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Ralf Frenzel: Bordeaux – Legendäre Chateaux und ihre Weine

Donnerstag, 4. Juni 2015

Ralf Frenzel: Bordeaux - Legendäre Chateaux und ihre Weine Der teNeues Verlag hat in 26 mal 33 cm ein neues großformatiges Buch über einige der besten Chateaux in Bordeaux auf den Markt gebracht. Dies ist mehr als nur lobenswert. Auf 224 lesens- und vor allem sehenswerten Seiten werden 24 Weingüter mit 200 Fotos portraitiert. Dabei ist sicherlich unfraglich, dass jedes von diesen Chateau zu den Besten aus dem Anbaugebiet gehört. Einige andere hätten auch noch genannt werden können, aber dabei denkt wahrscheinlich jeder Leser an einige unterschiedliche Erzeuger. Somit sollte man dieses Thema nicht als Zankapfel anschneiden.

Vom Chateau Angelus bis zum Chateau d’Yquem geht es durch die 8 klangvollsten Gebiete von Bordeaux. Dabei ist das Buch in sehr guter Übersetzung dreisprachig gehalten. Sicherlich wäre eine solche Publikation allein für den deutschen Markt nur schwerlich umsetzbar gewesen. Zugleich passt diese Erscheinung zu dem Anbaugebiet. Bordeaux ist tatsächlich historisch schon eine internationale Weinregion gewesen. Die Investments in den vergangen Jahren unterstützen diese Rolle auf dem Weltmarkt. Wobei sicherlich Chinesisch als vierte Sprache noch hinzugefügt werden müsste.

Neues Buch über Bordeaux von Ralf Frenzel

Im Kern ist dieses Buch ein großartiger Bildband. Und dies ist „Bordeaux – Legendäre Chateaux und ihre Weine“ im besten Sinne dieses Wortes. Die hochwertigen und ansehnlichen Fotos vermitteln ein nahezu perfektes Image von den abgebildeten Chateaux. Jedoch hat dieses Buch hat einen Akzent auf dem ersten Teil seines Untertitels. Es geht um Legenden in der Geschichte von Bordeaux. Dazu zählen die beschriebenen und fotografierten Weingüter allemal. Sie sind wirklich groß. Teilweise auch in der Rebfläche wie das 1593 gegründete Chateau d‘Yquem mit seinen 113 Hektar. Aber auch Chateau Le Pin taucht seinen mit nur 2,7 Hektar auf. Damit geht es nicht nur in die alten Schlösser, sondern auch in die „schönste Garage der Welt“.

Der zweite Teil des Untertitels ist etwas schwächer besetzt. Sicherlich werden Böden, Stilistik und Rebsortenspiegel beschrieben. Das Buch kommt ganz jedoch ohne Weinbeschreibungen in Form von Verkostungsnotizen aus. Dies ist auch konsistent im Konzept dieser Weingüter und dieser Publikation. Den eigentlich wäre es trivial, wenn man ganz lapidar einen Chateau Cheval Blanc mit frischer Kräuter-, schwarzer Kirsch- oder dann gereift mit Trüffel- und Tabackaromatik beschreiben würde. Diese Weine sind Ikonen denen man nur in der Form einer Verbeugung gerecht werden kann.

In dem Buch werden kaum herausragende Jahrgänge von einzelnen Weinen genannt. Damit ist diese Publikation einmal mehr zeitlos. Legenden haben keine einzelnen hervorragenden Jahrgänge. Dies würde implizieren es gebe auch schlechte Weine. Mehr zur jeweiligen Qualität kann man bei Verkostern lesen. Oder man nimmt einfach Preistabellen zur Hand. Dabei ist gar nicht mehr der Subskriptionspreis interessant. Der hat vielmehr die weltwirtschaftliche Lage in Relation zur Erntemenge/Knappheit bei der Vermarktung in sich. Und eben ob das Chateau jetzt verkaufen möchte oder nicht. Interessanter bei der echten Bewertung eines Jahrgangs ist es, welchen Flaschenpreis diese Weine einige Jahre nach Vermarktung aufrufen können. Und so mancher nicht perfekt bewertete Jahrgang entpuppt sich nach einiger Zeit als besonders gefragt.

Das Buch „Bordeaux: Legendäre Chateaux und ihre Weine“ wird solchen Schwankungen nicht unterliegen. Diese Publikation schließt eine Leerstelle auf dem Weinbuchmarkt. Man kann dem Herausgeber Ralf Frenzel dankbar sein hiermit die Buchhandlungen mit einer lesens- und sehenswerten Neuerscheinung zu bereichern.

