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D’Arenberg The Galvo Garage

Dienstag, 15. Juli 2008

D'Arenberg The Galvo GarageNachdem ich mir die Schuhe löchrig gelaufen habe, bei der Suche durch den münsteraner Weinfachhandel nach einem Wein für die aktuelle Runde der Weinrallye, bin ich mit zwei Wein-Flaschen zuhause angekommen. Das Ziel war – so vom Blog Planet-Brodeaux (leider nicht mehr online) ausgerufen – einen Wein zu finden, der aus mindestens drei roten Rebsorten besteht, die in Bordeaux üblich sind und der nicht aus Bordeaux kommt. Das klingt nach einer nicht sehr preiswerten Angelegenheit, die vor allem in Übersee seine Entsprechung findet. Bordeaux war dort ja lange ein wichtiges Vorbild. Besonders Südafrika und Australien haben lange Zeit den Trend zur Orientierung an Bordeaux gezeigt. Viele Winzer haben sich von dem inzwischen aber auch emanzipiert.

D'Arenberg The Galvo GarageSo kommen die beiden Weine auch aus Australien und Südafrika. Eigentlich wollte ich beide Weine heute Abend parallel stellen und gegeneinander antreten lassen. Da der eine 14% und der andere 14,5% Alkohol hat und ich eh schon – nicht nur von der Lauferei – etwas geschafft bin, habe ich jedoch wählen müssen. Die Rebsortenanteile sind recht ähnlich. Bei beiden Rotweinen sind neben den in Bordeaux üblichen Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc auch ca. 10 bis 20 % Petit Verdot vorhanden. Den Vorzug hat der D’Arenberg “The Galvo Garage” erhalten. Er tritt ganz offen als “Red Bordeaux Blend” an und spielt zugleich mit seinem Titel auf die Garagen-Weine in Bordeaux an. Das ist doppelte sanfte Rebellion. Zum einen meint es mit der Garage die Rebellion gegen die Chateau-Klassifikation, wie es sie auch in Bordeaux gibt. Zum anderen sagt der Wein, dass ein Bordeaux-Stil in Australien erzeugt werden kann.

D'Arenberg The Galvo GarageUnd tatsächlich: Der Wein schafft den Vergleich. Im Glas ist ein dichtes dunkles Rot mit leicht braunen Reflexen. Die Nase bringt weiche Töne zutage. Die 14,5 % Alkohol sind kaum zu riechen. Vielmehr sind da reife Beeren. Am Gaumen entfaltet der D’Arenberg “The Galvo Garage” einen seidigen Geschmack nach etwas Schwarzer Schokolade mit Marzipan. Dazu geraten die erwartbaren dunklen Beerenfrüchte. Wieder Kakao und etwas Würze in der Länge. Geschliffene Tannine. Ganz spät trocknet der Gaumen. Der D’Arenberg “The Galvo Garage” bekommt bei Verkostungen über verschiedene Jahrgänge hinweg Bewertungen um die 90 Punkte und zu Teil auch darüber hinaus.

D'Arenberg The Galvo Garage

D’Arenberg The Galvo Garage verkostet

Der Wein ist jeztz trinkreif. Die Säure nicht mehr sehr intensiv. Trotzdem ist er sicherlich noch lange lagerfähig. Der von innen Schwarz-Violet gefärbte Korken macht den Eindruck noch mindestens ein Jahrzehnt dicht zu halten. Erst weniger als ein Millimeter ist “verbraucht”. In der Flasche finden sich – wie bei solchen Weinen normal – interessante Ablagerungen. Leer wird sie heute nicht. Das muss man dem Wein als einziges negativ anlasten. Er macht schnell satt. Und obwohl man gerne möchte, ist nach dem zweiten kleinen Glas Schluss. Da habe ich evtl. noch zwei Tage was von. Wie gut, dass ich den “Four” von Laibach nicht auch noch entkorkt habe. Bei den derzeitigen Temperaturen wäre das Wahnsinn.

