Weinrallye #85 Blaufränkisch vs. Lemberger oder Burgenland vs. Württemberg oder Heinrich vs. Jürgen Ellwanger
Und weiter geht die wilde Fahrt. Konkret gemeint ist hier die allmonatliche Weinrally. Stefan Schwytz hat in seinem Blog diese für den April mit dem Motto Blaufränkisch vs. Lemberger ausgerufen. Mein Beitrag beschäftigt sich mit zwei jeweils klassischen Regionen dieser einen Rebsorte nämlich Württemberg und dem Burgenland. Ich muss ehrlich eingestehen, dass es viele andere Rebsorten gibt, mit denen ich mich intensiver auseinander gesetzt habe. In der Verkostung gehen wir – weil das Gute liegt so nahe – von Nord nach Süd.Weiterlesen »Weinrallye #85 Blaufränkisch vs. Lemberger oder Burgenland vs. Württemberg oder Heinrich vs. Jürgen Ellwanger
Württemberg ist bekannt für seine eigentümlichen roten Weine. Aber auch im weißen Bereich gibt es einige interessante Entdeckungen zu machen. Relativ weit verbreitet ist noch der Riesling mit knapp 20 Prozent der gesamten Anbaufläche. Weniger bedeutend sind in Württemberg Kerner, Müller-Thurgau, Silvaner, Ruländer, Muskateller, Weißer und Grauer Burgunder. Das Cuvee Stella Leonis vom Weingut Graf Adelmann besteht Weißburgunder, Grauburgunder und Riesling.
Aldinger ist einer der bekannteren Winzer aus Württemberg. Bislang hatte ich nur empfehlenswerte Weine dieses Weingutes verkostet. Ich kann mich an einen hervorragenden Sauvignon Blanc von Aldinger auf der ProWein 2006 erinnern. Auch das
Jetzt gibt es wieder mal einen Wein aus Württemberg, weil “Kenner trinken Württemberger” oder so ähnlich. Es handelt sich um den trockenen Trollinger der Weingärtner Brackenheim aus der recht einfachen Lage Halberschlachter Dachsberg. Manche Etikettentexte sind einfach nur lustig. Zitat: “Brackenheim, Geburtsort von Bundespräsident Theodor Heuss, liegt südlich des schützenden Heuchelbergs”. Hat sich eigentlich mal bei den Weingärtnern Brackenheim jemand Gedanken gemacht, wie so etwas auf phantasievolle Menschen wirkt. Und hätte dies Loriot oder Otto gesagt, würden bestimmt viele Menschen lachen. Ich finde das Zitat jedenfalls sehr lustig, auch wenn es – so fürchte ich – ganz unfreiwillig dazu gekommen ist.
Graf Neipperg ist ein sehr traditioneller Weinerzeuger. Seit über 700 Jahren wird hier Wein gemacht. Bei den roten Rebsorten herrschen bei Graf Neipperg die traditionellen württemberger Weine Lemberger, Schwarzriesling, Spätburgunder,
Über diesen Wein braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Er stammt von einer relativ großen Winzergenossenschaft mit dem Namen Württembergische Weingärtner Zentralgenossenschaft (kurz WZG). Der Lemberger ist sehr typisch für die Region. Auch der konkret von der WZG in die Flasche gebrachte Wein ist rebsortentypisch. Er ist für einen Rotwein sehr hell. Man könnte fast an einen Rose denken. Der Wein ist fruchtig, aber verfügt über sehr wenig Säure. Er erweckt dadurch den Eindruck halbtrocken oder gar lieblich zu sein. Fans dieses Geschmacksbildes nennen dies häufig vollmundig. Der Wein ist mal was anderes. Gerade an solchen regional sehr typischen Weinen scheiden sich die Geister.