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Peter Lehmann Barossa Shiraz

Mittwoch, 21. Januar 2009

Im vergangenen Jahr wurde der Barossa Shiraz von Peter Lehmann von der Zeitschrift Weinwirtschaft als “Bester Wein aus Übersee” bezeichnet. Das fand ich schon damals etwas seltsam. So ist dieser Wein in der weltweiten Vermarkung doch für das höhere gefällige Segment in Supermärkten gemacht. Die Wildcard-Linie von Peter Lehmann ist etwas günstiger. In der Vergangenheit hatte ich den Unoaked Chardonnay und den Cabernet Sauvignon/Merlot verkostet. Besonders der Wildcard Chardonnay ist aus meiner Sicht besser als der Barossa Chardonnay. Und das obwohl er günstiger ist. Der Wildcard Chardonnay ist eben einfach frischer und filigraner.

Doch nun zum Barrosa Shiraz von Peter Lehmann. Der Rotwein ist dunkel im Glas mit einem bräunlich-violetten Rand. In der Nase ist Caramel mit etwas Zimt. Auch im Mund geht das in diese kitschige Richtung. Neben dem Caramel ist beim Barrosa Shiraz von Peter Lehmann etwas Nougat wahrzunehmen. Das ist die schöne-neue-Kitschwelt aus Übersee. Wenn man nur niemanden weh tun möchte, kommt so etwas bei rum. Einen Tag später ist der Barrosa Shiraz von Peter Lehmann etwas interessanter, da die Säure etwas mehr spürbar ist und so den Wein interessanter macht. Der Shiraz aus der Wildcard-Line von Peter Lehmann ist aus meiner Sicht wesentlich besser. Von wegen “Bester Wein aus Übersee”. Was hat da nur die Zeitschrift Weinwirtschaft geritten?

Peter Lehmann Barossa Shiraz
Australien
Erzeuger: Peter Lehmann / Hess Family
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14,5%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 10,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Lindemans BIN 50 Shiraz Australien 2005

Dienstag, 7. November 2006

Australien ist für seinen Shiraz berühmt. Dies entspricht – zumindest genetisch – der französischen Syrah-Traube. Der hier bevorstehende Rotwein stammt aus dem Supermarktregal und ist im deutschsprachigen Raum (ebenso international) recht weit verbreitet. Als Herkunft ist lapidar Südaustralien angegeben, was einen regionalen Blend bedeutet. Ein Vermarkter von Lindemans-Wein kann mit den Worten zitiert werden: „Lindemans gehört ohne Zweifel zu den ganz großen australischen Weinherstellern“. Dies bezieht sich in erster Linie auf die Menge; auch wenn beim Kunden die Größe als Qualität verstanden werden soll.

In diesem Zusammenhang kann auch der marketingstrategisch günstige Begriff BIN interpretiert werden. Dies meinte historisch in Australien die Fächer in denen der Wein (zumeist ein Cuvee) lagerte. Gute Weine wurden dann weiterhin in dieser Mischung auf den Markt gebracht. Die Nummer hat also eine ähnliche Bedeutung wie 4711 von dem Echten Kölnisch Wasser, also eine willkürliche Nummer für eine bestimmte Mischung. Einige dieser BINs sind sehr berühmt geworden; vorallem von Penfolds.

Doch zum Wein: Farblich gestaltet sich der Shiraz von Lindemans als sehr dicht Lila. Der Farbe entspricht die erste Nase. Es zeigen sich trocken wirkende Heidelbeeren. Diese lassen auch Tannine und Säure erwarten. Geschmacklich überrascht der BIN 50 mit einer runden Sauerkirsche. Diese bringt nur wenig Säure und kaum herbe Stoffe mit sich. Stuart Pigott hat in einer sehr negativen Konnotation dafür den Begriff „marmeladig“ geprägt. So ein negatives Etikett würde ich dem Shiraz von Lindemans aber nicht anheften wollen, auch wenn der Begriff hier eine gewisse Berechtigung hat. Es handelt sich um einen preisgünstigen Rotwein aus Australien, der vollkommen fehlerfrei ist. Für uns Alteuropäer ist dann zumeist die Welt nicht ganz in Ordnung, weil dies alles einen unglaublichen Schein des Einfachen erzeugt.

Lindemans BIN 50 Shiraz
Südaustralien
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5%
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 8,49 €
Verschluss: Silikon
Quelle: Supermarkt