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Archiv für die 'Italien' Kategorie

Villa Antinori aus der Toskana

Samstag, 10. März 2018

villa antinoriDer Villa Antinori aus dem gleichnamigen Haus ist ein absoluter Klassiker. Und dies seit Jahrzehnten. Im Jahre 1928 wurde der erste Jahrgang dieses Rotweins erzeugt. Im Wein Villa Antinori werden nur Trauben aus dem eigenen Anbau verwendet. Ganz anders als in einem Weinhaus üblich. Auch die Zusammensetzung dieses Weins ist durchaus interessant. Etwas mehr als zur Hälfte besteht er aus Sangiovese. In einem Chianti Classico sind deutlich mehr vorgeschrieben. Dort sollen es mindestend 80 Prozent sein.

Die Rebsorte Sangiovese ist mit all ihren Spielarten ein Sinnbild für den Weinbau in der Toskana. Beim Villa Antinori kommen noch Cabernet Sauvignon, Merlot und ein kleiner Anteil an Syrah hinzu. Das ist in solch einer Zusammensetzung eher selten. Das Weingut Volpaia erzeugt z.B. großartige Rotweine in der Toskana mit Syrah. Bei denen hat mich immer erstaunt, wie stark auch ein kleiner Anteil dann geschmacklich im Wein nachzuvollziehen ist. Also auf zur Verkostung.

Villa Antinori verkostet

Der Rotwein ist dunkel und dicht mit violettem Rand im Glas. In der Nase wirkt der Villa Antinori erst etwas verschlossen bis dünn mit einer Himbeere. Doch lass den Wein mal an die Luft. Er braucht das durchaus. Dann hat man in der Nase einer runde, reife und sehr harmonische Kirschfrucht. In der zweiten Nase ist eine reife Brombeere mit Sahnekakao und dezenten Röstnoten. Etwas Minze ist im Hintergrund Doch die schwarze reife Kirsche überragt alles ohne dabei plump zu wirken. Der Gaumen ist rund und weich. Dieser Rotwein ist harmonisch durch und durch. Die Mischung der Rebsorten ist sehr gekonnt und hat sich ausgezahlt.

toskana villa antinoriIch hatte erst etwas Befürchtungen diesen Villa Antinori so früh zu öffnen. Aber dies ohne Grund. Den Jahrgang 2014 kann man jetzt schon trinken. Und der Anspruch ist bei dem diesem Wein recht hoch. Da ist zum einen der Preis. Zum zweiten die starke Marke. Und zum dritten eine lange und ruhmvolle Geschichte. Manche Erzeuger ruhen sich auf so etwas aus. Doch hier ist es ganz anders. Der Wein macht so richtig Spaß. Großes Kompliment in die Toskana an das wirklich großartige Weinhaus Antinori. Hier wird einem Klassiker alle Ehre erwiesen.

Vigneti Le Monde Pinot Bianco

Sonntag, 18. Februar 2018

Le Monde Pinot BiancoJetzt gibt es einen Pinot Bianco von Le Monde. Das Friaul ist in der Welt bekannt für seine Weißweine. Aus meiner Sicht kommen viele der besten italienischen Weine dieser Kategorie aus dieser Region. Besonders bezaubern häufig die Rebsorten Pinot Bianco und Pinot Grigio. Um dies genauer unter die Lupe zu nehmen, habe ich mir mal das Weingut Le Monde ausgesucht. Dieser Weißwein hat zudem Drei Gläser im Gambero Rosso bekommen. Dabei handelt es sich sehr häufig um ein zuverlässiges Indiz für Qualität.

Der Pinot Bianco von Le Monde zeigt sich in einem kräftigen Strohgelb im Glas. Das sieht schon fast golden aus. Hierbei fällt auf, dass dies eigentlich für einen trockenen Weißburgunder etwas untypisch ist. In der Nase ist ein voller Fruchtkorb. Da ist recht zentral und duftig ein reifer Weißer Pfirsich mit Pink Grapefruit im Hintergrund. Weinig später zeigt sich feiner Schmelz ist am Gaumen. Zudem bringt der Wein sehr viel Frische mit. Ich tippe auch aufgrund der Opulenz dieses Pinot Bianco auf sehr reife Trauben. Der Nachhall ist recht lang. Ein hervorragender Wein. Deswegen gehen aus meiner Sicht die Drei Gläser des Gambero Rosso voll in Ordnung.