Die beschriebenen Chateaux

Angélus, Brane-Cantenac, Cantenac Brown, Cheval Blanc, La Conseillante, Duhart-Milon, L’Évangile, Figeac, La Gaffelière, Gruaud Larose, Haut-Brion, Lafite Rothschild, Latour, Margaux, Mouton Rothschild, Palmer, Pichon Baron, Pichon Lalande, Le Pin, Rauzan-Ségla, Rieussec, Smith Haut Lafitte, Yquem

Ralf Frenzel: Bordeaux – Legendäre Chateaux und ihre Weine, teNeues Verlag, Kempen 2015, Gebunden, 224 Seiten, 59,90 €

Felix Bodmann: Weinschule 2.0 als Buch

Montag, 2. Februar 2015

Felix Bodmann: Weinschule 2.0 als Buch Es gibt recht viele Bücher auf dem Markt, die eine Einführung in das Thema Wein darstellen können. Man kann hier auch die Weinführer hinzurechnen, da sie einem einen Überblick über den Markt an einzelnen Weinen und von der Redaktion geschätzten Winzer geben können. Doch hierbei gibt es wenig unterhaltsames bei dem man zugleich einen guten Einblick in das Thema bekommt. Ganz anders bei der Weinschule von Felix Bodmann.

Dieser erklärt die rote Färbung des Weins auch mal schnell mit dem Prinzip des Nagellackentferners. Und auch viele andere Begriffe der Weinwelt werden ganz schnell entzaubert. Doch fangen wir beim Buch von Anfang an. Hier schildert Felix, dass man nicht zu viel, nicht zu häufig und vor allem keinen schlechten Wein trinken sollte. „Was nicht schmeckt, wird nicht getrunken“, so die Grundaussage. Das findet man in kaum einem anderen Weinbuch. Vielfach wird am Anfang erklärt, wie schwierig es ist Wein zu erzeugen, wie lange es schon Wein gibt und dass es immer noch Mysterien gibt. Felix hingegen wendet sich zu Beginn nicht nur gegen billige belanglose Plörre, denn die gibt es zuhauf. Er räumt zugleich ein, dass teurer Wein nicht immer besser ist als preiswerter, die Wahrscheinlichkeit dazu jedoch hoch ist.

Felix Bodmann: Weinschule 2.0 als Buch Symphytisch an diesem Buch ist, dass der Autor nicht erklärt, welche Weine und Winzer er selbst schätzt. Vielmehr ist es eine Anleitung dazu selbst herauszufinden was man gerne mag. Sicherlich nennt Felix einige Namen und Regionen, dabei lädt er den Leser aber immer ein seinen eigenen Geschmack zu finden. Das Buch ist schnell lesbar geschrieben. Manches muss auch etwas kurz abgetan werden. So wird der Trebbiano nur als Zechwein betrachtet. Ein Seitenhieb? Gerade die Ertragsreduktion macht aus ihm den Lugana. Über dessen Bedeutung und Qualität gibt es in der Weinwelt verschiedene Ansichten. Nicht unübersehbar haben diese Weine recht zahlreiche Fans. Ob man nun den Lugana mag oder nicht: Eigentlich ist diese Sache nebensächlich.

Felix Bodmann: Weinschule 2.0 als Buch Felix Bodmann ist im Internet recht bekannt. Er lobt in diesem Buch Helmut Knall für seine Verkostungsfähigkeiten. Christina Fischer bekommt ein Lob für ihre Fähigkeiten Wein mit Speisen zu kombinieren. Und ihr mir vorliegendes Buch zu diesem Thema ist sicherlich auch sehr lesenswert; auch wenn der Untertitel „Leidenschaft mit System“ etwas seltsam anmutet. Das wissenschaftlicher gehaltene Buch von Sabine Ernest-Hahn könnte man in dem Zusammenhang auch erwähnen. Ein Ebook steht also nicht in Widerspruch zu Printmedien.

Das Buch „Weinwebschule 2.0“ ist das beste Papier wert um darauf gedruckt zu werden. Felix hat seine Weinschule jedoch – ganz bescheiden – lediglich digital bei amazon veröffentlich. Dort ist es derzeit für 5,98 Euro erhältlich. Das ist weniger als eine gute Flasche Wein. Es handelt es sich um ein amüsantes kurzweiliges Buch. Mein Kindle zeigt etwas mehr als zwei Stunden Lesezeit an. Diese können aber nicht nur für Einsteiger, sondern selbst für Weinkenner unterhaltsam sein. Ich gebe hierfür die maximalen 5 amazon-Sterne.

