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Armenien: Areni und Kangun von Takar

Dienstag, 27. September 2016

armenien areni kangun takarJetzt gibt es Areni und Kangun von Takar. Ein Freund verleitete mich dazu einmal Weine aus Armenien zu probieren. Ich war skeptisch und neugierig zugleich. Was erwartet mich hier? Dieses Land ist als Weinerzeuger nahezu unbekannt in Deutschland. Dabei gibt es Weinbau dort schon seit ca. 6200 Jahren. Hinter der Marke Takar steht die Armenia Wine Company (AWC). Dies ist allerdings von dem langen geschichtlichen Hintergrund ein recht junger Erzeuger. Erste Pflanzungen wurden 2006 vorgenommen. AWC baut in allen drei Regionen von Armenien Wein an (Armavir, Aragatsotn und Vayots Dzor). Es werden Weißwein, Rose, Rotwein und auch Schaumwein hergestellt. Zur Verkostung stehen nun zwei Weine aus autochthonen Rebsorten. Das sind der Rotwein aus Areni und der Weißwein aus Kangun.

jahre weinbau armenienDas Etikett der Weine verleitet zu historischen, philosophischen und (Wein-) medienkritischen Einlassungen. Das steht nicht nur der Jahrgang 2014, sondern zugleich etwas kleiner gedruckt „one of 6200 vintages“. Einer von 6200 Jahrgängen. Dies lässt jedes Feiern eines Jahrhundertjahrgangs recht klein erscheinen. Zudem dies alle paar Jahre passiert. Zugleich kann man sich fragen wie viele Jahrgänge man selbst miterlebt. Und was dies vor dem Hintergrund einer 6200 währenden Weinbautradition bedeutet. Naja, bestimmt wirken sich die heutigen Techniken auch in Armenien positiv auf die Qualität aus. Ich möchte jedenfalls nicht wirklich den Wein trinken, den die Römer vor 2000 Jahren – wahrscheinlich erstmals hierzulande – angebaut hatten.

Rotwein Areni von Takar verkostet

Dichtes Rubinrot mit leicht violett schimmerndem Rand. In der Nase runder und erhabener Fruchtgeruch mit reifer Kirsche und Pflaume. In der zweiten Nase ist Zedernholz und eine leicht kräutrige Note, die die Frucht untermahlt. Dieser Wein riecht modern und erinnert etwas an gute Rotweine aus noblen Rebsorten. Am ehesten fällt mir da guter Shiraz aus Australien ein. Es könnte aber auch ein Merlot sein. Am Gaumen wirkt dieser Wein weich, frisch und trinkig. Dabei erzählt eine dezente Vanillenote vom Ausbau in armenischem Holz. Vor allem im Nachhall ist das zu spüren. Das Holz ist aber sehr gut in das Geschehen eingebunden.

armenia wine company
Etwas mal meine eigenen Erwartungen reflektiert: Ich hatte eigentlich etwas leicht orientalisches und wirklich Ungewöhnliches erwartet. Das ist auf der Werteskala gelichberechtigt stark in beide Richtungen. Erschienen ist ein ziemlich guter Rotwein auf der Höhe der Zeit, der auch den hiesigen Geschmackspräferenzen auf ganzer Ebene entgegenkommt. Etwas später nachgeschaut ist dieser Eindruck nicht nur subjektiv. So wird die Armenia Wine Company von einem französischen Winemaker beraten und die technische Ausstattung ist nach eigenen Angaben auf europäischem Niveau.

armenien areni takar

Naturkorken
2014
12,5%
EAN 4850008151152

Weißwein Kangun von Takar verkostet

Helleres Strohgelb im Glas. Der Duft erinnert im ersten Moment aufgrund seiner frischen Art etwas an einen Sauvignon Blanc. Jedoch nicht so opulent, sonders dabei recht fein. In der Nase sind helle Blüten und Honigmelone. In der zweiten Nase ist dezent der Ausbau im Holz wahrzunehmen. Wenn sich der Kangun etwas öffnet, wird er wesentlich breiter. Da hat man in der Nase zudem Passionsfrucht mit etwas Pfirsich. Er erinnert dann eher an einen französischen Chardonnay mit Fassausbau. Auch der Gaumen ist der Kangun frisch geprägt. Die Fassnote ist gut eingebunden. Ein mineralisches Spiel erzeugt Spannung in der käutrig wirkenden Länge. Bleibt angenehm stehen.

kangun takar

Presskorken
2014
12,5%
EAN 4850008151169

Als Fazit: Der Rotwein ist Kasse. Bei dem Weißwein bin ich mir etwas unschlüssig. Da gibt es einfach so viele gute einheimische Produkte. Preise für den hiesigen Markt gibt es für diese beiden Weine noch nicht. So sind derzeit auch noch nicht hierzulande verfügbar. Bei dem roten Areni würde ich durchaus so als Kategorie 15 Euro für angemessen erachten. Bei dem weißen Kangun bin ich etwas ratlos. Er wird ab Erzeuger wahrscheinlich einen ähnlichen Preis wie der Rotwein haben. Keine Ahnung ob sich dieses Preisniveau auf dem deutschen Markt realisieren lässt.

wein armenien takar
Noch ein kleiner Nachtrag: Die armenische Schrift sieht wirklich lustig aus. Wenn man die nicht beherrscht ist es nahezu unmöglich herauszufinden welch ein Thema ein Text hat.

