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4. Twittersalesday: Ziele und Reaktionen

… Fortsetzung. Innerhalb dieser Twitterwoche erscheint nun der abschließende Teil über den Twittersalesday der Winzer. Hier wird es um die Ziele und einige Reaktionen gehen. Die Twitterwoche wird danach mit dem Themenbereich twitternde Weinhändler fortgesetzt.

Ziele mit dem Twittersalesday
Neben dem reinen Verkaufsgedanken wird von den Winzern sehr stark die Rolle des Twittesalesday zur Bekanntmachung des Weinguts und deren Weine hervorgehoben. Dirk Würtz: “In jedem Fall wird die Marke bekannter, und zwar schnell und einfach.” Karl-J. Thul hebt zudem hervor, dass bei Twitter Multiplikatoren vorhanden sind. “Aus den Salesdaypaketen resultierten bisher mehrere tweets mit Verweis auf ein twitpic von einer Flasche sowie einige sehr positive Eindrücke über unsere Weine”, sagt der Winzer von der Mosel.

Zudem ist die Neukundengewinnung ein wichtiger Aspekt. Ob nun konkrete Folgebestellungen aufgrund von Verkäufen beim Twittersalesday bei den jeweiligen Winzern eingehen werden, ist bislang aufgrund mangelnder Erfahrungen noch ungewiss. Was jedoch zu gelingen scheint, ist, Weingüter innerhalb einiger hundert Menschen bekannt zu machen und diesen Twitterern einen direkten Bezug (auch von Informationen rund um die Weine) zum Weingut zu geben.

Der Gedanke mit dem Twittersalesday Marketing für das eigene Weingut zu machen, ist sicherlich der Grund, wieso gerade Winzer als authentische Twitterer diese Aktionen machen und nicht die twitternden Weinhändler. Diese haben häufig das Problem die Akteure hinter einem Shopnamen verstecken zu müssen. Zudem kann ein Winzer ohne Komplikationen einfach mal zur Promotion ein paar Flaschen Wein zu einen günstigeren Preis abgeben.

Das ist bei Shops schwieriger, das sie nur sehr selten alleinige Vertriebsrechte haben und somit auch nicht alleine von so einem Marketing profitieren würden.Vor dem Hintergrund dieser Überlegung wäre der Twittersalesday sicherlich auch ein interessantes Marketinginstrument für Weinimporteure. Dies ist jedoch bei dem derzeit bestehenden weitgehenden Internetautismus bei vielen Importeuren in Deutschland eine Utopie.

Reaktionen von anderen Winzern
Twitter ist ja immer noch – trotz aller massenmedialen Berichte – so etwas wie Subkultur. Daher verwundert es nicht, dass vielen Winzern ist Twitter und ganz speziell der Twittersalesday vollkommen unbekannt ist. Dirk Würtz: “Die lachen mich aus und erklären mich für verrückt.”

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3 Gedanken zu „4. Twittersalesday: Ziele und Reaktionen“

  1. Andreas Seeling

    Twittersalesday für Importeure…
    … wer sollte sich da angesrochen fühlen? Exclusivrechte an Weinen und Weingütern mit entsprechendem Mengenpotenzial haben meist nur große Importeure, mehr oder weniger fachhandelstreu. Ich als Weinhändler würde mich bedanken, wenn ich für Importeure und auch für manch “schlauen” Winzer die Arbeit vor Ort mache und diese dann über andere Kanäle (Internet oder die berühmte “Auslieferung mit eigenem LKW” kassieren. Jeder Anbieter sollte, nein, er MUSS sich entscheiden, was und mit wem er will. Die meisten tun sich noch schwer, einige haben’s schon begriffen…

  2. @ Andreas Seeling:
    Da hatte ich einiges nicht bedacht. Der Twittersalesday ist sicherlich in der bisherigen Form für Weinimporteure nicht ganz geeignet, da diese ja nicht direkt verkaufen. Gleichzeitig ist es ein guter Ort fürs Marketing. Evtl. sind da leicht abgewandelte Formen für Importeure sehr sinnvoll.

    Zu den Vertriebswegen der Importeure generell: Einige von den Weinimporteuren scheinen sich derzeit wegen ihrer Fachhandelstreue gar nicht so sicher zu sein. Die Vertriebswege SB-Märkte und vor allem Internet scheinen da häufig als reizvoll gelten. Ziel: Schneller hoher Absatz bei geringerer Marge. Dass man sich so den Fachhandel kaputt macht, bzw. für sich selbst als Vertriebsweg beschädigt, wird – wissentlich oder nicht – in Kauf genommen.

    Eine neue “Arbeitsteilung” solle dann so aussehen: Der Fachhandel übernimmt den aufwändigen Einzelflaschenverkauf mit Beratung und der Verkauf mit mehreren Kisten läuft danach ohne Beratung übers Netz. So etwas scheint meiner Meinung nach nicht lange gut zu gehen.

  3. Unseren 1. Wein-Twittersaleday starteten wir direkt auf einen Wochenendtag und zwar Samstag den 20.06.09. Unser Ziel war dabei eine möglichst hohe Vielzahl an Weininteressenten,Weinkäufern,Weinliebhaber und Schnäppchenjäger als unter der Woche zu erreichen. Der Wein-Twittersaleday war ein guter Gedanke um Ihn mal auszutesten und sicher hat sich der Erfinder dieser Aktion auch etwas davon versprochen. Um es mal so zu sagen, Twitter ist eine sehr gute Plattform um Informationen möglichst schnell und effizient zu unterbreiten oder auch um gute Kontakte zu knüpfen.Für Prominente Personen ein Medium um Sendetermine bekanntzugeben oder beispielsweise über neue Projekte zu informieren, der Effekt dabei sind höhere Einschaltquoten und dadurch steigt man auch in eine Art Beliebheitsscala. Doch nun zu den Erfahrungen unseres Twittersaldays:
    Wir starteten morgens um 10 Uhr und beendeten um 24 Uhr, also 14 Stunden Nonstop.
    Immer wieder sendeten wir Tweeds zu unseren Top-Angeboten was uns auch eine hohe Vielzahl an Shopbesuchern bescherte. Die Preise gestalteten wir extra agressiv nach unten und zwar knapp überhalb unseres EK.’s es sollte für Twitter besonders einmalig sein was aber anders kam. Als Händler geht sowas natürlich nicht in der Regel,sonst könnte man ja gleich quittieren. Der Erfolg dabei: Wir sind etwas bekannter und hatten an diesem Tag auch eine höhere Webseitenfrequetierung, das wars auch schon. Selbst wenn wir den EK.Pr. halbiert hätten, wär nichts passiert obwohl es ja aus Wettbewerbsgründen nicht geht.
    Ich plädiere deshalb als Händler an alle die den Versuch eines Twitter-Saledays machen wollen, es lieber zu lassen und die Zeit sinnvoller zu verbringen, außer es käme noch einer auf die Idee einen Wein-Twitterfreeday zu erfinden, was aber denke ich völlig hirnrissig wäre denn wer hat was zu verschenken und wer möchte gleiche Erfahrungen machen wenn es andere vor Ihm ausgetestet haben. In diesem Sinne merke man sich: Twitter hat seine Vorteile, aber es ist eben keine Verkaufsplattform.

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