D’Arenberg The Galvo Garage
Australien – McLaren Vale
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14,5%
Jahrgang: 2002
Einkaufspreis: 18,60 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Rosemount Estate Shiraz

Mittwoch, 21. Mai 2008

Australien ist, in Bezug auf Weinbau gegenüber dem, was vom alten Europa bekannt ist, ein Kontinent der Superlative. Auch der Rosemount Estate Shiraz haut ganz schön auf den Putz. In der Nase sind Leder, Schwarze Schokolade und schwere Früchte. Der Gaumen ist weich und fruchtig. Die vermutete Wuchtigkeit findet in einer intensiven Fruchtigkeit ihren Lauf. Ganz trocken – im Sinne von Bordeaux-Weinen – ist der Rosemount Estate Shiraz bestimmt nicht. Das wird sich bestimmt negativ auf die Lagerfähigkeit auswirken. Auf zehn Jahre wird dieser Wein bestimmt nicht kommen. Aber dafür ist dieser Shiraz von Rosemount Estate auch gar nicht gemacht. Er ist schmeichelhaft gemacht. Machen – dieses Unwort, wie mein deutscher Grundschullehrer lehrte („tun und machen sind im Deutschen schlecht Sachen“ – in Übersee nur Winemaker!) – ist bei diesem Wein aber wichtig.

So wie die BILD-Zeitung erst kürzlich mit dem Schocker-Geständnis „Meine Brüste sind gemacht“ großflächig auf Plakatwänden Werbung machte, ist dieser Wein gemacht. Eine Perfektion mit dem Skalpell. Mehr Intensität! Mehr Alkohol (13,5%)! Seltsam nur die Beschriftung dieses Weins. So wird er als „vollmundig“ und „ausgezeichnet zu Pasta“ beschrieben. Vollmundig ist ein Begriff, der eher von älteren Menschen gebraucht wird, die rote Weine aus Baden oder Württemberg trinken. Dass ein Wein zu Pasta passt, ist vollkommener Unsinn. Pasta wird selten ohne Sauce verzehrt. Und gerade diese ist der Geschmacksträger. Aber zum sommerlichen Grillen passt dieser Wein super. Er ist auch wesentlich besser als so manches Vorurteil gegenüber Weine aus der Neuen Welt.

Rosemount Estate Shiraz
Australien
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5%
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 10,00 €
Verschluss: Schraubverschluss
Quelle: Fachhandel

Normans Chandlers Hill Shiraz

Donnerstag, 24. Januar 2008

Dieser Shiraz ist tiefdunkel im Glas. In der Nase zeigt sich etwas Brombeere und Pfaume. Für einen Shiraz hat dieser Wein von Normans ein eher kräftiges Säuregerüst. In der Mitte Überrascht eine Nougatschokolade. Der Wein ist angenehm trocken, hat aber am Ende eine schmeichelnde Frucht. Mal ein anderer Shiraz jenseits australischer Uniformität.

Normans Chandlers Hill Shiraz
Südaustralien
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5%
Jahrgang: 2004
Einkaufspreis: 6,30 €
Verschluss: Silikon
Quelle: Fachhandel

Yalumba Viognier

Dienstag, 16. Oktober 2007

Yalumba bezeichnet sich selbst als ältestes familiengeführtes Weingut Australiens. Dazu reichen dort schon knappe 160 Jahre aus. Da merkt man, wie es zum Begriff Neue Welt kommen konnte. Zum einen begann der Weinbau sehr spät. Zum zweiten haben sich die Produktionsstrukturen häufig so stark revolutioniert, dass die Weinerzeuger nicht mehr als Familienbetriebe gelten. Es gibt also historische Ursachen und Gründe des vermeintlichen Fortschritts, wieso dieser Weinerzeuger relativ jung an eine solche Bezeichnung kommt.

Dieser Viognier stammt aus der so genannten Y-Series von Yalumba. In dieser gibt es auch einen Riesling. Ich bin bekanntlich Fan von australischem Riesling. Leider war jedoch nur der Yalumba Viognier im Weingeschäft meines Vertrauens erhältlich. Irgendwie scheint es mir so zu sein, dass es ausländische Rieslinge sehr schwer haben, in den deutschen Handel zu gelangen. Wenn dies weiterhin so bleibt, kommen Verschwörungstheoretiker bestimmt auf die Idee, dass es am Protektionismus der deutschen Riesling-Mafia liegt. Doch zurück zu ernsten Dingen: Mal schauen ob dieser Viognier einen genussvollen Ersatz liefern kann. Die Rebsorte gilt ja auch als sehr hochwertig.