Le Monde Pinot Bianco
Italien – Friaul
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13 %
Jahrgang: 2016
Preis: 9 Euro
Verschluss: Presskorken
EAN 8034013470019

Ollympus Primitivo Terre Nobili Salento

Sonntag, 15. Januar 2017

ollympus primitivo salento Jetzt gibt es den Ollympus Primitivo Terre Nobili aus Salento ins Glas. Um die Rebsorte Primitivo ist ein richtiger Boom in Deutschland in den vergangenen Jahren ausgebrochen. Vielfach wird gesagt, dass die besten dieser Weine aus Manduria kommen. Sicherlich auch. Aber was mögen viele an diesen Rotweinen? Primitivo ist bekanntlich die Rebsorte. Man kennt diese auch als Zinfandel in Kalifornien. Und hier verbirgt sich auch schon ein Hinweis auf den Erfolg des Primitivo. Denn häufig sind diese Rotweine gar nicht so trocken. Ebenso war es beim Boom der Überseeweine zu beobachten. Die Weintrinker hierzulande möchten häufig, dass der Wein trocken ist. Das ist eine etwas komische Vorstellung. Denn er soll meist dann doch gar nicht so schmecken. Und so kommt der Ollympus Primitivo mit 7,5 Gramm pro Liter Restzucker daher. Das ist recht dicht an der Obergrenze zum halbrtockenen Wein.

Ollympus Primitivo Terre Nobili verkostet

Der Ollympus Primitivo zeigt sich dicht und dunkel bis schwarz im Glas. In der Nase sind Blaubeeren. Dann rieche ich Brombeeren und sehr reife und duftig süße Himbeeren. Cassis und dunkle reife Trauben sind in der zweiten Nase. Da ist ganz weit hinten tatsächlich ein fast likörig eingekochter Ton von schwarzen Johannisbeeren. Am Gaumen ist dieser Rotwein erfrischend. Ich erinnere mich an intensiv schmeckenden Heidelbeeren mit Butter und Zimt-Zucker auch Dampfklößen. Gerade diese Mischung kann man in diesem Wein widerfinden. Dieser Ollympus Primitivo ist recht gefällig. Ich glaube es gibt wenige Menschen, die keinen Spaß damit haben. Seine 14% verbirgt der Wein gekonnt. Im Nachhall hat man etwas von Karamell. Das ist genauer wie bei einer Creme Brulee. Es rundet dieses Geschmackserlebnis harmonisch ab. Für Den Preis ist der Ollympus Primitivo ein empfehlenswerter Rotwein aus Salento in Apulien.

Italien – Apulien – Salento IGT
Erzeuger: Ollympus – Terre di Chiara
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14 %
Jahrgang: 2014
Einkaufspreis: 7 €
Verschluss: Presskorken
Quelle: Fachhandel
EAN: 8034076530828

Grignolino del Monferrato Casalese von Vicara

Sonntag, 11. Dezember 2016

grignolino del monferrato casalese vicaraIch habe jetzt eine Flasche Grignolino del Monferrato Casalese von Vicara vor mir. Ich glaube, dass selbst unter passionierten Weinfans diese Rotweine fast vollkommen unbekannt sind. Sogar die Region werden nur ausgesprochene Kenner von Wein aus Italien zuordnen können. Es handelt sich beim Grignolino del Monferrato um das Piemont. Diese Region ist als DOC anerkannt. Die Rebsorte wird dort gerade mal auf weniger als 450 Hektar angebaut. Diesen Rotwein hatte ich mir auch zwei Gründen gekauft: Neugier und 3 Gläser im Gambero Rosso. Und das für schlanke 10 Euro.

