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Weinrallye #108: Juliusspital Würzburger Stein Riesling Auslese

Freitag, 31. März 2017

juliusspital-wurzburger-stein-rieslingEs ist wieder einmal Weinrallye. Stefan von Baccantus hat das Thema Süßweine ausgerufen. Nachdem ich bei der letzten Runde mich an zahlreichen Vorurteilen abgearbeitet hatte, gibt es jetzt schon wieder einen Bocksbeutel aus Franken. Man merke: Zwei unterschiedliche Rallyethemen und bei mir selbe Region und Flaschenform. Es geht nun um eine Auslese vom Würzburger Stein aus der Rebsorte Riesling. Der Erzeuger ist das allseits beliebte Juliusspital.

Wer das Juliusspital nicht kennen sollte: Dies ist tatsächlich auch ein Spital mit 365 Betten in Würzburg. Doch die Weinproduktion ist mir eine liebere Sache. Im Juliusspital werden jährlich ca. 60 verschiedene Weine erzeugt. Mit 172 Hektar bewirtschafteter Rebfläche und über einer Millionen Flaschen im Jahr ist es eines der größten Weingüter Deutschlands. Doch die Größe darf keinesfalls von der Klasse des Juliusspitals ablenken. Viele sehr bedeutende Lagen werden bewirtschaftet. Darunter eben auch der Würzburger Stein. Diese etwas wärmere Lage in Franken eignet sich ganz gut für GGs oder restsüße Weine.

Und da sind wir beim Rallyethema. Die nun zur Verkostung angestellte Auslese ist mit dem Jahrgang 2015 jetzt noch extrem jung. Solche Weine kann man recht lange lagern. Ihre Rebsorte Riesling ist nur die zweit wichtigste beim Juliusspital. Mehr als doppelt so viel Silvaner baut dieses Weingut an. Die Auslese kommt mit einem Schrauber daher. Dieser ist beim Juliusspital erfreulicher Weise sehr verbreitet. Ich weiß gar nicht, ob überhaupt dort noch anders verschlossen wird.

Juliusspital Würzburger Stein Riesling Auslese verkostet

Knack, Knack, Flasche ist offen. Der Riesling zeigt sich in einem dunkleren Strohgelb im Glas. In der Nase sind vollreife Früchte. Im Zentrum steht eine saftige Physalis neben reifem Pfirsich. In der zweiten Nase ist Quittengelle mit saftiger Birne. Dezent ist im Hintergrund eine Pink Grapefruit. Man riecht schon, dass die Trauben sehr reif waren. Natürlich kann man die Restsüße eines Weines nicht riechen, aber der Eindruck entsteht schon in der Nase. Am Gaumen merkt man über die Textur die hohe Restsüße. Dann kommt tatsächlich auch etwas Süßes. Aber die sehr präsente Säure lässt diese Auslese sehr frisch erscheinen. Das macht Spaß. Die Länge ist hervorragend mit einer verspielten Mandarine, bei der man merkt, dass es eine Zitrusfrucht ist.

wuezburger-stein-riesling-ausleseDie Flasche kommt jetzt aber nach einem Probeschluck wieder in den Kühlschrank. Da ist jetzt ein Elchtest angesagt. Mal schauen, wann diese Auslese aus dem Würzburger Stein umfällt. Für 17 Euro ist die 0,5-Liter Flasche ein richtiges Schnäppchen. Zu den Silvanern und Rieslingen vom Juliusspital will ich noch erwähnen, dass ich die Iphöfer Weine eigentlich bevorzuge. Die sind aus meiner Sicht – in den niedrigeren Prädikaten – häufig etwas verspielter und schlanker. Sicherlich: Prestigeträchtiger ist der Würzburger Stein. Hier habe ich mal vor ca. 7 Jahren die Lage umfangreich verkostet.