Kulinarischer Käse-Krimi

Sonntag, 8. Mai 2011

Kulinarischer Käse-KrimiIm neuen Käse-Krimi von Carsten Sebastian Henn mit dem Titel „Die letzte Reifung“ geht es ins Burgund. Dabei bilden einige Top-Weinlagen die Bühne für ein leicht kafkaeskes Stück skurriler Figuren. Adalbert Bietigheim, der einzige Kulinaristik-Professor in Deutschland jagt darin den Käsemörder. Begleitet wird er von seinem anarchistischen Hund Benno von Saber. Pit – ein weiterer Mitstreiter gegen den Mörder – erinnert anfangs etwas an „Ignatz oder Die Verschwörung der Idioten“ von John Kennedy Toole. Dabei entwickeln die Figuren ein komisches aber niemals tragisches Eigenleben.

Die Unterhaltung steht gegenüber der Spannung im Käse-Krimi im Vordergrund. Die Frage nach dem Mörder – war es der Weingärtner? – bleibt sehr lange ohne Hinweis oder Vermutung. Vielmehr werden von verschiedenen Figuren die absurdesten Theorien geäußert. Da die Akteure im Krimi trotz ihrer durchgehenden Charakteristik etwas undurchsichtig und ziemlich skurril bleiben, ist fast jedem durch eine verdeckte Facette ein Mord zuzutrauen. Lediglich Benno von Saber ist über jeden Verdacht erheben. Er ist ein Hund, der sich wesentlich für klassische Musik interessiert. Am Ende überrascht die Enttarnung des Mörders dann doch.

„Die letzte Reifung“ ist nicht mit Wein- oder Käsewissen überfrachtet. Vielmehr geht Henn humoristisch und spielerisch mit den Genussthemen um. Manchmal erinnert das Buch an die Krimis von Helge Schneider. Der Unterschied: Es existiert eine durchgehende und in sich schlüssige Handlung. Bei dem Käse-Krimi muss man kein Feinschmecker sein. Man kann es leichterdings in einem Stück verspeisen. Gute Unterhaltung ist dabei garantiert.

Unser Urteil: Gelungener Grenzgang der Genres.

Carsten Sebastian Henn: Die letzte Reifung, Ein Kulinarischer Krimi, Pendo-Verlag, München, Zürich, 2011, 304 Seiten, 16,95 Euro

Eichelmann 2011: Die Weingüter des Jahres

Freitag, 19. November 2010

Der Weinführer Eichelmann 2011 ist dieser Tage zum elften Mal erschienen. In der 1080 Seiten umfassenden Ausgabe werden 944 deutsche Weingüter und 9985 Weine vorgestellt und dabei nicht nur bewertet, sondern häufig auch beschrieben. Mit weiteren Bewertungen ausgesuchter Weine von vorausgegangenen Jahrgängen kommt der Eichelmann 2011 insgesamt auf 20.000 Weinbewertungen von Weinen aus Deutschland. Zudem werden die Weingüter des Jahres ausgezeichnet. Hierbei finden sich sehr bekannte Größen aus der deutschen Weinszene. Bei der Auswahl der prämierten Weingüter liegt das Augenmerk im Eichelmann 2011 auf der gesamten Kollektion des jeweiligen Weinguts und nicht auf einzelnen Spitzenweinen.

Die Beste Weißweinkollektion des Jahres hat das Weingut Knipser aus Laumersheim in der Pfalz. Das Weingut ist damit der erste Betrieb, der im Eichelmann bereits sowohl für die beste Rotweinkollektion als auch für die beste Weißweinkollektion ausgezeichnet wurde. Besonders begeistert waren die Verkoster des Eichelmann 20111 von dem “elegantem Riesling, köstlichem Sauvignon Gris, mineralisch-fruchtigem Grauburgunder und präzise-elegantem Chardonnay”.

