Lebkuchen ist, dass dieser Portwein von Taylors nicht ganz so süß ist. Zugleich ist die Geschmacksintensität ähnlich wie bei dem Lebkuchen. Die Pfeffernüsse schmecken zwar auch sehr gut zum Taylors LBV 2003 übertönen den Portwein jedoch etwas.

Anders als bei älteren Portweinen (10jährig oder älter), die durch ihre Reife glänzen können, harmoniert im LBV von Taylors eine leichte Reife wunderbar mit einer ausgewogenen Frucht. Gerade diese Eigenschaft macht für mich Late Botteld Vintage Ports interessant. Da kann man fruchtige und fast schon überreife Süßkirschen und in Rum eingelegte Waldfrüchte schmecken. Das passt sehr gut in die Weihnachtszeit, ohne dass ich hier die Debatte ob Portwein eine Saison hat, eröffnen möchte.

Für mich ist Portwein generell und der LBV von Taylors im Speziellen die erste Wahl in der Kombination mit Lebkuchen. Generell passen auch fruchtige Rotweine der Rebsorten Shiraz oder Zinfandel. Das DWI empfiehlt natürlich deutsche Weine zum Lebkuchen. Da werden fruchtig duftende edelsüße Gewürztraminer oder Rieslinge genannt. Dabei besteht aus meiner Sicht jedoch schnell die Gefahr, dass das geschmacklich überladen wirkt.

Taylors LBV 2003
Portugal
Erzeuger: Taylors
Inhalt: 0,75
Alkohol: 20%
Jahrgang: 2003
Abgefüllt: 2009
Einkaufspreis: 20 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Rozes Port Infanta Isabel 10 Years Old

Sonntag, 11. Januar 2009

Rozes ist einer der bekannteren Portwein-Erzeuger. Das Haus wurde von dem Franzosen Ostende Rozès 1855 gegründet. Dieser stammte aus Bordeaux. Seit 1999 gehört Rozes zu Vranken-Pommery-Gruppe. Der 10-jährige blended-Portwein “Infanta Isabel” von Rozes ist nach der portugiesischen Prinzessin aus dem 15. Jahrhundert benannt. Der Infanta Isabel wurde 4 Jahre lang in französischer Eiche ausgebaut. Es wurden die Rebsorten Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinta Roriz, Tinta Barroca und Tina Cao verwendet.

Der 10jährige Portwein von Rozes zeigt sich in einem bräunlich-orangenem Ton im Glas. Der bietet einen runden Geruch nach Datteln und Dörrpflaumen. Im Mund verbreitet sich bei dem Infanta Isabel eine genehm fruchtige Würze. Dieser Portwein von Rozes bringt einen reifen Geschmack im Nachhall, der perfekt auf die Süße abgestimmt ist. Anklänge von Sherry wirken beim Infanta Isabel nach. Einige Tage nach dem Öffnen des Rozes Port Infanta Isabel 10 Years Old kommt noch etwas Brotgeschmack (Weizen-Mischbrot ohne Körner) hinzu. Dieser Portwein bietet eine schöne Tiefe. Mit dem Infanta Isabel von Rozes kann der nicht ganz so kundige Portwein-interessierte für 19 Euro in das differenzierte Segment vorstoßen.

Rozes Port Infanta Isabel 10 Years Old
Portugal
Erzeuger: Rozes
Inhalt: 0,75
Alkohol: 20%
Abgefüllt: 2008
Einkaufspreis: 19 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel