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Di Majo Norante – Sangiovese

Als Wolf vom Blog hausmannskost das Thema dieser WeinRalley ausschrieb, fragte ich mich: Wer soll da eigentlich mitmachen? Gesucht war nach einem Sangiovese von außerhalb der Toscana. Durchaus reizvoll. So wollte ich mich nicht aus meiner Tradition an der WeinRalley teilzunehmen reißen lassen. Gleichzeitig wollte ich auch weiterhin deutsche Weißweine besprechen; so wie in den vergangenen Runden hier, hier, hier und hier. Weiß gekältert aus Deutschland ist beim Sangiovese meines Wissens nicht zu haben. Als Cuvee gibt es die Rebsorte im roten Villa Bürklin. Da dieser aber in meiner Homezone und speziell beim Händler meines Vertrauens seit ca. zwei Jahren nicht mehr erhältlich ist, dachte ich mir: Wenn Traditionen brechen, dann auch so, dass es kracht.

Gleichzeitig kann es auch nicht so weit gehen, dass ich einen Sangiovese aus Südafrika, den USA oder Argentinien hier vorstelle. So weit reichen meine Beziehungen nicht und der Fachhandel in meiner Stadt stellt das nicht zur Verfügung. Nun kann man darüber grübeln oder einen Schluck von dem Sangiovese von Di Majo Norante probieren. Dieser kommt zwar aus Italien, jedoch nicht von der Toscana, sondern aus dem relativ unbekannten Anbaugebiet Molise. Er ist auch gekennzeichnet als “Terra Degli Osci” IGT. Der Wein selbst lässt mich an den Atem des auf dem Etikett abgebildeten Monsters erinnern. Er ist relativ dünn und es fehlt an Charakter. Was will man für 6 Euro erwarten. Manchmal bekommt man mehr als ich gerade im Glas habe. Aber so ist das eben, wenn man bei jeder Veranstaltung dabei sein will. Aber horchen wir noch kurz, was andere zu dem Wein sagen: “Dieser Wein zeigt einen unglaublichen Wert fürs Geld”, so zitiert einer der beiden Händler vor Ort Robert Parker. Und dort ist der Wein auch gleich 20 Cent mehr Wert, als da, wo ich ihn gekauft haben. Ich nenne dies mal ein Parker-Zitat für 20 Cent. Monetarisierung für Weinhändler leichgemacht. Sehr geehrte Damen und Herren: Lesen sie auch die nächste Folge in der Reihe “Über Punkte und Peseten”.

Sangiovese
Italien – Molise, Terra Degli Osci IGT
Erzeuger: Di Majo Norante
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5%
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 6,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

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3 Gedanken zu „Di Majo Norante – Sangiovese“

  1. Hmmm so habe ich ihn eigentlich nie empfunden als dünn – allerdings habe ich ihn auch im Sommer und nicht im Winter bei -2 C genoßen. fand ihn ganz lecker… typischer kirschvertreter und gut für die gesellige Runde

  2. Klar, die Wahrnehmungen von einem Wein können stark variieren. Ich gebe auch gerne zu, dass das nicht unbedingt ein besonders guter Tag für eine Verkostung bei mir war. Bei der Sache mit der geselligen Runde fragt sich immer, ob man möchte, dass diese Runde auch zukünftig zusammentrifft. Ich finde solche Beschreibungen auch immer etwas Problematisch. Letztens las ich auf einem Etikett: “Ein Wein der zu jedem Anlass getrunken werden kann”. Wenn ich Berater für Weinproduzenten wäre, würde ich auf die Weine raufschreiben lassen: “Dieser Wein sollte regelmäßig, in allen Situationen und in großen Mengen getrunken werden”.

    Wobei: So wird der Schmu offensichtlich und es fragt sich auch wie lange diese Stammkunden das dann durchhalten.

  3. Hallo,

    heute, am 14.12.2012 habe ich Jg. 2007 verkostet.
    Ein perfekter Sangiovese mit den typischen Eigenschaften und etwas untypisch für das südliche Italien.
    Total abgebaute Bitternote; sehr starke Frucht und den ganzen Mundraum ausfüllend; anhaltender Nachhall.

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