Zum Erzeuger

Pujalet von Plaimont Cotes de Gascogne

Freitag, 8. April 2016

pujalet plaimontDer Sommer startet langsam durch. Und so haben wir den Pujalet von den Plaimont Producteurs auf dem Balkon im Glas. Plaimont ist der größte Weinerzeuger in Südwestfrankreich mit einer jährlichen Produktion von 40 Millionen Flaschen. Vielfach bringen diese eine erstaunlich hohe und stabile Qualität im besseren Preiseinstieg an den Markt. Gerade vor dem Hintergrund der erzeugten Menge ist dies eine große Leistung. Der Pujalet stammt auch der Cotes de Gascogne, wo Plaimont inzwischen ungefähr die Hälfte der Weinproduktion ausmacht. 55% der Produktion dieses genossenschaftlichen Zusammenschlusses gehen in den Export. So wie diese Flasche Weißwein.

Cotes de Gascogne: Pujalet von Plaimont verkostet

Dieser Cotes de Gascogne besteht aus den dort sehr typischen Rebsorten Colombard (70%) und Ugni Blanc. Die Reben wachsen auf sandigen Böden mit Kalk und Lehm. Der Pujalet zeigt sich Stohgelb im Glas. Die Nase ist einem leicht floral wirkenden Obstkompot ausgefüllt. Da sind Kiwi, Banane, reife saftige Nektarinen, Grapefruit und weiße Johannisbeere. Einfach das volle Programm saftiger Früchte. In der zweiten Nase ist eine dezente Kräutrigkeit. Am Gaumen wirkt er fruchtig und mit erfrischender Limette und grünem Apfel. Die Frucht bleibt auch angenehm stehen. Das ist ein echter Terrassen-Süffel-Wein, der bei seinen schlanken 11 Prozent Alkohol gut in den Frühling und Sommer passt. Diesen Wein wird es in einigen Supermärkten in Deutschland zu kaufen geben. Ich denke mir, dass dieser Wein recht vielen Leuten schmecken wird.

cascogne pujalet plaimont

Pujalet 2015
Frankreich – Cotes de Gascogne
Erzeuger: Plaimont Producteurs
Inhalt: 0,75
Alkohol: 11 %
Jahrgang: 2015
Einkaufspreis: 3,99 €
Verschluss: Schrauber
Quelle: Supermarkt
EAN: 3270040451439

Picpoul de Pinet Ormarine Les Pins de Camille

Dienstag, 15. März 2016

Picpoul de Pinet Ormarine Les Pins de CamilleJetzt gibt es einen Picpoul de Pinet Ormarine Les Pins de Camille. Picpoul de Pinet ist die größte und bekannteste Region für Weißwein aus dem Languedoc. In der Coteaux du Languedoc nimmt der Weißwein ohnehin nur einen Anteil von ca. 15 % ein. Die verwendete Rebsorte Piquepoul Blanc kann man auch auf Deutsch mit Lippenbeißer übersetzen. Diese Bezeichnung ist auf den zuweilen recht hohen Säuregehalt der erzeugten Weine zurückzuführen. Der Ort an dem der Erzeuger Ormarine beheimatet ist, ist für Weißwein recht bekannt: Es ist Picpoul de Pinet. Der Wein trägt also die Namen der Rebsorte und des Ortes.

Picpoul de Pinet Ormarine Les Pins de Camille
Ormarine ist eine recht bedeutende Genossenschaft in Pinet. Ihre Entstehung geht auf die Zeit nach der Reblauskrise zurück. Seit dem Jahre 1922 erzeugen diese Winzer ihre Weine zusammen. Seit 1993 arbeitet man mit dem recht großen Verbund Jeanjean zusammen. Soweit ich das herausfinden konnte, ist das eine Kooperation im Vertrieb. Picpoul de Pinet ist preislich häufig recht erschwinglich. Einiges ist nicht so doll. Wirkliche Qualitätsspitzen, die in einer internationalen Liga spielen gibt es aus meiner Sicht nicht. Preise sind häufig so um die 5 oder 6 Euro. Soviel kostet auch der Les Pins de Camille von Ormarine. Gewidmet ist dieser Wein einem symbolischen Bauern aus Pinet mit dem Namen Camille.