Administration Prinz von Preussen Erbacher Michelmark Riesling trocken

Montag, 13. März 2017

administration-prinz-von-preussen-rieslingIch habe jetzt den Erbacher Michelmark Riesling trocken von der Administration Prinz von Preussen im Glas. Dieser wurde mir vorgestern zugeschickt. Häufig brauche ich etwas Zeit um mir über Weine im Klaren zu sein. Bei diesem ist das anders. Und ich muss bei diesem Riesling aus dem Rheingau gleich mit dem Resümee anfangen. Sonst kann man diesen Blogbeitrag vollkommen falsch verstehen. Der Erbacher Michelmark ist seine 6,99 Euro in Handel vollkommen wert. Ein Riesling der Spaß macht. Fast alles drum herum irritiert mich eher.

Was ist die Administration Prinz von Preussen?

Doch fangen wir nun von vorne an. Der Erzeuger Administration Prinz von Preussen – nicht zu verwechseln mit dem Weingut Prinz von Hessen aus dem nahe gelegenem Johannisberg im Rheingau – ist mir unbekannt. Der Name tauche schon einmal auf. Damals wurde es auch als Schwesterweingut des Schloss Reinhartshausen in Eltville bezeichnet. Die Flaschen hatten allerdings ein königsblaues Etikett. Nun ist dies in einem knalligem Orange. Bei diesem Wein aus dem Erbacher Michelmark handelt es sich um eine Abfüllung. Die Adresse des Abfüllers ist lediglich mit einer Postleitzahl in Eltville angegeben. Auf dem Etikett dieses Rieslings steht „Rheingauer Tradition seit 1855“. Ich vermute, dass dieses Datum auf den Verkauf des Schloss Reinhartshausen an Marianne von Preussen zurückgeht. Nach ihr ist auch die benachbarte Insel Mariannenaue benannt.

riesling-erbacher-michelmark-erste-lageZurück zu dieser Weinflasche. Ein angehängtes Etikett erhärtet die Vermutung, dass die Administration Prinz von Preussen mit in Inhabern vom Schloss Reinhartshausen zusammenhängt. Darauf steht: „Je enger die Herkunft eines Weines gefasst ist, desto höher seine Qualität“. Dies ist eigentlich das Motto vom Schloss Reinhartshausen. Hier wird es zum Credo der Administration. Dann geht es auf diesem Flaschenanhänger noch um das „handwerkliche Können der Weinmanufaktur“. Sprachlich scheint mir das nicht schön zu sein und es ist irgendwie doppelt Gemoppelt.

Zur Lage Erbacher Michelmark

Erbach – heute ein Stadtteil von Eltville – hat viele sehr bedeutende und großartige Lagen. Der VDP hat einige von diesen als Erste Lage klassifiziert. Diese sind dem Freund hervorragender Rieslinge auch bekannt: Es sind die Erbacher Lagen Marcobrunn, Steinmorgen, Hohenrain, Siegelsberg und Schlossberg. Konsequent listet der verbandsunabhängige „Weinatlas Deutschland“ diese Einzellangen als privilegierte Lagen des Rheingaus auf. Der mit 53 Hektar wesentlich größere Erbacher Michelmark hingegen taucht dort – ähnlich wie die benachbarte Kiedricher Sandgrub – in der einfacheren Kategorie der guten Lagen auf. Trotzdem bezeichnet die Administration Prinz von Preussen ihren Wein als „aus unserer Ersten Lage“.

Administration Prinz von Preussen Erbacher Michelmark Riesling trocken verkostet

Kommen wir zum erfreulichen Teil: Der Riesling zeigt sich in einem strahlend hellem Strohgelb im Glas. Eine leicht fruchtige Aprikose steht im Zentrum in der Nase. In der zweiten Nase sind Ananas und helle Früchte zu riechen. Erfreulich strahlig und animierend frisch mit knackiger – für den Rheingau typischer – Säure präsentiert sich dieser Riesling am Gaumen. Pfirsich und Maracuja begleiten in einen recht langen Nachhall. Insgesamt ein guter Riesling. Aber sicherlich ist es kein Wein der Spitzenklasse. Das kann man bei dem Preis auch nicht erwarten. Einige Kollegen des VDP bringen bei 8,99 Euro eine vergleichbare Qualität in der Flasche. Ich fände eine Verkostung dieses Rieslings in einem Flight vom Schloss Rheinhartshausen durchaus mal interessant. Den Erbacher Michelmark aus 2016 gibt es bei Netto Marken-Discount (also bei dem Netto ohne Hund).

