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Vertikale und horizontale Verkostung

Im Rahmen der Verkostungen von Wein und deren Vorstellung auf dieser Seite ist eine horizontale Verkostung angesetzt. Horizontale Verkostung? War die fast schon entsetzte Fragestellung eines potenziellen Teilnehmers. Er dachte wohl, dass dies die Positionierung der Verkoster entweder insgesamt oder zumindest am späteren Abend meint. Weit gefehlt!

Eine horizontale Verkostung meint den Vergleich von ähnlichen Weinen eines Jahrgangs. So kann man zum Beispiel eine Rebsorte nehmen und unterschiedliche Weine dieser Rebsorte miteinander verkosten. Dabei kann der Terroirprägung oder auch der Ausbau verglichen werden. Je ähnlicher die Weine sind, um so besser kann man seine Geschmacksnerven trainieren. Man könnte zum Beispiel einen Syrah aus Frankreich, einen aus Sizilien, einen Shiraz aus Australien und einen aus Südafrika parallel verkosten. Die Unterschiede werden immens sein. Hier war jedoch eine Verkostung von vier Weinen eines Jahrgangs eines Winzers von der Mosel angesetzt.

Es gibt aber auch vertikale Vergleichsproben. Dabei werden verschiedene Jahrgänge möglichst desselben Weines miteinander verglichen. Dabei überlagern sich zwei Problematiken. Zum einen kann der Stand der Alterung des Weines verfolgt werden. Andererseits hat Wein eine mehr oder minder ausgeprägte Jahrgangsspezifik, die vom Wetter und des Umgangs des Winzers mit den natürlichen Gegebenheiten abhängt. Dies bedeutet, dass der Ausgangspunkt der Alterung sich unterscheiden kann. So kann es beispielsweise bei alterungsfähigen Weinen vorkommen, dass eine älterer Jahrgang seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hat, einen jünger ihn jedoch schon überschritten hat. Es könne bei einem Wein aus verschiedenen Jahrgängen auch unterschiedliche Qualitäten auftreten.


© Thomas Günther / weinverkostungen.de
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Vertikale und horizontale Verkostung

 

Ein Kommentar zu “Vertikale und horizontale Verkostung”


  1. Matthias Metze
    Sonntag, 26. November 2006 14:00
    1

    Hallo Thomas,

    natürlich haben Verkostungen von Weinen gleicher Rebsorte aus unterschiedlichen Ländern ihren Reiz. Interessant wird es meiner Meinung nach aber, wenn man, wie du es machst, Weine eines Jahrgangs und desselben Winzers miteinander vergleicht.
    Denn so lassen sich die Einflüsse bestimmter Faktoren auf den Geschmack ja nahezu isoliert herausschmecken, wenn man sie gegenüber stellt:
    z.B. 2 Weine gleicher Rebsorte, gleicher Ausbaumethode, anderer Boden/Weinberg , um den Einfluss des “terroirs” zu erschmecken, oder der gleiche Wein, im Barrique ausgebaut vs. eben ohne Barrique (was ja an der Mosel eher nicht gehen dürfte..)

    In diesem Sinne wünscht viel Spass
    Matthias