Die Beste Rotweinkollektion des Jahres hat für Gerhard Eichelmann das Weingut Rudolf Fürst aus Bürgstadt in Franken. Paul Fürst sei es zu verdanken, dass “der Centgrafenberg in Bürgstadt allen Weinkennern in Deutschland und darüber hinaus ein Begriff ist, Jahr für Jahr erzeugt er hier Weine, die zu den feinsten Pinots Deutschlands gehören”. Nach dem Eichelmann 2011 wird mit dem Schlossberg in Klingenberg einer weiteren Lage am Untermain zur Geltung zu verholfen. Paul Fürst und Sohn Sebastian wurden ein zweites Mal ausgezeichnet, für den Besten Rotwein des Jahrgangs 1999, den Rotweinjahrgang, der im Mittelpunkt der Buchausgabe vor zehn Jahren stand. Eine Jury ermittelte in einer Blindverkostung als Sieger den Spätburgunder „R“ Centgrafenberg des Weinguts Rudolf Fürst.

Die Auszeichnung für die Beste edelsüße Kollektion des Jahres geht in diesem Jahr an das Weingut Schäfer-Fröhlich in Bockenau an der Nahe. Kein anderes Weingut an der Nahe hat im letzten Jahrzehnt so zugelegt, heute gehört es nach dem Eichelmann 2011 mit seinen süßen und trockenen Rieslingen zur Spitzenklasse in Deutschland. Das perfekte Zusammenspiel von Süße und Säure prägt die Weine von Tim Fröhlich. Kein Anderer in Deutschland hat 2009 eine solche Vielzahl an hochkarätigen edelsüßen Rieslingen erzeugt.

Aufsteiger des Jahres ist das Weingut von Winning in Deidesheim in der Pfalz. Unter dem Namen Dr. Deinhard war es seit der ersten Ausgabe des Weinführers vertreten. Besitz- und Namensänderung in gingen nach dem Eichelmann 2011 “mit einer gewaltigen Qualitätssteigerung einher”. Das Team um Betriebsleiter Stephan Attmann hat in den letzten beiden Jahren so stark zugelegt wie kein anderes Weingut in Deutschland, hat den Anschluss an die Pfälzer Spitze geschafft. Begeistert zeigt sich Gerhard Eichelmann von der “Fülle und Konzentration, aber auch Komplexität, fruchtige Leichtigkeit und spielerische Eleganz” der Weine.

Neben den vier Weingütern des Jahres präsentiert der Eichelmann 2011 – wie schon in den Vorjahren – einen Klassiker des Jahres. Dies solle ein Wein mit hoher Qualität sein, der zudem jedes Jahr ein klares Profil zeigt und als Klassiker und typischer Vertreter seiner Rebsorte und seiner Region gelten kann. Die Wahl fiel auf einen Weißburgunder vom Kaiserstuhl, den Weißburgunder „GG“ Feuerberg Burkheim vom Weingut Bercher in Burkheim. Die Begründung von Gerhard Eichelmann: “Jahr für Jahr begeistert uns der Weißburgunder aus dem Feuerberg, ist reintönig und stoffig, elegant und nachhaltig. So großartig und faszinierend kann Weißburgunder vom Kaiserstuhl sein”.

Die Weingüter des Jahres im Eichelmann 2011

Beste Weißweinkollektion
Weingut Knipser
Laumersheim (Pfalz)

Beste Rotweinkollektion
Weingut Rudolf Fürst
Bürgstadt (Franken)

Beste edelsüße Kollektion
Weingut Schäfer-Fröhlich
Bockenau (Nahe)

Aufsteiger des Jahres
Weingut von Winning
Deidesheim (Pfalz)

Klassiker des Jahres
Weißburgunder „GG“ Feuerberg trocken
Weingut Bercher
Burkheim (Baden)

Bester Rotwein 1999
Spätburgunder „R“ Centgrafenberg
Weingut Rudolf Fürst
Bürgstadt (Franken)

Eichelmann 2011, Deutschlands Weine, 1080 Seiten, 29,95 €, Mondo Heidelberg

Gault Millau WeinGuide 2011 mit “Winzer des Jahres” Johannes Leitz

Mittwoch, 17. November 2010

Jedes Jahr im November ist die Zeit wieder reif für die Veröffentlichung der beiden großen Weinführer in Deutschland. So erscheint heute der Gault Millau WeinGuide 2011. Die Auszeichnung als “Winzer des Jahres” geht in das Rheingau an Johannes Leitz. Während die Auszeichnungen im Gault Millau WeinGuide 2011 vielfach an bereits sehr bekannte Größen aus der deutschen Weinszene gehen, werden ebenso Dutzende von neuen Betrieben vorgestellt. Die “Talentdichte” wird besonders an der Mosel und in Rheinhessen als besonders hoch gesehen. Daher wurde für Neulinge mehr Platz im Gault Millau WeinGuide 2011 geschaffen.