Den Gambero Rosso schätze ich als eine häufig zuverlässige Quelle für italienische Weine. Ein zweites mir sehr wichtiges Buch ist das „Lexikon der Weine Italiens“ von Luigi Veronelli aus dem Jahr 1991. Der Autor ist schon seit Jahren tot. Das Buch hat aber kaum an Wert verloren, auch wenn es inzwischen antiquarisch für ganz kleines Geld zu bekommen ist. Schon allein die Prosa des Vorwortes von Horst Scharfenberg ist erstaunlich. Solche einen Stil gibt es heute nicht mehr. Handlich auf dünnem Bibelpapier gedruckt verrät das Lexikon auf 374 Seiten recht viel über Weine, die kaum ein Mensch kennt. So eben auch über den Grignolino del Monferrato Casalese.

Grignolino del Monferrato Casalese von Vicara verkostet

Von der Farbe her ist dieser Wein tatsächlich Rubinrot. Das liest man häufig. Aber hier ist es wie bei einem funkelnden und transparenten Rubin, den man aus dem Museum kennt. Am Rand hat er einen leicht bräunlichen Einschlag. Luigi Veronelli schreibt in seinem Lexikon etwas von geranienfarbenen Reflexen. Das ist sicherlich originell. Aber bei diesem Rotwein von Vicara ist es nicht treffend. In der Nase ist ein leichter Duft mit Hagebuttentee, etwas Mandel und dezenter Würze in der zweiten Nase. Der Gaumen ist eher schlank und frisch. Stellenweise wirkt die bittere Mandel hier etwas wie Amaretto. Die dezente Duftigkeit dieses Rotweins trägt dazu bei. Das Buch von Veronelli ist nun 25 Jahre alt. Er meint Grignolino del Monferrato Casalese habe 11,5 bis 12 % Alkohol. Dieser hier von Vicara liegt bei satten 13,5%. Das steht dem Wein nicht schlecht. Aber einiges verändert sich eben doch mit der Zeit.

vicara grignolino del monferrato

Kleines P.S.
Eines möchte ich nicht unerwähnt lassen. Es gibt im Piemont auch noch die Rebsorte Freisa. Diese ist etwas weiter in der Region verbreitet, aber auch hierzulande kaum bekannt. Mich erinnert dieser Grignolino del Monferrato Casalese etwas an die Weine, die ich aus Freisa kenne. Zudem sieht diese DOC vor, dass man 10 Prozent an Freisa hinzufügen darf. Auf dem Etikett des Weins von Vicara steht davon nichts. Muss aber auch nicht.

Italien – Piemont
Erzeuger: Vicara
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5 %
Jahrgang: 2015
Einkaufspreis: 10 €
Verschluss: Presskorken
Quelle: Fachhandel
EAN: 8033286700182

Allegrini Palazzo della Torre Veronese

Sonntag, 16. Oktober 2016

allegrini palazzo della torreJetzt gibt es den Palazzo della Torre von Allegrini. Dieser Erzeuger gehört zu den besten Weingütern in Italien. In diesem Jahr ist er sogar die „Winery of the Year“ im angesehenen Weinführer Gambero Rosso. Dem Palazzo della Torre sind dort mindestens zwei Gläser sicher. Der Amarone erhält hingegen häufig drei Gläser. Dieser Rotwein ist lediglich als IGT gekennzeichnet. Die Reben sind im Schnitt 40 Jahre alt. Gepflanzt wurden sie in östlicher bis südöstlicher Ausrichtung seit 1962. Dabei werden für den Palazzo della Torre die Rebsorten Corvina Veronese (70%), Rondinella (25%) und Sangiovese (5%) verwendet.

allegrini rotweinNach der Lese per Hand und einer Gärung unter Temperaturkontrolle findet bei Allegrini ein Ausbau in Barriques statt. In diesen gebrauchten Fässern reift der Rotwein für 15 Monate. Nach einem Blending lagert der Palazzo della Torre für 7 Monate in der Flasche.