Abfüller: Administration Prinz von Preussen
Erbacher Michelmark
Riesling trocken
Deutschland – Rheingau
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12 %
Jahrgang: 2016
AP-Nr: 32102 003 17
Verschluss: Schrauber
EAN: 4005055736993

Weingut am Nil mit Riesling Herrenberg und Saumagen

Freitag, 10. Februar 2017

weingut am nil kallstadtJetzt geht es zu zwei Rieslingen aus dem Weingut am Nil. Sicherlich gibt es auch in Ägypten Weinbau. Doch dies hier ist kein Dampferausflug zum „Tod auf dem Nil“. Es geht vielmehr ins pfälzische Kallstadt. Hier existiert das Weingut am Nil. Was erstmal kurios klingt, klärt sich schnell auf. Sein Name erinnert an eine offiziell nicht mehr existierende Lage. Diese ist in den 1970er Jahren bei der großen Lagenreform per Weingesetz in den Saumagen einverleibt worden.

nil herrenberg rieslingNach der Übernahme des Weinguts Eduard Schuster in Kallstadt im Jahr 2010 gelang es der Familie Pohl innerhalb kurzer Zeit eine gehobene Gastronomie, eine schicke Vinothek und ein kleines Gästehaus zu etablieren. Vor allem die Rieslinge aus dem Weingut am Nil werden inzwischen sehr geschätzt. Es liegt angrenzend an der Lage Nil, also dem heutigen Kallstadter Saumagen. Insgesamt werden 16 Hektar bewirtschaftet. Von dieser Rebfläche liegen 3,5 Hektar im Saumagen. Aber auch in der sehr renommierten Ersten Lage Ungsteiner Herrenberg hat das Weingut Anteile von ca. einem Hektar.

Ungsteiner Herrenberg verkostet

Der Ungsteiner Herrenberg aus dem Jahr 2015 zeigt ein helleres Strohgelb im Glas. In der Nase sind bei diesem Riesling weißer Pfirsich mit weicher Aprikose im Hintergrund. In der zweiten Nase sind mineralische Noten zu riechen. Er hat eine extrem typische Nase für einen Riesling aus der Pfalz. Dieser Herrenberg erinnert mich tatsächlich an meine ersten guten Erfahrungen mit Weinen aus dieser Region. Am Gaumen ist eine frische straffe aber fruchtig umrahmte und gut eingebundene Säure. Diese tänzelt auf der Zunge. Im Nachhall kommt der Pfirsich mit saftig-frischer Quitte und feinem Schmelz zum Tragen. Eine ausgewogene Frucht bleibt bei diesem Riesling vom Weingut am Nil sehr erfreulich lange stehen.

Kallstadter Saumagen verkostet

Der Kallstdter Saumagen ist stohgelb mit leicht grünlichen Reflexen. In der Nase sind sehr reife Früchte mit saftigem Pfirsich und Quittengelee. Dieser Riesling wirkt in der zweiten Nase fast schon wie eine Aromarebsorte. Das erinnert mich etwas an feine Gewürztraminer mit einer dezenten Rosennote. Dabei verliert dieser Riesling aus dem Saumagen keineswegs seine Rebsortencharakteristik. Diese Note passt hier ganz gut, da sie nicht ganz so üppig ausfällt. Vielmehr sind im Hintergrund helle Früchte präsent und fein verwoben. Am Gaumen ist der Saumagen erfrischend. Ich vermute, dass dieser Riesling vom Weingut am Nil aus recht reifen Trauben erzeugt wurde. Die Länge macht so richtig Spaß. In einer reifen Pfirsichfrucht untermahlt von feiner und zugleich spannender Säure ist ein dezenter weißer Pfeffer zu spüren. Dieser Kallstadter Saumagen bringt viel Spaß ins Glas. In einer Verkostung von Großen Gewächsen aus der Pfalz befindet sich dieser Riesling in bester Gesellschaft.