Im Glas zeigt sich eine strohgelbe Farbe. Der Viognier zieht lange Schlieren im Glas. Die Nase registriert einen Duft, der an einen leicht gereiften komplexen und gut gemachten Mosel-Riesling erinnert. Die damit verbundene Erwartung von Säure im Mund wird nicht erfüllt. Gleichzeitig braucht dieser Wein gar kein Frucht-Säure-Spiel, da die Frucht an sich schon fesselnd ist. Sie bringt – ohne süß zu wirken – einen Geschmack von Honig an den Gaumen unter den sich eine fruchtige (aber nicht spritzige) Limette und etwas Birne mischt. Dabei wirkt der Yalumba Viognier etwas schwer und zugleich weich. Der Wein hat eine unbeschreibliche Länge. Luft tut dem Yalumba Viognier sehr gut und hilft einige Aromen zu entfalten. Trotzdem der Wein über meinen Erwartungen lag, hätte ich den Riesling auch gerne probiert.

Yalumba Viognier Y Series
Australien – Süden
Erzeuger: Yalumba Winery
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14,5%
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 10,00 €
Verschluss: Schraubverschluss
Quelle: Fachhandel

Penfolds Rawsons Retreat Chardonnay

Montag, 17. September 2007

Penfolds ist riesig, erfolgreich und hat zudem weltweit einen guten Ruf. Der Grange ist einer der bekanntesten Weine aus Australien. Rawsons Retreat ist eher eine günstige Linie bei dem australischen Weingiganten Penfolds. Es gibt davon einen Rotwein und einen Weißwein. Der rote Wein ist ein Cuvee aus Shiraz und Cabernet Sauvignon. Der weiße Wein bestand sonnst immer aus Semillon und Chardonnay. Das Etikett des vorliegenden 2006er Rawsons Retreat steht jedoch nur noch Chardonnay. Er selber ist relativ unspektakulär macht aber insgesamt einen schmackhaften Eindruck. Der Penfolds Rawsons Retreat ist ausgewogen, hat eine angenehm dosierte Frucht und würde bestimmt gut zu Meeresfrüchten passen. Hier drängt sich der Vergleich zu zwei anderen australischen Chardonnay auf. Der zuletzt verkostete [yellow tial] war mir deutlich zu fett. Der Wildcard von Peter Lehmann ist angenehm frisch. Ich würde den Penfolds Rawsons Retreat Chardonnay geschmacklich und von der Wertigkeit zwischen den beiden anderen Weinen einordnen.

Rawsons Retreat Chardonnay
Australien
Erzeuger: Penfolds
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 7,00 €
Verschluss: Silikonkorken
Quelle: Fachhandel

yellow tail Chardonnay

Freitag, 14. September 2007

yellow tail In der Reihe yellow tail sind vier rebsortenreine Weine auf dem Markt. Das ist ein Merlot, ein Cabernet Sauvignon, ein Shiraz und der hier zur Verkostung bereit stehende Chardonnay. Damit sind die bekannten und typischen Rebsorten aus Australien durch [yellow tail] abgedeckt. Zudem sind es weltweit verbreitete Sorten. Die Verantwortlichen für [yellow tail] versuchen diese globale Beliebigkeit mit lokalem Kitsch zu überpinseln. So müssen wieder einmal die Kängarus herhalten, denn diese fühlen sich zu Hause “in einer einzigartigen Naturlandschaft” in der laut Rückenetikett auch die Weinberge stehen.

yellow tail Chardonnay verkostet

Dort hüpfen die Kängarus durch die Weinberge und haben Spass. Wenigstens die: Der [yellow tail]-Wein macht mir nämlich alles andere als Spaß. Der Chardonnay ist fruchtig-fett und wirkt dabei leicht brandig. Er verfügt über eine schmale Säure. Dieser Chardonnay kommt mit plump mit etwas süße vor. Ein Wein der jeden ABC-Trinker auf die Palme könnte bringen. Zwei Sachen sind aber positiv hervorzuheben: Der Chardonnay ist preisgünstig und fehlerfrei.

yellow tail Chardonnay
Australien
Importeur: A.Racke GmbH+Co
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 4,00 €
Verschluss: Silikonkorken
Quelle: Supermarkt