Die Ausgezeichneten im Gault Millau WeinGuide 2011

Winzer des Jahres
Johannes Leitz
Weingut Josef Leitz – Rüdesheim, Rheingau

Kollektion des Jahres
Gert, Hansjörg und Matthias Aldinger
Weingut Gerhard Aldinger – Fellbach, Württemberg

Aufsteiger des Jahres
Philipp Kuhn
Weingut Philipp Kuhn – Laumersheim, Pfalz

Entdeckung des Jahres
Arno Augustin
Weingut Augustin – Sulzfeld am Main, Franken

Sommelier des Jahres
Gunnar Tietz
Restaurant First Floor – Hotel Palace, Berlin

Weinkarte des Jahres
Hubert Scheid
Schloss Monaise, Trier

Auch bei den Siegerweinen im Gault Millau WeinGuide 2011 dominiert das Rheingau. Gleich zweimal geht ein Preis in dieser Kategorie an das Weingut Robert Weil. Auch das Weingut von Johannes Leitz wird hier bedacht. Eine einzige kleine Überraschung ist der Preis für den besten Winzersekt an das Sekthaus Raumland in Flörsheim-Dalsheim in Rheinhessen.

Die Liste der Siegerweine im Gault Millau WeinGuide 2011

Bester Winzersekt Brut
1997 Dalsheimer Bürgel Pinot Prestige
Raumland (Rheinhessen)

Bester Spätburgunder
2008 Hecklinger Schlossberg »Großes Gewächs«
Bernhard Huber (Baden)

Bester Weißer Burgunder
2009 Dottinger Castellberg Chardonnay »GC«
Martin Waßmer (Baden)

Bester trockener Riesling
2009 Westhofener Abtserde »Großes Gewächs«
Keller (Rheinhessen)

Bester feinherber Riesling
2009 Rüdesheimer Berg Kaisersteinfels Alte Reben
Josef Leitz (Rheingau)

Bester Riesling Kabinett
2009 Maximin Grünhaus Herrenberg – 12 –
C. von Schubert (Ruwer)

Beste Riesling Spätlese
2009 Kiedricher Gräfenberg
Robert Weil (Rheingau)

Beste Riesling Auslese
2009 Graacher Domprobst Goldkapsel – 7 –
Willi Schaefer (Mosel)

Bester Riesling Edelsüß
2009 Kiedricher Gräfenberg Trockenbeerenauslese
Robert Weil (Rheingau)

Im Gault Millau WeinGuide 2011 wird natürlich auch der aktuelle Jahrgang insgesamt eingeordnet. Schon vor der Weinernte 2009 sprachen viele von einem sehr guten Jahrgang. Dies bestätigt nun der Gault Millau WeinGuide 2011. “Man kann aus 2009 fast jeden Wein blind kaufen. Fast alle Winzer haben ansprechende Weine erzeugt und in der Spitze ist die Qualitätsdichte sehr hoch”, so der Herausgeber Joel Payne.

Und so lautet die Empfehlung im Gault Millau WeinGuide 2011 auch “Kaufen, Kaufen, Kaufen”. Besonders vor dem eher schwierigen Folgejahrgang 2010 (megenmäßig deutlich, qualitativ wahrscheinlich) kann man sich dieser Kaufempfehlung nur anschließen.

Gault Millau WeinGuide Deutschland 2011, 18. Jahrgang, 914 Seiten, 29.95 €, Christian Verlag, München

Der Supermarktweinführer von Cordula Eich

Sonntag, 3. Januar 2010

Supermärkte und Discounter sind mengenmäßig bedeutende Weinhändler in Deutschland. Also gibt es jetzt auch einen Supermarktweinführer. Der Weinkauf dort kann beim täglichen Lebenmittelkauf quasi nebenbei mit erledigt werden. Die scheinbare Vielfalt im Supermarkt ist für viele Wein-Laien kaum verständlich. An diesem Thema setzt Cordula Eich mit ihrem Supermarktweinführer an. Dafür hat sie über 1.000 Weine aus den Regalen der Supermärkte und von den Paletten der Discounter verkostet. Dabei wurde die Literware oder der Tetrapack genausowenig ausgesparrt wie die hochpreisigeren Weine. So heißt es z.B. bei einem Chateauneuf-Du-Pape für 12,99 Euro salop: “Schickes Etikett bestimmt den Preis… Wie eine Boxershorts von Armani…”.