Allegrini Palazzo della Torre verkostet

Dieser Wein zeigt ein dichtes Rubinrot im Glas. In der Nase sind Waldbeeren mit Heidelbeeren, Kirschen und etwas Pflaumen. Cassis sticht beim Palazzo della Torre etwas heraus. Weißer Pfeffer, Salbei und Gewürze untermalen diesen Duft. In der zweiten Nase wirken die dunklen Früchte etwas opulenter. Der Gaumen dieses Rotweins von Allegrini wirkt frisch und etwas saftig.

allegrini veronese igtNun entwickelt sich ein feines Spiel in der Länge mit einer schlanken Säure. Diese mit Kakao eingebundene Säure wirkt leicht adstringierend. Zum einen macht sich hier der gekonnte Fassausbau bemerkbar. Zweitens deutet die Säure noch auf weiteres Reifepotenzial hin. Aber die Flasche ist nun offen. Und so schafft die Frische des Palazzo della Torre Lust auf einen weiteren Schluck. Mit Luftzufuhr kann man etwas Veilchenduft riechen, der dann ach am Gaumen erscheint. Dies ist ein schöner und vielschichtiger Rotwein. Allegrini wird seiner Auszeichnung als „Winery oft he Year“ mehr als gerecht.

Italien – Venetien
Erzeuger: Allegrini
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5 %
Jahrgang: 2013
Einkaufspreis: 20 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel
EAN: 8015822000178

Lucanto Montepulciano d’Abruzzo von Torre Raone

Freitag, 14. Oktober 2016

lucanto montepulciano d abruzzo torre raoneJetzt gibt es den Montepulciano d’Abruzzo mit dem Namen Lucanto. Der Erzeuger dieses Rotweins ist Torre Raone. Das Weingut wurde vor ca. 20 Jahren von Luciano di Tizio und Antonio dEmilio übernommen. Der Name Torre Raone stammt von einem Turm aus dem 11. Jahrhundert. Dieser steht heute noch auf dem Gelände des Weinguts und ziert das Wappen auf dem Etikett. Hier werden auf 35 Hektar hauptsächlich die in den Abruzzen typischen Rebsorten Montepulciano und Pecorino angebaut. Dieses Weingut produziert Bioweine. So ist auch der Lucanto Montepulciano d’Abruzzo von Torre Raone bezeichnet.

Lucanto Montepulciano d’Abruzzo von Torre Raone verkostet

Dieser Wein ist dicht und dunkel im Glas. Neben dem kräftigen Kern leuchtet er am Rand purpur bis violett. In der Nase dann zeigt er eine reife Kirsche mit saftiger aber nicht süßer Pflaume. Im Hintergrund sind bei diesem Montepulciano würzige Noten mit Eukalyptus und Pinienwäldern. Die zweite Nase ist dann vollfruchtig. Ganz anders am Gaumen. Hier wirkt der Lucanto frisch und kernig durch ein straffes Säuregerüst. Nach hinten heraus kann man bei diesem Rotwein von Torre Raone einige etwas grünliche Töne verzeichnen. Dies ist jedoch auf die Jugend dieses Weins zurückzuführen. Zudem wirkt er recht komplex.

Lucanto ist ein echtes Kontrastprogramm. Jedenfalls zu dem was in vielen Supermärkten in Deutschland leider steht. Denn Montepulciano d’Abruzzo ist leider durch die vielen einfachen Weine auf dem hiesigen Markt stark unterschätzt. Torre Raone zeigt mit dem Lucanto, dass in der Region und der Rebsorte mehr steckt. Jedenfall wesentlich mehr, als man bei den einfacheren Qualitäten vermuten kann. So bleiben die Abruzzen weiterhin ein Geheimtipp. Jedenfalls für gute und nicht nur billige Weine. Der hier verkostete Rotein ist jetzt allerdings noch etwas jung und kann noch einige Jahre gelagert werden. Denn die Rebsorte Montepulciano kann durchaus etwas reifen.

Italien– Abruzzen
Erzeuger: Azienda Agricola Tenuta Torre Raone
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5 %
Jahrgang: 2015
Einkaufspreis: 10 €
Verschluss: Presskorken
Quelle: Fachhandel
EAN: 8032880340015