nil saumagen rieslingEs ist immer etwas undankbar zwei Weine parallel zu verkosten. Man neigt dazu, den einen zu präferieren und dem anderen Wein damit nicht ganz gerecht zu werden. Doch ich gebe es zu: Mir gefällt besonders der Saumagen. Der ist sicherlich der intensivere Riesling. Das ist ein leicht unfairer Pluspunkt. Mir gefällt aber seine Extravaganz. Der Herrenberg hingegen punktet mit fast schon aristokratischer und gradliniger Eleganz. Beide Rieslinge liegen preislich bei ca. 20 Euro pro Flasche. Der Saumagen leicht drüber. Das ist für diese außergewöhnliche Qualität mehr als gerechtfertigt. Ein großes Kompliment geht an den Nil in der Pfalz. Hier ist deren informative und sehenswerte Webseite.

Zwei Rieslinge vom Weingut am Nil aus Kallstadt / Pfalz

Ungsteiner Herrenberg Riesling
Deutschland – Pfalz
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13 %
Jahrgang: 2015
AP-Nr: 51233411516
Verschluss: Naturkorken
EAN: 4160262270306

Kallstadter Saumagen Riesling
Deutschland – Pfalz
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5 %
Jahrgang: 2015
AP-Nr: 51233411616
Verschluss: Naturkorken
EAN: 4160262270313

Günther Steinmetz Piesporter Goldtröpfchen Riesling GP

Montag, 3. Oktober 2016

steinmetz piesporter goldtröpfchenDas Weingut Günther Steinmetz an der Mosel ist schon länger kein Geheimtipp mehr. Dies ist nicht nur der Aktivität von Stefan Steinmetz auf facebook zurückzuführen. Vielmehr haben die Rieslinge in den vergangenen Jahren die Fachkreise überzeugt. Zugleich zählt das Piesporter Goldtröpfchen zu den besten Lagen an der Mosel. Schon seit Jahrhunderten gelten diese Weine als besonders gut. Auch ein Grund wieso es als Erste Lage klassifiziert ist. Diese Weinlage besteht aus drei Teilen und ist 65 Hektar groß. In einer Moselschleife ist das Piesporter Goldtröpfchen südlich ausgerichtet. Der nun zur Verkostung stehende Riesling vom Weingut Günther Steinmetz ist auf verwittertem silbergrauen Schiefer gewachsen.

Günther Steinmetz Piesporter Goldtröpfchen Riesling GP verkostet

Der Wein ist strohgelb mit einem leicht grünlichen Stich im Glas. In der Nase sind reife ineinander verwobene und duftende Früchte mit Mango, Pfirsich und Orange. Dann wird es in der zweiten Nase bei diesem Piesporter Goldtröpfchen exotisch (mit reifer Ananas und voll-saftigen Zitrusfrüchten). Ein ganz typisch rauchiger Moselschiefergeruch mit Spontiton entfaltet sich. Am Gaumen ist die Säure bei diesem Riesling präsent. Zugleich spielt diese mit einer leicht intensiveren Frucht. In der großartigen Länge gewinnt die Frucht. Bei diesem feinen Schmelz und gerade in der Länge auftauchenden Vanillenoten ist es erstaunlich, dass dieser Wein keinerlei Holz gesehen hat.

Ein Tröpfchen aus Gold?