Picpoul de Pinet Ormarine Les Pins de Camille verkostet

Picpoul de Pinet Ormarine Les Pins de Camille

Der Picpoul de Pinet von Ormarine bringt ein helles und klares Strohgelb im Glas. Er ist duftig nach hellen Blüten mit Zitrusfrüchten. Besonders eine Limette steht dabei hervor. In der zweiten Nase zweigt sich eine Passionsfrucht mit saftig-reifer Aprikose. Am Gaumen ist er sehr frisch mit dezent fruchtigem Körper. Nach hinten wirkt dieser Picpoul de Pinet etwas kalkig, was sich mit etwas Luftzufuhr deutlich verbessert. Vielmehr entfaltet sich dann eine runde aber trockene Fruchtigkeit. Aber es zeigt sich eine schöne Länge mit Aprikose und Passionsfrucht. Dieser Weißwein von Ormarine bleibt vibrierend stehen. Wirklich ein schönes Weinchen. In der Preisklasse ist das sensationell. Der Les Pins de Camille passt sehr gut zu Meeresfrüchten und leichter asiatischer Küche. Das Etikett empfiehlt ihn auch zu Austern.

Südfrankreich
Erzeuger: Cave de L’Ormarine
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13 %
Jahrgang: 2015
Einkaufspreis: 6 €
Verschluss: Schrauber
Quelle: Supermarkt
EAN: 3186127844196

Martin Schongauer Grauer Burgunder

Mittwoch, 2. März 2016

Martin Schongauer Grauer BurgunderEs gibt wirklich bekannte deutsche Weine im Supermarkt. Da ist als erstes der Martin Schongauer Grauer Burgunder trocken aus Baden zu nennen. Dies ist einer der erfolgreichsten Weißweine auf dem deutschen Markt. Dahinter steckt der Badische Winzerkeller, der bei diesem Wein als Abfüller auftritt. Dies ist einer der großen deutschen Genossenschaften mit Sitz in Breisach.

Wer ist Martin Schongauer?

Für die Weine des Badischen Winzerkellers werden ca. 2.700 Hektar in sieben Bereichen von Baden bewirtschaftet. Die Jahresproduktion beträgt 30 Millionen Liter. Das ist ca. ein Viertel der gesamten Weinproduktion in Baden. Martin Schongauer ist eine seit mehr als 25 Jahren sehr erfolgreiche Linie im Sortiment dieser Genossenschaft. Der Name geht sehr wahrscheinlich auf den Maler und Kupferstecher Martin Schongauer zurück, der in Colmar (Elsass) geboren wurde und in Breisach gestorben ist. Der Badische Winzerkeller stellt dies aber kaum heraus. So könnte der Eindruck entstehen, es würde sich hierbei um einen Winzer handeln.

Martin Schongauer Grauer Burgunder verkostet

In der Linie Martin Schongauer vom Badischen Winzerkeller gibt es mehrere Rebsortenweine. Neben den beiden Weißweinen aus den Burgundersorten gibt es noch einen Spätburgunder, einen Riesling und einen Rose. Doch ein Grauer Burgunder ist nun bei uns im Glas. Der Wein zeigt sich in einem kräftigeren Strohgelb. Durchaus rebsortentypisch ist eine breitere Honigmelone mit Aprikosen und duftigen Blüten zu riechen. Die zweite Nase zeigt eine etwas reife Ananas. Am Gaumen wirkt er frisch. Nach hinten heraus etwas bissig. Mir fehlt etwas das buttrige, was man häufig beim Grauburgunder aus Baden antreffen kann. Ich vermute, dass er recht trocken ausgebaut ist und die Trauben nicht wirklich von den Oechslewerten nicht wirklich hoch waren.

Martin Schongauer
Für den Preis geht der Wein aus der Serie Martin Schongauer völlig in Ordnung durch. Es ist kein Meisterstück, aber ein normaler sauberer und modern gemachter Grauer Burgunder, der aus meiner Sicht in dieser Form seine Berechtigung auf dem Markt hat. Der Preis liegt bei 4,50 Euro. In dem Segment gibt es zahlreiche deutsche Weine, die qualitativ mit Martin Schongauer nicht mithalten können.

