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Zwei mal Alfred Gratien am Welt-Champagner-Tag

Zwei mal Alfred Gratien am Welt-Champagner-TagAm 26. Oktober war der Welt-Champagner-Tag. Das hat irgendwie in Deutschland so niemand richtig mitbekommen. Im englischsprachigen Raum sieht es etwas anders aus. Dort wird digital der Global Champagne Day gefeiert. Auch ich hatte mich vertan und gedacht er würde in diesem Jahr am 28. Oktober sein. An diesem Tag war der Welt-Champagner-Tag nämlich auf einem Donnerstag im Jahr 2010 und an einem Freitag 2011. 2012 sollte es nun irgendwie beim Freitag bleiben.

Zeitnah stehen zwei Flaschen Champagner zur Verkostung bereit. Sie stammen vom Champagner-Haus Alfred Gratien aus Epernay. Nicolas Jaeger ist hier in der vierten Generation als Kellermeister tätig. Vor drei Jahren übernahm der diese Aufgabe von seinem Vater. Alfred Gratien arbeitet – wie viele andere sehr bekannte Erzeuger von Champagner – als Negociant-Manipultant. Im Unterschied zu vielen anderen Häusern verzichtet man hier jedoch vollständig auf die malolaktische Gärung. Damit soll die Typizität der Herkunft bewahrt werden. Zudem erhöht dies die Lagerfähigkeit. Tatsächlich trägt der aktuell auf dem Markt erhältliche Jahrgangschampagner die Angabe 1999 auf dem Etikett.

Zwei mal Alfred Gratien am Welt-Champagner-TagDen haben wir gerade allerdings nicht im Glas. Da befindet sich vielmehr der einfachste Champagner des Hauses Alfred Gratien, also der Brut. Er zeigt eine begeisternd feine Perlage im Glas. Von der Farbe lässt er sich in einem dunkleren Gelb mit bräunlichen und auch rötlichen Reflexen beschreiben. Auch die Nase ist überraschend. Hier zeigen sich Dörrobst, Feigen und Hefearomen. In der zweiten Nase ist etwas Haselnuss. Am Gaumen entfaltet der Alfred Gratien Brut eine volle Frucht mit Orangenschale. Die Säure ist gut eingebunden mit Grapefruit in der Länge. Dabei bleibt er cremig stehen. Nach intensiver Luftzufuhr hat man auch noch etwas Walnüsse im Nachhall. Das ist ein rundes und schönes Geschmackserlebnis, was man beim einfachsten Champagner eines Hauses in der Qualität nicht erwarten kann.

Zwei mal Alfred Gratien am Welt-Champagner-TagAls zweiten Champagner von Alfred Gratien steht der Rose Brut bereit. Auch hier gibt es eine feine Perlage zu bewundern. Im Glas ist eine dunkleres Lachsrosa. In der Nase erscheinen Kirsche, frische Beeren und rote Johannisbeeren. Am Gaumen ist wenig Säure. Der Champagner erscheint schlank und elegant. Bei insgesamt guter Balance erscheint er etwas kreidig und spät etwas trocken durch die Säure. Die Stilistik des Rose ist eher frisch geprägt. Aus meiner Sicht überzeigt vor allem der weiße Brut von Alfred Gratien.

Ich hoffe, dass der Welt-Champagner-Tag zukünftig eine feste Größe in der digitalen Kommunikation wird und auch im hiesigen Lande im kommenden Jahr so einiges mit diesem leckeren Prickelwasser passiert. Und wenn grad nicht Champagner-Tag ist, kann man sich ja mit Cremant von der Loire vergnügen. Zum Beispiel von Gratien&Meyer. Von dem Ableger des Champagner-Hausen haben wird ja schon einmal berichtet.


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