Dass dieser Wein aus Piesport kommt, ist keine Frage. Es ist nicht nur ein Tröpfchen in der Flasche. Der Riesling ist von der Farbe her nicht golden. Aber sonst schon. GP steht bei diesem Riesling übrigens für den Großen Piesporter. Stefan Steinmetz krönt mit seinen Weinen die lange und große Geschichte dieses Weinbergs. Es ist eine Meisterleistung einen dermaßen überragenden Riesling in die Flasche zu bekommen. Ganz besonders gilt dies gerade in einem etwas schwierigerem Jahr wie 2014.

weingut günther steinmetzBei dem Tier auf der Kapsel überlegte ich. Was könnte es sein? Ein Hahn, eine Gans oder gar ein Drachen? Es stammt von den früheren Besitzern des Gutshauses und Kellers von 1563. Dies waren die Herren von Birresheim, die jedoch seit 200 Jahren nicht mehr existieren. Zeitgemäß ist es natürlich ein Drachen. Dieser ist in einem Ornamentstein in Haus verewigt und schmückt die Flaschen des Weinguts Günther Steinmetz.

Günther Steinmetz Piesporter Goldtröpfchen
Riesling GP
Deutschland – Mosel
Erzeuger: Weingut Günther Steinmetz
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12 %
Jahrgang: 2014
AP-Nr: 2 577 121 06 15
Einkaufspreis: 18 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Wein Weiber Riesling Alsace und Gesang?

Sonntag, 18. September 2016

weiber riesling alsaceMan möge bei der Bezeichnung Weiber tatsächlich an Wein, Weib und Gesang denken. Diesen Riesling hatte ich bei einem Discounter entdeckt, bei dem ich eigentlich nur eine Flasche Wasser kaufen wollte. Mich dürstete. Aber ich mag nun auch mal Weißwein aus dem Elsass. Also stand ich an der Kasse. In der einen Hand war das erfrischende Nass und in der anderen die Weiber. Besonders geschätzt ist bei mir guter Gewürztraminer aus Alsace. Aber auch Pinot Gris und Rieslinge stehen hoch im Kurs. Und man möge hier den Cremant nicht vergessen. Dieser ist nur selten schlecht und ist aus meiner Sicht auf einem Niveau wie denen von der Loire. Auch wenn sicherlich einige stilistische Unterschiede bestehen.

Weiber Riesling Alsace verkostet

Im Glas ist dieser Riesling voll in der Falbe in einem helleren Goldgelb. Dies erwartet man im Elsass. In der Nase sind Mango und Aprikose. In der zweiten Nase rieche ich weißen Pfirsich und helle Blüten. Der Weiber ist etwas unausgewogen am Gaumen. Über die Länge kann man nicht viel sagen. Ich empfinde den Wein als ziemlich flach, was hier keineswegs leicht meint. Vielmehr fehlt mir die für die Rebsorte typische Spannung. Sicherlich ist der Stil nicht jedermanns Sache. Halbtrocken oder füllig mag ich beim Riesling schon. Auch wenn der klassische und viel schlankere Mosel-Kabinett bei mir persönlich wesentlich höher im Kurs steht. Immerhin hat dieser halbtrockene Wein 12,5%.

cellier de la fecht weiber
Nach einem Glas satt und dieses Weins überdrüssig gelangt die Flasche wieder in den Kühlschrank. Mal schauen, was ich damit noch mache. Der Untertitel „Inspiration Terroirs“ hinterlässt mich etwas ratlos. Welches Terroir meint man? Doch bestimmt nicht die Crus des Elsass. Ja klar, dieser Riesling schmeckt irgendwie nach dieser Region. Irgendwie auch nicht. Und sonst? Auf dem Nomacorc steht auch lediglich „Mis en Bouteille en Alsace“. Mehr scheint es mir auch nicht zu sein.

Was ist Weiber für ein Erzeuger?

Was hat es eigentlich mit Weiber auf sich? Ist das Ein Weingut? Es scheint eine reine Kunstbezeichnung zu sein. Auf dem Rückenetikett ist vielmehr der Abfüller Cellier de la Fecht in Ingersheim (Alsace) angegeben. Das scheint eine Kellerei oder Kooperative zu sein. Diese vertreibt Weine nicht nur unter dem Namen Weiber, sondern auch unter Weingartner, Wilhelm und Paul Schulmeister. Der erste Name ist vor allem seit einiger Zeit auf verschiedenen Weinen aus dem Elsass bei Lidl zu finden. Aber auch Weine mit der Bezeichnung Wilhelm gibt es bei diesem Discounter. Alles etwas verwirrend. Zumal die Weiber-Weine in mehreren europäischen Ländern wie Polen, Dänemark und eben auch Deutschland vermarktet werden.