Martin Schongauer

Weingut Weltner Rödelseer Schwanleite Scheurebe

Sonntag, 31. Januar 2016

Weingut Weltner Rödelseer Schwanleite Scheurebe Es gibt jetzt einen Wein aus Franken aus der Ersten Lage Rödelseer Schwanleite. Die verwendete Aromarebsorte Scheurebe hat derzeit Hochkonjunktur. Nicht nur in der halbtrockenen Ausführung im Liter aus Rheinhessen gibt es diese. Vielmehr tut sich auf einem ganz anderen Qualitätsniveau in Franken recht viel. Hier wird die Rebsorte nicht nur in Ersten Lagen angebaut und auch so vermarktet. So habe ich als Empfehlung von meiner liebsten Weinentdeckerin eine Flasche trockene Scheurebe vom Weingut Weltner erhalten.

Paul Weltner hat 2005 das Weingut in Rödelsee von seinem Vater übernommen. Zuvor lernte er an der Weinsberger Weinschule und war im Weingut Rebholz in der Pfalz tätig. Das Weingut Weltner ist das älteste im Ort und gilt als eines der Besten. Auch wenn es mit seinen 9,5 Hektar Rebfläche nicht unbedingt das bekannteste Weingut in Franken ist. Diese liegen vornehmlich bei Rödelsee. Dabei sind die Lagen Küchenmeister (4,6 ha) und Schwanleite (1,7 ha) von besonderer Bedeutung. In beiden Lagen sind mineralienreich und von Gipskeuper geprägt. Der Schwan mit Trauben ist nicht nur im Wappen des Weinguts zu finden, sondern auch in dem der Gemeinde Rödelsee.

Rödelseer Schwanleite Scheurebe vom Weingut Weltner verkostet

Die Scheurebe zeigt sich in einem hellen Strohgelb im Glas. In der Nase ist eine feine Duftigkeit mit gelbem Pfirsich und Maracuja. In der zweiten Nase ist ein saftiger Apfel mit Aprikosen untermalt. Für diese Aromarebsorte ist das sehr zurückhaltend, fein und dabei verspielt. Nichts springt ein an. Eher wie bei einem guten Riesling als bei einer gewöhnlichen Scheurebe. Auch der Gaumen ist dieser Weißwein aus der Rödelseer Schwanleite ausgewogen und sehr schön trocken. Feine Mineralität mit sanfter Frucht bereitet eine sehr erfreuliche in der Länge. Ich hatte für mich die trockenen Scheureben bisher noch nicht entdeckt. Aber mit dem 2013er aus der Rödelseer Schwanleite zeigt das Weingut Weltner das man sich für diese Weine begeistern kann. Ein Kompliment an Paul Weltner diese Rebsorte so fein interpretieren zu können. Der Wein kostet ca. 12 Euro ab Weingut.

Zum Weingut

Casillero del Diablo Chardonnay

Montag, 14. Dezember 2015

Casillero del Diablo Chardonnay Zum dritten Mal gibt es in diesem Blog einen Wein von Casillero del Diablo. Diesmal geht es um den weißen Wein aus der Rebsorte Chardonnay. Dazu mussten wir uns in die Niederungen des Supermarkts begeben. Aber selten findet man hier auch etwas Erfreuliches. In der Vergangenheit haben wir uns nur den roten Weinen von Cassillero del Diablo angenommen. Das ist sicherlich dem Umstand geschuldet, dass auf dem deutschen Markt Chile eher weniger für Weißwein steht. Die gibt es aus Deutschland selbst mannigfaltig. Auch wenn der Vertriebskanal Supermarkt hierfür durchaus schwierig ist. Denn Qualität in Masse ist bei den hiesigen Erzeugerstrukturen nicht leicht zu bekommen. Ein Unterschied bei diesem Wein zu den Rotweinen von Casillero del Diablo ist die Herkunft der Trauben. Diese wachsen in Casablanca in der Nähe des Ozeans.

Chardonnay Casillero del Diablo

Casillero del Diablo Chardonnay verkostet

Dieser Weißwein zeigt sich strohgelb im Glas. In der Nase sind beim Casillero del Diablo Chardonnay frische fruchtige Aromen. Den Holzeinsatz riecht man dezent. Da ist Grapefruit mit zurückhaltender Ananas. Die zweite Nase bringt Minze und etwas Salbeitee. Der Gaumen ist für den Kurs erstaunlich spannungreich zwischen einer aninmierenden Frische, einer balancierten Frucht und einem dezent gehaltenen, aber merkbaren Holzeinsatz. Hier paart sich moderne Kellertechnik mit einen reichen Diaspora von Chile. Also doppelte Qualität. Nicht nur Pumpen nach Sollwerten, sondern auch eine für gute Weine notwendige Basis von beim Lesegut. Gerade der gekonnte und recht vorsichtige Umgang mit dem Holz zeugt vom Können bei Casillero del Diablo. Fazit: Nicht unbedingt teuflisch gut, aber ein ansehnlicher Chardonnay, der sein Geld mehr als wert ist.