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Nachtrag zur Zweiten Webweinprobe von Pieroth

Das Video der zweiten Webweinprobe vom Weingut Pieroth ist online. Es handelt sich um einen Zusammenschnitt der Live-Probe. An dieser Weinprobe hatte ich per Chat teilgenommen. Durch einen Zufall habe ich diesen Zusammenschnitt der zweiten Webweinprobe von Pieroth gefunden. Dabei sind jedoch die beide von mir gestellten Fragen – besser deren Beantwortungen – herausgeschnitten worden. So hätte ich bei der Webweinprobe von Pieroth gar nicht erst teilnehmen brauchen. Für das Weingut Pieroth scheinen sie entweder störend oder einfach nur nicht relevant zu sein. Da ich meine Fragen jedoch für sinnvoll halte, möchte ich diese hier auch erläutern.

I Wertigkeit der Lagen
Meine erste Fragestellung beschäftigte sich mit der Wertigkeit der beiden Weinlagen aus denen die verkosteten Rieslinge stammten. Dies waren die Lagen Dorsheimer Pittermännchen und Bingerbrücker Römerberg. Es wurde behauptet, dass beide Lagen gleichwertig seien. Während das Dorsheimer Pittermännchen als Erste Lage vom VDP klassifiziert und bekannt für hochwertige Rieslinge ist, ist der Bingerbrücker Römerberg weitgehend unbekannt. Dass der Bingerbrücker Römerberg nicht bekannt ist, liegt daran, dass er im Alleinbesitz vom Weingut Pieroth ist. Da dieses auch kein Mitglied im VDP ist, kann die Lage auch nicht als Erste Lage klassifiziert sein.

Erhellung über eine Wertigkeit der beiden Lagen gibt der für Partei- oder Verbandlichkeit unverdächtige Weinatlas Deutschland. Dieser hat nämlich eine eigene Bewertung der Lagen vorgenommen. Nach dieser wird das Dorsheimer Pittermännchen mit der höchsten Kategorie bewertet und als “besonders privilegierte Lage” bezeichnet. Der Bingerbrücker Römerberg wird jedoch der untersten Kategorie für Einzellagen “weitere Rebflächen” zugeordnet. Nun kann man davon halten was man will. Die beiden trockenen Rieslinge waren auf einem ähnlich Niveau, wobei ich schon bessere Weine aus dem Dorsheimer Pittermännchen verkosten konnte.

II Nummero Eins und Erste Lage/Erstes Gewächs
Meine zweite Frage kreiste um den Begriff Nummero Eins. So bezeichnet das Weingut Pieroth einige Lagenweine. Entsteht hier nicht die Gefahr der Verwechslung beim Endverbraucher mit Bezeichnungen wie Erste Lage, Erstes Gewächs oder Großes Gewächs? Vor dem Hintergrund, dass selbst Begriffe wie Hochgewächs vom Laien schnell mit dem Großen Gewächs verwechselt werden, ist das Spiel mit der Eins doch etwas problematisch. Die beiden trockenen Rieslinge, die zur Verkostung standen, waren jedenfalls aus meiner Sicht nicht in der Liga der Ersten Gewächse, sondern eher auf dem Niveau von Guts- oder Lagenweinen. Dafür sind sie aus meiner Sicht vom Preis etwas zu hoch angesetzt.

Bei der zweiten Webweinprobe vom Weingut Pieroth wurden Chancen des Mediums verpasst. Gerade die Möglichkeit einer offenen Kundenkommunikation werden durch ein nachträgliches Herausschneiden von kritischen Nachfragen ignoriert. Schade, dass der Kern dieses Mediums nicht erkannt wird und Marketingstrategen dies kritiklos weichgezeichnet und glattgebügelt haben möchten. Sowas wird dann schnell langweilig und interessiert kaum noch jemanden.


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