Weiber – Inspiration Terroirs
Riesling halbtrocken
Frankreich – Elsass
Erzeuger: Cellier de la Fecht
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5 %
Jahrgang: 2015
Einkaufspreis: 5 €
Verschluss: Nomacorc
EAN: 3273570014426
Quelle: Discounter

Alte Vogtei zu Ravensburg Kraichgau Riesling

Freitag, 9. September 2016

Alte Vogtei zu RavensburgBeim Einkauf in einem Lebensmittelladen stieß ich auf diesen Riesling aus Baden von Alte Vogtei zu Ravensburg. Auffallend war der VDP-Adler am Schraubverschluss. Und das ich dieses Weingut noch nicht kannte, habe ich den Wein einfach mal gekauft. Eigentlich kennt man ja alle Mitglieder des VDP. So ist es eigentlich auch bei diesem Wein. Nichts ist mit Alte Vogtei zu Ravensburg. Denn wenn man auf das Rückenetikett schaut, so erfährt man, dass er vom traditionsreichen Weingut Burg Ravensburg stammt. Seit 2012 ist es Mitglied im VDP. Auf 38 Hektar baut man vor allem Riesling und Lemberger an. Aber auch die in Baden sehr typischen Rebsorten Weiß-, Grau- und Spätburgunder gibt es von diesem Weingut.

Alte Vogtei zu Ravensburg Riesling aus dem Kraichgau verkostet

Dieser Riesling leuchtet Goldgelb im Glas. In der Nase ist ein runder und duftender Fruchtkorb. Bei diesem stehen eine reife saftige Birne und eine leicht marmeladig wirkende Quitte im Zentrum. Ergänzt wird dieses bei diesem Wein von der Alte Vogtei zu Ravensburg durch eine kräutrige Note mit Salbeitee. Doch die volle Frucht ergänzt durch Pfirsich dominiert auch die zweite Nase. Am Gaumen ist dieser Riesling packend mit spannungsreicher aber zugleich gut harmonierender Säure. Das erinnert mich vom Geschmack etwas an eine leicht unreife Ananas. In der Länge zeigt dieser Wein ein schönes Spiel. Hier braucht sich eigentlich das Weingut Burg Ravensburg nicht hinter der Bezeichnung Alte Vogtei zu Ravensburg verstecken.

Burg Ravensburg Alte VogteiEventuell macht man das je wegen der Vertriebsschiene. Dieser Riesling steht bei Lidl im Regal. Bampfield hat eifrig 92 Punkte für diesen Riesling Alte Vogtei zu Ravensburg hin geblättert. Seine Meinung will ich ihm nicht streitig machen. Auch wenn ich diese nicht teile. Sicherlich ist es ein guter Wein der nahezu für 6,99 Euro verscheuert wird. Aber auf diesem Niveau gibt es zahlreiche Rieslinge in Deutschland. Und mir fehlt etwas die Vielschichtigkeit, die diese Rebsorte häufig in anderen Anbaugebieten hervorbringt. Ich denke da weniger an Baden und den Kraichgau. Vielmehr an die Mosel, den Rheingau oder auch zunehmend Rheinhessen. Aber es ist ja alles eine Frage des Geschmacks.

Edition Alte Vogtei zu Ravensburg
Riesling trocken
Deutschland – Baden – Kraichgau
Erzeuger: Weingut Burg Ravensburg
Inhalt: 0,75
Alkohol: 11,5 %
Jahrgang: 2015
AP-Nr: 603 90 16
Einkaufspreis: 7 €
Verschluss: Schrauber
EAN: 4040354200905
Quelle: Discounter