I. Theorie
Die Thematik von Wein im Supermarkt und Discounter ist sicherlich problematisch. Das fällt schon in der Gliederung des Supermarktweinführers auf. Während der Discounter seine Weine aus dem Standardsortiment exklusiv vertreibt, gibt es bei den Markenweinen in den Supermärkten erhebliche Schnittmengen. Und so enthält der Supermarktweinführer viele Weinbewertungen doppelt. Die Sekte von Rotkäppchen sind wortgleich sogar vier mal in dem Buch drin. Die Abschnitte Kaisers und Tengelmann sind ebenso nahezu identisch wie die Texte über die Weine bei Plus und Netto. Hier hätte man Platz und Seiten sparen können.

Supermarktweinführer
Zugleich fehlen wichtige Bezugsquellen für Wein. Dies sind vor allem auch SB-Märkte und Kaufhäuser. In beiden Kategorien bestehen erhebliche Sortimentsüberschneidungen mit den Supermärkten. Gerade die SB-Märkte profilierten sich in letzter Zeit enorm. Ein weiteres Probelm einer übersichtlichen Darstellung vom Weinangebot in Supermärkten ist, dass dieses regional und konzeptionell unterschiedlich ist. So gibt es nicht nur Konzepte von eigenständigen Händlern in den Supermarktketten, sondern auch eigene Linien, wie z.B. Edeka-aktiv, E-Center, REWEcity… Das wirkt sich natürlich auch auf das jeweilige Weinsortiment aus. Hier wäre evtl. eine Gliederung der Weine nach Marken – wie in dem Buch “Super-Weine aus dem Supermarkt” von Frank Kämmer – sinnvoller gewesen.

Supermarktweinführer

II. Praxis
Über Sinn oder Unsinn eines Supermarktweinführers könnte man auch ohne dessen konkrete Kenntnis schreiben (wie es einige Blogger getan haben). Auch über die Wein-Vertriebsschiene Supermarkt kann man hervorragend schreiben, ohne sie tatsächlich zu kennen. Anders ist es bei weinverkostungen.de üblich. So haben wir einen Praxistest mit dem Supermarktweinführer von Cordula Eich gemacht. Das Buch haben wir kurzerhand mit in den nächsten Supermarkt genommen und das Weinregal mit dem Text verglichen.

Cordula Eich
Es gab leichte Abweichungen zwischen Regalinhalt und dem was im Supermarktweinführer aufgelistet ist. Das hängt auch damit zusammen, dass das Sortiment in ständiger Veränderung begriffen ist. So konzentrierten wir uns auf die “SuperSchoppen”-Empfehlungen von Cordula Eich. Einen Wein gab es in dem Supermarkt nicht. Bei zwei weiteren Weinen war der Preis inzwischen erhöht worden. Ein Wein davon ist der oben abgebildete Rose, der nun 2,99 statt 2,29 Euro kostet. Das Foto verrät zudem etwas über die Weinkompetenz in diesem Supermarkt. Während auf der Weinflasche gut lesbar “Halbtrocken” steht, meint das Regaletikett, es würde sich um einen “lieblichen” Wein handeln. Letztens hat diese Kette noch Werbung mit ihrem “Weinfachsortiment” gemacht.

III. Fortsetzung der Praxis
Letztlich entschieden wir uns dazu zwei rote Weine, die von Cordula Eich mit dem Super-Schoppen ausgezeichnet wurden, käuflich zu erstehen. Wir werden diese verkosten und schauen, inwieweit das Urteil des Supermarktweinführers verlässlich bzw. von uns nachvollziehbar ist. Die Verkostungsergebnisse werden in den kommenden Tagen erscheinen. Nochmal zurück zum Buch: Der Supermarktweinführer von Cordula Eich ist lesenswert und zuweilen unterhaltsam auch ohne Wein im Glas. Der saloppe Umgang mit Wein ist in der Vergangenheit aber doch schon etwas arg strapaziert worden.

Cordula Eich: Super Schoppen Schopper 2010 – Deutschlands umfastendster Supermarktweinführer, 287 Seiten, Amsterdam, 2009, 9,95 Euro

Hier sind zwei Empfehlungen aus dem Supermarktweinführer verkostet:
Oberon Spätburgunder trocken aus Baden
Sonsierra Tempranillo Rioja Alta